Die Dreieinigkeit: ein unbiblisches Denkschema?
/ Artikel Tomas Cramer 00, 2001-01-28
Sollte Paulus die Dreieinigkeit vergessen haben?
/ Replik Tomas Cramer 01, 2002-06-06
Hat Gott durch seinen Sohn die Welten oder die „Zeitalter
gemacht”? / Replik Tomas Cramer 02, 2002-06-10
Lässt sich die Präexistenz Jesu Christi anhand der
Bibel nicht nachweisen? / Replik Walter Hink 00, 2002-06-08
„Im Anfang war das Wort” - war das Christus oder
ein „Plan”? / Replik Walter Hink 01, 2002-06-10
Replik Tomas Cramer 03/04, 2002-06-13/17
2. Teil, Diskurs 262
Replik Wolfgang Schneider 02ff, 2002-06-18
3. Teil, Diskurs 263
Die geleugnete, die falsche katholische und die echte biblische
Dreieinigkeit. - Diskurs 107
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Viele christliche Gruppen verwenden den Dreieinigkeitsbegriff, ohne ihn näher
zu definieren. Sie beschränken sich darauf, dass Christus auch Gott und der Heilige Geist eine
dritte „Person” Gottes sei. Solche Beschreibungen gipfeln in der Vorstellung: Gott sei am
Kreuz gestorben und Christus sei der Schöpfer der Welt. Ist das biblisch? Oder nicht ein
vergebliches Mühen, Gott, Christus und den Heiligen Geist in ein typisch menschliches
Denkschema zu pressen? (…)
Wenn man also zur richtigen Gotteserkenntnis gelangen möchte – was ein Herzensanliegen
eines jeden ernsthaften Christen sein sollte – bleibt nur ein Weg: Gottes Offenbarung
lesen und ernst nehmen. Es ist verständlich, dass Christen ihr Wissen und den Glauben in erster
Linie auf die Aussage des Herrn Jesu Christi und seiner engsten Jünger stützen. Man wird
feststellen, dass der Glaube an den einen, einzigen und alleinigen Gott wichtigster
Glaubenspunkt im Urchristentum war (Mat 23, 9; Röm 3, 30; 1.Kor 8, 4-6; Gal 3, 20; 1. Tim 2,
5).
Wie man mit Jesus umgeht, entscheidet darüber, wie man zu Gott steht, wofür man Gott hält,
welchen Gott man hat. Für viele Christen mag das fremd klingen „...welchen Gott man hat.”
Doch habe ich den Eindruck, als würden die Worte des Apostels Paulus nicht sehr ernst genommen
werden ( Eph 4, 5). Die Lehre von der Dreieinigkeit fand ihre konkrete Formulierung erst ab dem
dritten Jahrhundert und der Begriff selbst steht überhaupt nicht in der heiligen Schrift! (...)
Christus wurde gezeugt (Hebr 1, 5), durch den Heiligen Geist Gottes (Luk 1, 35) und war Mensch
(1. Tim 2, 5). Ansichten, die darüber hinausgehen, sind unbiblisch. (...)
Eine Präexistenz-Lehre (Jesu Christi / Anm.), nur um das Dreieinigkeitsdogma stützen zu
können, ist somit unnötig. Für mich ist Jesus Christus der Sohne Gottes. In Jesus ist mir der
menschenfreundliche Gott nahe, durch ihn hat Gott selbst gesprochen, gehandelt, sich endgültig
offenbart.
+)Der Auszug ist dem Artikel „Der Gott der Bibel” von Tomas Cramer auf der Website von
Urchristen - Christadelphian entnommen.
(http://www.christadelphian.de/)
Die obigen Ausführungen sind durchaus ernst zu nehmen. Der Begriff der
Dreieinigkeit steht tatsächlich nirgends in der Schrift und die Frage der Trinität wird in vielen
christlichen Gruppen nicht oder nur oberflächlich hinterfragt.
Die Trinität ist die Lehre von der Dreiheit der göttlichen Personen (Vater, Sohn,
Heiliger Geist) in der Einheit des göttlichen Wesens. Sie wurde aufgrund von Aussagen des NT über
Jesus als Sohn Gottes (z. B. Röm 1,3) und ewigen Logos (Jh 1,1-18) und über den Geist, dessen
Sendung Jesus nach Jh 14 verhieß, sowie der deutlichsten Formulierung im Taufbefehl (Mt 28,19) in
den ersten Jahrhunderten des Christentums entwickelt.
Danach unterscheiden sich die göttlichen Personen so, dass der Sohn vom Vater, der Heilige Geist
vom Vater und vom Sohn ausgeht. Diese Dreiheit in der Einheit wurde im dritten Jahrhundert
festgelegt. Die Einheit in der Dreiheit besteht darin, dass die drei Personen ihrer göttlichen
Natur oder Substanz nach, ein einziger Gott sind; sie sind in ihrer Gleichwesensheit auch gleich
ewig in einer sich gegenseitig durchdringenden Wesenseinheit.
Der häretische Gegensatz hierzu war der Arianismus, der Sohn und Heiligen Geist als nicht gleichen
Wesens mit dem Vater diesem unterordnete und damit ihr volles Gottsein leugnete. Das Trinitätsdogma
wurde auf den Konzilen von Nicäa/Nicaia I (325) und Konstantinopel I (381) festgelegt. Es ist der
östlichen und westlichen Kirche gemeinsam. Nur die Lehre vom Ausgang des Geistes auch vom Sohn ist
abendländische Weiterentwicklung, die zur Trennung beider Kirchen beitrug.
Nach der katholischen Trinitäts-Theologie der Gegenwart ist Trinität als Voraussetzung der
christlichen Offenbarung die Grundlage des christlichen Glaubens überhaupt.
Die evangelische Glaubenslehre behandelt die Trinität mit Zurückhaltung, da sie im NT nicht
ausdrücklich bezeugt ist. Die Auseinandersetzung mit den Antitrinitariern innerhalb der
reformierten Kirchen hat jedoch gezeigt, dass mit der Trinität zugleich wichtige Voraussetzungen
für das rechte Verständnis der Offenbarung Gottes entfallen würden. Deshalb neigt die
evangelische Theologie seit dem spekulativen Idealismus Schellings oft dazu, die Trinität als
Prozess der Selbstoffenbarung Gottes zu verstehen.
Für eine Analyse dieses Themas gibt es nun gleich zu Beginn grundsätzliche
Übereinstimmung mit jener Aussage des oben zitierten Autors, in welcher er darauf hinweist: „dass
Christen ihr Wissen und den Glauben in erster Linie auf die Aussage des Herrn Jesu Christi und
seiner engsten Jünger stützen”. Wir können also davon ausgehen, dass hier auf beiden Seiten
weder dogmatische Lehransätze irgendwelcher Amtskirchen, noch persönliche Präferenzen, sondern
einzig und allein die Aussagen der Heiligen Schrift zu gelten haben.
Es soll daher hier anhand der Schrift untersucht werden, ob Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist drei
Personen sind (Dreiheit in der Einheit) und ob diese drei Personen ihrer göttlichen Natur nach ein
einziger Gott sind (Einheit in der Dreiheit). Dazu müssen wir allerdings zuerst die Kriterien von
„Person” definieren. Da es sich bei Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist nicht um physische
Personen handeln kann - auch Jesus Christus ist hier nicht als „Menschensohn” sondern als Sohn
Gottes zu beurteilen – können wir die psychologischen, philosophischen und rechtlichen
Definitionen, welche sich ausschließlich auf den Menschen als Person beziehen, außer Acht lassen.
Genau diese Grenzziehung wird bei der oberflächlichen Analyse oft übersehen, sodass es dann zu
Auffassungen kommt, welche Gott-Vater als alten Mann mit weißem Bart und den Heiligen Geist als
weiße Taube sehen wollen.
Es können also zur Beurteilung der göttlichen Personen nicht menschlich-philosophische Maßstäbe,
wie z. B. „entwickelte Vernunft”, „ihrer selbst bewusste Individualität” etc., sondern
ausschließlich geistige Kriterien herangezogen werden. Ähnlich wie im menschlichen Bereich ist
jedoch auch in der göttlich-geistigen Sphäre das selbständige Handeln des Einzelwesens - getrennt
von Gott-Vater - eines der grundlegenden Kriterien um dem Begriff der Person zu entsprechen.
Ein weiteres Kennzeichen ist die freie Willensentscheidung. Diese wird auch und gerade dann unter
Beweis gestellt, wenn sie – freiwillig – weitergegeben wird.
Und schließlich könnte uns noch die Übernahme der Verantwortung und das Tragen der Konsequenzen
aus dem selbständigen Handeln und der freien Willensentscheidung, als dritte Entscheidungsgrundlage
bei der Beurteilung dienlich sein, ob es sich um eine Person handelt oder nicht.
Dass nun Gott selbst einerseits „Gott” ist und andererseits diese geistigen Eigenschaften einer
Person besitzt, kann als evident vorausgesetzt werden. Auch der Heilige Geist ist Teil des einen und
einzigen Gottes ebenso wie der menschliche Geist ein Teil des Menschen ist. Die Frage, ob der
Heilige Geist auch eine Person sein kann, müssen wir jedoch ebenfalls an den drei obigen Kriterien
messen.
In den nachstehenden Texten erkennen wir, dass der Heilige Geist vom Vater ausgeht, von ihm gesendet
wird. Der Vater gibt den Heiligen Geist denen, die ihn bitten.
Der Vater gibt den Heiligen Geist denen, die ihn bitten!
Lk 11,13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu
geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen,
die ihn bitten! Lk 11,13;
Der Vater wird euch einen anderen Beistand geben.
Jh 14,16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen
anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, 14,17 den Geist der Wahrheit,
den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er
bleibt bei euch und wird in euch sein. Jh 14,16-17;
Der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen.
Jh 14,26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden
wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt
habe. Jh 14,26;
Der Umstand, dass der Heilige Geist auf der Erde in jenen Menschen Wohnung nimmt,
die den Vater darum gebeten haben, ist ein Beweis dafür, dass er vom Vater getrennt und unabhängig
agieren kann. Und der Geist Gottes ist sogar in der Lage Gestalt anzunehmen, wie wir bei der Taufe
des Herrn durch Johannes erfahren:
Er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf sich kommen.
Mt 3,16 Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser
herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube
herabfahren und auf sich kommen. 3,17 Und siehe, eine Stimme kommt aus den Himmeln, welche
spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Mt 3,16-17;
Unten, in Mk 13,11, wird der Heilige Geist für die in Bedrängnis geratenen
Heiligen vor ihren Richtern sprechen. Was und wie er spricht, ist seine freie Entscheidung.
Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist.
Mk 13,11 Und wenn sie euch hinführen, um euch zu überliefern, so
sorgt euch vorher nicht, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das
redet! Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist. Mk 13,11;
Er wird die Welt überführen von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Er wird auch
vom Herrn Jesus zeugen, und bezeugt gleichzeitig mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Er wird die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.
Jh 16,5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und
niemand von euch fragt mich: Wohin gehst du? 16,6 sondern weil ich dies zu euch geredet habe, hat
Traurigkeit euer Herz erfüllt. 16,7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass
ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber
hingehe, werde ich ihn zu euch senden. 16,8 Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt
überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. 16,9 Von Sünde, weil sie nicht
an mich glauben; 16,10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;
16,11 von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Jh 16, 5-11;
Der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, wird er von mir zeugen.
Jh 15,26 Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von dem Vater
senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen.
Jh 15,26;
Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist.
Röm 8,15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba,
Vater! 8,16 Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes
sind. Röm 8,15-16;
Gott sandte den Geist seines Sohnes in unsere Herzen.
Gal 4,6 Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines
Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater! Gal 4, 6;
Die Aussage unten, von Eph 2,18, dass wir durch den Heiligen Geist den Zugang zum
Vater haben, unterstreicht einerseits, dass der Geist in eigener Willensentscheidung handelt –
er entscheidet, wem er den Zugang gewährt – andererseits muss er für diese seine
Entscheidung auch die Verantwortung übernehmen und darf niemanden Zugang gewähren, der dessen
nicht würdig ist.
Durch einen Geist haben wir Zugang zum Vater.
Eph 2,17 Und er kam und hat Frieden verkündigt euch, den Fernen, und
Frieden den Nahen. 2,18 Denn durch ihn haben wir beide (Juden und Christen) durch
einen Geist den Zugang zum Vater. Eph 2,17-18;
Nicht zuletzt ist es aber auch der Taufbefehl des Herrn in Mt 28,19, in welchem er
den Jüngern gebietet, die Heiden auf den Namen des Vaters und des Sohnes und auch des Heiligen
Geistes zu taufen, ein Hinweis darauf, dass sowohl Sohn als auch Heiliger Geist – trotz ihrer
Zugehörigkeit zum Vater - eigene Personen sind. Sonst hätte es ja genügt, wenn der Herr befohlen
hätte: „Tauft sie auf den Namen Gottes”.
Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Mt 28,18 Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir
ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. 28,19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu
Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Mt
28,18,19;
Auch Johannes begrüßt in der Offenbarung die sieben Gemeinden mit den Worten:
Friede von dem, der ist, der war und der kommt und von den sieben Geistern und von Jesus Christus.
Off 1,4 Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch
und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern,
die vor seinem Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der
Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren
Sünden erlöst hat durch sein Blut. Off 1, 4- 5;
Nach Gott, der als Erster genannt wird, nennt Johannes die sieben Geister vor dem
Thron Gottes – also den Heiligen Geist - und als Dritten Jesus Christus.
Es scheint also, dass wir damit für den Heiligen Geist auch jene Kriterien erfüllt haben, welche
ihn als eigene Person ausweisen können.
Somit bleibt erwartungsgemäß nur mehr jene Frage zu klären, welche der eigentliche – selten
offen ausgesprochene - Grund für diese Diskussion um die Dreieinigkeitslehre ist: die Frage der
Göttlichkeit Jesu Christi.
Beginnen wir einmal mit den eingangs von T. Cramer zitierten Schriftstellen, welche nach Meinung des
Autors beweisen „dass der Glaube an den einen, einzigen und alleinigen Gott wichtigster
Glaubenspunkt im Urchristentum war”.
Denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel.
Mt 23,8 Ihr aber, lasst ihr euch nicht Rabbi nennen! Denn einer ist
euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. 23,9 Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater
nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. 23,10 Lasst euch auch nicht
Meister nennen; denn einer ist euer Meister, der Christus. 23,11 Der Größte aber unter euch
soll euer Diener sein. 23,12 Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer
sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden. Mt 23, 8-12;
Denn Gott ist einer.
Röm 3,21 Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart
worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: 3,22 Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben
an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, 3,23 denn alle haben
gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes 3,24 und werden umsonst gerechtfertigt durch
seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. 3,25 Ihn hat Gott hingestellt als einen
Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens
der vorher geschehenen Sünden 3,26 unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in
der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.
3,27 Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein,
sondern durch das Gesetz des Glaubens. 3,28 Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben
gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke. 3,29 Oder ist Gott der Gott der Juden allein? Nicht auch
der Nationen? Ja, auch der Nationen. 3,30 Denn Gott ist einer. Er wird die Beschneidung aus
Glauben und das Unbeschnittensein durch den Glauben rechtfertigen. 3,31 Heben wir denn das Gesetz
auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir bestätigen das Gesetz. Röm 3,21-31;
Dass kein Gott ist als nur einer.
1Kor 8,2 Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, so hat er noch nicht
erkannt, wie man erkennen soll; 8,3 wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. 8,4 Was
nun das Essen von Götzenopferfleisch betrifft, so wissen wir, dass es keinen Götzen in der Welt
gibt und dass kein Gott ist als nur einer. 8,5 Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt im
Himmel oder auf Erden - wie es ja viele Götter und viele Herren gibt - 8,6 so ist doch für uns ein
Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr,
Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. 1Kor 8, 2- 6;
Gott aber ist nur einer.
Gal 3,18 Denn wenn das Erbe aus dem Gesetz kommt, so kommt es nicht
mehr aus der Verheißung; dem Abraham aber hat Gott es durch Verheißung geschenkt. 3,19 Was soll
nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt - bis der Nachkomme käme, dem die
Verheißung galt - angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers. 3,20 Ein Mittler aber ist
nicht Mittler von einem; Gott aber ist nur einer. 3,21 Ist denn das Gesetz gegen die
Verheißungen Gottes? Das ist ausgeschlossen. Denn wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das
lebendig machen könnte, dann wäre wirklich die Gerechtigkeit aus Gesetz. 3,22 Aber die Schrift hat
alles unter die Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus Glauben an Jesus Christus den
Glaubenden gegeben werde. 3,23 Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter Gesetz verwahrt,
eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. 3,24 Also ist das Gesetz unser
Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. 3,25 Nachdem
aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; 3,26 denn ihr alle
seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. 3,27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus
getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen. Gal 3,18-27;
Denn einer ist Gott.
1Tim 2,1 Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete,
Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2,2 für Könige und alle, die in Hoheit
sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
2,3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, 2,4 welcher will, dass alle Menschen
errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 2,5 Denn einer ist Gott, und einer ist
Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 2,6 der sich selbst als Lösegeld
für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 2,7 Dafür bin ich eingesetzt worden als Herold und
Apostel - ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht - als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit.
1Tim 2, 1- 7;
Ein Gott und Vater aller.
Eph 4,3 Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das
Band des Friedens: 4,4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung
eurer Berufung! 4,5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 4,6 ein Gott und Vater aller,
der über allen und durch alle und in allen ist. 4,7 Jedem einzelnen von uns aber ist die Gnade
nach dem Maß der Gabe Christi gegeben worden. Eph 4, 3- 7;
Diese 6 Schriftstellen sprechen tatsächlich alle davon, dass es nur einen Gott und
Vater aller gibt. Wenn wir allerdings den Kontext dieser 6 Schriftstellen genauer lesen, erkennen
wir, dass in jedem einzelnen dieser Texte – zugleich mit der Erwähnung des einen und einzigen
Gottes – der Sohn, unser Herr Jesus Christus, genannt wird.
Wenn wir nun die weiter oben genannten Kriterien heranziehen, so ist es gerade beim Herrn Jesus
– anders als beim Heiligen Geist – von vornherein unzweifelhaft, dass er eine Person
war. Wohl und gerade auch im physischen Sinn, als Mensch unter Menschen, insbesondere aber –
und dies soll ja hier untersucht werden – in seiner Eigenschaft als Sohn Gottes.
Er war erwiesenermaßen selbständig in seinem Handeln und frei in seinen Willensentscheidungen.
Ersteres zeigt sich in den Berichten der Evangelien, Letzteres u. a. auch in dem Umstand, dass er
seinen Willen dem des Vaters unterordnete, wie Lk 22,42 dokumentiert. Wenn er nicht die Freiheit zur
eigenen Willensentscheidung gehabt hätte, hätte er diese auch nicht dem Vater unterordnen können.
Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!
Lk 22,41 Und er zog sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen
zurück und kniete nieder, betete 22,42 und sprach: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir
weg - doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! Lk 22,41-42;
Die Verantwortung für diese seine Entscheidung, seinen Willen dem des Vaters
unterzuordnen, hat der Herr schließlich auch übernommen und deren Konsequenzen getragen - bis hin
zum Tod am Kreuz.
Wie wir sehen, ist die Beweisführung, dass Jesus Christus eine Person war, erwartungsgemäß nicht
sehr schwierig. Nicht so einfach ist der Nachweis seiner Göttlichkeit. Hier gibt es von den
Kritikern immer wieder Hinweise auf drei Gruppen von Herrenworten:
1. Seine Aussagen, dass der Vater größer ist als er (Jh 10,29; 14,28).
2. Beweise seiner angeblichen Begrenztheit (Mk 6,6; 11,13)
3. Und der Hinweis, dass auch er den Tag und die Stunde der Entrückung nicht
weiß, sondern nur der Vater (Mk 13,32).
Von der Aussage, dass der Vater größer ist als der Sohn, kann man zwar eine
gewisse Hierarchie innerhalb der Gottheit ableiten, aber keinesfalls den Beweis, dass der Sohn nicht
Gott sei. Ebenso wenig, wie die Aussage eines Menschen, dass sein leiblicher Vater „größer”
ist als er, ihn zum Affen degradieren würde.
Die angeblichen Beweise für die Begrenztheit des Herrn zeigen bei genauerer Analyse, dass hier eher
eine Begrenztheit im Interpretationsvermögen der verschiedenen Ausleger vorliegen dürfte.
(Siehe auch den Diskurs 24: „Die Göttlichkeit Jesu
Christi und die Kraft des Glaubens”).
Der Umstand schließlich, dass auch der Herr Jesus nicht Tag und Stunde der
endzeitlichen Ereignisse kennt, sondern allein der Vater, ist nur eine Bestätigung für sein
Bekenntnis, dass der Vater größer ist als alles (Jh 10,29) und daher auch größer als der Sohn.
Wir sehen also, dass aus diesen Schriftstellen keinesfalls der Beweis für eine Nicht-Göttlichkeit
Jesu Christi abgeleitet werden kann. Ein viel eindeutigerer Beweis müsste allerdings gelingen, wenn
die Aussage von T. Cramer bestätigt werden könnte, dass eine Präexistenz Jesu Christi nicht
nachgewiesen werden kann.
Ähnlich wie uns weiter oben die drei Kriterien den Nachweis für die Personenhaftigkeit des Herrn
geliefert haben, müsste hier das Kriterium der Präexistenz ein ziemlich eindeutiger Nachweis für
die Göttlichkeit Jesu Christi sein.
Vorab sei erwähnt, dass die eingangs zitierten Bibelstellen u. a. m. von dem einen und einzigen
Gott natürlich als Glaubensfaktum zu betrachten sind und es daher auch keine „Drei Götter”
Interpretation und keinen Polytheismus geben kann.
Das heißt aber andererseits, dass eine Präexistenz der beiden anderen Personen – hier also
des Herrn Jesus – nur in und mit dem einen und einzigen Gott – dem Vater - denkbar ist.
Daher wollen wir zuerst jene Schriftstellen betrachten, welche diese Einheit von Vater und Sohn
implizieren.
Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir.
Jh 14,8 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es
genügt uns. 14,9 Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht
erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns
den Vater? 14,10 Glaubst du nicht, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte,
die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine
Werke. 14,11 Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht,
so glaubt um der Werke selbst willen! 14,12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt,
der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.
14,13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht
werde im Sohn. 14,14 Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. Jh 14,
8-14;
An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin.
Jh 14,15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; 14,16
und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei
euch sei in Ewigkeit, 14,17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil
sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
14,18 Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. 14,19 Noch eine kleine Weile,
und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: weil ich lebe, werdet auch ihr leben. 14,20 An
jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
14,21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von
meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren. Jh 14,15-21;
Das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters.
Jh 14,22 Judas, nicht der Iskariot, spricht zu ihm: Herr, wie kommt es,
dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden
zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 14,24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das
Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. 14,25 Dies habe
ich zu euch geredet, während ich bei euch weile. 14,26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den
der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern,
was ich euch gesagt habe. 14,27 Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die
Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam. 14,28 Ihr habt
gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so
würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich. Jh 14,22-28;
Aus den obigen drei Abschnitten des Johannesevangeliums geht eindeutig hervor, dass
der Sohn im Vater und der Vater im Sohn ist. Dies ist nun aber nicht so zu verstehen, dass
Gott-Vater selbst als Mensch Jesus Christus auf Erden gewesen wäre.
Die Aussage des Herrn in Jh 14,9: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen”, meint nicht,
dass die physische Gestalt des Herrn Jesus identisch mit jener des Vaters gewesen wäre. Es ist
vielmehr so, dass die äußere Gestalt für die Identität Gottes völlig irrelevant ist. Er kann
jedwede Gestalt annehmen die er will und daher ist die physische Präsentation seiner Immanenz
ungefähr so, wie für uns Menschen der Anzug, den wir gerade tragen. Wenn wir einer Person
vorgestellt werden, wird sie kaum annehmen, dass unser Anzug integrierter Bestandteil unserer
Persönlichkeit ist und uns am nächsten Tag wohl auch in einem anderen Anzug wiedererkennen.
Andererseits ist es aber durchaus so, dass Gott diesen ganz bestimmten physischen Körper seines
Sohnes gewählt hat, um sich den Menschen sichtbar zu offenbaren. Vorher hat kein Mensch je Gott
gesehen, da jeder Mensch hätte sterben müssen, der Gott in seiner Herrlichkeit erblickt hätte.
Und auch nachher hat bisher nie mehr ein Mensch Gott gesehen.
Die eigentliche Präsenz des Vaters war aber im Geist des Sohnes. Nach der Taufe des Herrn durch
Johannes kommt der Geist des Vaters in Mt 3,16 in Gestalt einer Taube auf Jesus herab.
Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.
Mt 3,16 Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser
herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube
herabfahren und auf sich kommen. 3,17 Und siehe, eine Stimme kommt aus den Himmeln, welche
spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Mt 3,16-17;
Und es war dann auch dieser Geist des Vaters, der zum Geist des Sohnes sprach und es
waren die Worte des Vaters, welche der Sohn redete. Daher konnte der Herr Jesus in Jh 14,24 auch
sagen: „das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters”.
Hier darf aber wieder nicht daraus geschlossen werden, dass der Sohn nur ein Sprachrohr, eine
Marionette des Vaters war. Wie wir oben gesehen haben, ist der Sohn eine eigene Person und hat
völlige Entscheidungsfreiheit. Doch ebenso wie etwa ein Bräutigam bei der Hochzeit der
Aufforderung des Pfarrers freiwillig und mit Freuden nachkommt und sein Jawort ausspricht, spricht
auch der Sohn Gottes aus, was ihn der Vater im Geist zu sagen heißt.
Allerdings kann mit der bisherigen Argumentation bestenfalls nachgewiesen werden, dass zu Lebzeiten
des Herrn Jesus der Vater in ihm immanent war und er daher in diesem Sinne Göttlichkeit besaß.
Eine Präexistenz Jesu Christi als und in Gott ist damit noch nicht bewiesen. Hier müssten wir
Aussagen in der Schrift finden, welche eine Gemeinschaft des Sohnes mit dem Vater – möglichst
weit – vor der Geburt Jesu dokumentieren.
Und hier haben wir einmal das Zeugnis des Herrn selbst in Jh 6,38:
Ich bin vom Himmel herabgekommen.
Jh 6,36 Aber ich habe euch gesagt, dass ihr mich auch gesehen habt und
nicht glaubt. 6,37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den
werde ich nicht hinausstoßen; 6,38 denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht dass ich
meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 6,39 Dies aber ist der Wille
dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere,
sondern es auferwecke am letzten Tag. 6,40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder,
der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am
letzten Tag. Jh 6,36-40;
Wenn der Herr vom Himmel herabgekommen ist, muss er in Konsequenz vor seinem
irdischen Leben im Himmel beim Vater gewesen sein.
Aber auch bei Paulus stoßen wir u. a. auf eine Aussage über den Herrn in seinem ersten Brief an
die Korinther:
Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
1Kor 8,5 Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt im Himmel oder auf
Erden - wie es ja viele Götter und viele Herren gibt - 8,6 so ist doch für uns ein Gott, der
Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle
Dinge sind und wir durch ihn. 1Kor 8, 5- 6;
Dieser Hinweis ist deshalb interessant, weil er ja besagt, dass alle Dinge durch
Jesus Christus sind. Und wenn wir diese Aussage ernst nehmen wollen, dann müssen „alle Dinge”
wirklich alle Dinge – also die gesamte Schöpfung, der gesamte Kosmos – sein.
Genau diese Präzisierung bekommen wir dann auch wieder von Paulus in seinem Brief an die Kolosser:
Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn.
Kol 1,15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene
aller Schöpfung. 1,16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das
Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles
ist durch und zu ihm hin geschaffen; 1,17 und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn.
Kol 1,15-17;
Alles – in den Himmeln und auf der Erde – ist durch Jesus Christus
geschaffen worden. Und er ist vor allem gewesen und alles besteht durch ihn.
Dies heißt nun nicht nur, dass der Sohn Gottes vor seiner Menschwerdung existiert hatte, sondern
dass er sogar vor aller Schöpfung war und alle Schöpfung durch ihn geschaffen wurde. Nachdem nun
aber die Schöpfung nur durch Gott erfolgt sein kann, ist damit bestätigt, dass der Sohn bereits
vor dem Zeitpunkt der Schöpfung Teil des einen und einzigen Gottes gewesen ist.
Dafür gibt es auch im AT Hinweise, wie beim Propheten Micha:
Und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her.
Mi 5,1 Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den
Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein
soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her. Mi 5, 1;
Hier wird prophezeit, dass aus Bethlehem, der Geburtstadt Jesu, der Messias
hervorgehen wird. Und dann sagt der Prophet:
„seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her”.
Und auch der Psalmist prophezeit in Ps 45,7-8, dass Gott der Ewige selbst seinen Erstgeborenen gesalbt hat und er daher der Gesalbte (Messias) ist. Und hier heißt es vom Sohn:
Darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten.
Ps 45,7 Dein Thron, o Gott, ist immer und ewig, ein Zepter der
Geradheit ist das Zepter deiner Herrschaft. 45,8 Gerechtigkeit hast du geliebt und Gottlosigkeit
gehaßt: darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten. Ps 45,
7- 8;
Dies führt dann auch der Hebräerbriefschreiber weiter aus und konkretisiert:
Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in den Erdkreis einführt, spricht er: «Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!»
Hbr 1,5 Denn zu welchem der Engel hat er jemals gesagt: «Mein Sohn
bist du, ich habe dich heute gezeugt»? und wiederum: «Ich werde ihm Vater und er wird mir Sohn
sein»? 1,6 Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in den Erdkreis einführt, spricht er: «Und
alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!» 1,7 Und von den Engeln zwar spricht er: «Der seine
Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme», 1,8 von dem Sohn aber: «Dein
Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines
Reiches»; 1,9 du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehaßt; darum hat dich, o
Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten.» Hbr 1, 5- 9;
Damit ist die Präexistenz Jesu Christi und seine Göttlichkeit auch durch das AT
eindeutig erwiesen.
Allerdings nicht für die „Urchristen-Christadelphian” wie es scheint. In ihrer Schrift „Über
die Herkunft des Sohnes Gottes Jesus” wird der obige Text aus Kol 1,15-17 wie folgt kommentiert:
„(...) Beide Stellen (Röm 8,29; und Kol 1,15; Anm.) liefern ganz
fundamentale Erkenntnisse über die Natur Jesu. Zum einen ist er ein Geschöpf, eine Kreatur, denn
inhaltlich wiedergegeben lautet Kol 1,15: „Er ist der Erstgeborene aller Kreatur.” Und dass in
diesem Satz keine zeitliche Aussage gemacht wird, bestätigt die neutestamentliche Textforschung.”
(Seite 7).
Kol 1,15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene
aller Schöpfung. Kol 1,15;
In den wichtigsten Bibelübersetzungen (Elberfelder, Luther, Bengel, etc.) wird hier
mit „Schöpfung” übersetzt und nicht mit „Kreatur”. Abgesehen davon, ist die Aussage des
Autors, dass hier „keine zeitliche Aussage gemacht wird” schlicht und einfach falsch. Die
Bezeichnung „Erstgeborener” ist mit oder ohne Textforschung - nicht nur unter Geschwistern - ein
eindeutig zeitliches Kriterium.
„(...) Im selben Sinne ist Kolosser 1:16 zu verstehen. Was hier mit
„durch ihn” übersetzt ist, heißt im griechischen Grundtext „en” und bedeutet dem Sinne
nach „wegen”. (...) Nach neueren Übersetzungen beginnt Kolosser 1,16 nicht mehr mit „d u r c
h i h n”, sondern „i n i h m ist alles geschaffen”. So
ausgedrückt wird verständlich, dass es hier um die neue, geistige Schöpfung geht, nicht um die
Erschaffung der Welt.” (Seite 12).
Kol 1,16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde
geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder
Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; Kol 1:16;
Man will also mit dieser Argumentation eine Präexistenz Jesu widerlegen. Einerseits
indem man in Kol 1,15 statt „Schöpfung” mit „Kreatur” übersetzt, um zu vermeiden, dass
hier an den Anbeginn aller Schöpfung, an die Erschaffung des Universums gedacht wird. Andererseits
indem man versucht nachzuweisen, dass der Beginn von Kol 1,16 nicht lautet „durch ihn (Jesus) ist
alles geschaffen” - das hätte ja wieder zur Konsequenz, dass Jesus Christus am Anbeginn der
Schöpfung schon existiert hat, ja noch mehr: durch ihn diese ganze Schöpfung erschaffen wurde -
sondern dass es hier heißen muss „in ihm ist alles geschaffen worden”.
Nun ist es schon richtig, dass es am Anfang von Kol 1,16 heißt: „in (grie. en) ihm ist alles
geschaffen”. Allerdings wird hier geflissentlich übergangen, dass am Ende dieses Verses noch
einmal wiederholt und konkretisiert wird: „es ist alles durch ihn und zu ihm hin geschaffen”.
Und hier steht auch im griechischen Grundtext „di” (dia), welches eindeutig „durch”
bedeutet.
Hier ist ganz deutlich zu erkennen, dass durch eine unsaubere Argumentation eine vorgefasste Meinung
gestützt werden soll. Das beweist einerseits, dass der Autor die richtige Interpretation kennt
– sonst würde er ja diese eindeutige Aussage am Ende des Verses nicht unerwähnt lassen -,
andererseits wird aber hier damit spekuliert, dass der Leser nicht zur Bibel greift, um sich die
Bibelstelle im Kontext anzusehen. Wenn es dann heißt: „Die Urchristen-(Christadelphian-)
Gemeinden sind eine Gemeinschaft ernsthaft gläubiger Christen, deren ausschließliche
Glaubensgrundlage das Wort Gottes in der Bibel ist”, stellt sich die Frage, warum diese Bibel dann
nur in jenen Teilen zitiert wird, welche zur vorgefassten Meinung passen und die anderen, der
eigenen Auffassung widersprechenden Teile, ganz einfach übergangen werden.
Doch wir haben noch weitere Texte in der Bibel, welche nicht nur die Präexistenz des Herrn Jesus
bestätigen, sondern auch den Umstand, dass er als „Wort Gottes” den Schöpfungswillen des
Ewigen ausgeführt und damit durch ihn alle Welten gemacht wurden.
Im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat;
Hbr 1,1 Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den
Vätern geredet hat in den Propheten, 1,2 hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er
zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat; 1,3 er, der
Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner
Macht trägt, hat sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt, nachdem er die
Reinigung von den Sünden bewirkt hat; Hbr 1, 1- 3;
Wenn es also in 1Mo 1,3 heißt „Und Gott sprach”, so war es das Wort Gottes, die
zweite Person der Dreieinigkeit, unser Herr Jesus Christus, welcher hier im Namen seines Vaters
wirkte.
Zu guter Letzt bekommen wir diesen Zusammenhang auch noch von Johannes am Beginn seines Evangeliums
sehr ausführlich und konkret bestätigt:
Alles wurde durch das Wort, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.
Jh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das
Wort war Gott. 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. 1,3 Alles wurde durch dasselbe, und
ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 1,4 In ihm war Leben, und das Leben war
das Licht der Menschen. 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht
erfasst.
1,6 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name Johannes. 1,7 Dieser kam zum Zeugnis, dass er
zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten. 1,8 Er war nicht das Licht, sondern er kam,
dass er zeugte von dem Licht. 1,9 Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden
Menschen erleuchtet. 1,10 Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn
nicht. 1,11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; 1,12 so viele ihn aber
aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 1,13
die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des
Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
1,14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit
angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. - 1,15
Johannes zeugt von ihm und rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt,
ist vor mir geworden, denn er war eher als ich. - 1,16 Denn aus seiner Fülle haben wir alle
empfangen, und zwar Gnade um Gnade. 1,17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und
die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 1,18 Niemand hat Gott jemals gesehen; der
eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht. Jh 1, 1-18;
Johannes spricht hier von dem „Wort” und im weiteren Kontext ist erkennbar, dass
er vom Herrn Jesus spricht. Und auch Johannes bestätigt: „Alles wurde durch dasselbe (das „Wort”=
Jesus Christus), und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist”.
Und dann bekommen wir hier genau jene Aussage, nach welcher wir gesucht haben:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort
war Gott”.
- Wie schon Paulus, sagt auch Johannes, dass der Sohn Gottes vor aller
Schöpfung gewesen ist: „Im Anfang war das Wort!”.
- Wie schon Paulus, sagt auch Johannes, dass durch den Sohn Gottes alles
geschaffen wurde: „Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das
geworden ist”.
- Auch unsere obige Schlussfolgerung, dass der Sohn daher bereits vor aller
Schöpfung bei und in dem einen und einzigen Gott gewesen sein muss, wird hier bestätigt: „Und
das Wort war bei Gott”.
- Und schließlich bekommen wir hier die eindeutige und unanfechtbare
Antwort auf unsere eingangs gestellte Frage hinsichtlich der Göttlichkeit Jesu Christi: „Und das
Wort war Gott”.
Es kann also aufgrund dieser Beweisführung anhand der Schrift keinen Zweifel mehr
geben:
Jesus Christus, der Sohn Gottes, hatte eine Präexistenz vor seiner Menschwerdung. Er war sogar vor
aller Schöpfung. Er war in Gott und er war selbst Gott.
Und wie uns der Herr unten, in Jh 17,1-5 sagt, hatte er nicht nur diese Präexistenz, sondern er hat
auch in gleicher Weise eine Postexistenz. Nach seiner Auferweckung und der Auffahrt zum Vater wurde
er wieder mit jener Herrlichkeit verherrlicht, welche er hatte, ehe die Welt war.
Verherrliche mich bei dir selbst, Vater, mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!
Jh 17,1 Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und
sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche,
17,2 wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben gebe! 17,3 Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und
den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 17,4 Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das
Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. 17,5 Und nun
verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die
Welt war! Jh 17, 1- 5;
Aufgrund dieser Erkenntnisse können wir nun zum Beginn dieser Analyse
zurückkehren. Wie der Herr in Mt 23,9 selbst sagt, ist nur einer unser Vater, nämlich der im
Himmel. Er selbst bezeichnet sich dort als „Meister”.
Einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel.
Mt 23,9 Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn
einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. 23,10 Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn
einer ist euer Meister, der Christus. Mt 23, 9-10;
Auch bei Johannes haben wir Aussagen des Herrn, wo er bestätigt, dass der Vater größer ist als alle und auch größer ist als er selbst.
Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle.
Jh 10,27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie
folgen mir; 10,28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und
niemand wird sie aus meiner Hand rauben. 10,29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer
als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben. 10,30 Ich und der Vater
sind eins. Jh 10,27-30;
Denn der Vater ist größer als ich.
Jh 14,28 Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und
ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn
der Vater ist größer als ich. Jh 14,28;
Und diese Aussage finden wir auch ganz oben bei Paulus, in 1Kor 8,4, der immer
wieder darauf hinweist, dass ”kein Gott ist als nur einer”.
Alle diese Texte bezeugen eindeutig, dass Jesus Christus – obwohl selbst ein Teil dieses einen
Gottes und daher göttlich – seinem Vater untergeordnet ist, wie auch ein Sohn seinem Vater
unterstellt ist. Daraus kann jedoch weder abgeleitet werden, dass er nicht Gott wäre – wie
weiter oben nachgewiesen wurde – noch kann man daraus schließen, dass wir Menschen ihn nicht
besonders zu berücksichtigen hätten und besser daran tun, uns nur dem Vater direkt zuzuwenden.
Wie die nachfolgenden Texte beweisen, hat es der Vater ganz im Gegenteil für gut befunden, seine
ganze Macht dem Sohn zu übergeben. Und hier können wir davon ausgehen, dass Gott dieses sein Wort
nicht brechen oder widerrufen wird.
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
Jh 3,35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben
nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,35-36;
Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater.
Mt 11,25 Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater,
Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es
Unmündigen geoffenbart hast. 11,26 Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. 11,27 Alles
ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch
erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will. Mt 11,25-27;
Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
Mt 28,17 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder; einige
aber zweifelten. 28,18 Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle
Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Mt 28,17-18;
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das
Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. 14,7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet
ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Jh 14, 6- 8;
Alle Macht ist dem Sohn übergeben und wer glaubt, er könnte dennoch über den Vater direkt irgend etwas erreichen, begeht einen fatalen Irrtum. Der Vater hat sich aus der Machtausübung völlig zurückgezogen und sie dem Sohn übergeben. Nur was wir im Namen des Sohnes bitten, ist vor dem Vater wohlgefällig. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt auch nicht den Vater.
Der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin.
Jh 16,23 Und an jenem Tag (der Auferstehung des Herrn /Anm.) werdet ihr
mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem
Namen, wird er euch geben. 16,24 Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und
ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei! 16,25 Dies habe ich in Bildreden zu euch
geredet; es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildreden zu euch sprechen, sondern euch offen
von dem Vater verkündigen werde.
16,26 An jenem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater
für euch bitten werde; 16,27 denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und
geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin. 16,28 Ich bin von dem Vater ausgegangen
und in die Welt gekommen; wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Jh 16,23-28;
Die Aussage des Herrn oben, in Jh 16,27, dokumentiert die Grundlage unseres christlichen Glaubens. Was bedeutet denn "glauben an Jesus Christus"? Genau das, was uns der Herr hier sagt: Das ist der echte und wahre Glaube an Jesus Christus. Und gerade dies stellen die Antitrinitarier nicht nur infrage, sondern sie leugnen es auch ganz offensichtlich und verführen rechtgläubige Christen, damit auch diese von ihrem Glauben an Jesus Christus abfallen. |
Sie haben wahrhaftig erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, daß du mich gesandt hast.
Jh 17,5 Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der
Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war! 17,6 Ich habe deinen Namen den
Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie
gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 17,7 Jetzt haben sie erkannt, daß alles, was du mir
gegeben hast, von dir ist; 17,8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und
sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und haben
geglaubt, daß du mich gesandt hast. Jh 17, 5- 8;
Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht
hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn
nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Jh 5,22-23;
Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.
1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass
Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder,
der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 2,24
Ihr! Was ihr von Anfang an gehört habt, bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an
gehört habt, werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. 1Jh 2,22-24;
Der obige Text aus 1Jh 2,22-24; spricht vom Antichrist, der leugnet, dass Jesus der
Christus ist. Dies ist eine jener Stellen, welche vermuten lassen, dass der Antichrist als ein „Anstattchristus”
auftreten wird. Er wird von sich behaupten der echte „Christus”, der echte „Sohn Gottes” zu
sein und wird dies mit Zeichen und Wundern zu beweisen versuchen. Natürlich muss er dann leugnen,
dass Jesus der wahre Christus, der wahre Sohn Gottes gewesen ist.
Diese Strategie kann allerdings nur dann aufgehen, wenn das Bild des Jesus von Nazareth bis dahin
schon entsprechend negativ besetzt ist. Eine mögliche Form dieser vorbereitenden „Rufschädigung”
wäre natürlich, Jesus die Gottessohnschaft insofern abzuerkennen, als man seine Göttlichkeit
leugnet und ihn zum gewöhnlichen Menschen degradiert. Wenn sich diese Ansicht durchsetzt, wäre es
dem Antichristen bei seinem Kommen ein Leichtes, durch seine satanischen Zauberkräfte den Eindruck
zu erwecken, dass er jetzt der echte „Christus/Messias”, der echte „Sohn Gottes” und Satan
der „Gottvater” ist.
Abgesehen davon ist es doch eigenartig, dass einem Kind aus der Verbindung zweier verschiedener
Menschenrassen jeder bestätigen wird, dass in ihm die Gene beider Elternteile integriert sind und
es physisch (Hautfarbe, Körperbau), psychisch (Mentalität, Charakter) und auch geistig
(Intelligenz, Talente) prägen. Nur dem Kind aus der Verbindung zwischen Gott und Mensch wird
solches abgesprochen und behauptet, der Sohn Gottes hätte ausschließlich die Gene seiner Mutter
ererbt und sei daher nur Mensch und nicht Gott.
Wer nicht an dem Sohn glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Jh 3,35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das
Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,35-36;
Wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater, wer den Sohn leugnet, hat auch den Vater
nicht und der Zorn Gottes bleibt auf ihn.
Speziell auch aufgrund dieser letzten Aussage in Jh 3,36 ist zu erkennen, dass die Diskussion über
die Dreieinigkeit völlig obsolet ist. Wie immer man Gott-Vater, Sohn und Heiligen Geist sehen will,
entscheidend ist eines allein: Ob wir an Jesus Christus, den Sohn Gottes – und zwar als Sohn Gottes
und selbst Gott - glauben und ihm gehorchen. Tun wird das, werden wir auch den Heiligen Geist haben
und mit ihm die richtige Erkenntnis über den einen und einzigen Gott, unseren Vater im Himmel.
Gehorchen wir dem Sohn nicht, können wir Gott nicht gefallen und alle theologischen
Spitzfindigkeiten können uns nicht vor dem Zorn Gottes retten.
Ein beliebter Vergleich in diesem Zusammenhang ist jener der Zeugen Jehovas:
„Geradeso, wie der Mond das Sonnenlicht widerspiegelt, sein Licht jedoch der Lichtquelle, der
Sonne, nicht ebenbürtig ist, so ist Jesus ein Abglanz der Herrlichkeit Gottes, ohne dass seine
Herrlichkeit derjenigen Gottes ebenbürtig ist”.
Diese Aussage ist einmal insofern falsch, als uns die Schrift genau das Gegenteil lehrt:
Der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters.
Mt 16,27 Denn der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit
seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. Mt
16,27;
Wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters.
Mk 8,38 Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem
ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn
er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Mk 8,38;
Bei seinem Kommen wird der Herr nicht ein „Abglanz” der Herrlichkeit Gottes
sein, sondern er kommt genau in dieser unverminderten Herrlichkeit seines Vaters.
Des weiteren geht aber der obige Vergleich auch von der Logik her an den eindeutigen Aussagen der
Heiligen Schrift völlig vorbei. Wenn wir schon bei der „Sonne” dieses Vergleichs bleiben
wollen, dann ist es faktisch so, dass das Sonnenlicht – also die Strahlung der Sonne –
eine Folge der Kernumwandlung auf der Sonnenoberfläche ist. Daraus folgert, dass die wirkliche
Quelle des Sonnenlichts die Fusion der Helium-/Wasserstoffatome ist.
Ebenso wie uns nun die Sonne ohne Kernfusion weder Licht noch Wärme spenden würde, würde uns ohne
Jesus Christus von Gott weder Gnade noch Barmherzigkeit zuteil. Erst durch den stellvertretenden Tod
des Sohnes Gottes am Kreuz für unsere Sünden, können wir von Gott Sündenvergabe erlangen und
seine Liebe und Barmherzigkeit erlangen.
Deshalb har ja Gott der Allmächtige seinen Sohn Jesus Christus als Licht in die Welt gesandt, wie
die folgenden Schriftstellen bezeugen.
In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Jh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort
war Gott. 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. 1,3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde
auch nicht eines, das geworden ist. 1,4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der
Menschen. 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht
erfasst. Jh 1, 1- 5;
Ich bin das Licht der Welt.
Jh 8,12 Jesus redete nun wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das
Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des
Lebens haben. Jh 8,12;
Ich bin als Licht in die Welt gekommen.
Jh 12,46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an
mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; 12,47 und wenn jemand meine Worte hört und nicht
befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern
dass ich die Welt errette.
12,48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das
ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag. 12,49 Denn ich habe nicht aus mir selbst
geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und
was ich reden soll; 12,50 und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, rede
ich so, wie mir der Vater gesagt hat. Jh 12,46-50;
Wer dieses Licht, das uns der Vater in die Welt gesandt hat, verwirft, der verwirft
Gott selbst und wird am letzten Tag durch alle jene Worte, die er wohl gelesen hat, aber nicht
annehmen wollte, gerichtet werden.
Und nun behauptet der weiter oben zitierte Tomas Cramer im Diskurs 26:
„Christus wurde gezeugt ... und war Mensch. Ansichten, die
darüber hinausgehen, sind unbiblisch.”
Wenn wir uns allerdings die nachstehenden biblischen Schriftstellen ansehen, kommen
wir zu einem ganz anderen Ergebnis:
Christus Jesus, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein.
Phil 2,5 Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus
war, 2,6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich
zu sein. 2,7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er
den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, 2,8 erniedrigte
er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. 2,9 Darum hat Gott ihn auch
hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, 2,10 damit in dem Namen Jesu
jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, Phil 2, 5-10;
Darum nun suchten die Juden ihn zu töten, weil er sich selbst Gott gleich machte.
Jh 5,17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und
ich wirke. 5,18 Darum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein
den Sabbat aufhob, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte und sich so selbst Gott gleich
machte. Jh 5,17-18;
Während Paulus oben im Brief an die Philipper bestätigt, dass Christus Jesus in
der Gestalt Gottes und Gott gleich war, berichtet Johannes, dass die Juden genau das bestritten
haben und den Herrn sogar töten wollten, weil er sagte, dass Gott sein Vater sei und damit zum
Ausdruck brachte, dass er selbst auch Gott sei.
Wir sehen also, die Ansicht, Jesus Christus sei nicht Gott sondern nur Mensch gewesen, hat es schon
damals unter den Juden gegeben. Und genau dieser Vorwurf, dass er Mensch sei und behauptet er wäre
Gott, war ja dann auch der Grund, weswegen der Hohepriester Kaiphas Jesus als Gotteslästerer zum
Tod verurteilt hat.
Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört.
Mt 26,59 Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsches
Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen; 26,60 und sie fanden keins, obwohl viele falsche
Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei falsche Zeugen herbei 26,61 und sprachen: Dieser sagte:
Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen ihn wieder aufbauen.
26,62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was zeugen diese gegen
dich? 26,63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem
lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! 26,64 Jesus
spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des
Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.
26,65 Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch
Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 26,66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und
sprachen: Er ist des Todes schuldig. 26,67 Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn
mit Fäusten; einige aber schlugen ihn ins Gesicht 26,68 und sprachen: Weissage uns,
Christus, wer ist es, der dich schlug? Mt 26,59-68;
In Jh 20,28-29 haben wir dann aber die Geschichte mit dem „ungläubigen Thomas”:
Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jh 20,26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und
Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und
sprach: Friede euch! 20,27 Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine
Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern
gläubig!
20,28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 20,29 Jesus spricht zu
ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch
geglaubt haben! Jh 20,26-29;
Thomas sagt hier zum Herrn: „Mein Herr und mein Gott!”. Und während Johannes in
der Offenbarung (Off 22,9) berichtet, dass der Engel, vor dem er niederfiel, weil er ihn für Gott
hielt, zu ihm sagte: „Siehe zu, tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, der
Propheten, und derer, welche die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an!”, erwiderte Jesus
hier: „Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch
geglaubt haben!”. Jesus hat hier dem Thomas also nicht widersprochen, als der ihn als seinen Gott
bezeichnet hat.
Und schließlich spricht es Johannes in seinem ersten Brief auch ganz konkret aus, dass Jesus
Christus der wahrhaftige Gott ist:
Wir sind in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
1Jh 5,20 Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns
Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in
seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. 1Jh 5,20;
Dies sind eindeutige und auf Basis der Schrift nicht widerlegbare Beweise dafür,
dass Jesus Christus neben dem Vater, der größer ist als er, selbst auch Gott ist.
Jeder nun, der leugnet, dass Jesus Christus Gott ist und behauptet, er sei nur Mensch gewesen,
beschuldigt ihn daher genau jener "Gotteslästerung", deretwegen ihn der Hohepriester zum
Tod verurteilt hat. Er verurteilt ihn somit aufs Neue und schlägt ihm damit ebenso ins Angesicht,
wie es die Juden damals taten und stempelt den Retter der ganzen Menschheit obendrein zu einem
Betrüger und Hochstapler.
Zusammenfassung: Die Dreieinigkeit wie sie die Bibel darstellt zeigt, dass beide, Sohn und Heiliger Geist von Gott kommen – und daher vorher bei Gott und in Gott gewesen sind - und dass beide von Gott in diese Welt zu den Menschen gesandt wurden – und daher räumlich (nicht geistig!) getrennt von Gott, als eigene personenhafte Wesen existieren und agieren können. Diese Aussagen finden wir in folgenden Schriftstellen bestätigt: Für den Sohn in Jh 8,42: Ich bin von Gott ausgegangen und er hat mich gesandt. Jh 8,42 Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre,
so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen;
denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Jh
8,42; Ich bin vom Himmel herabgekommen um den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat. Jh 6,36 Aber ich habe euch gesagt, dass ihr mich auch
gesehen habt und nicht glaubt. 6,37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen,
und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen; 6,38 denn ich bin vom Himmel
herabgekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich
gesandt hat. 6,39 Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich
von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten
Tag. 6,40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an
ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Jh 6,36-40; Ich und der Vater sind eins. Jh 10,27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne
sie, und sie folgen mir; 10,28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht
verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. 10,29 Mein Vater, der
sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines
Vaters rauben. 10,30 Ich und der Vater sind eins. Jh 10,27-30; Für den Heiligen Geist in Jh 15,26: Der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht und von ihm gesendet wird. Jh 15,26 Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von
dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht,
so wird der von mir zeugen. Jh 15,26; |
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Ganz erstaunt war ich, einen kleinen Teil meiner Ausführungen zur
urchristlichen Glaubenspunkt des einzig-einen Gottes hier wiederzufinden. Bitte geben Sie mir
die Gelegenheit, kurz auf Ihre Analyse einzugehen. Zunächst einmal hat es mich befremdet, dass
Sie im Laufe Ihres Textes vor Beleidigung nicht zurückschrecken. Das Nicht-Verstehen der von
Gott gezeugten Menschlichkeit Jesu Christi deklarieren Sie als (wörtl.): „Begrenztheit im
Interpretationsvermögen der verschiedenen Ausleger”. Ich glaube nicht, dass solch eine
Wortwahl der Ernsthaftigkeit dieses wichtigen Themas entspricht. Was für ein Bild entsteht hier
für den unvoreingenommenen Suchenden? Müssen sich Christen schon gegenseitig beschimpfen?
Zum Inhalt Ihrer Analyse:
1. Schade, dass Sie die Urchristen-(Christadelphian-) Gemeinde, am Ende Ihrer Analyse, ohne ein
Wort der Unterscheidung, mit den Zeugen Jehovas „in einen Topf werfen”. Wir unterscheiden
uns von diser Gemeinde doch erheblich. Bitte lesen Sie dazu unsere Internetseiten [www.urchristen.de].
Fakt ist: Für uns Urchristen ist Christus „nicht einfach nur Mensch”, wie Sie schreiben,
die ihn nicht dementsprechend ehren, wie die neutestamtlichen Schreiber dies erwarten.
2. Desweiteren fällt auf, wie Sie sich theologisch abmühen, um etwas zu erklären, was dem
biblischen Wort nicht entspricht. Die gedachten „Beweise” für eine von Gott getrennte und
unabhängige Handlungsweise des Geistes entsprechen nicht der Bibel. (vielleicht dem „spekulativen
Idealismus”, von dem Sie schrieben?)
Paulus verkündete den „gesamten Ratschluss Gottes” (Apg 20,27), sollte er etwa die „Dreieinigkei"
vergessen haben?
3. Der Taufbefehl Jesu ist ebenfalls kein Hinweis auf eine „Dreieinigkeit” (!) Diese war in
den ersten zwei Jahrhunderten überhaupt nicht bekannt (bitte sehen Sie mal nach, mit welchen
Worten die Apostel später tatsächlich tauften...). Übrigens, das Dogma haben Sie nicht
korrekt wiedergegeben: Die Dogmengeschichte bezeugt eindeutig, dass es einen Unterschied
zwischen diesen drei Personen nicht gäbe.
„...ohne Unterschied...” heißt es in dem entsprechendem Dogma. Wie können Sie etwas
analysieren, was Sie nicht ausreichend kennen?
4. Sie werfen vor, dass Kapitel 1, des Kolosserbriefes nicht bis zum Schluss zitiert zu haben.
Das hat lediglich den Grund, dass auch dadurch der Sinn der Ausführungen nicht verändert wird.
Es war einfach nicht notwendig. Auch hier finde ich es schade, dass Sie uns Fahrlässigkeit
unterstellen.
Vielleicht ist es Ihnen nicht bewusst: „Erstgeborener vor aller Kreatur” zu sein, kann nicht
biologisch gemeint sein, da es keine Kreatur gab, die ihn geboren haben kann.
Der Hebräerbrief wurde als Beweis für die vergangene ewige Existenz des Messias herangezogen.
Beweise dieser Art unterliegen völlig einer Schlussfolgerung, die aus einzelnen Versen gezogen
wird. Zum Beispiel: „...Gott...hat am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum
Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat” (Hebr 1,2). Von
manchen wird angenommen, dieser Vers sei ein Beweis, dass Jesus die Welt erschaffen hat. Doch
dieser Vers wird richtig übersetzt mit: "durch den ER (Gott) die Zeitalter gemacht hat. Es
gibt keinen Hinweis, dass Jesus Himmel und Erde gemacht hat. Was ausgedrückt wird, ist, dass
der Eine Gott, der durch Seine eigene Aussage beim Schöpfungsakt ohne Begleitung war (Jes 44,24
- wieso wird das von Ihnen einfach verschwiegen?), die Zeitalter der menschlichen Geschichte mit
Jesus als Mittelpunkt seiner Absicht gemacht hatte, bevor er in "diesen letzten Tagen"
durch Seinen Sohn zu uns gesprochen hat. Es ist nicht schwer zu begreifen, dass das Leben,
Sterben und die Herrschaft des Messias über die Welt eine Wirkung auf alle Zeiten - vergangen,
gegenwärtig und zukünftig - haben. Das gleiche Bild mit Jesus als Zentrum von Gottes Plan für
die Welt finden wir in Kol 1,15-18. Im Hebräerbrief ist es besonders signifikant, dass Gott im
Alten Testament nicht durch den Sohn sprach, sondern erst „am Ende dieser Tage” (Hebr. 1,2).
Es gibt hier einen starken Hinweis darauf, dass der Sohn nicht ewig, sondern als der historische
Jesus in Existenz gekommen ist. Dies zu zeigen ist ebenfalls der Sinn des Stammbaumes Jesu.
Tomas Cramer email: cramer@urchristen.de /
http://www.urchristen.de
Zu Ihrer Einleitung:
Der Umstand, dass manche Ausleger unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, eine „Begrenztheit”
in verschiedenen Belangen andichten wollen, hat mich die Vermutung äußern lassen, dass hier eher
eine Begrenztheit im Interpretationsvermögen dieser Ausleger vorliegen dürfte. Diese Aussage
empfinden Sie – obwohl ich Sie damit gar nicht persönlich angesprochen habe - als Beleidigung
und Beschimpfung. In der weiteren Folge sprechen Sie sehr wohl mich persönlich an und zeihen mich
der Unkenntnis, indem Sie mir vorwerfen: „Wie können Sie etwas analysieren, was Sie nicht
ausreichend kennen?” und ich überlasse es Ihrem Urteil, inwieweit diese Ihre Wortwahl „der
Ernsthaftigkeit dieses wichtigen Themas entspricht”. Ich, für meine Person, werte beides als ganz
normale Äußerungen in einer kontroversiellen Diskussion.
Sie schreiben dann: „Was für ein Bild entsteht hier für den unvoreingenommenen Suchenden?” und
meinen wohl den Umstand, dass hier zwei unterschiedliche Meinungen über ein biblisches Thema in
engagierter Art und Weise vorgetragen werden. Aber genau dieses Bild ist es, welches der wirklich
unvoreingenommen Suchende erwartet. Auf dieser Website werden biblisch fundiert und frei von
jedweder dogmatischen Lehre gegensätzliche Standpunkte aufgezeigt, um dem Besucher u. a. auch die
Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen, in der Bibel nachzulesen und zu einer
eigenen, fundierten Meinung zu gelangen.
Zur Ihrem Kommentar zur Analyse:
Zu 1.
Ich bin weit davon entfernt, die Christadelphian-Gemeinde in einen Topf mit den Zeugen Jehovas zu
werfen! Und das kann dieser Passage auch bei missgünstigstem Willen nicht entnommen werden.
Allerdings stimmen beide Glaubensgemeinschaften in der Auffassung überein, dass Jesus Christus
nicht Gott, sondern nur Mensch gewesen ist. Und das kommt hier zum Ausdruck. Nicht mehr und nicht
weniger.
Zu 2.
Sie schreiben: „Paulus verkündete den ‘gesamten Ratschluss Gottes’ (Apg 20,27), sollte er
etwa die ‘Dreieinigkeit’ vergessen haben?”
Mitnichten! Paulus bestätigt in Eph 2,18: Durch ihn (Christus) haben wir durch einen Geist
den Zugang zum Vater.
Zu 3:
In Bezug auf den Taufbefehl Jesu fordern Sie mich auf: „bitte sehen Sie mal nach, mit welchen
Worten die Apostel später tatsächlich tauften.”
Den Aposteln ist vom Herrn in Mt 28,19 befohlen worden: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu
Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes”
und ich denke nicht, dass die Apostel diesen Befehl des Herrn missachtet hätten.
Zu 4.
Sie beschweren sich, dass ich Ihnen vorwerfe, Kapitel 1, Vers 16 des Kolosserbriefes nicht bis zum
Schluss zitiert zu haben und begründen das damit, dass dadurch der Sinn Ihrer Ausführungen nicht
verändert werden würde.
Und hier kann ich Ihnen nun beim besten Willen nicht folgen. Sie bauen Ihre Argumentation, dass die
Schöpfung nicht durch Christus erfolgt wäre, ja gerade darauf auf, dass der erste Teil dieses
Verses Kol 1,16 mit „Denn durch ihn (Christus) ist alles in den Himmeln und auf Erden
geschaffen worden” falsch übersetzt ist und statt des „durch” richtigerweise ein „in” (grie.
en) stehen muss. Und hier haben Sie völlig Recht.
Doch dann heißt es im letzten Teil des Verses, als Zusammenfassung der vorhergehenden Aussage: „alles
ist durch und zu ihm hin geschaffen”. Und hier steht auch im griechischen Urtext ein „durch”
(grie. dia). Damit ist bestätigt, dass alles „durch” Christus und nicht nur „in”
Christus – wie immer Sie dieses „in” auch interpretieren wollen – geschaffen ist und
damit wird Ihre Aussage m. E. eindeutig widerlegt.
Dann meinen Sie: „Vielleicht ist es Ihnen nicht bewusst: "Erstgeborener vor aller
Kreatur" zu sein, kann nicht biologisch gemeint sein, da es keine Kreatur gab, die ihn geboren
haben kann.”
Eben deshalb frage ich mich, warum Sie nicht die allgemein übliche Übersetzung mit „Schöpfung”
verwenden. Aber ganz abgesehen davon, zielt ja diese Aussage nicht auf eine körperliche Geburt,
sondern – wie es Paulus drei Verse später gleich konkretisiert – auf die Auferstehung
von den Toten:
Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe.
Kol 1,15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene
aller Schöpfung. 1,16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden,
das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte:
alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; 1,17 und er ist vor allem, und alles besteht durch
ihn. 1,18 Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus
den Toten, damit er in allem den Vorrang habe; Kol 1,15-18;
Und schließlich beziehen Sie sich auf Hbr 1,2 und behaupten: „Von manchen wird
angenommen, dieser Vers sei ein Beweis, dass Jesus die Welt erschaffen hat. Doch dieser Vers wird
richtig übersetzt mit: ‘durch den ER (Gott) die Zeitalter gemacht hat’. Es gibt keinen
Hinweis, dass Jesus Himmel und Erde gemacht hat”
Ich habe mir jedenfalls die Mühe gemacht, alle meine Bibeln auf diesen angeblichen Fehler in der
Übersetzung zu überprüfen. Hier das Resultat:
DEUTSCH
1. Elberfelder Bibel / Digital:
Der Brief an die Hebräer, Kapitel 1, Vers 1-2:
Hbr 1,1 Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den
Vätern geredet hat in den Propheten, 1,2 hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er
zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat; Hbr 1,
1- 2;
| 2. Luther / Digital 3. Elberfelder / Buch 4. Luther / Buch 5. Jubiläumsbibel 6. Herder 7. Nestle-Aland Interlinear 8. Jüdisches Neues Testament 9. Neue Welt (ZJ) 10. Wuppertaler STB |
durch den er auch die Welt gemacht hat. durch den er auch die Welten gemacht hat. durch ihn hat er auch die Welt gemacht. durch welchen er auch die Welt gemacht hat. durch den er auch die Welten geschaffen hat. durch den auch er gemacht hat die Welten. durch den er das Universum erschaffen hat. durch den er die Systeme der Dinge gemacht hat. durch ihn hat er auch die Welten geschaffen. |
ENGLISCH
| 11. Darby Translation 12. King James 13. New American Standard ´77 14. New American Standard ´95 15. Revised Standard Vers. ´47 |
by whom also he made the worlds. (Welten) by whom also He made the worlds. (Welten) through whom also He made the world. (Welt) through whom also He made the world. (Welt) through whom also he created the world. (Welt) |
Wie Sie sehen, wird dieser Text in 13 Übersetzungen mit „Welt(en)” bzw. „world(s)”
übersetzt, das Jüdische Neue Testament spricht hier sogar von „Universum” und nur die Neue
Welt Übersetzung der Zeugen Jehovas formuliert hier – aus verständlichen Gründen –
mit dem etwas vagen Begriff „Systeme der Dinge”.
Wenn das also – wie Sie meinen – tatsächlich ein Übersetzungsfehler sein sollte, dann
ist er zumindest weit verbreitet.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Es ist Ihnen offensichtlich nicht daran gelegen die Wahrheit zu
veröffentlichen, wohl aber in großer Quantität einen philosophisch geprägten Irrglauben, der
auch nicht wahrer wird, je öfter man ihn vertritt.
Ein gutes Beispiel ist die Aufzählung der verschiedenen Bibelübersetzungen (ausgelassen wurde
von Ihnen der griechische Urtext), die alle das selbe Aussagen, aber mit keinem Wort von Ihnen
erwähnt wird, welches griechische Grundwort hier Anwendung findet, geschweige denn, was es
bedeutet. Diese Methode lässt gerade Nicht-Unvoreingenommene Leser abschrecken, auf die Sie
doch besonderen Wert legen. Sie geben vor, ausführlich zu dokumentieren, es wird dennoch
gezielt unterschlagen. Das ist meiner Meinung nach nicht fair.
Das griechische Wort für „Welten” ist „Äon” oder „Aion”. Das Wort dient dem NT als
wesentlicher Terminus seines Geschichtsverständnisses, seiner Eschatologie. Im N.T. kommt das
Subst. „aion” über 100mal vor:
a) lange Zeit, Zeitdauer, womit sowohl eine genau begrenzte als auch eine unbegrenzte Zeit
gemeint sein kann, vor allem in Verbindung mit einer Präposition.
b) Weltzeit, Weltdauer, so vor allem bei Mt., wenn er vom Ende der Welt spricht (13, 39; 28,
20). Damit ist der Ablauf des Weltgeschehens, die Weltgeschichte bezeichnet.
Diese kurze Erklärung dürfte dem Leser meinen Einwand zu Hebr. 1, etwas deutlicher gemacht
haben.
Tomas Cramer e-mail: cramer@urchristen.de
/ http://www.urchristen.de
Die Beurteilung Ihrer Anschuldigung, ich würde einen „philosophisch geprägten
Irrglauben” verbreiten, möchte ich dem mündigen Leser überlassen und daher hier nicht weiter
darauf eingehen. Ich nehme jedoch zur Kenntnis, dass Sie auf meine Gegenargumente keine Antworten zu
finden scheinen.
Die Bedeutung des grie. aion ist (nach Menge): Lebenszeit, Leben, Generation, Zeit, Zeitdauer,
Zeitraum, Ewigkeit. Dies ist wohl auch all den von mir angeführten Übersetzern der verschiedenen
Bibelübersetzungen klar gewesen. Dennoch haben sie alle hier mit „Welt” übersetzt.
Und weil von Ihnen kritisiert wurde, dass der griechische Urtext fehlen würde: Die Nestle-Aland
Übersetzung (in der Aufstellung oben die Nr. 7) enthält den Urtext in Griechisch.
Auf ausdrücklichen Wunsch von T. Cramer wird diese Diskussion weitergeführt. Um allerdings diesen
Diskurs nicht zu überfrachten und die Ladezeiten dieses Dokuments für den Besucher in akzeptablen
Dimensionen zu halten, sind die weiteren Argumente in einem neuen Dokument „Die
Dreieinigkeit, ein unbiblisches Denkschema? - 2. Teil” nachzulesen.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Gleich die erste Aussage in Ihren sehr umfangreichen persönlichen Meinung über
die Trinität Gottes und die Präexistenz Jesu Christi enthält eine unumstößliche Wahrheit:
Der Begriff der „Dreieinigkeit” Gottes – und man kann hinzufügen – der Begriff
der „Präexistenz” Jesu Christi steht tatsächlich nirgends in der ganzen Heiligen Schrift!
Frage: Warum will man sie dennoch beweisen und bemüht dazu endlos erscheinende Bibelzitate?
Warum lässt man Gottes Wort nicht einfach so stehen, wie es steht? Man könnte nun auf jede
einzelne Erklärungen zu Ihrer Argumentation eingehen und nachweisen, dass man die einzelnen
Bibelstellen im Blick auf die Gesamtaussage der Bibel durchaus auch anders verstehen kann, als
Sie sie interpretieren. Das aber würde dazu führen, dass Ihrer etwa 12 DIN A4 Seiten langen
Argumentation 20 Seiten DIN A4 Gegenargumentation folgen würden. – Wer hat Lust und Zeit
dazu, das alles sorgfältig zu lesen und zu prüfen? Ich bin aber gern dazu bereit auf einzelne
Bibelstellen einzugehen für den, den das interessiert. Dennoch sollen drei kurze Fragen zum
Nachdenken über das angesprochene Thema anregen:
1. Wenn Gott von Anfang an in Seiner Selbstoffenbarung ausdrücklich und unzweideutig sagt, dass
Er der „einzige” ist – bitte dazu Jesaja 44,6 lesen – warum will man Ihm so
penetrant widersprechen und Ihm sagen dass Er „dreieinig” zu sein hat?
2. Wenn der heilige Geist Gottes nach der Trinitätslehre eine eigenständige „Person”, wer
ist dann der Vater Jesu Christi – Gott oder der heilige Geist (Lukas 1,35)?
3. Wenn in der Heiligen Schrift ausdrücklich gesagt wird, dass Jesus Christus der leibliche
Nachkomme Abrahams und Davids ist (Matthäus 1,1), wie kann er dann vor diesen beiden Männern
gelebt haben? Ist Zeugung nicht mehr Zeugung und Geburt nicht mehr Entstehung neuen Lebens?
Von Anfang an hat Gott immer wieder betont, dass Er der einzige ist. Die Gesamtaussage der
Selbstoffenbarung Gottes gipfelt in der Aussage: „Es ist kein Gott außer Jahwe, und Jesus ist
sein Messias!” Diese klare biblische Aussage steht im Mittelpunkt der Offenbarung Gottes! Dass
dies absolut biblisch ist, kann am Beispiel dreier eindeutiger Bibelstellen belegt werden.
Dieser einzig-eine Gott offenbarte sich nämlich Mose zunächst mit der Erklärung: „Gott
sprach zu Mose: ‘Ich bin, der ich bin!’ Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel
sagen: ‘Ich bin’, der hat mich zu euch gesandt. Und nochmals sprach Gott zu Mose: Also
sollst du zu den Kindern Israels sagen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der
Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich und meine
Benennung für und für. Geh’ hin und versammle die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen:
”Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist mir erschienen...”
(2.Mose 3,14-16). Danach gebot dieser einzige lebendige und allmächtige Gott Seinem Volk
Israel: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthaus,
geführt habe. Du sollt keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Bildnis noch
irgendein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, was unten auf Erden,
noch dessen, was in den Wassern, unterhalb der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen
nicht; denn Ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott” (2.Mose 20,1-5). Dieses Gebot,
nur den alleinigen, einzigen Gott zu verehren, zieht sich durch die ganze Bibel hindurch.
Wir lesen: „Höre Israel, Jahwe, unser Gott soll der Einzige sein! Und du sollst Jahwe, deinen
Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit aller deiner Kraft!”
(5.Mose 6,4.5). Auf diese Aussage beruft sich auch Jesus Christus in seinem Gespräch mit einem
Schriftgelehrten, dem er erklärt: „Das vornehmste aller Gebote ist: `Höre, Israel, der HERR,
unser Gott, ist ein einziger HERR; und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von deinem
ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner
Kraft!’ Dies ist das vornehmste Gebot" (Mark 12,29.30).
Wie lebenswichtig die richtige Gotteserkenntnis und das richtige Verständnis über den Sohn
Gottes ist, betont Jesus in seinem Gebet kurz vor seinem Tod: „Vater, die Stunde ist gekommen;
verherrliche deinen Sohn, damit auch der Sohn dich verherrliche! Gleichwie du ihm Vollmacht
gegeben hast über alles Fleisch, auf dass er ewiges Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast,
Jesum Christum, erkennen" (Joh 17,1-3). Und damit das auch wirklich allen klar wird, betont
er nach seiner Auferweckung aus den Toten durch seinen Vater (Apg 2,24; Apg 3,15.26; Apg 4,10;
Apg 17,31; Röm 4,24; 1.Kor 6,14; u.a.) und kurz vor seiner Himmelfahrt zu dessen Seite: „Rühre
mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern
und sage ihnen, ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem
Gott" (Joh 20,17).
Wir müssen also in der Bibel nachlesen, was Gott und Christus über sich selbst sagen. Die
richtige Gotteserkenntnis kann nicht unserer Phantasie überlassen bleiben, denn die biblischen
Aussagen sind klar und unumstößlich. Und - wie Jesus betont – von der richtigen
Gotteserkenntnis hängt es ab, ob wir das ewige Leben bekommen und im Reich Gottes Leben dürfen
oder nicht (Joh 17,3).
(Walter Hink Walter.Hink@t-online.de / http://www.christadelphian.de/
)
Zu den grundsätzlichen Fragen:
„Warum (...) bemüht man dazu endlos erscheinende Bibelzitate?”
Diese Bibelzitate geben dem Leser die Möglichkeit, sofort und noch im Lesefluss,
die Aussagen zu überprüfen und sich selbst ein Bild zu machen, ob hier auf der Grundlage der Bibel
argumentiert wird. Nachdem diese Zitate im Schriftformat vom Kommentartext unterschieden werden,
kann der nicht interessierte Leser problemlos über diese Passagen hinweglesen.
„Das aber würde dazu führen, dass Ihrer etwa 12 DIN A4 Seiten langen
Argumentation 20 Seiten DIN A4 Gegenargumentation folgen würden. – Wer hat Lust und Zeit
dazu, das alles sorgfältig zu lesen und zu prüfen?”
Wenn ich es richtig sehe, haben z. B. Sie sich die Zeit dazu genommen. Und wenn man
die Beiträge auf Ihrer Website zum Vergleich nimmt, hat z. B. der Beitrag „Israels Bedeutung in
der Endzeit” 17 DIN A4 Seiten und ist mit Bibelzitaten (meist allerdings in Referenzform) nur so
gespickt.
Sie sollten aber auch die Urteilsfähigkeit der Leser nicht unterschätzen. Die meisten wissen
ziemlich genau wann und wo sie ins Detail gehen müssen und wo nicht.
Zu den theologischen Fragen:
"Der Begriff der „Dreieinigkeit” Gottes – und man kann
hinzufügen – der Begriff der „Präexistenz” Jesu Christi steht tatsächlich nirgends in
der ganzen Heiligen Schrift!"
Wiewohl der Begriff „Präexistenz” in der Bibel nicht vorkommt, haben wir doch
den eindeutigen Beweis sowohl der Präexistenz als auch der Postexistenz des Sohnes Gottes in Jh
17,1-5:
Verherrliche mich bei dir selbst, Vater, mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!
Jh 17,1 Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und
sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche,
17,2 wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben gebe! 17,3 Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und
den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 17,4 Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das
Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. 17,5 Und nun
verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die
Welt war! Jh 17, 1- 5;
Hier betet der Herr Jesus selbst zum Vater und bittet ihn, ihn nach seiner Auffahrt
in den Himmel wieder mit jener Herrlichkeit zu verherrlichen, welche er beim Vater bereits hatte ehe
die Welt war. Dies ist ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass Jesus Christus schon beim Vater war,
ehe die Welt geschaffen wurde und damit für seine Präexistenz. Und diese Herrlichkeit hat der Sohn
Gottes auch wieder nach seiner Auferstehung und Auffahrt zum Vater eingenommen.
"1. Wenn Gott von Anfang an in Seiner Selbstoffenbarung
ausdrücklich und unzweideutig sagt, dass Er der „einzige” ist – bitte dazu Jesaja 44,6
lesen – warum will man Ihm so penetrant widersprechen und Ihm sagen dass Er „dreieinig” zu
sein hat?"
Sehen wir uns also dazu Jes 44,6 an:
Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.
Jes 44,6 So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der
HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.
Jes 44, 6;
Hier steht eindeutig: „Ich bin der Erste und der Letzte, außer mir gibt es keinen
Gott”. Wenn wir uns nun dazu auch noch Off 1,13-18 besehen, ist dort die Rede von einem „Menschensohn”:
Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte.
Off 1,13 Und inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn,
bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand und an der Brust umgürtet mit einem
goldenen Gürtel; 1,14 sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und
seine Augen wie eine Feuerflamme 1,15 und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im
Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser; 1,16 und er hatte in seiner rechten Hand
sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein
Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.
1,17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und
sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 1,18 und der Lebendige, und ich
war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und
des Hades. Off 1,13-18;
Dieser „Menschensohn” beruhigt Johannes, der ob der Herrlichkeit der Erscheinung
dieses „Menschensohns” ohnmächtig geworden war und sagt ihm „Fürchte dich nicht! Ich bin der
Erste und der Letzte”. Wenn wir nun Jes 44,6 – wo Gott von sich sagt, dass er der Erste und
der Letzte ist - im Sinne der Christadelphian interpretieren, dann müsste es sich hier um Gott
persönlich handeln. Kann das stimmen? Natürlich nicht. Hier handelt es sich um Jesus Christus, den
Sohn Gottes, und er sagt von sich, dass er der Erste und der Letzte ist.
Wenn wir andererseits behaupten würden, dass dies der Mensch Jesus Christus ist, der das von sich
behauptet, würden wir ihn in Konkurrenz zu Gott stellen und das wäre sicher auch nicht richtig.
Also bleibt nur die eine Möglichkeit: Gott ist einer und in ihm ist Jesus Christus, sein Sohn. Dies
bestätigt uns auch das Johannesevangelium:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Jh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das
Wort war Gott. 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. 1,3 Alles wurde durch dasselbe, und
ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 1,4 In ihm war Leben, und das Leben war
das Licht der Menschen. 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht
erfasst. Jh 1, 1- 5;
Das „Wort” – also der Herr Jesus Christus – war im Anfang bei
Gott und er war Gott.
Und beim Heiligen Geist haben wir das gleiche Problem, wenn wir die Dreiheit Gottes leugnen. Was
machen wir dann mit folgender Schriftstelle:
Der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen.
Jh 14,26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden
wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt
habe. Jh 14,26;
Wenn Gott nur einer ist, wer ist dann dieser Heilige Geist, den er hier im Namen
Christi sendet? Nach Auffassung der Christadelphian müsste das dann auch Gott persönlich sein, der
da kommt. Aber das ist nicht möglich, weil ja der Herr sagt „den der Vater senden wird”. Gott
kann sich doch nicht selbst senden.
Wenn wir auch hier die Antithese prüfen und behaupten würden der Heilige Geist ist völlig
getrennt von Gott, so kämen wir zum Polytheismus, zum Mehrgottglauben, was natürlich genauso
falsch wäre. Daher gilt auch hier: Gott ist einer und in ihm ist auch der Heilige Geist, der jedoch
– genau wie der Sohn – „gesendet” werden kann, also „außerhalb” des Vaters
agieren kann.
"2. Wenn der heilige Geist Gottes nach der Trinitätslehre eine
eigenständige „Person” ist, wer ist dann der Vater Jesu Christi – Gott oder der heilige
Geist (Lukas 1,35)?"
Sehen wir uns dazu den diesbezüglichen Bericht im Matthäusevangelium an:
Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.
Mt 1,18 Mit dem Ursprung Jesu Christi verhielt es sich aber so: Als
nämlich Maria, seine Mutter, dem Josef verlobt war, wurde sie, ehe sie zusammengekommen waren,
schwanger befunden von dem Heiligen Geist. 1,19 Josef aber, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht
öffentlich bloßstellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. 1,20 Während er dies aber
überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, Sohn Davids,
fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das in ihr Gezeugte ist
von dem Heiligen Geist. Mt 1,18-20;
Mit der Aussage in Mt 1,20 „Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist”
haben wir nach der Auffassung der Dreieinigkeit kein Problem: Gott sandte den Heiligen Geist, der
die Maria befruchtete und nachdem der Heilige Geist im Sinne der Dreieinigkeit gleichzeitig ein
integrierender „Bestandteil” Gottes ist, ist natürlich Gott der Vater Jesu Christi.
Nach Auffassung der Christadelphian ergibt sich hier jedoch ein Dilemma: Was macht man mit der
Aussage: „Das Gezeugte ist vom Heiligen Geist”? Wenn es nur einen Gott gibt, wieso kann dann der
Heilige Geist – getrennt von diesem Gott – in die Welt kommen und die Menschen lehren,
wie oben in Jh 14,26, und hier in Mt 18,20 gar Kinder zeugen? Die Alternative dazu wäre, dass es
Gott ist, der sich selbst gesendet hat, um die Jünger zu lehren und Jesus Christus zu zeugen. Und
das ist natürlich genauso unsinnig.
"3. Wenn in der Heiligen Schrift ausdrücklich gesagt wird, dass
Jesus Christus der leibliche Nachkomme Abrahams und Davids ist (Matthäus 1,1), wie kann er dann vor
diesen beiden Männern gelebt haben? Ist Zeugung nicht mehr Zeugung und Geburt nicht mehr Entstehung
neuen Lebens?"
Hier befinden Sie sich – ähnlich wie die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu - im
direkten Widerspruch zu den Aussagen des Herrn in Jh 8,58.
Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.
Jh 8,53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben
ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 8,54 Jesus antwortete: Wenn ich
mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er
ist unser Gott. 8,55 Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte: Ich
kenne ihn nicht, so würde ich euch gleich sein: ein Lügner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre
sein Wort. 8,56 Abraham, euer Vater, jubelte, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und
freute sich.
8,57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
8,58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich. 8,59
Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel
hinaus. Jh 8,53-59;
Hier sagt Jesus den Juden: „Abraham, euer Vater, jubelte, daß er meinen Tag sehen
sollte, und er sah ihn und freute sich.” Und ebenso wie Sie oben sagen „Wenn (...) Christus der
leibliche Nachkomme Abrahams und Davids ist (Matthäus 1,1), wie kann er dann vor diesen beiden
Männern gelebt haben?” sagten auch damals die Juden: „Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und
hast Abraham gesehen?”.
Und hier antwortet der Herr den Juden: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin
ich.” – Diese Antwort gilt dann auch für die Christadelphian, sofern sie sich nicht auch
dem Vorwurf des Herrn aussetzen wollen, Lügner zu sein.
Wenn Sie nun in Ihrem Kommentar schreiben: „Wir müssen also in der Bibel nachlesen, was Gott und
Christus über sich selbst sagen. Die richtige Gotteserkenntnis kann nicht unserer Phantasie
überlassen bleiben, denn die biblischen Aussagen sind klar und unumstößlich”, dann haben Sie
also meine volle Zustimmung.
"Von Anfang an hat Gott immer wieder betont, dass Er der einzige
ist. Die Gesamtaussage der Selbstoffenbarung Gottes gipfelt in der Aussage: "Es ist kein Gott
außer Jahwe, und Jesus ist sein Messias!" Diese klare biblische Aussage steht im Mittelpunkt
der Offenbarung Gottes!"
Dies ist eben keine „klare biblische Aussage”. So wie Sie das hier zitieren
finden sie es nirgendwo in der Bibel. Sie verwechseln das möglicherweise mit dem Bekenntnis des
Islam: „Es ist kein Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet”.
Aufgrund der weiter oben zitierten Schriftstellen, ist nachgewiesen, dass sowohl der Heilige Geist
(Jh 14,26) als auch der Sohn (Jh 5,36-37) vom Vater gesendet worden sind und daher räumlich (nicht
geistig!) getrennt vom Vater agieren und existieren können. Das ist die Dreiheit in der Einheit.
Die Einheit in der Dreiheit ist die Konsequenz aus den Aussagen der Schrift, wie u. a. Jes 44,6,
speziell aber 1Kor 8,6:
So ist doch für uns ein Gott, der Vater, und ein Herr, Jesus Christus durch den alle Dinge sind.
1Kor 8,6 So ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle
Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind
und wir durch ihn. 1Kor 8, 6;
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Vielleicht sollte ich jetzt wirklich etwas ausführlicher darauf eingehen, wie
wir Urchristen (Christadelphian) die von Ihnen immer wieder bemühten Schriftstellen zur
angeblichen Präexistenz Jesu Christi aus der Gesamtsicht der Heiligen Schrift sehen. Es bleibt
dem Leser dann überlassen, was er für glaubwürdiger hält. Denn wir unterschätzen die
Urteilsfähigkeit der Leser keineswegs. Die meisten wissen, was logisch ist und was
unglaubwürdig klingt. Und um "Logig" geht es in diesem Fall insbesondere, denn das
"Wort" in Johannes 1,1 heißt nicht „Jesus”, sondern „logos”! (...)
Wenn wir berücksichtigen, dass Johannes in seiner Ausdrucksweise tatsächlich sehr stark vom
griechischen Denken geprägt ist (darum unterscheidet sich sein Evangelium stilistisch und in
der Wortwahl so sehr von den anderen drei Evangelien), würde sich in normalem Sprachgebrauch
die Einleitung zum Johannes-Evangelium frei übertragen so lesen:
„Im Anfang hatte Gott einen Plan, Er hegte eine Absicht und dachte spekulativ, wohlüberlegt
und dabei auch die Folgerungen und das Ergebnis für Ihn und Seine Schöpfung voraussehend. Und
da am Anfang tatsächlich gar nichts war als Gott allein, war logischerweise Er dieser Plan, die
Absicht, der logos”. Johannes schreibt deshalb: „Und Gott war das Wort” - logisch! (...)
Im Hinblick auf diesen Menschen, Seinen Sohn, hat Gott alles geschaffen! Daher die Aussagen „durch
ihn” (Jesus) hat Gott alles geschaffen, besser übersetzt müssten diese Aussagen lauten „im
Hinblick auf ihn” (Jesus) hat Gott alles erschaffen! (...)
Durch diese Zeugung mittels des heiligen Geistes entstand in Maria ein Mensch, der nach seiner
Abstammung tatsächlich wahrheits- und schriftgemäß als Nachkomme (Same) Abrahams (1.Mose
22,17 und Gal 3,16), als „Davids Sohn” (2.Sam 7,12-16; Jes 11,1-1-9; Matth 1,1) und als „Menschensohn”
(Dan 7,13; Matth 8,20) angesprochen und bezeichnet werden konnte. Diese Benennungen wären bei
einer Prä-Existenz Jesu ganz unmöglich und unhaltbar. Dieser Tatsache müssen scheinbare
Hinweise, dass Jesus von Anfang an persönlich bei Gott war, untergeordnet werden. (...)
Mit dieser Tatsache der Planung Gottes und der Ausführung Seines Vorhabens sind für uns
Urchristen (Christadelphian) alle Bibelstellen nüchtern und logisch, auch wenn Johannes
schreibt: „Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er
war früher als ich", und auch wenn Jesus sagt: „Ehe Abraham ward, bin ich!” Denn Jesus
sagt im gleichen Atemzug: „Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte.
Und er sah ihn und freute sich” (Joh 8,56).
Welchen Tag Jesu sah Abraham?. Den Tag der Herrlichkeit Jesu Christi, wenn er in Macht und
Herrlichkeit kommt, um das Reich Gottes auf der Erde aufzurichten! Den Tag sah Abraham? Wie
konnte er diesen zukünftigen Tag sehen? Er sah ihn nicht real. Er sah ihn mit gläubigem
Herzen, weil er Gottes Verheißungen kannte. Er sah das, was noch nicht existierte, als
Realität, weil es Gott verheißen hatte. (...)
Darum, und nicht um kleinliche Streitfragen aufzuwerfen, bin ich so ausführlich auf dieses
Thema eingegangen, denn wir sind ein Leben lang auf der Suche nach der WAHRHEIT des Wortes
Gottes (Joh 18,38 und Joh 17,17). Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausführungen ein paar nützliche
Gedankenanregungen vermitteln konnten.
(Walter Hink Walter.Hink@t-online.de / http://www.christadelphian.de/nord/who.htm)
*Aufgrund der außerordentlichen Länge des Beitrags wurden jene Passagen, welche sich nicht
unmittelbar mit dem Thema befassen ausgespart.
Sie schreiben:
„Wenn wir berücksichtigen, dass Johannes in seiner Ausdrucksweise
tatsächlich sehr stark vom griechischen Denken geprägt ist (darum unterscheidet sich sein
Evangelium stilistisch und in der Wortwahl so sehr von den anderen drei Evangelien), würde sich in
normalem Sprachgebrauch die Einleitung zum Johannes-Evangelium frei übertragen so lesen:
”Im Anfang hatte Gott einen Plan, Er hegte eine Absicht und dachte spekulativ, wohlüberlegt und
dabei auch die Folgerungen und das Ergebnis für Ihn und Seine Schöpfung voraussehend’. Und da am
Anfang tatsächlich gar nichts war als Gott allein, war logischerweise Er dieser Plan, die Absicht,
der ”logos’. Johannes schreibt deshalb: ”Und Gott war das Wort’ - logisch!” (...)
Dieser Ihrer Interpretation stelle ich nun den tatsächlichen Schrifttext gegenüber
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Jh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das
Wort war Gott. 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. 1,3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne
dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.1,4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht
der Menschen. 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
Jh 1, 1- 5;
Sie wollen also das „Wort” in Jh 1,1 mit „Plan” übersetzen. Was machen Sie
dann aber mit diesem „Plan” im Vers 4: „In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der
Menschen”? Erkennen Sie nicht, dass Sie hier sowohl dem „Wort” in Jh 1,1, als auch dem Wort
Gottes in Gesamtheit Gewalt antun? Dies bezieht sich auf den Herrn Jesus, ebenso wie die
nachfolgenden Verse in diesem Kapitel, die sich immer noch auf das „Wort” aus dem ersten Vers
beziehen:
Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.
Jh 1,10 Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und
die Welt kannte ihn nicht. 1,11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; Jh
1,10-11;
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.
Jh 1,14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir
haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller
Gnade und Wahrheit. - 1,15 Johannes zeugt von ihm und rief und sprach: Dieser war es, von dem ich
sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir geworden, denn er war eher als ich. Jh 1,14-15;
Wer ist es wohl, von dem Johannes hier sagt: „Der nach mir kommt, ist vor mir
geworden”? War das der „Plan” oder war das der Sohn Gottes?
Natürlich steht in Jh 1,1 „logos” und nicht „Jesus”. Doch dies hat auch niemand behauptet.
Aber abgesehen von dem logischen Zusammenhang – weil Sie auch die Logik bemüht haben –
welcher sich in diesem Kapitel ergibt und der im Normalfall unübersehbar ist, müssten Sie als
Bibelkenner wissen, dass die tatsächliche Grundlage für die Interpretation von logos in Jh 1,1 als
Jesus Christus in der – ebenfalls von Johannes verfassten - Offenbarung zu suchen ist. Dort
heißt es:
Er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewand, und sein Name heißt: Das Wort Gottes.
Off 19,11 Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes
Pferd, und der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in
Gerechtigkeit.19,12 Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Diademe,
und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst; 19,13 und er ist
bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewand, und sein Name heißt: Das Wort Gottes. Off
19,11-13;
Oder was denken Sie, von wem hier die Rede ist? Vom „Plan” Gottes? Dies ist ja
der Hintergrund des Wesens Jesu Christi, dass er das „Wort Gottes” ist. Deshalb ist er ja Teil
Gottes und deshalb heißt es ja auch in Jh 1,1 „und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott”,
ebenso wie auch der Geist Gottes Teil Gottes ist.
Als Gott am Anfang sprach: „Es werde”, war dies das Wort Gottes, war es Jesus Christus, welcher
alle Dinge ins Leben rief. Darum heißt es in Jh 1,3 „Alles wurde durch dasselbe, und ohne
dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.” Er ist das tatsächliche Wort Gottes.
In Ihrem nächsten Statement wollen Sie aber gerade diesen Zusammenhang bestreiten:
„Im Hinblick auf diesen Menschen, Seinen Sohn, hat Gott alles
geschaffen! Daher die Aussagen ”durch ihn’ (Jesus) hat Gott alles geschaffen, besser übersetzt
müssten diese Aussagen lauten ”im Hinblick auf ihn’ (Jesus) hat Gott alles erschaffen! (...)”
Wenn Gott alles im Hinblick „auf ihn” geschaffen hat, dann hätte er es nicht
„durch ihn” geschaffen. Nun haben wir aber in Kol 1,16 nicht „auf” sondern „durch”:
Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen;
Kol 1,16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde
geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder
Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; Kol 1,16;
Und wenn Sie meinen, dass es hier „besser übersetzt” „.. auf ihn” heißen
müsste, dann argumentieren Sie wider besseres Wissen. Denn Sie wissen, dass hier im griechischen
Originaltext nicht „auf” sondern eindeutig „durch” (grie. dia) steht. Es gibt hier also
keine „bessere” Übersetzung, es sein denn man möchte nicht das stehen haben, was hier steht,
sondern etwas anderes.
„Durch diese Zeugung mittels des heiligen Geistes entstand in Maria
ein Mensch, der nach seiner Abstammung tatsächlich wahrheits- und schriftgemäß als Nachkomme
(Same) Abrahams (1.Mose 22,17 und Gal 3,16), als ”Davids Sohn’ (2.Sam 7,12-16; Jes 11,1-1-9;
Matth 1,1) und als ”Menschensohn’ (Dan 7,13; Matth 8,20) angesprochen und bezeichnet werden
konnte. Diese Benennungen wären bei einer Prä-Existenz Jesu ganz unmöglich und unhaltbar. Dieser
Tatsache müssen scheinbare Hinweise, dass Jesus von Anfang an persönlich bei Gott war,
untergeordnet werden.”
Sie meinen also, dass Jesus Christus, weil er von einer Frau, seiner Mutter Maria,
geboren wurde, in vollem Umfange und ausschließlich Mensch gewesen sei. Was machen Sie dann mit dem
Umstand, dass er vom Heiligen Geist gezeugt wurde? Denken Sie, dass sich der Anteil des Heiligen
Geistes an der Zeugung in Nichts aufgelöst hat? Jedes menschliche Kind, dessen Eltern
unterschiedlichen Rassen angehören, wird genetische Anteile beider Elternteile aufweisen. Und Sie
denken, wenn Gott seinen Sohn zeugt, wird sich der göttliche Anteil in Luft auflösen? Und dann
wollen Sie auch noch die Hinweise in der Bibel auf diese göttliche Abstammung des Sohnes Gottes
irgendwie „unterordnen”?
Obwohl es die Bibel mehrfach erklärt, dürfte Ihnen dies noch nicht aufgefallen sein: Jesus
Christus hat zwei Stammbäume: einen menschlichen, welcher über seine Mutter auf David und Abraham
zurückgeht und einen göttlichen, welcher über den Heiligen Geist auf Gott zurückgeht. Nachdem
Sie den menschlichen Stammbaum zitieren und sichtlich kennen, möchte ich Ihnen hier noch einmal den
göttlichen Stammbaum darlegen:
Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.
Mt 1,18 Mit dem Ursprung Jesu Christi verhielt es sich aber so: Als
nämlich Maria, seine Mutter, dem Josef verlobt war, wurde sie, ehe sie zusammengekommen waren,
schwanger befunden von dem Heiligen Geist. 1,19 Josef aber, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht
öffentlich bloßstellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. 1,20 Während er dies aber
überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, Sohn Davids,
fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das in ihr Gezeugte ist
von dem Heiligen Geist. Mt 1,18-20;
Ein Engel des Herrn hat hier Josef bestätigt, dass das Kind der Maria vom Heiligen
Geist gezeugt worden ist.
Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn?
Mt 22,41 Als aber die Pharisäer versammelt waren, fragte Jesus sie
22,42 und sagte: Was haltet ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm:
Davids. 22,43 Er spricht zu ihnen: Wie nennt David ihn denn im Geist Herr, indem er sagt: 22,44
«Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege unter
deine Füße»? 22,45 Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn? 22,46 Und niemand
konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand von dem Tag an, ihn weiter zu befragen. Mt
22,41-46;
Ebenso wie die Christadelphian, haben auch die Pharisäer behauptet, Jesus sein ein
(menschlicher) Nachkomme, ein „Sohn” Davids. Und der Herr zitiert dann Psalm 110,1, wo David,
voll des Heiligen Geistes, spricht: „Der Herr sprach zu meinem Herrn..” und mit „meinem Herrn”
den Sohn Gottes, Jesus Christus meinte. Und als der Herr Jesus die Pharisäer dann fragte, wieso er
denn Davids Sohn sein sollte, wenn David ihn „Herr” nennt, waren ihre Mäuler gestopft und sie
wagten nichts mehr zu sagen.
Eine ganz ähnliche Situation finden wir hier in Bezug auf Abraham vor, welche bereits zitiert
wurde, aber der Vollständigkeit halber hier noch einmal angeführt werden soll.
Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.
Jh 8,53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben
ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 8,54 Jesus antwortete: Wenn ich
mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er
ist unser Gott. 8,55 Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte: Ich
kenne ihn nicht, so würde ich euch gleich sein: ein Lügner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre
sein Wort. 8,56 Abraham, euer Vater, jubelte, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und
freute sich.
8,57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
8,58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich. 8,59
Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel
hinaus. Jh 8,53.59;
Die Juden klagten Jesus an und beschuldigten ihn, dass er sich überschätzen
würde, wenn er sich über Abraham stellt. Und der Herr sagte ihnen: „Ihr habt Gott nicht erkannt”
und „Abraham jubelte, als er meinen Tag sah”.
Als ihm die Juden dann Vorhalte machten und meinten: „Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und
hast Abraham gesehen?”, womit sie einfach leugnen wollten, dass Jesus bereits vor Abraham
existiert hat, sagte ihnen Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich”.
Das heißt, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes eben bereits vor Abraham existiert hatte.
Und schließlich haben wir die eindeutige Aussage des Herrn, welche seine Präexistenz bestätigt:
Verherrliche mich bei dir selbst, Vater, mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!
Jh 17,1 Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und
sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche,
17,2 wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben gebe! 17,3 Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und
den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 17,4 Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das
Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. 17,5 Und nun
verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die
Welt war! Jh 17, 1- 5;
Der Herr bittet hier den Vater, er möge ihn mit jener Herrlichkeit verherrlichen,
welche er beim Vater schon hatte, ehe die Welt war. Für „Welt” steht hier im griechischen
Urtext „kosmos”.
Die Christadelphian weisen jedoch alle diese Nachweise zurück und behaupten, das Wort Gottes, der
Logos, sei einfach die „Planung” Gottes:
„Mit dieser Tatsache der Planung Gottes und der Ausführung Seines
Vorhabens sind für uns Urchristen (Christadelphian) alle Bibelstellen nüchtern und logisch, auch
wenn Johannes schreibt: ”Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir
gewesen, denn er war früher als ich’ und auch wenn Jesus sagt: ”Ehe Abraham ward, bin ich!’
Denn Jesus sagt im gleichen Atemzug: ”Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen
sollte. Und er sah ihn und freute sich.’ (Joh 8,56).
Welchen Tag Jesu sah Abraham? Den Tag der Herrlichkeit Jesu Christi, wenn er in Macht und
Herrlichkeit kommt, um das Reich Gottes auf der Erde aufzurichten! Den Tag sah Abraham? Wie konnte
er diesen zukünftigen Tag sehen? Er sah ihn nicht real. Er sah ihn mit gläubigem Herzen, weil er
Gottes Verheißungen kannte. Er sah das, was noch nicht existierte, als Realität, weil es Gott
verheißen hatte.”
Und nun zögern Sie auch nicht, die Aussage des Herrn „Ehe Abraham war, bin ich”
als unbedeutend hinzustellen und für den "Tag" der Geburt des Gottessohnes, den Abraham
sah, eine passendere Interpretation zu liefern.
Es tut mir leid, ich habe mich redlich bemüht, doch wie es scheint, konnte ich mit all den
Nachweisen aus der Schrift bei Ihnen kein Verständnis erreichen und wenn Sie eindeutige Aussagen
der Schrift nicht gelten lassen, haben Sie dieser Diskussion den fruchtbaren Boden entzogen. Deshalb
denke ich, dass uns eine weitere Argumentation auch nicht weiterbringen wird und daher die
Diskussion hier beendet werden sollte.