Ist die Entrückung der Gemeinde in Off 12,5
enthalten? / Buch W. J. Ouweneel 00, Seite 327
Wurde die "Hochzeit" schon am Pfingsttag
geschlossen? 7 Buch W. J. Ouweneel 01, Seite 452
Können Christus und die Gemeinde "ein Fleisch"
werden? / Replik Ferdinand Georg 00. 2003–02–25
Hat Paulus in 2Kor 11,2 die Gemeinde mit Christus
verlobt? / Replik Ferdinand Georg 01, 2003–02–26
Hat Paulus über das Thema "Braut Christi"
weniger Licht bekommen? / Replik Ferdinand Georg 02, 2003–02–27
Jerusalem, die Braut des Lammes / Replik
Franz Murauer 00, 2004–02–01
Ode an die Gemeinde. / Replik Andre Aubert 00,
2004–02–18
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Manche Ausleger neigen zu der Ansicht, dass die Entrückung der Gemeinde in der
Entrückung des Messias in Vers Off 12,5 enthalten ist. In 1The 4,17 finden wir in der Tat
dasselbe Wort "aufgenommen" oder "entrückt"; die Entrückung der Gemeinde ähnelt in
der Tat der des Herr Jesus. Wir sind nämlich mit dem Herrn, der auf seinem Thron sitzt,
verbunden. In Off 4 befinden sich die 24 Ältesten um den Thron her. Wenn von Ihm gesagt wird,
dass Er die Nationen mit eiserner Rute weiden soll (Verse Off 12,5, 19,15), ist das nur eine
Bestätigung dessen, was wir in Off 2,27 im Hinblick auf die Gläubigen finden. Die Gemeinde ist
hier zwar nicht direkt sichtbar, aber sie ist ganz eng mit dem "männlichen" Kind verbunden.
In weitestem Sinn umfasst dieses Bild sowohl den Sohn des Menschen als auch die Gemeinde, denn
wir sind vollkommen eins mit Ihm. Er ist das Haupt und wir der Leib; zusammen bilden Haupt und
Leib "den Christus" (1Kor 12,12).
+) Der Auszug ist dem Buch "Das Buch der Offenbarung" von W. J. Ouweneel, Christliche
Literatur–Verbreitung e. V. entnommen.
(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)
Diesen Aussagen kann man voll und ganz zustimmen. Und auch die angeführte
Schriftstellen bestätigen dies:
Alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, sind doch ein Leib: so auch Christus.
1Kor 12,12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle
Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. 1Kor
12,12;
Der Vater hat ihn der Gemeinde, welche sein Leib ist, zum Haupt gesetzt.
Eph 1,22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn
gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, 1,23 welche sein Leib ist, nämlich die
Fülle dessen, der alles in allem erfüllt. Eph 1,22–23;
Wie also der Autor oben sehr treffend formuliert: “Er ist das Haupt und wir der
Leib; zusammen bilden Haupt und Leib den Christus”
Dass unser Schicksal als Gemeinde nicht nur bei der Entrückung jenem des Herrn Jesus ähnlich ist,
gibt uns Paulus zu verstehen
Wir werden ihm auch in der Auferstehung gleich sein.
Röm 6,5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in
seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Röm 6, 5;
(Siehe auch das Kapitel 12: “Die Auferstehung.)
Der Herr wird unsern Leib verwandeln, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe.
Phil 3,20 Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch
erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, 3,21 der unsern nichtigen Leib verwandeln wird,
dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge
untertan machen kann. Phil 3,20–21;
(Siehe auch den Exkurs 07: “Der Auferstehungsleib.)
Wenn wir also davon ausgehen können, dass wir, die Gemeinde, zu Lebzeiten, aber
mehr noch nach der Auferstehung und Entrückung, mit Christus ein Leib sind, er das Haupt, wir die
Glieder, so meint das doch auch, dass wir mit ihm leben und erleben werden. Und dies bestätigt uns
auch die Schrift, wenn es - wie oben erwähnt - in Off 2,27 von “dem der überwindet” – ganz
ähnlich wie in Off 12,5 vom Herrn – heißt: “und er soll sie weiden mit eisernem Stabe”. Auch
sagt uns Paulus in 1Kor 6,2, dass die Heiligen - wie auch der Herr Jesus - die Welt richten
werden. Und schließlich sagt uns der Herr noch in Off 3,21:
Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen.
Off 3,21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem
Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen
Thron. Off 3,21;
Wir werden also sogar mit ihm auf seinem Thron sitzen. Und dies ist tatsächlich nur
möglich, wenn wir auch mit ihm ein “Leib” sind. Und Leib und Haupt bilden zusammen “den
Christus” wie der Autor oben formuliert.
Bei der Auslegung der “Hochzeit des Lammes” in Off 19 kommt der Autor des obigen Buches aber nun
zu folgendem Schluss:
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Das gamos (das Hochzeitsfest) findet in Off 19 statt, aber dieses Wort
sagt an sich noch nicht viel über die eigentliche Eheschließung. Tatsächlich wurde die
Ehe formal schon am Pfingsttag bei der Entstehung der Gemeinde geschlossen und praktisch
vollzogen bei der Entrückung der Gemeinde. Ab Off 4 ist die Gemeinde die Frau des Lammes;
(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)
Zur besseren Übersicht hier der komplette Text:
Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht.
Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge
und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn
der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Lasst uns fröhlich sein
und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat
sich bereitgemacht. Off 19, 6– 7;
Dass bei der Hochzeit des Lammes die Bezeichnung “Lamm” für den Herrn Jesus
steht, ist wohl unbestritten. Wenn man nun - wie der Autor oben - das Weib, also die Braut und
Frau des Lammes als die Gemeinde interpretiert, ergibt sich im Zusammenhang mit der weiter oben
geführten Argumentation ein Identifikationsproblem. Denn wenn die Gemeinde der Leib und damit auch
körperlich Bestandteil des Herrn ist, kann sie nicht gleichzeitig die Braut des Lammes, also seine
Frau sein. Wir können als Gemeinde nicht Braut und Bräutigam zugleich sein.
Doch das ist nicht die einzige Fehlinterpretation dieser Art. Wir verhalten uns als Gemeinde immer
mehr wie ein Moloch, der alle Heilsverheißungen ausschließlich auf sich bezieht. Viele der
Verheißungen, die z. B. Israel gegeben wurden, werden von unkritischen Auslegern taxfrei auf die
Gemeinde bezogen. Das beginnt damit, dass die Gemeinde einmal als die Frau am Himmel aus Off 12,1–17
gesehen wird, dann aber auch in den 24 Ältesten aus Off 4,10 (Ouweneel), in den 144.000
Versiegelten aus Off 7,1–8 (und dies, obwohl dort ausdrücklich von Israeliten die Rede ist!), in
der großen Volksmenge aus Off 7,9–17 und geht eben bis dahin, dass entgegen jedweder Logik die
Gemeinde von manchen Auslegern sowohl als Braut als auch als Bräutigam gedeutet wird. Es ist daher
nicht verwunderlich, dass dann auch unter manchen Geschwistern ob dieser Omnipräsenz der Gemeinde
ein gewisser elitärer Dünkel Platz greift. Wir sollten darum den Rat des Herrn mehr beherzigen,
der uns in Mt 18, 1– 5 genau das Gegenteil empfiehlt.
Wer sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich.
Mt 18,1 Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer
ist denn der Größte im Himmelreich? 18,2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten
unter sie 18,3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die
Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 18,4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird
wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 18,5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in
meinem Namen, der nimmt mich auf. Mt 18, 1– 5;
Der Versuch einer detaillierteren Analyse über die Identität der “Braut des
Lammes” findet sich im Kapitel 06: “Die Wiederkunft des Herrn”.
(Siehe auch Kapitel 063: Die Wiederkunft des Herrn - 3. Teil / “Die
Hochzeit des Lammes”.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Ihre Seite ist sehr gründlich und hat mir viel Aufschluss über einige Themen
gegeben, die ich bislang “orthodoxer” ausgelegt habe. Ich wundere mich allerdings darüber,
dass das Thema “Braut Christi – die Gemeinde?” etwas unterbelichtet behandelt wird. So
findet z.B. Eph.5,25–27 keine Erwähnung in diesem Zusammenhang, obwohl hier die Gemeinde mit
einer Ehefrau verglichen wird.
(Ferdinand Georg, ferdinand.g@gmx.net )
Das Thema “Braut Christi – die Gemeinde?” wird hier nicht nur – wie Sie es
ausdrücken – unterbelichtet behandelt, sondern überhaupt in Frage gestellt.
In der von Ihnen zitierten Schriftstelle, in Eph 5,25–27, vergleicht Paulus
tatsächlich die Gemeinde mit einer Frau und heißt uns unsere Frauen so zu lieben, wie Christus die
Gemeinde geliebt hat. Noch deutlicher wird Paulus 4 Verse später, in Eph 5,31–32. Hier sagt er:
Eph 5,31 «Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und
seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.» 5,32 Dieses Geheimnis ist groß,
ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde. Eph 5,31–32;
Und er nimmt Bezug auf 1Mo 2,24 bzw. Mt 19,5, wo ja auch von Mann und Frau die Rede
ist. Nun ist es klar, dass Christus und die Gemeinde nicht “ein Fleisch” werden können. Paulus
sagt aber in diesem Vers noch etwas anderes: er sagt “ich aber deute (sage) es auf Christus und
die Gemeinde”. Es ist also eine Interpretation des Paulus.
Wenn wir uns nun aber Hosea 2,18–25 ansehen, finden wir dort die tatsächliche, die
echte Braut des Herrn. Gott der Allmächtige sagt dort zum Volk Israel (der Endzeit):
Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen.
Hos 2,18 Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der HERR, da
rufst du: Mein Mann! Und du rufst mich nicht mehr: Mein Baal! 2,19 Und ich entferne die Namen
der Baalim aus ihrem Mund, und sie werden nicht mehr mit ihrem Namen erwähnt.
2,20 Und ich schließe für sie an jenem Tag einen Bund mit den Tieren des Feldes und mit den
Vögeln des Himmels und mit den kriechenden Tieren des Erdbodens. Und Bogen und Schwert und Krieg
zerbreche ich und entferne sie aus dem Land. Und ich lasse sie in Sicherheit wohnen. 2,21 Und
ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht
und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in Treue will ich dich mir verloben; und du wirst den
HERRN erkennen. Hos 2,18–22
Dieser “Tag”, den der Herr hier oben, in Hos 2,18, anspricht, ist der Tag der
Sammlung und Bekehrung Israels vor dem tausendjährigen Reich ihres Messias, unseres Herrn Jesus
Christus.
Und im Anschluss an diese Aussagen bestätigt der Herr, unser und ihr Gott, dem Volk Israel den
gesamten Segen auf Erden in diesen tausend Jahren, welchen er ihnen schon immer durch seine Knechte,
die Propheten, verheißen hat:
Ich erhöre den Himmel, und der erhört die Erde; und die Erde erhört das Korn und den Most und das Öl, und diese erhören Jesreel.
Hos 2,23 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich erhören,
spricht der HERR. Ich erhöre den Himmel, und der erhört die Erde; 2,24 und die Erde erhört
das Korn und den Most und das Öl, und diese erhören Jesreel. 2,25 Und ich will sie mir säen
im Land und will mich über die Lo–Ruhama erbarmen. Und ich will zu Lo–Ammi sagen: Du bist mein
Volk! Und er wird sagen: Mein Gott! Hos 2,23–25;
Wenn also der Herr selbst sagt, dass er sich mit Israel in Ewigkeit verloben will,
ist da m.E. kein Platz für eine andere “Braut”. Denn was Gott verheißt, wird er sicher auch
halten. Wie sagt schon der Herr Jesus:
Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.
Mt 5,18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird
nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.
Mt 5,18;
Gemeinsam mit all den anderen, bei Immanuel.at angeführten Schriftzusammenhängen
(z.B. Mt 22,1–14), muss man daher davon ausgehen, dass wir als Gemeinde wohl die “Hochzeitsgäste”
aber nicht die “Braut” sind. Wenn man sich die betreffenden Texte ansieht, erkennt man, dass die
Braut – obwohl sie gehurt und ihren Gott verlassen hat – nie ausgetauscht wurde. Es waren nur die
Hochzeitsgäste, welche wechselten. Am Ende wird der Herr Israel seine Hurerei vergeben und
sie wird ihn “mein Mann! Und nicht mehr: mein Baal rufen!” (Hos 2,18, siehe auch Hes
16!).
Wir sollten da auf Israel nicht neidisch sein, haben wir doch das Privileg, als Gemeinde als erste
im Himmel beim Herrn zu sein, während Israel noch tausend Jahre darauf warten muss.
(Siehe auch den Diskurs 38: “Was erwartet Christen
und Juden bei der Wiederkunft des Herrn?)
Ich weiß, dass ich hier in vielen Gemeinden auf Widerstand – um nicht zu sagen
Widerwillen – stoße. Es ist sicher auch nicht heilsentscheidend, wie man das jetzt sieht. Aber im
Laufe der letzten 200–300 Jahre hat sich die Gemeinde immer mehr von jenen Verheißungen angeeignet,
welche ausschließlich dem Volk Israel zugesagt sind. Bis hin zu der Behauptung, Israel sei vom
Heilsweg völlig ausgeschlossen und die Gemeinde sei das “wahre Israel”. Das kann man als Kenner
der Heiligen Schrift so nicht stehen lassen.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Ihre Deutung von Eph.5,25–27 leuchtet ein. Es handelt sich dort wirklich nicht
um eine Definition der Gemeinde als die Braut Christi, was ich grundsätzlich auch nicht
vertrete. Ich bin nur dabei zu prüfen, ob es sich wirklich so verhält, denn ich wurde bisher
anders belehrt. Gestatten Sie mir also eine weitere Frage: Wie ist in diesen Zusammenhang
2.Kor.11,2 zu sehen (Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt
mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.)?
(Ferdinand Georg ferdinand.g@gmx.net)
Ja, dies ist nun genau jene Stelle, welche in diesem Zusammenhang üblicherweise
genannt wird und Sie haben völlig Recht, sie bei diesem Thema in die Diskussion zu bringen. Hier
der Text (Elb.):
Denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
2Kor 11,2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe
euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen. 2Kor
11, 2;
In den meisten Bibelkommentaren und Konkordanzen wird hier auf die Parallelstellen
in Hos 2,21–22 (siehe auch weiter oben) und Off 14,4 hingewiesen, welche hier auch der guten Ordnung
halber angeführt werden sollen:
Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit.
Hos 2,21 Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will
dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in Treue
will ich dich mir verloben; und du wirst den HERRN erkennen. Hos 2,21–22
Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich.
Off 14,1 Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit
ihm 144000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen.
14,2 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen
eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren
Harfen spielen. 14,3 Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen
und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144000, die von der Erde
erkauft waren. 14,4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind
jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen
als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. 14,5 Und in ihrem Mund wurde kein
Falsch gefunden; sie sind untadelig. Off 14, 1– 5;
Der Hinweis auf diese Parallelstellen ist durchaus berechtigt, da diese Texte in Hos
2,21–22 und Off 14,4 (neben Eph 5,25–27 und 2Kor 11,2) tatsächlich jene Schriftstellen sind, welche
am eindeutigsten einen Hinweis auf die “Braut des Lammes” geben können.
Allerdings wird dabei immer wieder übersehen, dass sowohl Hos 2 als auch Off 14,1–5 bzw. Off 7,1–8
keinesfalls von der christlichen Gemeinde, sondern von Israeliten sprechen. Im ersten Fall, bei
Hosea, ist es Lo–Ammi - das Volk Gottes aus Israel (siehe weiter oben) - und in der Offenbarung
wird uns diese “Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm” als die Versiegelten 144.000 (12.000 aus
jedem der 12 Stämme Israels) vorgestellt.
144000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels.
Off 7,1 Nach diesem sah ich vier Engel auf den vier Ecken der Erde
stehen; die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe auf der Erde, noch auf dem
Meer, noch über irgendeinen Baum.
7,2 Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der das Siegel des lebendigen
Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gegeben worden war, der Erde
und dem Meer Schaden zuzufügen, 7,3 und sagte: Schadet nicht der Erde, noch dem Meer, noch den
Bäumen, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.
7,4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne
Israels. 7,5 Aus dem Stamm Juda 12000 Versiegelte, aus dem Stamm Ruben 12000, aus
dem Stamm Gad 12000, 7,6 aus dem Stamm Asser 12000, aus dem Stamm Naftali
12000, aus dem Stamm Manasse 12000, 7,7 aus dem Stamm Simeon 12000, aus dem Stamm
Levi 12000, aus dem Stamm Issaschar 12000, 7,8 aus dem Stamm Sebulon 12000, aus
dem Stamm Josef 12000, aus dem Stamm Benjamin 12000 Versiegelte. Off 7, 1– 8;
Und genau diese Letzteren scheinen mir nun tatsächlich die “Braut des Lammes”
zu sein. Die Attribute
– sie haben sich mit Frauen nicht befleckt
– sie sind jungfräulich
– sie sind die Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm
– sie sind aus den Menschen erkauft worden
– in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden
– sie sind untadelig
lassen sich wohl nur mit einer absoluten Selbstüberschätzung auf die “Gemeinde
aller Zeiten” beziehen. Ganz abgesehen davon, dass diese 144.000 Israeliten erst in der Endzeit
leben werden, wie uns Off 7.3 bestätigt:
“Schadet nicht der Erde, noch dem Meer, noch den Bäumen, bis wir die
Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!”
Dieser Schaden am Meer und an den Bäumen, welcher nach der Versiegelung der 144.000
Israeliten hereinbrechen wird, sind die Posaunengerichte. Während dieser Plagen werden die 144.000
aber auch noch auf Erden weilen. Aus Off 9,4 wissen wir, dass genau diese Versiegelten von den
Plagen der 5. Posaune bewahrt bleiben müssen.
Sie sollen Schaden zufügen den Menschen, die nicht das Siegel Gottes an den Stirnen haben.
Off 9,3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde, und
es wurde ihnen Macht gegeben, wie die Skorpione der Erde Macht haben. 9,4 Und es wurde ihnen gesagt,
daß sie nicht dem Gras der Erde, auch nicht irgend etwas Grünem, auch nicht irgendeinem Baum Schaden
zufügen sollten, sondern den Menschen, die nicht das Siegel Gottes an den Stirnen haben.
9,5 Und es wurde ihnen der Befehl gegeben, dass sie sie nicht töteten, sondern daß sie fünf
Monate gequält würden; und ihre Qual war die Qual eines Skorpions, wenn er einen Menschen sticht.
9,6 Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und werden ihn nicht finden und werden zu
sterben begehren, und der Tod flieht vor ihnen. Off 9, 3– 6;
Daraus ergibt sich in Konsequenz, dass diese 144.000, mit dem Siegel Gottes an ihren
Stirnen Versiegelten, erst in dieser letzten Zeit - und nicht vorher – leben werden.
Es gibt nun immer wieder den Versuch, die Gemeinde als das “wahre Israel” hinzustellen und diese
144.000 als “symbolische große Zahl” für die Gesamtheit der Gemeinde aller Zeiten zu deuten.
Hier wäre es sehr hilfreich, wenn sich sowohl die Vertreter dieser Ansicht, als auch überhaupt
alle Mitglieder der Gemeinde weltweit, selbst die Frage stellen würden, inwieweit sie diesen obigen
Kriterien (keusche Jungfrau, jungfräulich, ohne Falsch, untadelig etc.) tatsächlich entsprechen.
Hinsichtlich der Aussage des Paulus in 2Kor 11,2 kann man wohl ins Treffen führen, dass er mit
hoher Wahrscheinlichkeit die Offenbarungen des Herrn Jesus an den Johannes und ihre Inhalte noch
nicht kannte.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Die Interpretation der Braut Christi als die 144.000 Versiegelten ist
schlüssig. Trotzdem bin ich im Bezug auf die Aussage des Paulus in 2.Kor.11,2 nun nicht klüger
geworden. Irritiert hat mich auch Ihr Satz: “Hinsichtlich der Aussage des Paulus in 2Kor
11,2 kann man wohl ins Treffen führen, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit die Offenbarungen
des Herrn Jesus an den Johannes noch nicht kannte.” Das klingt so als hätte Paulus über das
Thema “Braut Christi” weniger Licht bekommen und den Korinthern so irrtümlicherweise die
Illusion gegeben, mit Christus verlobt zu sein.
(Ferdinand Georg ferdinand.g@gmx.net)
Man kann ja wohl nicht davon ausgehen, dass Gott der Allmächtige selbst über das
Thema “Braut Christi” weniger Licht gehabt hätte und den Israeliten so irrtümlicherweise in
Hos 2,21–22 die Illusion gegeben hätte, mit ihm verlobt zu sein:
Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit.
Hos 2,21 Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will
dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in
Treue will ich dich mir verloben; und du wirst den HERRN erkennen. Hos 2,21–22
Die Verbindung unseres Gottes mit seinem Volk aus Israel ist eine Verheißung,
welche von uns Menschen weder durch Unwissenheit noch durch gutgemeinte Deutungsversuche oder gar
blinde Eifersucht aufgehoben werden könnte. Neben dem obigen Text aus Hosea 2,18–25 haben wir noch
weitere Texte, welche diese Tatsache bestätigen:
Wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.
Jes 62,1 Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems
willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne
wie eine Fackel, 62,2 dass die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit.
Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. 62,3 Und du
wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines
Gottes. 62,4 Man soll dich nicht mehr nennen »Verlassene« und dein Land nicht mehr »Einsame«, sondern
du sollst heißen »Meine Lust« und dein Land »Liebes Weib«; denn der HERR hat Lust an dir, und
dein Land hat einen lieben Mann. 62,5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird
dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott
über dich freuen. 62,6 O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die
den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt,
ohne euch Ruhe zu gönnen, 62,7 lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wiederaufrichte und es
setze zum Lobpreis auf Erden! Jes 62, 1– 7;
Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann – HERR Zebaoth heißt sein Name.
Jes 54,4 Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden;
schäme dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott werden, sondern du wirst die Schande deiner
Jugend vergessen und der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. 54,5 Denn der dich
gemacht hat, ist dein Mann – HERR Zebaoth heißt sein Name –, und dein Erlöser ist der Heilige
Israels, der aller Welt Gott genannt wird. 54,6 Denn der HERR hat dich zu sich gerufen wie
ein verlassenes und von Herzen betrübtes Weib; und das Weib der Jugendzeit, wie könnte es
verstoßen bleiben! spricht dein Gott. 54,7 Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen,
aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. 54,8 Ich habe mein Angesicht im Augenblick
des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht
der HERR, dein Erlöser. Jes 54, 4– 8;
Du wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut.
Jes 49,14 Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der
HERR hat meiner vergessen. 49,15 Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht
erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht
vergessen. 49,16 Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.
49,17 Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört haben, werden sich
davonmachen. 49,18 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu
dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR: du sollst mit diesen allen wie mit einem Schmuck angetan
werden und wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut. Jes 49,14–18;
(Siehe auch Jer 2,1–5; Hes 16; und Kapitel 10: “Das
Millennium”).
Aber auch die Tatsache, dass wir als Gemeinde die Hochzeitsgäste – und nicht die Braut –
darstellen, lässt sich anhand der Schrift nachweisen. Im Gleichnis vom Hochzeitsmahl spricht der
Herr kein einziges Mal von der Braut. Er erwähnt die Unwürdigkeit der Israeliten, als
Hochzeitsgäste an der Hochzeit teilzunehmen und weist dann darauf hin, dass ab nun die Heiden als
Hochzeitsgäste eingeladen werden.
Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.
Mt 22,8 Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber
die Eingeladenen waren nicht würdig. 22,9 So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen,
und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein. 22,10 Und jene Knechte gingen
aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse wie Gute. Und der
Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. Mt 22, 8–10;
Und sogar die Apostel – die Stammväter der Gemeinde – werden vom Herrn selbst als
“Hochzeitsgäste” bezeichnet.
Deine Jünger aber fasten nicht. – Können etwa die Hochzeitsgäste trauern?
Mt 9,14 Dann kommen die Jünger des Johannes zu ihm und sagen: Warum
fasten wir und die Pharisäer oft, deine Jünger aber fasten nicht? 9,15 Und Jesus sprach zu
ihnen: Können etwa die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen
ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, und dann
werden sie fasten. Mt 9,14–15;
Aus dem Umstand nun, dass der zweite Brief des Paulus an die Korinther etwa 55/56 n.
Chr. und die Offenbarung des Herrn Jesus an den Johannes rund 40 Jahre später geschrieben wurde,
können wir heute tatsächlich nicht schließen, ob Paulus daher “über das Thema ‘Braut Christi’
weniger Licht bekommen” hätte, wie Sie oben fragen. Man kann dazu nur jene Aussagen anführen,
welche uns in der Bibel überliefert sind:
– Und hier ist einmal das Faktum, dass Paulus selbst seine Sicht zu diesem
Thema als Deutung (Eph 5,32) bezeichnet. Das heißt, dass dies keine Offenbarung gewesen ist.
– Und dann ist hier die Verheißung des Herrn, unseres Gottes, an Israel in
Hos 2,21–22 “ich will dich mir verloben in Ewigkeit” sowie in Jes 49,18; und Jes 62,4–5;
– und die oben zitierten Aussagen in der Offenbarung unseres Herrn Jesus
Christus an den Johannes über die 144.000 von der Erde für Gott und das Lamm erkauften Erstlinge
aus den Menschen. (Off 14,3–5; 7,1–8).
Es muss daher letztlich jeder Gläubige alle in der Schrift verfügbaren Hinweise
prüfen und selbst urteilen, welche Interpretation er für die richtige hält.
Allerdings muss man auch darauf hinweisen, dass neben einer durchaus nüchternen und
schriftgebundenen Betrachtungsweise, wie sie hier in diesem Diskurs vorliegt, auch sehr oft eine
schwärmerische und idealisierende Sicht der Gemeinde als Braut Christi anzutreffen ist, wie man dem
Kommentar “Ode an die Gemeinde”, am Ende dieses Diskurses,
entnehmen kann.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Ihre Interpretation der 144.000 Versiegelten als Braut des Lammes hat einiges
für sich, muss aber schlussendlich an den Aussagen der Offenbarung über das himmlische
Jerusalem, die Braut des Lammes, scheitern. Bei objektiver Betrachtungsweise ergibt sich hier
der unwiderlegbare Schluß, dass die vom Himmel herab kommende Stadt Jerusalem, die Braut des
Lammes, die himmlische Gemeinschaft der Heiligen und somit die christliche Gemeinde aller Zeiten
sein muss. (Off 21,2.9–10.26–27)
Franz Murauer / f.murauer@gmx.net
Ja, Sie haben Recht, diese Stellen der Offenbarung wurden in diesem Diskurs noch
nicht erwähnt und ich bin sehr dankbar, dass Sie mich darauf hinweisen. Wir wollen das daher hier
nachholen und auch ich lege größten Wert darauf und werde mich bemühen, dass diese Schriftstellen
tatsächlich objektiv analysiert werden.
Betrachten wir zuerst die oben zitierten Texte mit ihrem Kontext:
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.
Off 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der
erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 21,2 Und ich sah
die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für
ihren Mann geschmückte Braut. Off 21, 1– 2;
Ich will dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen. Und er zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam.
Off 21,9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben
Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will
dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen. 21,10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen
großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von
Gott herabkam. Off 21, 9–10;
Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu ihr bringen.
Off 21,24 Und die Nationen werden in ihrem Licht wandeln, und die
Könige der Erde bringen ihre Herrlichkeit zu ihr. 21,25 Und ihre Tore werden bei Tag nicht
geschlossen werden, denn Nacht wird dort nicht sein. 21,26 Und man wird die Herrlichkeit und die
Ehre der Nationen zu ihr bringen. 21,27 Und alles Unreine wird nicht in sie hineinkommen,
noch derjenige, der Greuel und Lüge tut, sondern nur die, welche geschrieben sind im Buch des
Lebens des Lammes. Off 21,24–27;
Im ersten Text, in Off 21,2, sieht Johannes in seiner Vision die heilige Stadt
Jerusalem, wie sie vom Himmel von Gott herabkommt. Im Vers davor erfahren wir auch den Zeitpunkt
dieses Ereignisses: der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen und Johannes sieht den neuen
Himmel und die neue Erde, die Gott erschaffen wird. Und auf diese neue Erde sieht Johannes das
himmlische Jerusalem herabkommen. Dies ist deshalb wichtig, weil wir daran erkennen können, dass
wir uns hier nach der Allgemeinen Auferstehung und nach dem Weltgericht, beim Einzug der Gerechten
in die Ewigkeit befinden.
Wie es im Vers Off 21,8 heißt, werden beim Weltgericht alle Ungerechten verurteilt und in den
Feuersee geworfen.
Aber den Feigen und Ungläubigen ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, das ist der zweite Tod.
Off 21,8 Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Greueln
Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist
ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, das ist der zweite Tod. Off 21,8;
Einen ähnlichen Hinweis finden wir oben, im zitierten Text von Off 21,27, wo es
heißt: “alles Unreine wird nicht in die Stadt hineinkommen (...), sondern nur die, welche
geschrieben sind im Buch des Lebens des Lammes”. Was nun hier für das richtige Verständnis
dieses Textes wichtig ist, ist die Aussage, dass alles Unreine nicht in die Stadt hineinkommen
wird, sondern es werden nur die hineinkommen, welche im Buch des Lebens stehen.
Daraus ist abzuleiten, dass die Gerechten nicht bereits in der Stadt sind, wenn diese in Vers Off
21,2, geschmückt wie eine Braut für ihren Mann, aus dem Himmel herabkommt, sondern dass sie erst
dann hineingehen werden, wenn diese Stadt auf die neue Erde herabgekommen ist. Damit steht aber auch
fest, dass nicht die Gerechten und mit ihnen die Gemeinde, die ja erst hineinkommen werden, dieses
himmlische Jerusalem und damit die Braut des Lammes darstellen. Sehen wir uns objektiver Weise und
zur Überprüfung dieser Sicht auch noch andere Texte aus der Offenbarung an.
In Off 21,24 heißt es: “Und die Nationen werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der
Erde bringen ihre Herrlichkeit zu ihr”. Auch das sind die Gerechten und die Gemeinde aus allen
Nationen. Und sie und unter ihnen die Könige der Erde befinden sich nicht bereits im neuen
Jerusalem, sondern sie kommen erst hinein und bringen ihre Herrlichkeit zu ihr. Oder Off 21,26: “Und
man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu ihr bringen”. Die Herrlichkeit und die
Ehre der Nationen wird zu ihr gebracht und ist nicht schon darinnen.
Doch sehen wir weiter in der Offenbarung. In Off 19,6–9 haben wir ebenfalls einen sehr
aufschlussreichen Text:
Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht. Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!
Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen
Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen:
Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Laßt
uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen,
und sein Weib hat sich bereitgemacht. 19,8 Und ihr wurde gegeben, daß sie sich kleide in feine
Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. 19,9 Und
er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!
Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Off 19, 6– 9;
Diese “große Volksmenge”, welche hier jubelt und Gott lobt, weil er die
Herrschaft angetreten hat und die Hochzeit des Lammes gekommen ist, kann – parallel zu Off 7,9 – als
die Gemeinde aller Zeiten gesehen werden. Diese sprechen davon, dass sich sein Weib bereit gemacht
hat. Und dies können sie nun wohl doch nicht auf sich selbst beziehen. Hier ist nicht die Gemeinde
gemeint, sondern die Braut des Lammes ist getrennt von der großen Volksmenge, von der Gemeinde zu
sehen und diese freut sich, dass sich die Braut bereit gemacht hat.
Dies bestätigt auch der Vers 9 dieses Textes, wo dem Johannes gesagt wird: “Glückselig,
die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!”. Ähnlich wie im Gleichnis vom
Hochzeitsmahl, in Mt 22,10, wo die Gemeinde als Hochzeitsgäste erkennbar ist, und in Mt 9,15, wo
der Herr sogar die Apostel als Hochzeitsgäste bezeichnete, wird auch hier, aus der Aussage von Off
19,9 klar, dass wir, die Gemeinde, die Glückseligen sind, die eingeladen sind zum
Hochzeitsmahl des Lammes. Wir sind also nicht die Braut! Wir sind die Hochzeitsgäste. Und wie der
Vers Off 19,8 besagt: “Und ihr wurde gegeben, daß sie sich kleide in feine Leinwand,
glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen” dienen unsere
gerechten Taten der Braut als Kleid. – Welche Ehre für uns!
Hierher passt dann auch die Aussage des Paulus bei seinem Vergleich der Nachkommenschaft des
Abraham: jene der Magd Hagar, welche für das Israel dieser Zeit steht und jene der Sarah, der
Freien, welche für die Nachfolge Jesu steht:
Das Jerusalem droben aber ist frei, und das ist unsere Mutter.
Gal 4,24 Dies hat einen bildlichen Sinn; denn diese Frauen bedeuten
zwei Bündnisse: eines vom Berg Sinai, das in die Sklaverei hinein gebiert, das ist Hagar. 4,25 Denn
Hagar ist der Berg Sinai in Arabien, entspricht aber dem jetzigen Jerusalem, denn es ist mit seinen
Kindern in Sklaverei. 4,26 Das Jerusalem droben aber ist frei, und das ist unsere Mutter. Gal
4,24–26;
Wie uns Paulus hier sagt, stehen also nicht wir als Gemeinde für das Jerusalem
droben, sondern das Jerusalem droben ist unsere Mutter, die Braut unseres Herrn. Und schließlich
führt uns der Schreiber des Hebräerbriefes wieder zurück zu jenen Auserwählten, welche mit
großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich als die Braut des Lammes zu sehen sind:
Ihr seid gekommen zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem und zu der Versammlung der Erstgeborenen.
Hbr 12,22 sondern ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des
lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem; und zu Myriaden von Engeln, einer Festversammlung;
12,23 und zu der Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmeln angeschrieben sind; und zu
Gott, dem Richter aller; und zu den Geistern der vollendeten Gerechten; Hbr 12,22–23;
Es heißt hier, wir kommen zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen
Jerusalem und zu der Versammlung der Erstgeborenen. Wohlgemerkt auch hier: nicht wir sind die
Erstgeborenen, sondern wir kommen als Gläubige in der Neuen Schöpfung ins himmlische Jerusalem und
zur Versammlung der Erstgeborenen. Und diese Erstgeborenen erinnern daher auch sehr an die “Erstlingsfrucht
für Gott und das Lamm”, von welcher Off 14,4 spricht und damit die 144.000 Versiegelten aus den
zwölf Stämmen Israels bezeichnet.
Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden.
Off 14,3 Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier
lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144000, die von
der Erde erkauft waren.
14,4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich;
diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als
Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. 14,5 Und in ihrem Mund wurde kein Falsch
gefunden; sie sind untadelig. Off 14, 3– 5;
Diese 144.000 Versiegelten, je 12.000 aus allen 12 Stämmen Israels, sind die
Repräsentanten des Volkes Israel bei Gott und von daher prädestiniert dafür, der Verheißung des
Allmächtigen an Israel aus Hos 2,21–22 zu entsprechen.
Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit.
Hos 2,21 Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will
dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in
Treue will ich dich mir verloben; und du wirst den HERRN erkennen. Hos 2,21–22
Wir sollten uns daher darüber freuen, und glückselig sein, dass wir eingeladen
sind zum Hochzeitsmahl des Lammes und jenen die Ehre der Braut überlassen, welche Gott und das Lamm
dafür auserwählt haben.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
mein lebensthema ist im moment die gemeinde nach gottes plan, und ich fühle
mich seit beginn meiner ausrichtung auf jesus und seit er meine hoffnung und meine erlösung ist
zu dieser gemeinde hingezogen, sie ist das ziel seit beginn meines lebens, ich denke sie ist der
inhalt überhaupt des lebens. sie ist das zentrum des wirkens von gott, das ende all seines
verlangens überhaupt an uns zu handeln, die vollendung seines willens und die verherrlichung
seines sohnes.
sie ist der lebendige leib, die ausgestaltung seiner wirkung, die ausdrucksform seines wesens,
der lebendige abglanz seiner herrlichkeit. sie ist mehr als wir im moment von ihr sehen.
sie ist eine braut ohne flecken und runzeln, ohne fehler, macken und zickigkeiten, sie ist die
hingegebene braut für seinen hingegebenen sohn, sie ist die unverbrüchlich mit ihm verbundene
einheit des leibes. sie ist heilig wie er selbst.
sie ist ohne schwärmerei, ohne hast, ohne verfälschung, ohne verzerrung, in ihm ruhend und
seiend, durch ihn wirkend, ihm vertraut. die innigste verherrlichung der liebe und der treue.
sie unsichtbar, so wie er unsichtbar ist, das erfordert glauben auf sein wort hin, denn sie
besteht in seinem wort und aus seiner gnade, die uns gegeben ist. sie ist der ort wo wir leben,
wenn wir unser leben in ihm und aus ihm haben. in ihr sehen wir ihn, sie ist sein lebendiges
gegenüber, für sie ist er gestorben und auferstanden. nur in ihren augen wird er gesehen als
der, der er ist. für die welt bleibt er eine torheit und zu nichts nütze, zu wenig wert um
sich daran hinzugeben.
ihr gelten alle verheissungen, in ihr wandelt er als der herr, sie ist seine umhüllung sein
gewand, und er ihre burg und feste zuversicht. in sie hinein gelangen wir nur durch ihn und sie
führt nur zu ihm. unsere hingabe an ihn verbindet uns mit ihr und unser dienst an ihr verbindet
uns mit ihm.
ihr gemeinsames wirken ist eins und darauf ausgerichtet, diese welt zu gewinnen, das ist der
auftrag ihrer ehe und ihr streben in dieser welt, denn dorthin wirkt sein wollen und sie folgt
ihm treu und ergeben, da sie aus seinem willen lebt und ihn tut. sie ist vollkommen in ihm.
es ist die herrlichste liebesgeschichte aller zeiten, nur wird sie noch praktisch nicht
ausgelebt, da es an hingabe und vertrauen mangelt, aber das bild ist gezeichnet und kann nicht
verändert werden. all sein wirken zieht uns in diese beziehung hinein und all seine
verheissungen bilden sie ab. das geheimnis liegt einzig im eingang, denn wir gelangen nur durch
ihn hinein, er ist die tür und durch eine andere tür kann niemand hineingehen in diese
gemeinde, er hat sie erkauft, für sie bezahlt und er entscheidet. wer sein opfer angenommen
hat, ist eingegangen, wer auf menschen baut, geht an ihm vorbei, gelangt in ein reich, aber
nicht in seines.
der ehebund mit ihm ist ein scheidungsbund mit der ganzen welt, das ist das nadelöhr.
vielleicht verstehst du mich noch nicht, warum das so wichtig ist für mich, aber es ist für
mich wie eine vorausschau auf das kommende. so wie einer der auf brautschau ist, in seinem
herzen festhält wie seine braut ist, er hat ein bild in sich und findet seine braut nach diesem
bild und bildet sie in dieses hinein, es ist die vision seiner ehe, so hat ja auch gott ein bild
der braut, die er für seinen sohn erwählt hat und hat dieses auch in seinen sohn hineingelegt,
und durch ihn auch in uns hinein, aber erwählen wird er sie, der vater, ganz nach diesem
herrlichen alten muster, das uns verloren gegangen ist, aber in gott bleibt, weil er der herr
ist, unser patron.
ein guter patron ist mehr wert als ein guter eigensinn. lebendig ist für mich die vision, die
prophezeiung und die verheissung dann, wenn ich eine abbildung davon erkennen kann in der
gemeinde. das licht am ende des weges, das uns vorausleuchtet, muss vor meinen füssen erkennbar
sein, weil es mich sonst nicht leiten kann.
viele irren nun ohne licht auf den wegen umher und brauchen natürlich auch keine vision, weil
sie ja kein ziel anstreben. wenn wir nun das licht am ende des weges erkannt haben und ihm
folgen, dann ist da natürlich ein aufruhr, weil nun offenbar einer ein bestimmtes ziel erkannt
zu haben glaubt und er muss durch bewährung hindurch und mehr und mehr zeigt sich, dass andere
sich auch zu diesem ziel aufgemacht haben und es legen sich viele bahnen durch das dickicht auf
das gleiche ziel hin, bis sie mehr und mehr zusammenfinden und sich erkennen als die, die auf
dem gleichen weg ans gleiche ziel sind. und er, der herr, zieht vom ziel her die fäden
zusammen, fischt und fängt, die sich fangen liessen und zieht seine makellose braut aus dem
schlamm, so wie eine ein kind im blut und schleim gebährt, als ein kind, nicht als eine
ansammlung von zellen, sondern als lebendiges wesen, als person als ein neuer mensch. so wurde
er gezeugt und so wird er geboren, es liegt diese verheissung des lebens auf ihm.
wer sich zeigt der wird erkannt und versammelt. der keim des kristalles, zeugt den kristall. was
sich zeigt, weckt die freude der versammlung und des lebens.
ich hoffe, dass du meine worte verstehst, so wie sie in mir sind, da ich noch am lernen bin sie
auszudrücken. mein verlangen ist die versammlung der in christus geheiligten und dazu kann ich
nur mein inneres zeigen in der hoffnung, dass der herr mich versteht und mein verlangen erfüllt
wenn ich mich zeige, weil es so verheissen ist im leben und in seinem wort. er möge mich leiten
mit seinem wort würdig umzugehen und weise in seiner liebe zu bleiben und verständlich zu
werden, damit er erkennbar wird durch mein wort, das ihm dienen will.
mit viel freude am versammeltwerden in ihm und durch ihn grüsse ich dich und freue mich an der
gleichheit des weges der sich durch die jahrhunderte hindurchzieht, dass jeder, der gott
vertraut in die gleichheit seines sohnes verwandelt wird, und in ihm die letzte erfüllung
findet.
Andre Aubert / andreaubertjc@hotmail.com
Wenn man diesen Hymnus an die Gemeinde aus literarischer Sicht auch als sehr
wertvoll beurteilen und dem Autor in vielen Dingen beipflichten kann, scheint hier doch, im
Überschwang der Gefühle, die Realität ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein. Aus
verschiedenen Gründen – nicht zuletzt aus Rücksichtnahme auf den Autor – macht es nun keinen Sinn,
hier auf einzelne Aussagen im Detail einzugehen, aber wenn man versucht den Gesamteindruck zu
beurteilen, so erinnert er ganz fatal an die Preisungen der “Himmelskönigin” und “Gottesgebärerin”
Maria, in der katholischen Kirche.
Und das ist nun im Hinblick auf die Auswirkungen auf die anderen Geschwister, bei aller
Rücksichtnahme viel zu wichtig, um nicht angesprochen zu werden. Wie es scheint, gibt es bei vielen
Gläubigen im männlich dominierten Katholizismus das psychologische Bedürfnis nach einer “Übermutter”,
welches sich im evangelischen und evangelikalen Bereich als Sehnsucht nach einer “Überbraut” –
in der Gestalt der Gemeinde – manifestiert. Im Bestreben dieses Bedürfnis zu befriedigen wird nun
hier wie dort anhand einzelner Aussagen der Bibel ein prachtvolles Phantasiegebilde aufgebaut,
welches gepriesen und verehrt, ja sogar – wie die katholische Maria – angebetet wird.
Wenn nun auch nicht anzunehmen ist, dass wir im evangelikalen Bereich mit der Gemeinde als “Braut”
einen ähnlichen Götzen bekommen könnten, wie die katholische Kirche mit ihrer Maria, besteht
dennoch die Gefahr, dass durch eine unbiblische Hochstilisierung in der Gemeinde eine Erwartung
geweckt wird, welche ganz einfach nicht erfüllt werden kann. Wir sind in der Gemeinde Jesu Christi
alle nur Menschen. Und wir sind alle Sünder. Es gibt meiner Erfahrung nach keine Gemeinde – egal
welcher evangelikaler und anderen Denomination – in welcher es nicht auch Differenzen,
Auseinandersetzungen und sogar Streitereien gibt. Und wenn nun A. Aubert von der Gemeinde schwärmt:
“sie ist eine braut ohne flecken und runzeln, ohne fehler, macken und
zickigkeiten, sie ist die hingegebene braut für seinen hingegebenen sohn, sie ist die
unverbrüchlich mit ihm verbundene einheit des leibes. sie ist heilig wie er selbst.
sie ist ohne schwärmerei, ohne hast, ohne verfälschung, ohne verzerrung, in ihm ruhend und seiend,
durch ihn wirkend, ihm vertraut. die innigste verherrlichung der liebe und der treue.”
so spricht er von einem überhöhten, idealisierten Gebilde und man erkennt sehr
deutlich die Gefahr, welche eine derartige “Verehrung” – um nicht zu sagen “Anbetung” – der
Gemeinde in sich birgt. Dabei ist es offensichtlich, dass wir damit ja nur uns selbst verehren bzw.
anbeten würden. Das kann nicht der Wille Gottes sein. Dies ist ein Gemeindebild, welches mit der
tatsächlichen, realen Gemeinde hier auf Erden nicht übereinstimmt. Und doch müssen wir in dieser
irdischen, menschlichen Gemeinde leben und wirken.
Obwohl nun sicherlich viel Richtiges und Wichtiges in den Aussagen von A. Aubert ist, muss man
realistischerweise darauf hinweisen, dass die Gemeinde Jesu Christi auf Erden kein Götze, kein
überirdischer Geistkörper, sondern eine weltweite, irdische Körperschaft ist, in welcher wir mit
handfesten Problemen konfrontiert sind, welche wir – mit Hilfe des Herrn – auch handfesten Lösungen
zuführen müssen. Und es sind letztlich jene Geschwister in den Gemeinden, welche sich im Auftrag
des Herrn – sei es in der Leitung, in der Lehre, in der Predigt, in der Verwaltung oder auch in der
innigen Fürbitte für die Geschwister – dieser mühevollen Arbeit unterziehen, welche unseren Dank
und unsere Anerkennung verdienen. Sie sollten wir in unseren Gebeten zum Herrn preisen und loben und
um Kraft und Ausdauer für sie bitten.
Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass ja gerade in diesem Diskurs der schriftkonforme
Nachweis erbracht wurde, dass eben nicht die Gemeinde sondern das Israel der Endzeit die “Braut”
ist.
Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen.
Hos 2,18 Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der HERR, da
rufst du: «Ishi», Mein Mann! Und du rufst mich nicht mehr: Mein Baal! 2,19 Und ich
entferne die Namen der Baalim aus ihrem Mund, und sie werden nicht mehr mit ihrem Namen erwähnt.
2,20 Und ich schließe für sie an jenem Tag einen Bund mit den Tieren des Feldes und mit den
Vögeln des Himmels und mit den kriechenden Tieren des Erdbodens. Und Bogen und Schwert und Krieg
zerbreche ich und entferne sie aus dem Land. Und ich lasse sie in Sicherheit wohnen. 2,21 Und
ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und
in Recht und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in Treue will ich dich mir verloben; und du
wirst den HERRN erkennen. Hos 2,18–22;
Diese Verheißung und Berufung Gottes, welche Israel zu seiner Braut macht,
mit welcher er sich in Ewigkeit und Gerechtigkeit verloben will, kann weder von Menschen
wegdiskutiert und wird auch nicht von Gott zurückgenommen werden. Denn Gott kann seine Berufung
nicht gereuen. Das sagt uns selbst Paulus, der die Gemeinde in 2Kor 11,2 als Braut deutet, in seinem
Brief an die Römer:
Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.
Röm 11,28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um
euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. 11,29 Denn
die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar. Röm 11,28–29;
Nicht das Volk Gottes aus den Nationen, sondern jenes aus Israel ist die Braut, zu
welcher der Herr hier sagt, dass er sie mit sich verloben will in Ewigkeit, in Gerechtigkeit, in
Recht und in Gnade und in Erbarmen und in Treue. Sie wird ihn “mein Mann” rufen und sie wird ihn
– in Vollzug der Ehe – geistlich “erkennen”.
Diese Verheißung Gottes gilt in alle Ewigkeit. Wer das in Frage stellt, stellt Gott selbst in
Frage. Mit all den Konsequenzen, die daraus abgeleitet werden müssen.