Findet die Entrückung vor der großen Drangsal statt?
/ Buch W. J. Ouweneel 00, Seite 101
Die Große Drangsal: Bedrängnis der Gläubigen oder
Gerichte Gottes? / Buch W. J. Ouweneel 01, Seite 101
Sind Wiederkunft des Herrn und Entrückung zwei
unterschiedliche Ereignisse? / Buch W. J. Ouweneel 02, Seite 102
Wird der Heilige Geist vor dem Antichristen hinweggenommen
werden? / Buch W. J. Ouweneel 03, Seite 102
Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse
In den nachstehenden Auszügen aus dem Buch „Das Buch der Offenbarung” von W. J.
Ouweneel werden die Argumente, welche die Vertreter einer Entrückung vor der großen Trübsal als Beweise
für ihre Auffassung anführen, in dankenswerter Weise sehr präzise und umfassend dargestellt. Es ist daher
verhältnismäßig einfach, diese Aussagen anhand der Schrift auf ihre Stichhältigkeit und die Interpretation
auf ihre Richtigkeit zu überprüfen
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Zunächst möchten wir noch einige Beweise dafür anführen, daß die Gemeinde nicht durch die
große Drangsal gehen wird.
Nach 1Thes 4,13f. machten sich die Thessalonicher Sorgen um ihre Entschlafenen, nicht weil sie nichts von der
Auferstehung wussten, sondern weil sie meinten, daß die Entschlafenen nun die Entrückung der Gemeinde nicht
mitmachen würden. Offensichtlich erwarteten die Thessalonicher nicht die große Drangsal, sondern die
bevorstehende Entrückung der Gemeinde. Wenn sie gemeint hätten, die Gemeinde müsse erst noch durch die
große Drangsal gehen, hätten sie sich nämlich darüber gefreut, daß die Entschlafenen diese Drangsal nicht
mehr mitzumachen brauchten.
+) Der Auszug ist dem Buch „Das Buch der Offenbarung” von W. J. Ouweneel, Christliche
Literatur-Verbreitung e. V. entnommen.
(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)
(Siehe auch Diskurs 862: „18 Argumente für eine Entrückung
vor der Großen Trübsal - und ihre Widerlegung.”)
Hier die zitierte Schriftstelle:
Der Herr selbst wird beim Schall der Posaune Gottes herabkommen.
1The 4,13 Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die
Entschlafenen, damit ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben. 4,14 Denn wenn wir
glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, wird auch Gott ebenso die Entschlafenen durch Jesus mit
ihm bringen. 4,15 Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben
bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. 4,16 Denn der Herr selbst wird
beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel,
und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 4,17 danach werden wir, die Lebenden, die
übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir
allezeit beim Herrn sein. 1The 4,13-17;
Zugegebenermaßen könnte man aus diesem Text den vom Autor oben erwähnten Eindruck gewinnen,
dass die Gemeinde nicht durch die antichristliche Trübsal gehen müsste, sondern vorher entrückt werden
wird.
Möglicherweise hat dies auch Paulus nach seinem ersten Brief an die Thessalonicher – zu seinem Erschrecken
wahrscheinlich – feststellen müssen und hat daher diesen Punkt in seinem zweiten Brief konkretisiert.
Der Tag der Entrückung kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Antichrist gekommen ist.
2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus
Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2,2 dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn
erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie
von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn
dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der
Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt
über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und
sich ausweist, dass er Gott sei. 2,5 Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei
euch war? 2The 2, 1- 5;
Dieser Tag, von dem Paulus hier in 2The 2,3 sagt, dass er nicht kommt, es sei denn, dass zuvor
der Sohn des Verderbens, also der Antichrist gekommen ist, ist eben der zuvor im Vers 1 angesprochene Tag der
Ankunft unseres Herrn Jesus Christus zur Entrückung der Gläubigen. Darauf nimmt Paulus auch in seinem ersten
Brief an die Korinther bezug.
Der Tag des Offenbarwerdens unseres Herrn Jesus Christus.
1Kor 1,4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die
euch gegeben ist in Christus Jesus: 1,5 In ihm seid ihr in allem reich gemacht worden, in allem Wort und aller
Erkenntnis, 1,6 wie denn das Zeugnis des Christus unter euch gefestigt worden ist. 1,7 Daher habt ihr an
keiner Gnadengabe Mangel, während ihr das Offenbarwerden unseres Herrn Jesus Christus erwartet, 1,8
der euch auch festigen wird bis ans Ende, so dass ihr untadelig seid an dem Tag unseres Herrn Jesus
Christus. 1,9 Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus
Christus, unseres Herrn. 1Kor 1, 4- 9;
An dem Tag der Ankunft bzw. des Offenbarwerdens unseres Herrn Jesus Christus werden die Toten
in Christus zuerst auferstehen; danach werden die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt
werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft. Doch dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der
Abfall gekommen und der Antichrist geoffenbart worden ist. (1The 4,16-17 2The 2,3-4; 1Kor 1,7-8; 2Kor 1,14)
Die Interpretation ist also wirklich nicht schwierig, wenn man sich der Mühe unterzieht und die
Schriftstellen genau durchliest. Und man sollte meinen, dass derartige irrige Auffassungen heutzutage nicht
mehr möglich wären.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Wenn übrigens die Gemeinde wirklich durch die große Drangsal gehen müßte, würden wir
erwarten, dass die Briefe öfters darüber berichtet hätten. Die Apostel kündigen wie der Herr selbst wohl
mehrmals an, dass die Gläubigen bedrängt und verfolgt werden, aber sie weissagen nicht, dass die Gläubigen
noch auf der Erde sein werden, wenn die Gerichte über diese Welt hereinbrechen werden. Wenn die Gemeinde
durch die große Drangsal gehen müßte, wäre es sicher nötig gewesen, sie auf diese schreckliche Zeit
vorzubereiten.
(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)
Diese Feststellung ist völlig richtig und der Autor bräuchte eben nur oben 2The 2,1-5
nachzulesen. Oder aber auch in den Evangelien, z. B. Mt 24,29-31:
Nach der Bedrängnis wird der Sohn des Menschen kommen und die Auserwählten versammeln.
Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne
verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die
Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am
Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen
kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel
aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden
her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,29-31;
Auch aus diesem Text geht eindeutig hervor, dass der Herr nach der Bedrängnis auf den
Wolken des Himmels zur Entrückung der Seinen kommen wird. Aber auch aus anderen Schriftstellen geht klar
hervor, dass die Gemeinde diese Zeit durchmachen muss. Allerdings muss man hier unterscheiden zwischen dieser
Großen Bedrängnis in der antichristlichen Herrschaft (die Siegelgerichte 1-4) und dem Tag des Herrn, dem Tag
des Zornes Gottes (die Posaunen- und Schalengerichte).
(Siehe auch die Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach
Ereignissen gegliedert”.)
Doch der Autor fährt dann in seiner Argumentation fort:
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Sehr wichtig ist die Darlegung von Paulus in 2The 2,1-12. Die Thessalonicher waren wieder
wegen bestimmter Missverständnisse beängstigt worden. Wegen der Verfolgungen, die sie erlitten, meinten sie,
der Tag des Herrn sei schon angebrochen. Nachdem Paulus schon in 2The 2,1 den Unterschied zwischen den
gegenwärtigen Bedrängnissen der Gläubigen und der zukünftigen Bedrängnis der Unterdrücker dargelegt hat
(wir haben das oben schon zitiert), erklärt er ihnen in Kapitel 2 näher, dass der Tag des Herrn noch nicht
angebrochen sein kann. Diesem „Tag” gehen nämlich notwendigerweise andere Ereignisse vorauf.
(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)
Obwohl die textrelevanten Stellen von 2The 2,1-5 nicht explizit zitiert werden, erkennen wir
auch im erwähnten ersten Vers den Widerspruch zur obigen Interpretation:
2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus
Christus und unserer Vereinigung mit ihm. 2The 2,1;
Diese Aussage des Paulus weist auf das Erscheinen des Herrn in den Wolken zur Entrückung der
auferweckten Toten in Christus mit den lebenden Gläubigen der Endzeit hin. Um nun aber in das Gefüge der
prätribulationistischen (vor der Trübsal) Sicht zu passen, wird sie sichtlich in zwei voneinander getrennte
Ereignisse gedeutet. Und zwar in die angebliche „Unterscheidung” des Paulus einerseits in „unsere
Vereinigung mit ihm” und andererseits in die „Ankunft des Herrn”. Wobei Ersteres als die Entrückung und
Letzteres als die große Drangsal („zukünftige Bedrängnis der Unterdrücker”) gedeutet wird.
Diese Teilung geht jedoch weder aus diesem Text von 2The 2,1 hervor, noch ist sie in den
anschließenden Aussagen in 2The 2,3 erkennbar:
2The 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag
kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der
Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2The 2,3;
Im Gegenteil. Paulus warnt die Thessalonicher gerade vor jenen Verführern, die ihnen
weismachen wollen, dass die Ankunft des Herrn vor dem Abfall – also vor dem Erscheinen des Antichristen -
erfolgen sollte.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Die Verse 6 und 7 (von 2The 2 / Anm. FH) besagen, daß es heute noch eine „zurückhaltende
Macht” in der Welt gibt, sowohl eine Person („er”) als auch eine Sache („was”), die die volle
Entfaltung des Bösen (den Abfall, die Offenbarung des Antichristen) zurückhält. Es wurden verschiedene
Vorschläge gemacht, bezüglich der Frage, was mit dem „Zurückhalter” gemeint ist. Es hat keinen Sinn,
alle diese Vorschläge hier zu besprechen. Es gibt u. E. nach nur eine Erklärung, die zeigen kann, was das
„was” von Vers 6 als auch der „der” von Vers 7 ist. Das erste ist die Gemeinde und das zweite ist der
Heilige Geist, der seit dem Pfingsttag in der Gemeinde wie in einem Tempel wohnt. Wenn der Tempel von der Erde
weggenommen ist, wird auch der Heilige Geist nicht mehr in Person auf der Erde wohnen. Die Gemeinde und der
Heilige Geist, der in ihr wohnt, bilden die einzig denkbare Macht, die die volle Entfaltung des Bösen
zurückhalten kann, und die (wie es wörtlich heißt) „aus dem Weg ist”, von der Bühne verschwindet.
(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)
Hier nun die zitierte Schriftstelle:
Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit geoffenbart wird.
2The 2,6 Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit
geoffenbart wird. 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich
nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart
werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung
seiner Ankunft; 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit
Zeichen und Wundern der Lüge 2,10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen,
dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2The 2, 6-10;
(Siehe auch Diskurs 108: „Wer oder was hält den Antichrist noch zurück?”.)
Diese Aussage des Paulus „... was zurückhält” in 2The 2,6 wird von den Vertretern der
prätribulationistischen Sicht der Gemeindeentrückung als ein Hinweis auf den Heiligen Geist
interpretiert – was durchaus richtig zu sein scheint. Auch das Hinwegnehmen des Heiligen Geistes gemeinsam
mit der Entrückung der Gemeinde ist schriftkonform. Doch dann wird daraus unzulässigerweise geschlossen,
dass sich dies alles vor dem erstmaligen Auftreten des Antichristen ereignen wird. Was dabei übersehen wird,
ist der Umstand, dass der Antichrist in der ersten Hälfte seiner Herrschaft – die ersten dreieinhalb Jahre
der siebzigsten Jahrwoche (Siebenjahresperiode der Endzeit) – nicht sofort als „Anstattchristus” („anti”
= „gegen” aber auch „anstatt”) auftreten wird. Dennoch werden bereits in dieser Zeit die Christen
in seinem Herrschaftsbereich verfolgt werden. Erst etwa in der Mitte der sieben Jahre (Dan 9,27) wird er seine
wahren gotteslästerlichen Absichten offen legen und „geoffenbart” werden. Und erst dann kommt es bei der
Wiederkunft des Herrn zur Entrückung der Gemeinde und zur Hinwegnahme des Heiligen Geistes.
Wenn die Gläubigen der Endzeit nicht die große Bedrängnis miterleben müssten, wie wäre dann die Aussage
in Mk 13,19.23 zu sehen, wo der Herrn gerade diesen endzeitlichen Gläubigen, den Auserwählten, welche er bei
seiner Ankunft gemäß Mt 24,30-31 sammeln und zu ihm hin entrücken wird, verspricht, dass diese Zeit gerade
um ihretwillen verkürzt werden wird?
Um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
Mk 13,19 Denn jene Tage werden eine Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der
Schöpfung, die Gott geschaffen hat, bis jetzt nicht gewesen ist und nicht sein wird. 13,20 Und wenn nicht
der Herr die Tage verkürzt hätte, würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen,
die er auserwählt hat, hat er die Tage verkürzt. 13,21 Und wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier
ist der Christus! Siehe dort! so glaubt nicht! 13,22 Es werden aber falsche Christusse und falsche Propheten
aufstehen und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten zu verführen. 13,23
Ihr aber, seht zu! Ich habe euch alles vorhergesagt. Mk 13,19-23;
Diese Schriftstellen stehen genauso im Widerspruch zu einer Entrückung vor der großen
Bedrängnis wie jene Aussagen des Herrn in den Evangelien, welche den Gläubigen in dieser Trübsalszeit den
Beistand des Heiligen Geistes zusichern, wenn sie sich vor ihren Richtern verteidigen müssen. Wenn die obige
Interpretation des Autors stimmen würde, dann würde zu diesem Zeitpunkt weder Gläubige noch Heiliger Geist
mehr auf Erden sein.
Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet.
Mt 10,17 Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch an Gerichte
überliefern und in ihren Synagogen euch geißeln; 10,18 und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr
geführt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zum Zeugnis. 10,19 Wenn sie euch aber überliefern, so
seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr
reden sollt. 10,20 Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet.
10,21 Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern und der Vater das Kind; und Kinder werden sich
erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen. 10,22 Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines
Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. 10,23 Wenn sie euch aber
verfolgen in dieser Stadt, so flieht in die andere. Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten
Israels nicht zu Ende sein, bis der Sohn des Menschen gekommen sein wird. Mt 10,17-23;
Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist.
Mk 13,9 Ihr aber, seht auf euch selbst! Euch werden sie an Gerichte überliefern,
und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und ihr werdet vor Statthalter und Könige gestellt werden
um meinetwillen, ihnen zu einem Zeugnis; 13,10 und allen Nationen muss vorher das Evangelium gepredigt werden.
13,11 Und wenn sie euch hinführen, um euch zu überliefern, so sorgt euch vorher nicht, was ihr reden
sollt, sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet! Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der
Heilige Geist. 13,12 Und es wird der Bruder den Bruder zum Tod überliefern und der Vater das Kind; und
Kinder werden sich gegen Eltern erheben und sie zu Tode bringen. 13,13 Und ihr werdet von allen gehasst
werden um meines Namens willen; wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. Mk 13, 9-13;
Denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Lk 12,8 Ich sage euch aber: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennen
wird, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen; 12,9 wer mich aber vor den
Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. 12,10 Und jeder, der ein
Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; dem aber, der gegen den Heiligen Geist
lästert, wird nicht vergeben werden. 12,11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die
Machthaber führen, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt! 12,12 Denn
der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt. Lk 12, 8-12;
(Siehe auch die Tabelle 05: „Synopse der Endzeitreden des
Herrn”.)
Es sind dies Texte aus den Endzeitreden des Herrn und es besteht wohl kein Zweifel, dass wir
uns hier in der antichristlichen Drangsalszeit befinden. Die Aussage aus Mk 13,13 weist sogar auf die
Entrückung der Endzeitgemeinde hin, wenn der Herr sagt:
Mk 13,13 Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen; wer
aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden
Und hier verspricht der Herr den Gläubigen, dass ihnen der Heilige Geist bei ihrer
Verteidigung vor ihren Anklägern in der Trübsalszeit beistehen wird. Auch oben, in Mt 10,23 verheißt der
Herr, dass sie auf der Flucht vor ihren Verfolgern mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen werden, bis
der Menschensohn zu ihrer Rettung in der Entrückung erscheinen wird.
Die Aussage des Autors, dass der Heilige Geist in der Gemeinde wohnt und wirkt ist völlig richtig. Gerade
deshalb finden wir hier, in der Drangsal, beide, die Gemeinde und den Heiligen Geist, welche durch diese Zeit
hindurch bis zum Ende ausharren. Mit der Entrückung der endzeitlichen Gläubigen gemeinsam mit den
auferweckten toten Gläubigen in Christus und der gleichzeitigen Auferweckung und Entrückung der zwei vom
Antichristen getöteten Zeugen Gottes bei der Ankunft des Herrn, wird auch der Heilige Geist von der Erde
hinweggenommen. Dies alles jedoch nicht vor der Trübsal.
Und obwohl der Autor des obigen Buches auf Seite 196 formuliert:
„(...) die Gerichte, die bald nach der Entrückung der Gemeinde hereinbrechen
werden, wenn also alle wahren Gläubigen von der Erde in den Himmel weggenommen sein werden.”,
erklärt er auf Seite 368:
„Nach der Entrückung der Gemeinde wird es wieder (während dieser Gerichte
der Trübsal Anm. FH) andere Gläubige auf der Erde geben, die sich bekehrt haben (...)”.
Dies können dann aber offensichtlich nicht mehr „wahre Gläubige” sein, denn diese
wären dann ja nach der ersten Aussage schon lange entrückt und im Himmel.
Diese Unterscheidung in „wahre” und „nicht wahre” Gläubige ist jedoch nur eine Folge davon, dass man
die Entrückung schon vor der Trübsal ansetzt und dann nicht weiß, wie man alle jene Aussagen begründen
soll, welche von Gläubigen während der Drangsalszeit (siehe oben) und nach ihrer Tötung dann schon im
Himmel, hier unten in Off 20,4, sprechen. Also setzt man auf den ersten Fehler flugs einen zweiten darauf und
behauptet, dies wären eben andere „unwahre” Gläubige.
Und ich sah die Seelen derer, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet hatten.
Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde
ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen
enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an
ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus
tausend Jahre. Off 20, 4;
Geht man an diese Schriftstellen unbefangen und unvoreingenommen heran, erkennt man ganz
eindeutig, dass hier alle überlebenden Gläubigen am Ende gemeinsam mit den auferweckten Toten in Christus
entrückt werden. Und auch über den Zeitpunkt dieser Entrückung innerhalb des endzeitlichen Geschehens gibt
uns Paulus einen Hinweis. Ebenso, wie er den Thessalonichern in seinem ersten Brief oben, in 1The 4,15-17
diese Offenbarung über die Entrückung der Gemeinde, welche er vom Herrn erhalten hatte, mitteilt, schreibt
er auch den Korinthern von diesem Geheimnis.
Bei der letzten Posaune werden die Toten auferweckt und wir werden verwandelt werden.
1Kor 15,50 Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes
nicht erben können, auch die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt. 15,51 Siehe, ich sage euch
ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 15,52 in einem Nu,
in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt
werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dieses Vergängliche muss
Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. 1Kor 15,50-53;
Und er präzisiert hier, dass dieses Ereignis beim Schall der „letzten Posaune”
stattfinden wird. Nach der neuesten Interpretation scheint nun diese „letzte Posaune” jene „große
Posaune / Posaunenschall” zu sein, von welchem es nach Mt 24,31 heißt:
„Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall (wörtl.: mit
einer großen Posaune), und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen
Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende.”
Es ist also der Zeitpunkt der Entrückung der Gemeinde und wir können daraus erkennen, dass
die Endzeitgemeinde die großen Trübsale der ersten vier Siegelgerichte miterleben wird müssen, bevor sie
der Herr in der Entrückung hinwegnimmt.
(Siehe auch den Diskurs 12: „Muss die Endzeitgemeinde zur
Entrückung einen Bergungsort aufsuchen?”)
(Siehe auch Kapitel 063: Die Wiederkunft des Herrn – 2. Teil / „Die Entrückung”.)
Die Schlussfolgerung des Autors: „Die Entrückung der Gemeinde kann jeden Augenblick
erfolgen” (S 99), ist daher nicht nur falsch, sondern auch sehr gefährlich. Sie könnte bei manchen
Gläubigen in den Gemeinden Hoffnungen wecken, welchen schon Paulus in seinem zweiten Brief an die
Thessalonicher mit dem Hinweis entgegengetreten ist:
Dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Sohn des Verderbens geoffenbart worden ist.
2The 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag
kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der
Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2The 2, 3;
Aber noch viel größer ist die Gefahr, dass es dem „Sohn des Verderbens”, also dem
Antichristen, der ja vor dem Kommen des Herrn als falscher „Messias” und „Anstattchristus”
auftreten wird, gelingen könnte, durch Zeichen und Wunder, welche er durch die ihm von Satan verliehene Kraft
und Macht bewirken kann, die Gläubigen zu verführen, sodass sie ihn für den wiedergekommenen Herrn halten.
Ähnlich wie Paulus oben in 2The 2,3 können wir daher nicht oft genug warnen:
DER ERSTE CHRISTUS DER KOMMT IST DER ANTICHRISTUS!!