Diskurs 81 - Intelligent Design oder Evolution?




Schöpfer oder Evolution? - Der Streit geht weiter. / ORF-Bericht 00, 2005-11-22

Die Theorie der intelligenten Schöpfung.

Trendwende in der katholischen Kirche?

Sind Urknalltheorie und Schöpferglaube nicht zu harmonisieren? / „Die Presse” - Interview Hans Küng 00, 2006-01-19

Gibt es ein Christentum ohne Glauben an einen Schöpfergott? / „Die Presse” - Interview Adolf Holl 00, 2006-01-19

Die Evolutionstheorie und der zweite thermodynamische Hauptsatz.

Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution. / Buch Prof. Dr. A. E. Wilder-Smith 00, Seite 18f

Menschliches Gehirn und Evolution. / Buch Prof. Dr. A. E. Wilder-Smith 01, Seite 135ff.


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Schöpfer oder Evolution? - Der Streit geht weiter. / Bericht, ORF00, 2005-11-22)*)

Wissenschaftler überschreiten Grenzen.
Als sich der österreichische Oberhirte Kardinal Christoph Schönborn im Sommer in die Diskussion über Evolution und Schöpfungsgeschichte eingebracht hat, habe er Vernunft in eine zunehmend ideologisch geführte Debatte bringen wollen. Er habe zeigen wollen, wo die Wissenschaftler nach Ansicht der Kirche ihre Grenzen überschreiten, sagte Schönborn am Sonntag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters an seinem Bischofssitz in Wien. Schönborn verteidigte den „intelligenten Plan”.

Vatikan-Astronom kritisiert „intelligenten Plan”.
Unterdessen lässt der Chefastronom des Vatikans, einer der höchstrangigen Wissenschaftler am Heiligen Stuhl, aufhorchen. Der „intelligente Plan” sei keine Wissenschaft.

Bibel wörtlich genommen.
Schönborn, der als einer der Favoriten bei der letzten Papstwahl gegolten hatte, hatte Mitte Juli in der „New York Times” einen Kommentar veröffentlicht, mit dem er den Zorn von US-Wissenschaftlern auf sich zog. Die schärfsten Kritiker warfen dem 60-Jährigen vor, ein Dummkopf zu sein, der wissenschaftliche Erkenntnisse durch die Lehre von der Schöpfungsgeschichte ersetzen wolle. Dieser „Kreationismus” basiert auf einer wörtlichen Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte.

Zufall oder höhere Intelligenz?
Den Vorwurf seiner Kritiker wies der Schüler von Papst Benedikt XVI. nun im Interview zurück und beschrieb wie schon in dem Gastkommentar „Finding Design in Nature” in der „NYT” erneut seine Position, die an die „Intelligent Design”-Theorie angelehnt ist. Anhänger dieser Theorie erkennen zwar die Erkenntnisse des Evolutionsforschers Charles Darwin an, sehen aber hinter der Evolution keinen Zufall, sondern eine höhere Intelligenz.

Vatikan-Astronom: Von „Äpfeln und Orangen”.
Der Vatikan widerspricht Schönborn nun zumindest teilweise. Der „intelligente Plan” ist keine Wissenschaft und gehört auch nicht in Wissenschaftsklassen: Mit dieser Aussage ließ am Freitag der Chefastronom des Vatikans, der Jesuit George Coyne, aufhorchen. Es sei falsch, in den Schulen die Evolutionstheorie und den „intelligenten Plan” nebeneinander zu stellen. Man verwechsle Äpfel und Orangen. „Der intelligente Plan ist keine Wissenschaft, auch wenn so getan wird, als wäre er es. Die Theorie sollte unter Religion oder kulturwissenschaftlichen Fächern gelehrt werden und nicht in den wissenschaftlichen”, so Coyne weiter.

„Wissenschaft erklärt Universum”.
Coyne bezog sich damit auf die Debatte über „Kreationisten” und „Evolutionisten”, die vor allem in den USA geführt wird. Die „Kreationisten” wollen den „intelligenten Plan” fest in den Lehrplänen der öffentlichen Schulen verankern. Im Juni hatte Coyne in einem Artikel für das britische katholische Magazin „The Tablet” Gottes Rolle bei der Schöpfung bestätigt, allerdings auch eingeschränkt, dass die Wissenschaft die Geschichte des Universums erkläre.

Abschied vom „Diktator-Gott”.
„Wenn man die Ergebnisse der modernen Wissenschaft ernst nimmt und auch die Resultate der modernen Bibelforschung, dann müssen sich Gläubige von der Idee eines ‘Diktator-Gottes’, eines Schöpfer-Gottes oder auch eines Newtonschen Gottes, der das Universum als tickende Uhr gestaltet, verabschieden.” Gott sollte mehr als ermutigender, fördernder Elternteil gesehen werden, so Coyne.

Worum es geht.
Hintergrund des Streits ist der vor allem in den USA seit Jahren erbittert geführte Streit zwischen „Kreationisten” und „Evolutionisten”. Erstere leugnen mit Unterstützung der in den Vereinigten Staaten einflussreichen evangelikalen Christen die auf den Theorien Darwins aufbauenden Erkenntnisse der modernen Biologie, wonach sich die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten durch Selektion und Anpassung entwickelt haben. Die „Kreationisten” halten daran fest, dass alles Leben von Gott geschaffen wurde. In vielen US-Schulen darf auf Druck der Evangelikalen die Evolutionstheorie nicht gelehrt werden.


Kirche hält an Schöpfung fest.
Bisher war man davon ausgegangen, dass die katholische Kirche der Evolutionstheorie, zu der es laut „New York Times” keinerlei ernsthafte wissenschaftliche Alternative gibt, aufgeschlossener gegenüberstehe. Papst Johannes Paul II. hatte nämlich im Jahr 1996 eingeräumt, dass die Evolution der Lebewesen „mehr als nur eine Hypothese” sei. Schönborn führte in seinem Artikel jedoch andere Aussagen von Johannes Paul II. und dessen Nachfolger Benedikt XVI., als dessen Schüler Schönborn gilt, an, die ein Festhalten der Kirche am Prinzip der Schöpfung zeigen.

Schönborn erklärt Ansatz.
„Die Vernunft kann erkennen, dass Materie sich nicht selber organisiert”, sagte Schönborn im Reuters-Interview - „dass sie zumindest Information braucht, und Information ist Ausdruck von Intelligenz.” Als zweiter Schritt folge dann die Frage, um welche Intelligenz es sich handle. „Dass ich dann als Gläubiger sage, ich glaube natürlich, die Intelligenz des Schöpfers, ist klar.”

„Darwin kann nicht alles erklären”.
Schönborn zeigte sich überrascht über die scharfe Kritik an seinen Äußerungen, dass Darwin nicht alles erklären könne. Wenn die Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Hypothese sei, müsse sie sich auch der wissenschaftlichen Kritik stellen, sagte der Kardinal. Das sei aber keineswegs der Fall. Es gebe vielmehr fast ein Diskussionsverbot. „Kritiker der Evolutionstheorie werden von vornherein diskriminiert oder diskreditiert.”

Rückendeckung von oberster Stelle.
Benedikt XVI. selbst unterstützt laut Kathpress die Position von Schönborn. Der Papst sprach nämlich vor rund zwei Wochen bei der Generalaudienz in seiner Meditation zum Psalm 135 ausdrücklich vom „intelligenten Plan” des Kosmos, ein Begriff, den auch Schönborn in seinem Kommentar verwendete.

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*) Dieser Bericht ist der Website des ORF (Österreichischer Rundfunk Fernsehen) entnommen.
(ORF / http://orf.at - News vom 22. November 2005)

 

(Siehe auch den Bericht in ORF-Science: „‘Intelligent Design’ - Wissenschaft oder Ideologie?”)


Die Theorie der intelligenten Schöpfung.

Die bereits seit längerer Zeit diskutierte Theorie des „Intelligent Design” (Intelligente Schöpfung) wurde am 9. 9. 2004 erstmals in einem sehr umfangreichen wissenschaftlich geprüften Artikel von Dr. Stephen Meyer, Direktor des Discovery‘s Center for Science & Culture und Professor an der Palm Beach Atlantic University von Florida, USA, in der renommierten wissenschaftlichen Wochenzeitschrift „Nature” veröffentlicht. In seiner Abhandlung weist Dr. Meyer darauf hin, dass die Theorie des Intelligent Design gerade auf jene Fragen Antworten geben kann, welche die Evolutionstheorien bislang nicht beantworten konnten. Die Evolutionstheorien sind immer noch nicht in der Lage, die Entstehung von neuen Formen der Lebewesen (Makroevolution) und die Entstehung der informationsreichen Moleküle (DNS) in den Zellen zu erklären. Diese Unzulänglichkeit hat dagegen die Theorie der Intelligenten Schöpfung nicht. Dr. Meyer schreibt in seiner Schlussfolgerung:

„Eine auf der Erfahrung beruhende Analyse der begründenden Potenz von mehreren erklärenden Hypothesen führt zu einem zielgerichtet oder intelligent Handelnden als einer adäquat begründeten - und vielleicht die am besten begründete - Erklärung für die Entstehung der komplexen spezifizierten Information, welche benötigt wird, um die kambrischen Tiere und die neuartigen Formen, die sie repräsentieren, aufzubauen. Aus diesem Grund wird das neuerdings aufgekommene wissenschaftliche Interesse an der Schöpfungshypothese kaum abnehmen, denn die Biologen kämpfen nach wie vor mit dem Problem der Entstehung von biologischer Form und höheren Taxa.”

Originalartikel: Intelligent Design: The Origin of Biological Information
(Deutsche Übersetzung: Intelligente Schöpfung)



Trendwende in der katholischen Kirche?

Auch wenn es manche noch nicht so richtig glauben wollen - dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass das Pontifikat von Benedikt XVI. - zumindest in Österreich - seine ersten Auswirkungen zeitigt. Die von Kardinal Christoph Schönborn durch seinen Kommentar in der NYT wieder entfachte Diskussion über „Intelligent Design”, welche auch durch Äußerungen des Papstes bestätigt wurden, waren ein Anfang. Beim Ad-Limina-Besuch der österreichischen Bischöfe hat es der Papst dann in seiner Ansprache an deutlichen Worten nicht fehlen lassen. KATH.NET dokumentiert das Medienecho auf die Rede von Papst Benedikt XVI. an die österreichischen Bischöfe folgendermaßen:

 
- „Papst bringt heimische Bischöfe auf Linie”
- „Papst fordert Trendwende”
- „Papst will mutigere Bischöfe”


Der Papst hat Österreichs Bischöfe auch dazu aufgefordert, sich vor der Vermittlung schwieriger Glaubensinhalte nicht zu drücken und das Wort zu ergreifen, wo es erforderlich ist. Dies hat nun auch den als gesellschaftskritisch bekannten Salzburger Weihbischof Andreas Laun, wie es scheint dazu ermutigt, einige längst fällige Kommentare zur österreichischen Situation in KATH.NET abzugeben. Seine dort geäußerte Ablehnung gilt primär - aber nicht nur - H. Nitsch, einem österreichischen „Künstler”, der sein „Orgien Mysterien Theater” mit geschlachteten Schweinen und Rindern und Billigung der österreichischen Politiker zuletzt sogar auf der Bühne des Burgtheaters (!) praktizieren durfte und von ebendiesen Politikern mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet wurde. Dazu Andreas Laun:


„Hermann Nitsch hat einen Staatspreis bekommen. Unbegreiflich. Wofür eigentlich? Für seine blasphemischen Texte? Für seine Ergüsse mit so ekelhafter Fantasie, dass ich sie hier nicht einmal als Beweis für die Richtigkeit meiner Ablehnung wiedergeben kann. Für seine Orgien und ‘Liturgien mit Blut und Gedärmen?’ Oder wofür? Die Politiker, sagt man, hören auf die Meinung des Volkes. Tun sie das? (…)

Sie tun es nicht, wenn sie behaupten, Homosexuellen müssten Privilegien eingeräumt werden, die sonst nur Ehepaaren und Familien zustehen. Sie tun es nicht, wenn sie zuerst das Fehlurteil des Nobelpreis-Komitees über Frau Jelinek nachbeten und dann an Herrn Nitsch einen Staatspreis vergeben. Bedenken sie, dass sie dafür das Geld von Leuten nehmen, die gegenüber der ‘Kunst’ des Herrn Nitsch vor allem Ekel empfinden?”

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(Auszug aus dem KATH.NET-Kommentar von Weihbischof Andreas Laun



Neben diesen beiden, für die Kirche in Österreich doch bemerkenswerten Kommentaren, lässt nun auch eine neue Richtlinie des Vatikans zu einem alten Problem aufhorchen: Aus dem Dokument (Instruktion)  „Priestertum und Homosexualität” geht hervor, dass die Kirche Männer nicht für das Priesterseminar und für die heiligen Weihen zulassen kann, die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen aufweisen oder die sogenannte Gay-Kultur unterstützen. Diese Frage der homosexuellen Priester ist auch in den USA, wo die katholische Kirche Millionen Dollars an Strafe für die sexuellen Vergehen ihrer Priester an Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts bezahlen muss, ein Problem. Und nun ist kürzlich ein skandalöser Fall in Miami, Michigan, USA, in die Schlagzeilen gelangt, wo ein homosexueller katholischer Priester namens Andrew Dowgiert, in einer Messe mit Homosexuellen einem Hund (!) die Heilige Kommunion reichte, welche ansonsten in der katholischen Kirche nicht einmal an evangelisch gläubige Christen verabreicht werden darf.

Wenn man allerdings die Stellungnahme der Evangelisch-reformierten Kirche in der Person des Landessuperintendenten von Kärnten (Österreich) Wolfram Neumann in dieser causa betrachtet, muss man sich fragen, ob die katholische Kirche im Lichte der Bibel (1Kor 11,27 Wer also unwürdig das Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein) nicht vielleicht doch eine gewisse Berechtigung für diese Haltung hat. Neumann meint nämlich in einer Aussendung: „Homosexuelle Gemeinschaften sind keine Perversitäten, sondern Lebensgemeinschaften, die in aller Ernsthaftigkeit und auch auf Dauer eingegangen werden.” Die Evangelisch-reformierte Kirche sieht, so der Landessuperintendent, in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften „ernst zu nehmende Lebensversuche, denen sie die Segnung, wie bekannt, nicht verweigert.”

Inwieweit nun die vom Papst geforderte Trendwende in der katholischen Kirche tatsächlich realisiert werden kann, wird nicht zuletzt vom Mut der katholischen Kleriker weltweit abhängen. Aber zumindest in Österreich scheint diese Aufforderung ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Der oben zitierte österreichische Kardinal Christoph Schönborn war eigentlich bisher nicht als mutiger Bekenner, sondern eher als etwas furchtsamer, vorsichtiger, dabei aber immer höflicher katholischer Kleriker bekannt. Umso erstaunlicher ist es nun, von diesem Mann ein offenes Wort des Glaubens zu lesen - auch wenn es bei näherer Betrachtung nur ein Ansatz dazu ist. Schönborn verteidigt Gott als den Schöpfer des Universums. Doch tut er dies nicht in solchen klaren und unmissverständlichen Worten, sondern er bringt seine Meinung zum Ausdruck, dass allem Existierenden ein intelligenter Plan, ein „Intelligent Design” zugrunde liegt. Und das ist doch immerhin schon  beachtenswert.

Bemerkenswert ist auch die Aussage eines anderen katholischen Theologen zu diesem Thema. Der ehemalige Professor für Dogmatik Hans Küng sagte in einem Interview in der „Presse” vom 30. 11. 2005 auf die Frage, ob im Sinne der obigen Aussagen von Kardinal Schönborn Naturwissenschaften und christlicher Glaube vereinbar seien:


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Sind Urknalltheorie und Schöpferglaube nicht zu harmonisieren? / Interview „Die Presse” HK 00, 2006-01-19)

„Beide Ebenen sind immer sauber zu trennen. Wissenschaftliche und religiöse Sprache sind so wenig vergleichbar wie wissenschaftliche und poetische. Das heißt, Urknalltheorie und Schöpferglaube, Evolutionstheorie und Erschaffung des Menschen widersprechen einander nicht, sind aber auch nicht zu harmonisieren. (…) Der Schöpfungsglaube fügt dem Verfügungswissen der Naturwissenschaften nichts hinzu, er bietet keine naturwissenschaftlichen Informationen. (…)” (H. Küng)

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Österreichische Tageszeitung „Die Presse” vom 19. 1. 2006  http://www.diepresse.com/



Hier haben wir nun genau jenen Typus von Theologen, welche in den vergangenen 500 Jahren eine gegenseitige Verständigung zwischen Wissenschaft und Kirche immer verhindert haben. Es sind jene Leute, welche eifrig bemüht sind, „die Ebenen immer sauber zu trennen” und ja keine Grenzüberschreitung, keinen Kontakt oder gar Gedankenaustausch mit der Wissenschaft zu dulden. Andererseits behaupten sie aber, dass Urknalltheorie und Schöpferglaube einander nicht widersprechen. Und das erinnert doch sehr an das bekannte „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.” Sie sind daher auch ganz froh, wenn die Wissenschaft dort bleibt wo sie ist und nicht die geistige Saturiertheit dieser Theologen mit neuen naturwissenschaftlichen Entdeckungen und Theorien stört, wie die nächste Aussage von H. Küng beweist:

„Mit Recht wehren sich die meisten Naturwissenschaftler gegen den Anspruch, man könne aus der faktischen, zum Teil auch widersprüchlichen Evolution von Kosmos, Leben und Mensch einen ‘intelligenten Plan Gottes’ ablesen. Der Naturwissenschaftler muss sich in seinem Wissen an die Dimension von Raum und Zeit halten und überschreitet die Grenzen, wenn er über das Ewige spekulieren soll. Für die großen Sinnfragen sind nicht die Naturwissenschaften, sondern Philosophie, Theologie, letztlich eben Religion zuständig. (…) Wenn der Naturwissenschaftler diese Fragen des absoluten Anfangs nicht beantworten kann, sollte er sie zumindest ernst nehmen. Auch wenn er dann zugeben müsste, dass darauf eben nur Antworten des Glauben möglich sind, wie sie die ersten Seiten der Bibel nahe legen.”


Hier wird also im Umkehrschluss behauptet, dass Gott bei der Erschaffung des Universums keinerlei Plan gehabt hätte und somit alles plan- und ziellos in die Existenz gekommen wäre. Damit steht H. Küng genau auf der Ebene der neodarwinistischen Naturwissenschaftler, welche diesen Aussagen nur noch die logische Folgerung hinzufügen: „und daher kann es keinen Gott geben”. Und dann gibt H. Küng seiner Meinung Ausdruck, dass sich der Naturwissenschaftler gefälligst an Raum und Zeit halten und die Ewigkeit den Philosophen und Theologen überlassen sollte. Diese Anschauung gründet sich auf ein Weltbild, welches vor hundert Jahren aktuell gewesen sein mag. Seit Albert Einstein, der Relativitätstheorie und der Quantenphysik, sind Raum und Zeit relative Begriffe und gerade ein Theologe sollte damit vorsichtiger umgehen. Wenn man sich dann noch die geistigen und verbalen Verwindungen mancher der heutigen Theologen anhört, möchte man gerade ihnen nicht gern die Erklärung der Ewigkeit überlassen.

Auch die Aussage, dass auf die Fragen des absoluten Anfangs nur Antworten des Glaubens möglich sind und der Verweis auf die ersten Seiten der Bibel, sind ein Widerspruch in sich. Der christliche Glaube, der einen Schöpfergott voraussetzt, erkennt gerade auf den ersten Seiten der Bibel, dass es sich hier nicht um irgendwelche Allegorien handelt, welche man nur durch Glauben akzeptieren könnte. Wenn dort von der Erschaffung von Sonne, Mond und Sternen - also vom Kosmos und von unserem Sternensystem - berichtet wird, so sind das eindeutig Kategorien der Naturwissenschaft und nicht (nur) der Theologie. Dass die Kirche mit diesen Schrifttexten bislang nicht viel anfangen konnte, liegt an der geistigen Trägheit und Saturiertheit ihrer Theologen und sicherlich nicht am Text!

Nach seiner obigen Aussage, dass der Kosmos ziel- und planlos entstanden sei, schließt sich Professor Küng auch der Ansicht der Darwinisten an, dass der Mensch vom Affen abstammt, wenn er sagt:

„Der Mensch musste seit seinem Aufstieg aus dem Tierreich lernen, sich wahrhaft menschlich, human zu verhalten”.

Und daher stellt sich auch hier - ähnlich wie weiter oben bei der Evangelisch-reformierten Kirche - die Frage, ob der Vatikan nicht vielleicht doch eine gewisse Berechtigung hatte, H. Küng die kirchliche Lehrbefähigung zu entziehen. Ganz ähnlich, wie beim österreichischen Theologen Adolf Holl. Der vom Lehramt enthobene katholische Kaplan und Universitätsassistent sagte in einem Interview in der „Presse” vom 19. 01. 2006 auf die Frage, ob sich „die religionsgeschichtliche Idee des Christentums ohne den Glauben an einen Schöpfergott machen lässt”:


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(Gibt es ein Christentum ohne Glauben an einen Schöpfergott? /  Interview „Die Presse” AH 00, 2006-01-19)

„Sie lässt sich durchaus machen, sage ich sowohl als katholischer Theologe als auch als Religionswissenschaftler, wenn ich bereit bin, zu den Quellen zurückzugehen, nämlich in die ersten 150 Jahre nach Christi Geburt. Sobald ich mir diese Quellen anschaue und die damaligen Richtungen, komme ich nicht auf ein Christentum, sondern auf mindestens sechs: nämlich nicht nur von Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, sondern noch von Thomas und Paulus. Wenn ich die dann inspiziere, komme ich heute sehr gut über die Runden, als Theologe und als Religionswissenschaftler. Ich kann in einem liturgischen Konzept sagen, ich glaube an Gott den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde. Dies sind aber keine Aussagen in dem Sinne, wie ich sage, Australien ist eine Insel. Wenn man diese Unterscheidung nicht beachtet, kommt man genau in diese Sackgasse hinein, in welcher der Herr Kardinal Schönborn jetzt ist.” (Adolf Holl)

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Österreichische Tageszeitung „Die Presse” vom 19. 1. 2006 http://www.diepresse.com/



Zum Einen ist es doch recht erstaunlich, dass A. Holl bei seiner „Inspektion” der Evangelien in Bezug auf den Schöpfergott verschiedene „Christentümer” entdeckt zu haben meint. Aber noch erstaunlicher ist seine Feststellung, dass Christentum ohne den Glauben an einen Schöpfergott zu „machen” sei. Und wie er erklärt, ist dann auch seinem Gebet: „Ich glaube an Gott … den Schöpfer des Himmels und der Erde” etwa soviel Wahrheitsgehalt beizumessen, wie der Aussage einer Kartenlegerin, die einem ein langes Leben verheißt. Dass er mit dieser Geisteshaltung „heute sehr gut über die Runden” kommt, ist nicht zu bezweifeln. Allerdings sollte er sich dann auch nicht mehr als Theologe (gr. von theos: Gott und logos: Lehre) bezeichnen, da ihm nach seinen eigenen Worten die Basis seiner Lehre - also Gott - offensichtlich abhanden gekommen ist.


Die Evolutionstheorie und der zweite thermodynamische Hauptsatz.

Nachdem die katholische Kirche seit Jahrhunderten an der Wissenschaft eher nicht interessiert war und daher auch diesbezüglich wenig informiert ist, getraut sich in Kardinal Schönborn einmal ein Vertreter des höheren Klerus‘ die feindliche Distanz („zwei getrennt parallel verlaufende Wege”) zwischen Kirche und Wissenschaft zu überwinden und den Wissenschaftlern ein Angebot für einen etwas gemeinsameren Weg zu machen. Und schon fallen sie alle über ihn her, wie die sprichwörtliche Hundemeute über den Hasen. Sie bezeichnen seine Aussagen als dumm und seine Sicht als unwissenschaftlich.

Dabei erkennt man bei objektiver Betrachtungsweise, dass es gerade die Naturwissenschaftler selbst sind, die mit ihrem evolutionistischen Dogma von „Zufall und Notwendigkeit” gegen ihr eigenes Prinzip der Reproduzierbarkeit einer wissenschaftlichen Theorie verstoßen. Die Evolutionstheorie postuliert eine Selbstorganisation der Materie, d.h. die Entstehung des Lebens aus Materie und Energie ohne Zuhilfenahme eines intelligenten Plans oder eines Konzeptes. Nun besagen aber gerade die Gesetze der Physik - die thermodynamischen Hauptsätze [1] - dass die Materie eben gerade nicht zur Selbstorganisation neigt. Und die Phenomena hinter diesen physikalischen Gesetzen sind - zum Unterschied von den Thesen der Evolutionstheorie - jederzeit reproduzierbar und wir können sie tagtäglich in unserer Umwelt beobachten.

Wie z. B. an einem verlassenes Bauernhaus, welches sicherlich viele von uns schon einmal irgendwo gesehen haben, das sommers und winters den Unbilden des Wetters ausgesetzt ist und an welchem seit Jahrzehnten keine Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden. Nach den Prinzipien der Evolutionstheorie müsste sich die Materie dieses Hauses im Wege der Selbstorganisation ständig erneuern und höherentwickeln. Wir müssten also nach dieser langen Zeit ein fast neuwertiges, intaktes und bewohnbares Haus vorfinden. Die Realität sieht jedoch anders aus: Das Haus ist verfallen, die Mauern sind eingebrochen, das Dach ist nur mehr rudimentär vorhanden und von Bewohnbarkeit kann keine Rede sein. Und genau diese Entwicklung sagen auch die Gesetze der Physik - die thermodynamischen Hauptsätze - voraus: Materie, sich selbst überlassen, neigt nicht zu Selbstorganisation, sondern zu Chaos und Verfall. Und jene Naturwissenschaftler, welche an eine derartige Selbstorganisation der Materie glauben, sind daher auch den Kindern vergleichbar, die glauben, dass der Strom aus der Steckdose kommt.

Das Ansinnen der Evolutionstheorie, die Entstehung des Lebens als Folge der endogenen Eigenschaften der Materie selbst zu erklären und nicht als Folge eines Konzeptes, das außerhalb der Materie seinen Ursprung hatte, gleicht dem Versuch, die Autorenschaft des Textes eines Buches dem Papier auf dem er gedruckt wurde und nicht einer außenstehenden Informationsquelle zuzuordnen. So hat dies auch der bekannte Naturwissenschaftler (Organische Chemie) Prof. Dr. A. E. Wilder Smith gesehen, dessen Vorträge im Audimax der Technischen Universität Wien und in anderen Vortragssälen in Österreich ich selbst schätzen lernte. Dr. Wilder-Smith ist einer jener raren Naturwissenschaftler, die aufgrund ihrer hohen Intelligenz und ihres enormen Fachwissens nicht nur einen tiefen Einblick in die Schöpfung, sondern auch die Überzeugung gewonnen haben, dass jeder Naturwissenschaftler, der Gott leugnet, in Wahrheit seine eigene Erkenntnisunfähigkeit zu erkennen gibt und sich damit als Wissenschaftler schlechthin selbst disqualifiziert. In seinem Buch „Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution” behandelt Dr. Wilder-Smith überzeugend und ausführlich dieses Thema:


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution / Buch AEWS 00, Seite 18f)*)

Die Evolutionslehre ist natürlich eine Philosophie, und zwar eine Philosophie die etwas „gegen nichts” (d.h. gratis) verspricht - ein Prinzip, das seit jeher populär gewesen ist! Sie verspricht nämlich die Bildung und Erschaffung von Ordnung - und zwar von [biologischen] Maschinen - aus Nichtordnung ohne Konzept und Teleonomie [Zweckmäßigkeit] - „gegen nichts”. Sie verspricht die Bildung der Ordnung des Lebens spontan mit nicht-gerichteter Energie (d.h. ohne Konzept) aus der Nichtordnung der nicht-lebenden Materie hervorzubringen. Sie verspricht die Bildung der komplexesten biologischen Maschine - denn die biologische Zelle ist eine unvorstellbar komplexe Stoffwechselmaschine - ohne vorhergehendes Know-how oder Konzept erklären zu können. Wo in der Geschichte der experimentellen Naturwissenschaft findet man ein Postulat für die Konstruktion einer Maschine aus „roher” Materie ohne Konzept, Know-how oder Information - bloß anhand von Selbstorganisation? Der Neodarwinismus postuliert die Entstehung der raffiniertesten Codierung für eine Maschine, die weit komplexer ist, als alle von Menschen erfundenen Maschinen, durch Zufall und Selbstorganisation. Welcher Informationsingenieur schreibt die Entwicklung von Code und von Codeinhalt dem Zufall zu? Ein solches Postulat würde auf allen anderen Gebieten der Naturwissenschaften - außer in der neodarwinistischen Biologie - aufgrund gesunder Vernunft allein glatt und sofort abgelehnt werden.


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*) Dieser Auszug ist dem Buch „Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution” des Naturwissenschaftlers Prof. Dr. A. E Wilder-Smith, Einigen, Schweiz (Schwabe & Co Verlag, Basel/Stuttgart 1978) entnommen. Dr. Wilder-Smith war u. a. an der Universität London, der Universität Genf, der ETH Zürich und der University of Illinois, Chikago tätig. Er war Berater im Generalsrang der amerikanischen Streitkräfte der NATO für das Problem des Drogenmissbrauchs und Gastprofessor an verschiedenen Medizinischen Universitäten in den USA und Europa. DR. A. E. WILDER-Smith




Hier muss man sich nun fragen, wieso die Vertreter der neodarwinistischen Biologie entgegen jeder wissenschaftlichen Vernunft auf einer Selbstorganisation der Materie bestehen, obwohl sogar die physikalischen Gesetze dagegen sprechen. Die Antwort auf diese Frage erhalten wir, indem wir uns die Alternative ansehen, welche den Neodarwinisten zur Verfügung steht: Wenn es eine Selbstorganisation, also eine Evolution, nicht gibt, andererseits aber niemand leugnen kann, dass das, was ist, existiert, bleibt nur mehr die Möglichkeit eines Gottes, der das alles erschaffen hat. Und den fürchten viele Wissenschaftler wie die Diebe das Licht.

Der Grund für diese Haltung liegt in einem tiefen Misstrauen der gesamten Wissenschaft gegenüber der Kirche. Auslöser war die historische Tatsache, dass die Kirche bis zur Kopernikanischen Wende - und auch noch darüber hinaus - mit  völlig ungerechtfertigter Berufung auf die Bibel, an einem geozentrischen Weltbild (mit der Erde im Mittelpunkt) festhielt, obwohl der deutsche Astronom Nikolaus Kopernikus (1473-1543) und auch der italienische Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei (1564-1642) erkannt und nachgewiesen hatten, dass sich nicht die Sonne um die Erde, sondern umgekehrt, alle Planeten um die Sonne drehen und damit das heliozentrische Weltbild begründeten.

Nun ist ein Beharren auf der Bibel sicherlich eine gute Sache, allerdings sollte eine solche Einstellung nicht das Ergebnis von oberflächlichem Schriftstudium sein, welches aus eigener Bequemlichkeit und Unfähigkeit die Worte Gottes in der Bibel in den offensichtlichen Gegensatz zu den Realitäten der sichtbaren Schöpfung stellt. Genau diese Haltung der Kirche hat auch Kopernikus lange Zeit daran gehindert, seine neuen Erkenntnisse zu publizieren. Als er dann sein Gesamtwerk „De Revolutionibus Orbium Coelestium” (Über die Kreisbewegungen der Himmelssphären) am 24. Mai 1543 veröffentlichte, haben gerade führende Geistliche versucht, die Publikation des Werkes zu verhindern. Johannes Calvin (1509-1564), der schweizerische Reformator, hat behauptet, dass sich die Erde gemäß der biblischen Lehre nicht bewegen könne, und Martin Luther (1485-1546) sagte: „der Narr (Kopernikus) wird die ganze Lehre der Astronomie auf den Kopf stellen”. Die katholische Kirche hat die Bücher von Kopernikus überhaupt verboten und diese wissenschaftliche Tatsache erst 200 Jahre nach seinem Tod anerkannt.

Etwa 300 Jahre später (1858), veröffentlichte der britische Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) die erste Theorie eines natürlichen Prinzips für Evolution, die natürliche Selektion. Von dieser Theorie leiten sich heutzutage alle modernen Evolutionstheorien ab (Darwinismus). Und weil man meinte, mit dieser Theorie die Existenz alles Seienden erklären zu können, hat man im Darwinismus den Schöpfergott - und damit die Kirche - abgeschafft. Den Kreationismus - also den Glauben an Gott als den Schöpfer des gesamten Universums - hat man dann auch als unwissenschaftlich bezeichnet und als „Pseudowissenschaft” ausgegrenzt. Nachdem aber den Evolutionisten nach wie vor die „Links” für ihre Thesen und Theorien fehlen und daher eine wissenschaftlich korrekte Beweisführung nicht gelungen ist, sind es gerade diese Darwinisten, welche immer nur das bereits Vorhandene erforschen, entdecken und katalogisieren können und sich damit als „Trittbrettfahrer” der Schöpfung Gottes erweisen.

Die Unfähigkeit dieser Leute, in dem was sie im Makrokosmos und im Mikrokosmos entdeckt und erforscht haben, einen intelligenten Plan und den Schöpfungsakt Gottes zu erkennen, ist nicht auf das Fehlen dieses Gottes in seiner Schöpfung, sondern auf seiner Absenz in ihrem eigenen, fehlgeleiteten Geist zu sehen. Sie hassen es, irgendeinem „höheren Wesen” die Autorenschaft zuzugestehen. Da behaupten sie schon lieber, dass das ganze Universum von selbst entstanden sei. Auch wenn das gegen ihre eigenen Erkenntnisse und Lehren, wie z.B. die ersten beiden thermodynamischen Hauptsätze spricht.

Nun würde es mit Sicherheit den Rahmen dieses Dokuments sprengen, wollte man alle Hinweise in der Schrift auf die Erschaffung des Universums und den Schöpfergott zitieren. Jeder Bibelkenner weiß das und jeder Interessierte kann das in der Bibel nachlesen. Dennoch sollen hier nur einige wenige Schriftstellen vorgebracht werden, welche den Schriftnachweis erbringen, dass alles was ist, von Gott geschaffen wurde.

Denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.

Off 4,11 Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden. Off 4,11;

Wenn ich anschaue deine Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast.

Ps 8,4 Wenn ich anschaue deine Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 8,5 Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du dich um ihn kümmerst? Ps 8, 4- 5;

Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest.

Ps 90,2 Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott. Ps 90, 2;


Ebenso wie in Psalm 8,4 Himmel und Sterne das gesamte Universum bezeichnen, werden auch hier oben, in Psalm 90,2 Erde und Welt nicht als Synonyme gebraucht, sondern mit „Erde” unser Planet und mit „Welt” der Kosmos insgesamt angesprochen.

Abschließend soll noch einmal Prof. A. E. Wilder-Smith zu Wort kommen, welcher am Ende seines bereits oben zitierten Buches die Unhaltbarkeit der Evolutionstheorie am Beispiel des menschlichen Gehirns nachweist.


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Menschliches Gehirn und Evolution / Buch AEWS 01, Seite 135ff*))


C. Judson Herrick[2] schreibt: „Jedes Neuron der Großhirnrinde ist in ein höchst komplexes Gewirr feinster Nervenfasern verwoben, von denen einige von weit entfernten Partien herkommen. Man darf wohl mit Sicherheit annehmen, dass die meisten kortikalen Neuronen direkt oder indirekt mit jeder kortikalen Zone verbunden sind. Es ist dies die anatomische Basis der kortikalen Assoziationsprozesse. Diese untereinander in Verbindung stehenden Assoziationsfasern bilden einen anatomischen Mechanismus, der während einer einzigen kortikalen Assoziationskette eine ungeheure Anzahl von verschiedenen funktionalen Kombinationen der kortikalen Neuronen ermöglicht, die weit über alle Zahlenvorstellungen hinausgeht, die je von Astronomen bei der Messung der Entfernung von Sternen angegeben worden sind. (…) Wenn eine Million kortikaler Nervenzellen in Gruppen von nur je zwei Neuronen in sämtlichen möglichen Kombinationen miteinander verbunden würden, so würde die Zahl der verschiedenen interneuronalen Verbindungen, die auf diese Weise zustande kämen, der Zahl 102 783 000 (1 mit 2,783.000 Nullen) entsprechen. (…) Aus dem, was wir über die Struktur der Großhirnrinde wissen (…) lässt sich schließen, dass die Zahl der anatomisch vorhandenen und für die Verwendung zu kurzen Reihen kortikaler Neuronen zur Verfügung stehenden interzellularen Verbindungen, die im visuellen Bereich durch ein Bild auf der Netzhaut gleichzeitig erregt werden, die 102 783 000, die wir als theoretisch mögliche Kombinationen bei Gruppen von nur je zwei erwähnten, noch weit übertreffen würde.”

Zum Zweck des Vergleiches fügt Livingston hinzu: „Man halte sich vor Augen, dass die Zahl der im gesamten Universum vorhandenen Atome auf etwas 1066 geschätzt wird.”

Aus obigen Tatsachen geht hervor, dass die menschliche Großhirnrinde ein teleonomisches Organ ganz unvorstellbarer Komplexität ist. Man bedenke, dass die Information für das Projekt „Großhirnrinde” algorithmisch in einer Sprache miniaturisiert in einem Ei und in einem Spermium festgehalten ist. Man bedenke auch, dass jede assoziative neuronale Verbindung, die für die enorme assoziative Fähigkeit der Großhirnrinde erforderlich ist, in der Form von biochemischen Instruktionen fixiert ist. Der ganze Mensch und die ganze Großhirnrinde werden anhand von sprachlich festgelegten genetischen Instruktionen gebaut. Alle Instruktionen für diesen unvorstellbaren Bau sind in einer Sprache festgehalten, die mehr als 1000 Bände zu je 500 Druckseiten unserer Informationsspeicherungssysteme (Bücher) beanspruchen würden. All diese Information wird aber biologisch in dem unvorstellbar kleinen Raum eines Eies und eines Spermiums miniaturisiert gespeichert. Wahrscheinlich wird aber auch der Abbau dieses ganzen Systems (das Altern) genetisch-sprachlich durch entsprechende Instruktionen in der Zygote festgehalten.

Der Naturwissenschaftler, der die Überzeugung vertritt, Teleonomie und Information, die benötigt werden, um ein solches Organ wie die Großhirnrinde zu bauen, seien zufällig mit Hilfe von Naturgesetzen entstanden, kennt entweder den zweiten thermodynamischen Hauptsatz nicht oder ist wunder- oder abergläubig. Denn er sollte als Naturwissenschaftler wissen, dass Teleonomie und Intelligenz notwendig sind, um einen intelligenten elektronischen Computer zu bauen, weil die Materie des Computers die nötige Teleonomie selbst nicht besitzt und die Naturgesetze auch nicht.

*) Dieser Auszug ist dem Buch „Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution” des Naturwissenschaftlers Prof. Dr. A. E Wilder-Smith entnommen. DR. A. E. WILDER-Smith



Und so begeht heute die Wissenschaft eben jenen Fehler, den sie unter umgekehrten Vorzeichen der Kirche vor 500 Jahren zu Recht vorgeworfen hat. Sie leugnet das, was offensichtlich und unübersehbar in jedem Atom des Universums zu erkennen ist: der Plan Gottes in seiner Schöpfung. Während es jedoch der Kirche vor einem halben Jahrtausend sowohl an intellektuellem Niveau als auch an Information mangelte, hat die heutige Wissenschaft jede nur erdenkliche Information und Intelligenz, um diese Tatsache zu erkennen. Es ist daher heute nicht Unfähigkeit, welche die Erkenntnis eines intelligenten Plans verhindert, sondern schlicht und einfach Unwilligkeit.

Der Hintergrund dieser ganzen Problematik scheint einerseits der Umstand zu sein, dass die Kirche die biblischen Aussagen leider noch immer nicht richtig interpretieren kann und daher nicht weiß, wie sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse einordnen soll. Und andererseits die Wissenschaft keinerlei Ursache sieht, bei ihrer Arbeit die biblischen Aussagen zu berücksichtigen. Würde man auf kirchlicher Seite dem Studium und der Interpretation der Heiligen Schrift ebensoviel Gewicht beimessen, wie der Organisation und Verwaltung von kirchlichen Ämtern, und andererseits in der Wissenschaft nicht sofort und grundsätzlich alles ablehnen, was von der Kirche kommt, könnte daraus eine fruchtbare Zusammenarbeit erwachsen, von der beide Seiten profitieren könnten.

Wer glaubt, dass der menschliche Körper und das Universum durch Evolution entstanden wären, ist vergleichbar mit jemandem, der behauptet, die Erde sei Mittelpunkt des Weltalls und könne sich nicht drehen. Beide sind intellektuell nicht in der Lage oder Willens, die Erkenntnisse der Menschheit aus dem letzten halben Jahrtausend zu realisieren.

(Siehe auch den Exkurs 12: „Die Schöpfung.”)



„Meine Religiosität besteht in einer demütigen Bewunderung für den unendlich höheren Geist, der sich in dem wenigen offenbart, das wir - mit unserem schwachen, flüchtigen Verständnis - von der Wirklichkeit erfassen können." (Albert Einstein)


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Fußnoten

[1] Die Hauptsätze der Thermodynamik

    1. Hauptsatz - Gesetz von der Erhaltung der Energie:
In einem geschlossenen System kann Energie von einer Form in eine andere umgewandelt werden, sie kann jedoch weder erzeugt noch zerstört werden.

2. Hauptsatz - Spontaner Ablauf von Reaktionen:
Jede spontane Änderung eines abgeschlossenen Systems ist mit einer Entropiezunahme verbunden. oder:
Einer spontanen Änderung eines Systems kann nur mit Energiezugabe entgegengewirkt werden!

3. Hauptsatz: Absolute Entropie am absoluten Nullpunkt (0ºK) (Nernst‘sches Theorem):
Die Entropie jeder Substanz geht gegen Null, wenn die Temperatur bei ansonsten festen Bedingungen gegen Null strebt.

[2] Zitiert aus R. B. Livingston: Brain Circuitry Relating to Couples Behavior.