Diskurs 751 - Die Geschichte meiner Seele - Therese von Lisieux.




Die Geschichte meiner Seele (L’histoire de mon âme). / Buch von Marie-Françoise-Thérèse Martin (Therese von Lisieux)

Warum musste Jesus am Kreuz sterben? / Vortragscript Pfarrer Johann Pucher 00, 2001-03-25


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

Die Geschichte meiner Seele [L’histoire de mon âme], Buch von Marie-Françoise-Thérèse Martin (Therese von Lisieux). *)

Seit einiger Zeit hatte ich mich dem Jesuskind als sein kleines Spielzeug angeboten. Ich hatte ihm gesagt, es solle mich nicht wie ein kostbares Spielzeug behandeln, das die Kinder nur anschauen, weil sie nicht wagen, es anzurühren, sondern als einen kleinen Ball von keinerlei Wert, den es auf den Boden werfen, mit dem Fuß stoßen, durchbohren, in einem Winkel liegen lassen oder an sein Herz drücken könne, wenn es ihm Freude mache. Mit einem Wort, ich wollte den kleinen Jesus unterhalten, ihm Spaß machen, ich wollte mich ganz seinen kindlichen Unberechenbarkeiten überlassen. … Er hatte mein Gebet erhört. … In Rom durchbohrte Jesus sein kleines Spielzeug (da sie vom Papst nicht die Erlaubnis erhielt, mit 15 Jahren in den Karmel einzutreten). Er wollte sehen, was darin war, und nachdem er es gesehen, ließ er, von seiner Entdeckung befriedigt, seinen kleinen Ball fallen und schlief ein … Was tat er während seines sanften Schlummers, und was wurde aus dem kleinen verlassenen Ball? … Jesus träumte, er spiele noch immer mit seinem Spielzeug, indem er es abwechselnd fallen ließ und, nachdem er es wegrollen ließ, wieder aufnahm, er drückte es an sein Herz, ohne jemals mehr zuzulassen, daß es seiner kleinen Hand entgleite.

O kleines Kind, mein einziger Schatz, ich gebe mich deinen göttlichen Einfällen hin; ich will keine andere Freude, als dich zum Lächeln zu bringen. Schenke mir deine Gnaden und deine kindlichen Tugenden, damit die Engel und die Heiligen bei meiner Geburt im Himmel in deiner kleinen Braut Therese vom Kinde Jesus erkennen.

Ständig klang seit diesem Tag das Wort des sterbenden Heilands: "Mich dürstet!" (Joh 19,28) in meiner Seele wider und entfachte darin einen nie zuvor gekannten, glühenden Seeleneifer. Ich wollte meinem Vielgeliebten zu trinken geben. Ja, vom Durst nach Seelen fühlte ich mich selbst geradezu verzehrt. Die Sünder wollte ich um jeden Preis der ewigen Verdammnis entreißen.

*) Auszug aus Therese von Lisieux - Geschichte einer Seele



Diese völlig abwegige Vorstellung, dass der Schöpfer des Universums ein Kleinkind sei, dessen „kindlichen Unberechenbarkeiten” man sich überlassen und welches ein menschliches Wesen als „Spielzeug” benutzen und diesen Menschen „mit dem Fuß stoßen, durchbohren, in einem Winkel liegen lassen” könnte, ist die Konsequenz der falschen katholischen Lehre von der „Muttergottes”.

Denn durch ihn ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare.

Kol 1,15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. 1,16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; 1,17 und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn. Kol 1,15-17;


Es ist der leider sehr erfolgreiche Versuch der katholischen Kirche, den Schöpfer und Richter der Welt, unseren Herrn Jesus Christus, als „Jesuskindlein” zu diminuieren, um den katholischen Götzen „Maria” umso größer als „Muttergottes” darstellen zu können. Damit wird das Loskaufopfer des Herrn am Kreuz und seine Mittlerrolle zur quantité négligeable und anstatt dessen die katholische Maria zur „Mittlerin” und „Heilsbringerin” erklärt. Auch wird die Eigenschaft des Herrn als gerechter Richter aller Menschen beim Letzten Gericht sehr gerne verschwiegen oder als „Gott des Zornes des Alten Testaments” einfach abqualifiziert, obwohl diese Aussagen aus einem der wichtigsten Bücher des Neuen Testaments - der Offenbarung Jesu Christi an den Johannes - stammen.

Und er wird die Nationen schlagen und richten in Gerechtigkeit und tritt die Kelter des Zornes Gottes.

Off 19,11 Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. 19,12 Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Diademe, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst; 19,13 und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewand, und sein Name heißt: Das Wort Gottes. 19,14 Und die Kriegsheere, die im Himmel sind, folgten ihm auf weißen Pferden, bekleidet mit weißer, reiner Leinwand. 19,15 Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er mit ihm die Nationen schlage; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen. 19,16 Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. Off 19,11-16;


Der letzte Satz oben, im Auszug aus der Geschichte der Therese von Lisieux: „Die Sünder wollte ich um jeden Preis der ewigen Verdammnis entreißen” und der Hinweis ihrer Ordensschwestern: „Sie identifiziert sich mit dem leidenden Jesus und opfert alles ,für die Sünder' auf” zeigt dann auch den, von ihren katholischen Lehrerinnen im Kloster völlig irrgeleiteten Glauben dieses Mädchens. Ihre Vorstellung, dass sie die Sünder der ewigen Verdammnis entreißen könnte, ist die Folge dieser falschen Lehre. Nur einer konnte diese Tat vollbringen: der Sohn Gottes, unser Herr Jesus Christus am Kreuz. Mit dieser ihrer Aussage bestätigt diese katholische „Heilige” ihre völlige Unkenntnis über den Opfertod des Herrn für alle Sünder der Welt.

Aber das ist nicht verwunderlich, entspricht es doch der Absicht und dem Ziel der katholischen Kirche, das Loskaufopfer des Herrn aus dem Gedächtnis des Kirchenvolks ebenso zu löschen, wie man die Unterschlagung des zweiten der zehn Gebote und deren „Ergänzung” durch eine Zweiteilung des zehnten Gebots den Gläubigen erfolgreich untergeschoben hat. Und wie wir hier unten aus dem Munde eines katholischen Geistlichen erfahren, der sich auf die Schriften von Kardinal Ratzinger, dem jetzigen Papst Benedikt XVI. beruft, geht das sogar so weit, dass man sich im katholischen Klerus nicht scheut, den eigenen Katechismus zu verfälschen, um diese Heilstat unseres Herrn zu vertuschen.

(Siehe auch den Diskurs 32: „Die zehn Gebote Gottes und jene der katholischen Kirche.”)

(Siehe auch den Diskurs 89: „BENEDIKT XVI. - Die jüdische und die katholische Sicht des Jesus von Nazareth.”)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Warum musste Jesus am Kreuz sterben? / Vortragscript Pfarrer Johann Pucher 00, 2001-03-25)

Was haben wir noch im Katechismus gelernt zur Frage: Warum Jesus den Kreuzestod erleiden musste? In der vierten der sechs Grundwahrheiten heißt es – ich zitiere wörtlich aus dem Katechismus: - Die zweite göttliche Person ist Mensch geworden, um uns durch seinen Tod am Kreuz zu erlösen und ewig selig zu machen.

Das wurde so ausgelegt, dass er ans Kreuz musste, um uns zu erlösen. Nur durch seinen Kreuzestod sind wir losgekauft von unseren Sünden und für die ewige Seligkeit gerettet. (…)

Was steht da für ein Gottesbild dahinter? Ein „gerechter” Gott im Sinne von Genugtuung, der das am Kreuz vergossene Blut seines eigenen Sohnes fordert, um verzeihen zu können. In unserem heutigen Empfinden schon eher ein Rachegott. Die Genugtuungs-Gerechtigkeit ist ihm das Wichtigste, dafür opfert er sogar seinen eigenen Sohn. Das ist mittelalterliche Theologie, die so heute nicht mehr gesehen und verkündet wird, aber im Empfinden vieler, besonders älterer Menschen durchaus noch nachwirkt. Mit Sicherheit ist sie nicht biblisch, hat mit der Botschaft Jesu nichts zu tun. (…)


(Der Auszug ist dem Vortragscript „Warum musste Jesus am Kreuz sterben?” vom kath. Pfarrer J. Pucher, Pfarre St. Nikolaus, Wien, entnommen.)



(Siehe auch den Diskurs 30: „Warum musste Jesus am Kreuz sterben?”)


Somit ist also nach katholischer Sicht der Opfertod des Herrn am Kreuz für die Vergebung der Sünden der Welt „nicht biblisch und hat mit der Botschaft Jesu nichts zu tun”. Dass die nachfolgenden Schriftstellen genau das Gegenteil besagen, beweist einmal mehr den unglaublichen Betrug der katholischen Kirche am Kirchenvolk.

Jesus Christus ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

1Jh 2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. 2,2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt. 1Jh 2, 1- 2;

Einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab.

1Tim 2,5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 2,6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 1Tim 2, 5- 6;

Unser Heiland Jesus Christus der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit.

Tit 2,13 Indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus erwarten. 2,14 Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken. Tit 2,13-14;

In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.

Hbr 10,10 In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi. 10,11 Und jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst und bringt oft dieselben Schlachtopfer dar, die niemals Sünden hinwegnehmen können. 10,12 Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes. 10,13 Fortan wartet er, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner Füße. 10,14 Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. Hbr 10,10-14;

Wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer.

Eph 5,1 Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! 5,2 Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch! Eph 5, 1- 2;


Wenn also der Tod des Herrn tatsächlich nichts mit der Vergebung unserer Sünden zu tun hätte, stellt sich die Frage, warum die katholische Kirche bei jeder Messe mittels „Transsubstantiation” - also der angeblichen Umwandlung von einem Stück Teig in den Körper des Sohnes Gottes - den Leib des Herrn erneut opfert?

Christus hat ein für allemal das Sündopfer dargebracht, als er sich selbst dargebracht hat.

Hbr 7,26 Denn ein solcher Hoherpriester geziemte sich auch für uns: heilig, sündlos, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden, 7,27 der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, dann für die des Volkes; denn dies hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. Hbr 7,26-27;

Christus, der er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen.

Hbr 9,27 Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, 9,28 so wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Male ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten. Hbr 9,27-28;

Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes.

Hbr 10,11 Und jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst und bringt oft dieselben Schlachtopfer dar, die niemals Sünden hinwegnehmen können. 10,12 Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes. Hbr 10,11-12;


Und wenn wir uns die Aussage des Herrn bei der Einsetzung dieses symbolischen Gedächtnismahles ansehen, weist er darauf hin, dass es der Wein ist, der das Blut des Bundes symbolisiert, welches zur Vergebung der Sünden der Welt vergossen wurde. Nachdem aber in der katholischen Kirche gerade das Trinken des Weins bei der Messfeier für das Kirchenvolk seit Jahrhunderten verboten und nur den Priestern gestattet ist, bedeutet das, dass die katholische Kirche im Sinne ihrer eigenen Lehre ihren Gläubigen die Sündenvergabe seit Jahrhunderten erfolgreich verwehrt hat.

Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Mt 26,27 Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus! 26,28 Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Mt 26,27-28;

(Siehe auch den Diskurs 752: „Müssen Christen ihre Feinde lieben? - Teil 2: Die katholische Sicht des Themas.”)