Das Turiner Grabtuch bei Immanuel.at: ein
Götzenbild? / Replik Herbert Röder 00, 2007-03-10
Das Turiner Grabtuch /
Wikipedia-Enzyklopädie
Die Kollaps-Hypothese / Ergebnis der
Forschungsgruppe um Prof. John Jackson aus Colorado Springs
Die Leinentücher und das Schweißtuch /
Replik Wolfgang Niemetz 00, 2007-04-02
Die drei Tage und drei Nächte / Replik
Giuseppe De Candia 00, 2007-04-08
Wann kauften die Frauen die wohlriechenden Öle?
Das Zeichen des Jona / Buch Dr. Werner Papke
Die wahre "Karwoche" -
tabellarische Übersicht über die Woche der Kreuzigung
Waren Abendmahl und Kreuzigung am selben Tag?
/ Replik Walter Neumeier 00, 2007-09-11
Die Rekonstruktion des Gesichts im TG
/ Morphing-Methode, Dennis Hooper, Zeitschrift "Profil" vom 1995-01-23
Körperbild auf dem Turiner Grabtuch ist nicht erklärbar
/ Studie der nationalen italienischen Energie- und Umweltagentur. (ENEA)
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Du weißt, daß ich eifriger Leser Deiner Auslegungen in "Imanuel"
bin. Doch eine Sache beschäftigt mich schon sehr, seit dem Du ein Bild unseres angeblichen
Herrn und Heilands in der Homepage darstellst. In der Bibel, das zweite Gebot, welches die röm.
katholische Kirche ganz gestrichen hat, steht, daß wir uns kein Bildnis von Gott machen sollen.
Gerne höre ich Deine Meinung darüber, warum dieses Bildnis in Deiner Homepage vorhanden ist.
Heute beim Stöbern im Internet entdecke ich eine Seite der Katholiken, in der aufgefordert
wird, das Bildnis Jesu unbedingt anzubeten!!! Ich frage mich nun, wenn Katholiken Deine Seite
aufschlagen und das Bild sehen, darin gestärkt werden es anzubeten und somit Götzendienst
betreiben in einer evangelikalen Homepage!!
Herbert-Roeder@t-online.de
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
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Peter Streitenberger postete |
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Peter Streitenberger postete
Ich würde aus dieser Quelle grundsätzlich nichts verlinken oder
zitieren, denn dort wird der Heiland auf's Übelste gelästert. Ich habe von
normalen Weltmenschen keine solchen Boshaftigkeiten gehört oder gelesen, wie auf
dieser antichristlichen Seite. Ich meine konkret, dass dort ein falscher
Sündenchristus verkündigt wird, der mit dem Christus der Heiligen Schrift nicht
das Geringste zu tun hat. Aus einer vergifteten Quelle wie dieser kann nichts Gutes
kommen. Maranatha! Peter |
(Siehe auch Diskurs 74: „Hat Christus als Gottes
Sohn gar nicht sündigen können?”)
Bezüglich der hier oben zitierten Äußerungen auf der Website „Bibelkreis.ch”
von H.P. Wepf, erübrigt sich jede weitere Befassung, da sich derartig unqualifizierte Angriffe
unter Gläubigen von selbst richten. Schon unser Herr Jesus Christus wurde von den Pharisäern
seiner Zeit in Mt
12,24 als „Beelzebul” (Satan, Herr der Dämonen) bezeichnet. Mit der Bezeichnung von
Immanuel.at als „Seite eines Antichristen” erfüllen die Pharisäer unserer Zeit daher nur die
Prophezeiung des Herrn in Mt 10,25:
Wenn sie den Hausherrn Beelzebul genannt haben, wieviel mehr seine Hausgenossen!
Mt 10,25 Es ist dem Jünger genug, daß er werde wie sein Lehrer und
der Sklave wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebul genannt haben, wieviel mehr seine
Hausgenossen! Mt 10,25;
Die nun eingangs im E-mail von H. Röder zitierte Website der katholische Kirche ist
tatsächlich ein typisches Beispiel für die katholische Reliquienverehrung und Götzenanbetung.
(Siehe auch: „http://www.geocities.com/palmardetroyaarchidona4/Faz.htm”)
Sie beten die Dämonen an, und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können
Off 9,20 Und die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht
getötet wurden, taten auch nicht Buße von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die
Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen
Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können. Off 9,20
Und es ist auch vollkommen richtig, dass die katholische Kirche das zweite der zehn
Gebote ihren Mitgliedern bis heute in betrügerischer Absicht verschweigt. Nachdem es aber dadurch
nur mehr neun Gebote wären, hat man das zehnte Gebot in zwei Gebote aufgeteilt. Und so waren es
wieder zehn.
(Siehe auch Diskurs 32: „Kommentar zur Erklärung
„Dominus Jesus” der katholischen Glaubenskongregation.”)
Die katholische Kirche hat nun allen Grund, dieses zweite Gebot zu vertuschen -
beten sie doch in der katholischen Maria einen Götzen an und betreiben in der Anrufung der
katholischen „Heiligen” einen Totenkult, welcher Gott ein Gräuel ist.
Ihr sollt euch nicht zu den Totengeistern wenden.
3Mo 19,31 Ihr sollt euch nicht zu den Totengeistern und zu den
Wahrsagern wenden; ihr sollt sie nicht aufsuchen, euch an ihnen unrein zu machen. Ich bin der
HERR, euer Gott. 3Mo 19,31;
Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Soll es etwa für die Lebenden die Toten befragen?
Jes 8,19 Und wenn sie zu euch sagen: Befragt die Totengeister und die
Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln, so antwortet: Soll nicht ein Volk seinen Gott
befragen? Soll es etwa für die Lebenden die Toten befragen? Jes 8,19;
Das zweite der zehn Gebote gebietet allen Gläubigen, sich keine Götzenbilder,
keine Abbilder von existierenden Dingen zu machen, um sich vor ihnen niederzuwerfen und sie
anzubeten.
Du sollst dir keinerlei Abbilder machen und sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen.
2Mo 20,3 Du sollst keine andern Götter haben neben mir.
- 20,4 Du sollst dir kein Götzenbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben
im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist: 20,5 du sollst
dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein
eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten
Generation von denen, die mich hassen, 20,6 der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von
denen, die mich lieben und meine Gebote halten. 2Mo 20, 3- 6;
Wenn wir den Text genau lesen, erkennen wir, dass es bei diesem Gebot nicht darum geht, dass sich die Gläubigen überhaupt keine Bilder machen dürften. Sicher finden sich auch im Besitz von H. Röder einige Bilder - und wenn es nur die Fotos seiner Familienmitglieder sein sollten. Es steht hier auch nicht, dass wir uns „kein Bildnis von Gott machen sollen”, wie H. Röder oben schreibt, ganz im Gegenteil heißt es, „Du sollst keine andern Götter haben neben mir”. Es geht also ganz einfach darum, dass sich die Menschen keine Götzenbilder machen und diese nicht anbeten und sich nicht vor ihnen neigen sollen, wie z.B. das dauernde Kniebeugen der Katholiken in ihrer Kirche vor allen möglichen Figuren und Bildern. Und diesen Hintergrund zeigt auch die möglichst originalgetreue Übersetzung dieses Gebotes aus dem Hebräischen von Martin Buber ganz besonders deutlich:
Nicht mache dir Schnitzgebild, neige dich ihnen nicht, diene ihnen nicht.
Namen (2Mo) 20,3-6 Nicht sei dir andere Gottheit mir ins
Angesicht. Nicht mache dir Schnitzgebild, - und alle Gestalt, die im Himmel oben, die auf Erden
unten, die im Wasser unter der Erde ist, neige dich ihnen nicht, diene ihnen nicht, denn
ICH dein Gott bin ein eifernder Gottherr, zuordnend Fehl von Vätern ihnen an Söhnen, am dritten
und vierten Glied, denen die mich hassen, aber Huld tuend ins tausendste denen die mich lieben,
denen die meine Gebote wahren. Namen (2Mo) 20, 3- 6;
Obwohl diese Interpretation also von der Logik und der Realität her - es hat immer
schon Bilder gegeben - nicht in Zweifel zu ziehen ist, kann hier bei Geschwistern mit einseitiger
Hintergrundinformation ein falsches Grundverständnis auftreten. Unterstützt wird dies auch noch
von manchen Übersetzungen - wie z. B. Elberfelder und King James - welche am Ende von Vers 4 den
Satz beenden und im Vers 5 einen neuen Satz beginnen. Dadurch geht die Zusammengehörigkeit dieser
beiden Aussagen verloren und jeder Satz - insbesondere 2Mo 20,4 - wird fälschlicherweise als
eigenes Gebot isoliert betrachtet.
Elberfelder Bibel:
2Mo 20,4 Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild
dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde
ist. - 20,5 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. 2Mo 20,
4- 5;
Manche deutsche und englische Übersetzungen (z.B. Luther, Darby) behelfen sich mit
einem Doppelpunkt am Ende von Vers 4 um die Zusammengehörigkeit dieser Texte hervorzuheben. Doch
die richtige Lesart dieser Passage lautet:
2Mo 20,4-5 Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei
Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde
ist und dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen. 2Mo 20, 4- 5;
Wir sollen uns also kein Bild machen, um uns vor ihm niederzuwerfen und es
anzubeten. Ein Bild, welches nicht angebetet wird und zu dessen Anbetung nicht aufgefordert wird,
ist also kein Götzenbild und verstößt daher auch nicht gegen das zweite Gebot. Diese Sicht wird
aber auch durch konkrete Beispiele in der Bibel bestätigt. Alle jene Geschwister welche meinen, das
zweite Gebot würde überhaupt verbieten Bilder oder Skulpturen zu machen, sei eine Lektüre von 2Mo
25 empfohlen. Dort bekommen die Israeliten den Auftrag u.a. den Deckel für die Bundeslade zu
machen. Und dort heißt es:
Und mache zwei goldene Cherubim; in getriebener Arbeit sollst du sie machen an den beiden Enden der Deckplatte.
2Mo 25,17 Dann sollst du eine Deckplatte aus reinem Gold herstellen:
zweieinhalb Ellen sei ihre Länge und anderthalb Ellen ihre Breite. 25,18 Und mache zwei goldene
Cherubim; in getriebener Arbeit sollst du sie machen an den beiden Enden der Deckplatte, 25,19
und zwar sollst du einen Cherub am Ende hier und einen Cherub am Ende dort machen. Aus einem
Stück mit der Deckplatte sollt ihr die Cherubim machen an ihren beiden Enden. 25,20 Und die
Cherubim sollen die Flügel nach oben ausbreiten, die Deckplatte mit ihren Flügeln überdeckend,
während ihre Gesichter einander zugewandt sind. Der Deckplatte sollen die Gesichter der Cherubim
zugewandt sein. 2Mo 25,17-20;
Hier mussten die Israeliten zwei Cherubim - also zwei Engel und damit
Himmelgestalten - machen. Und der Auftrag kam von Gott dem Allmächtigen. Es ist also nicht denkbar,
dass Gott in 2Mo 20,4-5 ein Gebot erlässt, in dem Bilder und Skulpturen (Schnitzgebild)
grundsätzlich verboten würde und dann in 2Mo 25,17-20 den Israeliten gebietet, zwei Engel aus
getriebenem Gold zu machen. Wie so oft im christlichen Glauben, ist nicht das maßgeblich was
wir vor Augen haben, sondern das, was wir im Kopf haben. Und hier kann es natürlich durchaus
Unterschiede geben.
Damit steht aber fest: im zweiten Gebot Gottes ist nicht das „Abbild” das Kriterium, sondern das
„Anbeten”. Erst dann, wenn Menschen diesem Bild dienen und sich vor ihm niederwerfen, sind sie
Götzenanbeter und Gott ein Gräuel. Eine solche Situation finden wir dann ebenfalls beim Volk
Israel, in 2Mo 32,1. Mose war bei Gott auf dem Sinai um die zwei Tafeln des Gesetzes zu empfangen
und seine Rückkehr verzögerte sich.
Auf! Mache uns Götter, die vor uns herziehen!
2Mo 32,1 Als nun das Volk sah, daß Mose säumte, vom Berg
herabzukommen, versammelte sich das Volk zu Aaron, und sie sagten zu ihm: Auf! Mache uns Götter,
die vor uns herziehen! Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt
hat, - wir wissen nicht, was ihm geschehen ist. 2Mo 32, 1;
Obwohl Gott den Israeliten mehr als genug Beweise seiner Gnade und Freundlichkeit
erwiesen hat, hatten sie sehr schnell die Treue zu ihrem Gott über Bord geworfen und sich einen
Götzen gemacht. Interessanterweise ist hier eine gewisse Ähnlichkeit zum Verhalten der
katholischen Kirche in unseren Tagen zu erkennen. Auch dort sagte man sich „Auf! Lasst uns einen
Götzen machen”, als man per Dogma des „unfehlbaren” Papstes im Jahre 1931 die katholische
Maria zur „Mutter Gottes” und „Himmelskönigin” dekretiert und bald darauf, im Jahre 1950,
auch die „Himmelfahrt der Jungfrau Maria” zum Dogma erhoben hat. Damit hatte man in der
katholischen Kirche praktisch diese Maria als „die Muttergottes” in eine hierarchische Ebene
über den Sohn, unseren Herrn erhoben und spricht hinfort von ihm nur mehr als vom „Jesuskind”.
Bereits 1854 hatte man ja die „unbefleckte Empfängnis Marias” erfunden - was sich nicht etwa
auf die jungfräuliche Geburt unseres Herrn bezieht, sondern darauf, dass Anna, die Mutter Marias,
nach katholischer Lehre diese ebenso unbefleckt und jungfräulich und durch den Heiligen Geist
empfangen haben soll, wie Maria den Herrn. Daher blieb nun als einziger Makel nur mehr der fehlende
Nachweis der leiblichen Himmelfahrt Marias, welcher dann mit dem Dogma von 1950 endlich auch
beseitigt war, sodass der Götze Maria in der katholischen Kirche dem Sohn Gottes quasi
gleichgestellt ist.
(Siehe auch Diskurs 78: „Die katholische Lehre und
die Bibel - eine Disputation.”)
Wir sehen also, dass die katholische Kirche keine Lüge und keinen Betrug scheut, um
ihrem Götzen - und damit natürlich sich selbst - zu Macht und Ruhm zu verhelfen. Und daher wäre
es auch durchaus denkbar, dass man dort eines Tages auf die Idee kommt, den Herrn Jesus als das „Lamm
Gottes” - wie er ja auch in der Schrift bezeichnet wird - zu verehren und anzubeten. Würde mich
dann H. Röder auffordern, das Bild am Beginn der Startseite von meinen Schafen und Lämmern auf der
Weide auch zu entfernen, weil sonst irgendwelche Katholiken „darin gestärkt werden es anzubeten”?
Oder wenn wir uns die Stellung des Koran im Islam ansehen: Das heilige Buch der Muslime wird dort
als direkt „vom Himmel herab gegeben” bezeichnet und verehrt und geküsst. Nachdem nun auch
Papst Johannes Paul II. am 14. 5. 1999 bereits den Koran geküsst hat, wäre es durchaus denkbar,
dass die katholische Kirche auch die Bibel verehren und küssen lässt. Würde H. Röder dann
fordern, dass ich das Bild von einer Bibel auf der Willkommenseite von Immanuel.at lösche? Und wie
wäre es dann mit dem Lesen der Bibel? Dürften wir das dann nach Meinung der obigen Kommentatoren
noch? Oder würden sie dann auch die Bibel zu einem „falschen Gotteswort” und einem „antichristlichen
Buch” erklären, nur weil sie die katholische Kirche zu einer Reliquie deklariert?
Wie man sieht, führen derartige Ansichten zu vollkommen falschen Interpretationen.
Eine ähnliche Geisteshaltung mögen die Inquisitoren der katholischen Kirche gehabt haben, als sie
unter dem Vorwand, die Kirche vor Häretikern schützen zu müssen, rechtgläubige Christen verfolgt
und gefoltert haben und wenn diese ihrem Glauben nicht abschwören wollten, sie am Scheiterhaufen
verbrannt haben. Im Unterschied zur katholischen Lehre, welche sich auf ihre mündliche und
schriftliche Tradition beruft und die Bibel als zweitrangig erklärt, gründet sich die Lehre der
bibeltreuen Christen ausschließlich auf die Bibel und hier insbesondere auf die Aussagen unseres
Herrn Jesus Christus. Daher gibt es hier keine unbiblischen Heiligen, Reliquien, Brotverwandlungen
und Götzenverehrungen, sondern wir beten in Geist und Wahrheit zu Gott dem Allmächtigen und
unserem Herrn Jesus Christus.
Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
Jh 4,21 Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da
ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 4,22 Ihr betet an, was ihr
nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden. 4,23 Es kommt aber
die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn
auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten,
müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Jh 4,21-24;
Und wir beten auch nicht öffentlich vor den Leuten und in den Kirchen, wie das die Heuchler tun. Sie haben bereits ihren Lohn in der Beachtung, die ihnen die Menschen dadurch zollen. Wir aber gehen zum Beten in unsere Kammer, schließen die Tür und beten zu unserem Vater im Himmel, der im Verborgenen ist. Wir plappern auch nicht und ratschen zehn „Ave Marias” oder Bittgebete an irgendwelche Heilige herunter, sondern wir sprechen zu unserem Gott und unserem Herrn Jesus Christus ungekünstelt, aber in Demut und Aufrichtigkeit, bedanken uns ganz konkret für das, was wir schon erhalten haben und bitten um das, was wir noch denken zu benötigen.
Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!
Mt 6,5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn
sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den
Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6,6 Wenn du aber
betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater,
der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 6,7 Wenn
ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, daß sie um
ihres vielen Redens willen erhört werden. Mt 6, 5- 7;
Würden wir zum Beten in eine Kirche gehen, würden wir Gefahr laufen, den echten Tempel Gottes, der wir selbst sind, zu entehren. Gott finden wir nicht in Kirchen und öffentlichen Gottesdiensten, sondern in unserem Geist und in der Stille und Abgeschiedenheit unserer Kammer. Wer die Bilder und Figuren in den Kirchen anbetet, betet Götzen an. Und welchen Zusammenhang haben wir, als Tempel Gottes, mit den Götzenbildern?
Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes, er wird uns Vater sein und wir werden ihm Söhne und Töchter sein.
2Kor 6,16 Und welchen Zusammenhang hat der Tempel Gottes mit
Götzenbildern? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: «Ich will
unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.» 6,17 Darum
geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an!
Und ich werde euch annehmen 6,18 und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne
und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. 2Kor 6,16-18;
So hat das auch Gottfried Daniel Pomacher, ein Erweckungsprediger aus dem Wuppertal
gesehen, als er sagte:
„Das Christentum besteht nicht in Worten sondern in der Kraft des
Heiligen Geistes in den Gläubigen. Nicht jene sind die Säulen des Tempels, die sich öffentlich in
Gebeten mit „Herr, Herr” die Bewunderung ihrer Zuhörer verschaffen, sondern jene, welche
zuhause, in ihrem stillen Kämmerlein und ohne einen einzigen Zuhörer, ihre Gebete an den Herrn
richten, sind die wahren Träger der Gemeinde.”
Und nun spricht das zweite der zehn Gebote davon, dass wir uns keine Götzenbilder
machen sollen. Doch ebenso, wie ein Mensch erst dann gerettet ist, wenn er zum Glauben an unseren
Herrn Jesus Christus gekommen ist - und nicht vorher -, wird ein Bild (oder ein Mensch, ein Tier /
Röm 1,22-23) erst dann zum Götzen, wenn es angebetet und verehrt wird. Es heißt daher in diesem
Gebot nicht, dass wir uns überhaupt keine Bilder von den Dingen im Himmel, auf Erden und unter
Wasser machen sollen, sondern dass wir uns keine Bilder zum Anbeten machen sollen, weil dies
Götzendienst wäre. Dass dies in anderen Religionen und Kirchen geschieht, liegt in der
Verantwortlichkeit jener Menschen, welche sich dazu bekennen und nicht in unserer.
Als bibeltreue Christen beten wir weder Bilder noch Figuren an und beten auch nicht in der
Öffentlichkeit, sondern in der Gebetsintimität unserer Kammer. Und wie jedes andere Bild kann auch
das Bild des Turiner Grabtuchs auf der Willkommenseite von Immanuel.at nicht gegen das zweite Gebot
verstoßen, solange dort nicht aufgefordert wird dieses Bild zu verehren und anzubeten. Zudem haben
wir dort ganz im Gegenteil als Kommentar zu diesem Bild den ausdrücklichen Hinweis:
Ob das Turiner Grabtuch echt ist und wie Jesus Christus tatsächlich
ausgesehen hat, ist für uns gläubige Christen völlig ohne Belang. Wir lieben ihn, weil er unser
Herr, Gott und Erlöser ist. Weil er für uns am Kreuz gestorben ist, um unsere Sünden vor dem
Vater zu sühnen. - Und weil er auferstanden ist und uns damit den Weg gezeigt hat, den auch wir
gehen werden.
Allein aus diesen vier Sätzen könnte auch ein Katholik das wahre Evangelium
erkennen. Wenn er dann in seine Kirche zurückkehrt und dort weiter die toten „Heiligen” und den
Götzen Maria anbetet, wird es ihm nach der Verheißung des Herrn in Jh 3,36 ergehen:
Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Jh 3,35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine
Hand gegeben. 3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht
gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,35-36;
Was nun das von Herbert Röder monierte „Bild unseres angeblichen Herrn und
Heilands” auf dem Turiner Grabtuch betrifft, haben wir in der Schrift u.a. die Aussage des
Johannes, dass er und Petrus das Grab, in das der Herr gelegt wurde, leer vorfanden und darin nur
die Leinentücher liegen sahen, in welche ihn Josef von Arimathäa drei Tage zuvor eingewickelt
hatte (Mt 27,57-61).
Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen.
Jh 20,3 Da ging Petrus hinaus und der andere Jünger, und sie gingen zu
der Gruft. 20,4 Die beiden aber liefen zusammen, und der andere Jünger lief voraus, schneller als
Petrus, und kam zuerst zu der Gruft; 20,5 und als er sich vornüberbückt, sieht er die
Leinentücher daliegen; doch ging er nicht hinein. 20,6 Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte,
und ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen 20,7 und das Schweißtuch,
das auf seinem Haupt war, nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich
zusammengewickelt an einem besonderen Ort. 20,8 Da ging nun auch der andere Jünger hinein, der
zuerst zu der Gruft kam, und er sah und glaubte. Jh 20, 3- 8;
Auch das Grabtuch von Turin ist ein Leinentuch, in welchem ein gekreuzigter Mensch
eingewickelt war. Eine objektive Beurteilung darüber finden wir in der unbestritten weltlich
orientierten Online-Enzyklopädie Wikipedia:
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Unumstritten ist, dass es sich bei dem Tuch um eine Singularität handelt, und zwar vor allem durch folgende Eigenschaften:
Die Abbildung ist verzerrungsfrei nach Art einer fotografischen Projektion auf eine plane Fläche, also kein Kontaktabdruck. Trotzdem zeigt sie Vorder- und Rückseite der abgebildeten Person in voller und identischer Größe.
Die Abbildung ist nach Helligkeitsparametern ein Negativ. Erst neuzeitliche fotografische Technik erlaubt die Umkehrung, die ein stufenlos abgeschattetes, vollkommen realitätsechtes „Schwarzweißfoto” ergibt. Die Entstehung durch Malerei ist damit ausgeschlossen.
Die Abbildung zeigt bzw. fingiert einen nach Art Jesu gekreuzigten Mann
mit Spuren von Geißelung, Dornenkrönung, Annagelung und Brustöffnung. Auffällig ist
jedoch, dass die Details, von der christlichen Ikonografie abweichend, mit den
Ergebnissen moderner archäologischer Forschung übereinstimmen: die Spuren der
Dornenkrone ergeben keinen Kranz, sondern eine Haube (im Orient war die Dornenhaube
üblich und eine Dornenkrone unüblich); die Hände erscheinen nicht in der Fläche,
sondern an der Wurzel durchbohrt; die Beine müssten am Kreuz seitlich angewinkelt,
nicht ausgestreckt gewesen sein.
Auszug aus Wikipedia-Turiner
Grabtuch
Auf den Augen des Menschen sind Abdrücke von Münzen aus der Zeit des Pontius
Pilatus zu erkennen. Ebenso spricht die Pollenanalyse für eine Datierung zur Zeit Jesu, die
Radio-Carbon-Methode kann für eine Datierung nicht benutzt werden, da das Tuch öfters Bränden
ausgesetzt war, welche den Carbonwert verändert haben.
Diese konnte bis jetzt noch nicht endgültig verneint werden, alle Versuche, das
Tuch ins Mittelalter zu datieren, sind gescheitert.
Auszug aus http:/www.theologiewiki.de/Turiner_Grabtuch
Nach dem Urteil der Fachleute, welche sich seit Jahrzehnten mit der
wissenschaftlichen Untersuchung des Turiner Grabtuches befasst haben, kann also die Echtheit des
Tuches bisher nicht verneint werden. Man würde sich wünschen, dass es im Zusammenhang mit der
Schöpfungslehre auch einen ähnlich objektiven wissenschaftlichen Befund geben würde.
Die Behauptung zu Beginn dieser Untersuchungen, dass es sich hier um eine zwar großartig
ausgeführte, aber dennoch um eine Malerei handeln würde, konnte durch die aktuellsten
fototechnischen Methoden nunmehr ohne Zweifel widerlegt werden. Auch die oftmals zitierte Datierung
des Tuches ins Mittelalter anhand der 14C-Datierung (Radiokarbonmethode/„Kurzzeituhr”)
hat sich aufgrund der Brandeinwirkungen auf dem Tuch als unbrauchbar erwiesen.
Was zudem die Glaubwürdigkeit des Turiner Grabtuches in hohem Ausmaß stützt, ist einerseits der
Umstand, dass die Christusbilder der vergangenen Jahrhunderte die Wunden von den Nägeln an den
Händen in der Handfläche (Handteller) abbildeten, während das Turiner Grabtuch diese Wundmale in
der Handwurzel aufweist. Dies ist aber auch genau jene Position, welche in der modernen
archäologischen Forschung bei Ausgrabungen von gekreuzigten Menschen aus dieser Zeit vorgefunden
wurde. Andererseits haben die Münzexperten Prof. Filas (Chicago) und Prof. Whanger (Durham) die
beiden Münzabdrücke auf den Augen als Prokuratorenmünzen identifiziert. Sie stammen von
einer Kupfermünze, die Pilatus zwischen 28 und 30 n. Chr. prägen ließ und die nach der
Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nicht mehr im Umlauf war. Diese ist in mehreren Prägungen
bekannt und trägt die Inschrift „TIBERIOU KAISEROS” (Kaiser Tiberius). Nur Anno 29 unterlief
dem Münzmeister ein Fehler. Er schrieb KAISEROS mit C anstatt eines K. Genau jene seltenen Münzen
sind es, deren Abdrücke auf dem Grabtuch eindeutig identifiziert werden konnten.
Prokuratorenmünze: Rechts die rekonstruierte Inschrift UCAI und der
Hirtenstab
(aus http://www.huinfo.at/grabtuch/grabtuch.htm)
Lässt man einmal die für die Wissenschaft unerklärbare Entstehung dieses Abbildes
außer Betracht, könnten alle diese Einzelheiten - die Abdrücke auf den Augen von Münzen aus der
Zeit des Pontius Pilatus, die Spuren von Geißelung, die Wunden von den Nägeln und die Wunde in der
Brust - im Prinzip auch von einem anderen Gekreuzigten aus der Zeit um etwa 30 unserer Zeitrechnung
stammen. Was allerdings kaum bei einem von Pilatus gekreuzigten Verbrecher zu erwarten ist, ist eine
Dornenhaube. Dabei geht es hier gar nicht so sehr um den Fakt, dass man im Orient auf den
Christusbildern üblicherweise eine Dornenhaube abbildete und keinen Dornenkranz wie in westlichen
Ländern, und das Turiner Grabtuch ebenfalls eine Dornenhaube aufweist, sondern es geht viel mehr um
die biblische Tatsache, dass Jesus Christus diese „Krone” von den römischen Soldaten deshalb
aufgesetzt wurde, um ihn zu verhöhnen, weil er sagte, er sei der König der Juden.
Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es.
Mt 27,11 Jesus aber wurde dem Statthalter vorgeführt. Und der
Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst
es. Mt 27,11;
Jesus wurde von den Hohenpriestern und Ältesten mit der Begründung an Pontius
Pilatus ausgeliefert, dass er von sich behauptete, der König der Juden zu sein. Und als Pilatus ihn
verhörte und keine Schuld an ihm fand, wollte er ihn wieder freigeben. Doch die Juden schrien und
drohten sogar Pilatus, er sei kein Freund des Kaisers, wenn er Jesus wieder freigeben würde.
Die Juden aber schrien und sagten: jeder, der sich selbst zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser.
Jh 19,12 Daraufhin suchte Pilatus ihn loszugeben. Die Juden aber
schrien und sagten: Wenn du diesen losgibst, bist du des Kaisers Freund nicht; jeder, der sich
selbst zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser. Jh 19,12;
Die Aussage des Herrn, er sei der König der Juden und der Hass der Juden auf diesen
Jesus von Nazareth war also der offizielle Grund, warum Pilatus ihn zum Tod am Kreuz verurteilt hat.
Als Jesus dann den Soldaten übergeben wurde, geißelten und verspotteten sie ihn, indem sie ihm
einen scharlachroten Mantel umhängten, eine Dornenhaube flochten und ihm auf das Haupt setzten und
dann vor ihm auf die Knie fielen und riefen: Sei gegrüßt, König der Juden.
Sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden!
Mt 27,27 Dann nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit in das
Prätorium und versammelten um ihn die ganze Schar; 27,28 und sie zogen ihn aus und legten ihm einen
scharlachroten Mantel um. 27,29 Und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein
Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine Rechte; und sie fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten
ihn und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden! 27,30 Und sie spien ihn an, nahmen das Rohr und
schlugen ihn auf das Haupt. 27,31 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus
und zogen ihm seine eigenen Kleider an; und sie führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Mt 27,27-31;
Und genau das ist nun der springende Punkt: Nachdem eine künstliche Herstellung des
Turiner Grabtuchs aufgrund der oben zitierten wissenschaftlichen Befunde nicht nachgewiesen werden
kann und man die Identifikation mit Jesus von Nazareth nicht wahrhaben will, bleibt aufgrund der
Indizien nur die Alternative, dass es sich hierbei um einen anderen gekreuzigten Menschen aus der
Regierungszeit des Pilatus handeln würde. Doch es ist so gut wie ausgeschlossen, dass irgendein
gekreuzigter Verbrecher der damaligen Zeit als „König der Juden” verhöhnt und ihm eine
Dornenkrone aufgesetzt worden wäre, wie es das Turiner Grabtuch zeigt. So gesehen wäre also gerade
diese Verhöhnung des Sohnes Gottes durch die römischen Soldaten, Jahrtausende später für die
ungläubige Welt zum historischen Nachweis für seine Existenz, seinen Tod und seine Auferstehung
geworden.
Ein ungelöstes Problem war lange Zeit die Tatsache, dass sich die Abbildung verzerrungsfrei nach
Art einer fotografischen Projektion auf eine plane Fläche darstellt und somit kein Kontaktabdruck
sein kann. Trotzdem zeigt sie Vorder- und Rückseite der abgebildeten Person in voller und
identischer Größe. Bei jedem Kontaktabdruck müssten die Umrisse des Bildes verzerrt sein, weil
durch die Topologie des menschlichen Körpers z.B. die Seitenabdrücke des Gesichts auf dem dann
plan aufgelegten Tuch das Gesicht verbreitert darstellen würden. Dies hat eine Forschungsgruppe um
John Jackson, Professor für theoretische Physik aus Colorado Springs, untersucht, welcher
Mitglieder aus so bedeutenden Institutionen wie der NASA, dem Jet Propulsion Laboratory in Pasadena,
der Wright Patterson Air Force Base, IBM, dem Santa Barbara Research Center, der N.U.T.E.K., dem
Sandia National Laboratory in New Mexico, der Nuclear Technology Corp., der Lockheed Missiles and
Space Corp., dem Los Alamos National Laboratory und anderer angehörten. Die Entwicklung der
Computer-Bildanalyse-Technologie brachte Jackson auf die Idee, diese Technik auch am Turiner
Grabtuch auszuprobieren.
Er interessierte Donald Devan vom Informations Science Institute in Santa Barbara und Dr. Eric
Jumper, einen Air Force Officer und Physiker für das Tuch. In jeder freien Minute studierten nun
Jackson, Jumper und weitere Wissenschaftler Grabtuchfotos, die 1931 und 1973 gemacht worden waren.
Sie untersuchten die Bilder mit dem VP-8-Bildanalysator, einem hochentwickelten Gerät, das die
Bildintensität in ein vertikales Relief umwandeln kann. Zu ihrer Überraschung fanden sie, daß das
Bild auf dem Tuch genaue dreidimensionale Daten enthält, was bei herkömmlichen Photographien und
Gemälden nicht der Fall ist. Mittels der Computerdaten konnten sie ein dreidimensionales Modell des
Abbildes konstruieren.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
(...) es ergaben sich weitere spektakuläre Ergebnisse. Eine unbekannte
Strahlung als Auslöser der Bildentstehung war die einzige Theorie, die nach all den neuen
Forschungsergebnissen stand hielt, und Prof. Jackson brachte den Knüller: die Kollaps- oder
Tuchzusammenfall-Hypothese. Die Auswertung sämtlicher 1978 und früher sowie später gewonnener
Daten schien nur noch eine Möglichkeit zuzulassen:
Im Moment der Strahlung fiel die auf dem Körper liegende Tuchhälfte in die Region hinunter, in
der einen Moment zuvor noch der Körper gelegen hatte. Die Bildspuren entwickelten sich genau zu
dem Zeitpunkt, als diese Strahlung auftrat und das Tuch zusammenzusinken begann. Das hatte auf
dem Bild Verzerrungen und Nichtübereinstimmungen von Körper- und Bildmerkmalen sowie den
Blutflecken zur Folge sowie die Abwesenheit von Seitenbildern. Die Ränder von Auge und Wange
z.B. scheinen nach aussen ins Leere zu gleiten. Diese Merkmale – die Verzerrungen,
Nichtübereinstimmungen und das Verschwimmen der Seitenbilder – waren Ergebnisse der
Forschungen von Wissenschaftlern auf den Gebieten der Medizin, Anatomie, Bildanalyse und
zahlreicher anderer, und diese Ergebnisse ergaben erst durch Jacksons Kollaps-Hypothese einen
Sinn. Dieses Konzept eines in die darunterliegende Körperregion hineinfallenden Tuches mit
gleichzeitiger Entstehung des Bildes erfordert im wesentlichen folgende Annahmen:
o Der Körper wurde mechanisch „durchlässig” für sein
physikalisches Umfeld – oder er verschwand im Augenblick – oder er wurde in Energie
verwandelt.
o Es muss einen Auslöser gegeben haben, der das Verschwinden
des Körpers bewirkte und gleichzeitig den Niederfall des Tuches in die nun leere Körperregion
als „Bild” aufzeichnete.
Es ist bislang absolut unklar, welcher physikalischer Natur dieser Auslöser
gewesen sein könnte. Was (oder wer?) könnte einen solchen Prozess verursacht oder
durchgeführt haben, von dem wir zumindest wissen, dass er aus einer Art Strahlung resultierte?
Es gibt drei Möglichkeiten:
o Ein übernatürlicher, göttlich bewirkter Vorgang = ein für
uns unerklärbares Wunder.
o Ein wissenschaftlich erklärbarer Vorgang von uns noch
unbekannter Natur.
o Ein wissenschaftlich erklärbarer technologischer Eingriff
durch eine fremde, uns überlegene Intelligenz.
Jackson selbst sagte zu diesem überraschenden Forschungsergebnis: „Als
Physiker gebe ich zu, dass auch ich meine Schwierigkeiten habe mit diesem Konzept, doch ich
weiss auch, dass wir Wissenschaftler bereit sein müssen, unsere heiligsten Prinzipien
umzustürzen, falls die Beobachtungen das erfordern... Manche Forscher und Laien nehmen
stillschweigend an, dass es wohl noch eine verborgene Seite der Natur gebe, die bislang nicht
beobachtet oder studiert wurde von der modernen Wissenschaft, oder die sich, aus welchem Grund
auch immer, zum ersten Mal zeigte, als das Tuchbild entstand. Natürlich kann man leicht
behaupten, dass das Bild auf dem Tuch durch einen einzigartigen, sich nicht wiederholenden
Prozess gebildet wurde. Vielleicht war es so. Doch das würde die Diskussion von jeder
wissenschaftlichen Untersuchung entfernen, weil Wissenschaftlichkeit sich durch den Begriff der
empirischen Wiederholbarkeit auszeichnet.”
Durch einen unbekannten Eingriff wurde durch eine noch unbekannte Strahlung gleichzeitig der
Körper entweder physikalisch durchlässig oder im Augenblick entfernt oder in Energie
verwandelt sowie durch diesen Prozess die Zellulose der Faserspitzen des Tuches über und unter
dem Körper verändert, so dass eine Art Bild entstand, eine Art Verbrennung oder Versengung.
Hier wird die High Tech-Grabtuchforschung interessant für die Exegeten, die meinen, die
mysteriöse Auferstehung sei der verursachende Faktor gewesen. Wo die kirchliche Neugierde
aufhört, fängt jedoch die wissenschaftliche erst richtig an. Und unter diesem Aspekt wird das
Turiner Grabtuch auch für die Paläo-SETI-Forschung interessant:
Da der im Tuch liegende Körper definitiv tot war und sich z.Z. der Bildentstehung und des
rätselhaften Strahlungsvorganges bereits in Leichenstarre befand (was eines der sichersten
Ergebnisse von hundert Jahren Grabtuchforschung ist und über das sich die Mediziner völlig
einig sind), ergibt sich eine wichtige Frage: Wer war der Verursacher dieses Prozesses? Was ist
eher vorstellbar: ein übernatürliches Wunder, ausgeführt durch einen toten Körper in
Leichenstarre – oder ein kontrollierter Eingriff, durchgeführt durch einen uns
unbekannten Verursacher mittels Strahlung, die das Verschwinden oder physikalisch „durchlässig”
werden des toten Körpers zur Folge (oder zum Ziel?) hatte?
Auszug aus der Website Das Turiner
Grabtuch
Der Hauptgrund, warum nun halbwegs objektive weltliche Wissenschaftler das Abbild im
Turiner Grabtuch nicht als Falsifikat einstufen können, ist die Unmöglichkeit, die Art und den
Hintergrund seiner Entstehung wissenschaftlich empirisch nachzuweisen. Eine Problemstellung, welche
wir, als bibelkundige Christen möglicherweise aufklären könnten. In 1Kor 15,51-53 schreibt Paulus
den Korinthern über die Auferweckung der Toten bei der Wiederkunft des Herrn und er vertraut ihnen
ein Geheimnis an:
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: wir werden alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick.
1Kor 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht
alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 15,52 in einem Nu, in einem
Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt
werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dieses Vergängliche
muß Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. 1Kor 15,51-53;
Wie Paulus schreibt, werden die Toten in Christus bei der Wiederkunft des Herrn zur
Entrückung auferweckt und in einem Nu, in einem Augenblick, verwandelt werden und unvergänglich
sein. Auf diese Verwandlung bezieht er sich dann auch im seinem zweiten Brief an die Korinther, wo
er gesteht:
Wir sehnen uns danach, mit unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden
2Kor 5,1 Denn wir wissen, daß, wenn unser irdisches Zelthaus zerstört
wird, wir einen Bau von Gott haben, ein nicht mit Händen gemachtes, ewiges Haus in den Himmeln. 5,2
Denn in diesem freilich seufzen wir und sehnen uns danach, mit unserer Behausung aus dem Himmel
überkleidet zu werden, 5,3 insofern wir ja bekleidet, nicht nackt befunden werden. 5,4 Denn wir
freilich, die in dem Zelt sind, seufzen beschwert, weil wir nicht entkleidet, sondern
überkleidet werden möchten, damit das Sterbliche verschlungen werde vom Leben. 2Kor 5, 1- 4;
Und hier schreibt Paulus, dass er sich danach sehnt noch lebendig mit der „Behausung
aus dem Himmel” - dem Geistleib - überkleidet zu werden, anstatt zuerst zu sterben - also entkleidet
- und erst später, bei der Wiederkunft des Herrn, auferweckt und zur Gleichgestalt mit dessen Leib
der Herrlichkeit überkleidet zu werden.
(Siehe auch Exkurs 07: „Der Auferstehungsleib”)
Christus wird unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit.
Phil 3,20 Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir
auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, 3,21 der unseren Leib der Niedrigkeit
umgestalten wird zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft,
mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen. Phil 3,20-21;
Wie nun Johannes weiter oben, in Jh 20,3-8 berichtet, war zu dem Zeitpunkt, als er
und Petrus das leere Grab mit den Leinentüchern vorfanden, auch Maria Magdalena mit ihnen. Erst als
die beiden dann gegangen waren, wagte auch sie einen Blick in die Gruft.
Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.
Jh 20,11 Maria aber stand draußen bei der Gruft und weinte. Als sie
nun weinte, bückte sie sich vornüber in die Gruft 20,12 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern
dasitzen, einen bei dem Haupt und einen bei den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 20,13 Und
jene sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen und
ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben.
20,14 Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus dastehen; und sie wußte
nicht, daß es Jesus war. 20,15 Jesus spricht zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie,
in der Meinung, es sei der Gärtner, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen, so sage mir, wo
du ihn hingelegt hast! Und ich werde ihn wegholen. 20,16 Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet
sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni! das heißt Lehrer.
20,17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.
Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater
und zu meinem Gott und eurem Gott! 20,18 Maria Magdalena kommt und verkündet den Jüngern, daß sie
den Herrn gesehen und er dies zu ihr gesagt habe. Jh 20,11-18;
Maria Magdalena sah hier den Herrn, drei Tage nach seinem Tod, unmittelbar nach
seiner Auferweckung von den Toten. Und er hatte jenen „Leib der Herrlichkeit” - also den
Geistleib - , den Paulus weiter oben, in Phil 3,21 beschrieben hat. Darauf deutet auch die
ausdrückliche Aufforderung des Herrn an Maria Magdalena, dass sie ihn nicht berühren darf, weil er
noch nicht beim Vater im Himmel war. Erst nachdem er nach seiner Auferweckung in den Himmel
zum Vater aufgefahren war, und dann, in seiner Auferstehung, mit dem Auferstehungsleib wieder
körperlich auf die Erde zurückkehrte um die Jünger zu treffen, hatte er keinerlei Bedenken mehr
sich von den Jüngern berühren zu lassen. Im Gegenteil, er zeigte ihnen, dass sein Körper aus
Fleisch und Knochen bestand und er hat sogar Fisch gegessen und etwas getrunken, um die Befürchtung
der Jünger, er sei ein Geist, auszuräumen.
Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen.
Lk 24,36 Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten
unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 24,37 Sie erschraken aber und fürchteten sich
und meinten, sie sähen einen Geist. 24,38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und
warum kommen solche Gedanken in euer Herz?
24,39 Seht meine Hände und meine Füße, ich bin es selber. Fasst mich an und seht; denn ein
Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. 24,40 Und als er das
gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße.
24,41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt
ihr hier etwas zu essen? 24,42 Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. 24,43 Und er
nahm es und aß vor ihnen. Lk 24,36-43;
Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.
Jh 20,26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen
versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt
mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 20,27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche
deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite,
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Jh 20,26-27;
(Siehe auch das Kapitel 12: „Die Auferstehung”)
Der tote Körper des Herrn lag also drei Tage im Grab, während sein Geist im
Totenreich war und den Toten das Evangelium verkündet hat.
Der Menschensohn war drei Tage und Nächte im Schoß der Erde.
Mt 12,38 Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an
und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. 12,39 Und er antwortete
und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm
kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. 12,40 Denn wie
Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und
drei Nächte im Schoß der Erde sein. Mt 12,38-40;
Er ist auch hinabgefahren in die Tiefen der Erde.
Eph 4,8 Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe
und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.« 4,9 Dass er aber
aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der
Erde? 4,10 Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit
er alles erfülle. Eph 4, 8-10;
Den Toten wurde das Evangelium verkündigt.
1Ptr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt,
dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben
im Geist. 1Ptr 4, 6;
(Siehe auch Exkurs 09: „Das Paradies.”)
Wir haben hier nicht nur die dezidierte Aussage, dass der Herr nach seinem Tod in
die Tiefen der Erde, ins Totenreich hinabgefahren ist, sondern auch die Erklärung dafür, was er in
dieser Zeit im Totenreich getan hat: Wie auch zu seinen Lebzeiten den Lebenden, hat er nun, als
Toter, den Toten im Totenreich, die vor seiner irdischen Existenz gestorben sind, das Evangelium
verkündigt und ihnen die Rettung aus Gnade angeboten. Am dritten Tage ist er dann aus dem
Totenreich zurückgekehrt und der Geist des Lebens von Gott ist in seinen Körper gekommen und er
wurde auferweckt.
Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und wir haben mit ihm gegessen, nachdem er auferstanden war.
Apg 10,38 Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit
Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt
waren; denn Gott war mit ihm. 10,39 Und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Lande der
Juden als auch in Jerusalem getan hat; den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz
hängten. 10,40 Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt [egeiren] und ihn
sichtbar werden lassen, 10,41 nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten
Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden
[anastenai] war. Apg 10,38-41;
(Siehe auch Kapitel 12: „Auferweckung
und Auferstehung.”)
Wir haben für diesen Vorgang der Auferweckung auch ein sehr guten Beispiel in der
Offenbarung. Die zwei Zeugen Gottes, denen von Gott Vollmacht gegeben wurde, 1260 Tage zu weissagen
und während dieser Zeit den Himmel zu verschließen und die Erde mit jeder Plage zu schlagen sooft
sie nur wollten, werden am Ende ihrer Zeit vom Tier aus dem Meer, dem dämonischen Antichristen,
getötet werden. Und ihre Leichname werden auf den Straßen Jerusalems liegen und die Menschen
werden sich freuen, dass sie endlich diese Propheten die sie quälten losgeworden sind und werden
feiern und verhindern, dass die Leichname begraben werden. Doch nach dreieinhalb Tagen geschieht
Folgendes:
Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie.
Off 11,11 Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des
Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht befiel die,
welche sie schauten. 11,12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt
hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde.
Off 11,11-12;
Diese zwei Zeugen Gottes werden also nach dreieinhalb Tagen von den Toten auferweckt
(überkleidet) und in den Himmel entrückt. Das ist aber nun genau jener Vorgang, welcher uns auch
hier weiter oben von den Aposteln im Zusammenhang mit der Auferweckung des Herrn berichtet wird. Und
eben dieser Vorgang der Auferweckung, in dem der Geist des Lebens von Gott den Körper des Herrn
verwandelte (überkleidete), könnte nun die Ursache für den ansonsten völlig unerklärbaren
Abdruck des Körpers auf dem Turiner Grabtuch sein.
Leider wird aber die Wissenschaft diese Argumentation als unwissenschaftlich zurückweisen und
lieber weiterhin in Ungewissheit verharren. Obwohl man das jetzt nur zur Kenntnis nehmen kann, weil
eben Weltmenschen keinen Glauben und schon gar keine Ahnung von der Bibel haben, ist das bei
gläubigen Christenmenschen etwas anders. Wer als Christ derartige Möglichkeiten nicht in Betracht
zieht und sie, wie im eingangs zitierten Beitrag auf der Website Bibelkreis.ch, a priori als
„antichristlich” und „lästerlich” abqualifiziert, dokumentiert damit seine
Oberflächlichkeit und seine Unkenntnis der Schrift und man muss daher davon ausgehen, dass auch
seine übrigen Glaubensinhalte nicht biblisch fundiert sind.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
In Ihrem letzten Diskurs "Das Turiner Grabtuch" ist es Ihnen
dankenswerterweise gelungen, alle gegenwärtig relevanten Fakten zu diesem Thema
zusammenzufassen und mit den diesbezüglichen biblischen Aussagen zusammenzuführen. Damit ist
dieses Dokument ausgesprochen hilfreich bei der Diskussion und der realistischen Beurteilung
dieses Problemkreises.
Was jedoch in Ihrer Arbeit leider nicht näher behandelt wird, ist die Tatsache, dass Johannes
in Jh 20,5-7 drei Mal von "Leinentüchern" - also Plural - spricht und mit dem Turiner
Grabtuch ja nur ein einziges Leinentuch vorliegt. Auch weist der Evangelist in Jh 20,7 auf ein
Schweißtuch hin, das Jesus auf seinem Haupt hatte und welches zum Zeitpunkt als Petrus und
Johannes das Grab besuchten, zusammengewickelt an einem besonderen Ort lag. Wenn also das
Schweißtuch um den Kopf des Toten gewickelt war, müsste bei der Auferstehung die Abbildung des
Angesichts auf dem Schweißtuch erfolgt sein und nicht auf dem Grabtuch.
W.Niemetz@gmx.de
Schönen Dank für diesen Hinweis, er ist durchaus berechtigt und zeugt von
außerordentlicher Aufmerksamkeit. Der Umstand, dass diese Schriftaussagen im obigen Diskurs nicht
zur Sprache kamen, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass es bisher meines Wissens keinen
Ausleger gegeben hat, der auf diese Details bei diesem speziellen Thema eingegangen wäre und sie
somit offensichtlich auch mir entgangen sind. Allerdings ist anzumerken, dass nur Johannes diese
Leinentücher erwähnt, während alle drei anderen Evangelisten nur von einem Leinentuch sprechen,
wie die nachfolgenden Texte zeigen.
Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch.
Mt 27,57 Als es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann von
Arimathäa, mit Namen Josef, der selbst auch ein Jünger Jesu war. 27,58 Dieser ging hin zu Pilatus
und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, den Leib zu übergeben. 27,59 Und Josef nahm den
Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch 27,60 und legte ihn in seine neue Gruft,
die er in den Felsen ausgehauen hatte; und er wälzte einen großen Stein an die Tür der Gruft und
ging weg. 27,61 Es waren aber dort Maria Magdalena und die andere Maria, die dem Grab gegenüber
saßen. Mt 27,57-61;
Und der kaufte feines Leinentuch, nahm ihn herab, wickelte ihn in das Leinentuch.
Mk 15,42 Und als es schon Abend geworden war - es war nämlich
Rüsttag, das ist der Vorsabbat - 15,43 kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der
selbst auch das Reich Gottes erwartete, und er wagte es und ging zu Pilatus hinein und bat um den
Leib Jesu. 15,44 Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte; und er rief den
Hauptmann herbei und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. 15,45 Und als er es von dem
Hauptmann erfuhr, schenkte er Josef den Leib. 15,46 Und der kaufte feines Leinentuch, nahm ihn
herab, wickelte ihn in das Leinentuch und legte ihn in eine Gruft, die in einen Felsen
gehauen war, und er wälzte einen Stein an die Tür der Gruft. 15,47 Aber Maria Magdalena und Maria,
die Mutter des Joses, sahen zu, wohin er gelegt wurde. Mk 15,42-47;
Und als er ihn abgenommen hatte, wickelte er ihn in ein Leinentuch.
Lk 23,50 Und siehe, ein Mann mit Namen Josef, der ein Ratsherr war, ein
guter und gerechter Mann 23,51 - dieser hatte nicht eingewilligt in ihren Rat und in ihre Tat - von
Arimathäa, einer Stadt der Juden, der das Reich Gottes erwartete; 23,52 dieser ging hin zu Pilatus
und bat um den Leib Jesu. 23,53 Und als er ihn abgenommen hatte, wickelte er ihn in ein
Leinentuch und legte ihn in eine in Felsen gehauene Gruft, worin noch nie jemand gelegen
hatte. 23,54 Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an. 23,55 Es folgten aber die Frauen nach,
die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, und besahen die Gruft, und wie sein Leib hineingelegt
wurde. Lk 23,50-55;
Nun sind aber die Berichte der drei Synoptiker - im Unterschied zum
Johannesevangelium - keine direkten Augenzeugenberichte, sondern stützen sich auf Aussagen von
Zeitzeugen aus zweiter oder dritter Hand. Daher kommt dem Evangelium des Johannes hier ein
besonderer Stellenwert zu und man muss seine Aussagen zu diesem Thema genau prüfen. Wir wollen
daher versuchen, diesen Text zu hinterfragen und sehen uns noch einmal die betreffende Schriftstelle
an:
Simon Petrus sieht die Leinentücher daliegen und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, an einem besonderen Ort.
Jh 20,1 An dem ersten Wochentag aber kommt Maria Magdalena früh, als
es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen. 20,2 Sie läuft nun
und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen:
Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
20,3 Da ging Petrus hinaus und der andere Jünger, und sie gingen zu der Gruft. 20,4 Die beiden aber
liefen zusammen, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zu der
Gruft; 20,5 und als er sich vornüberbückt, sieht er die Leinentücher daliegen; doch
ging er nicht hinein. 20,6 Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die
Gruft und sieht die Leinentücher daliegen 20,7 und das Schweißtuch, das auf
seinem Haupt war, nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich
zusammengewickelt an einem besonderen Ort. 20,8 Da ging nun auch der andere Jünger hinein, der
zuerst zu der Gruft kam, und er sah und glaubte. 20,9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht,
daß er aus den Toten auferstehen mußte. 20,10 Da gingen nun die Jünger wieder heim. Jh 20, 1-10;
Wenn Johannes hier von Leinentüchern - also Plural - schreibt, kann das m. E. zwei
Gründe haben. Es war bei Bestattungen im damaligen Israel durchaus nicht üblich den Toten in nur
einem einzigen großen Leichentuch zu bestatten. Derart große Tücher - das Turiner Grabtuch misst
in der Länge 4,36 m und in der Breite 1,10 m - waren doch relativ kostspielig und eine
Durchschnittfamilie konnte oder wollte sich das wahrscheinlich nicht leisten. Einen Beweis dafür
finden wir in der Schrift bei der Auferweckung des Lazarus durch den Herrn:
Und der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern umwickelt.
Jh 11,41 Sie nahmen nun den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor
und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. 11,42 Ich aber wußte, daß du mich
allezeit erhörst; doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie
glauben, daß du mich gesandt hast. 11,43 Und als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme:
Lazarus, komm heraus! 11,44 Und der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern
umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus spricht zu ihnen: Macht
ihn frei und laßt ihn gehen! Jh 11,41-44;
Lazarus war also mit (mehreren) Grabtüchern an Füßen und Händen umwickelt. Das
war die übliche und damals allgemein bekannte Vorgangsweise bei mosaischen Bestattungen. Und als
nun Johannes oben, in Jh 20,5, vornübergebückt in die Gruft hineinblickte ohne gleich hinein zu
gehen, sah er dort „Leinentücher” liegen. Beide, Petrus und Johannes sind dann, als sie das
leere Grab gesehen hatten, gleich wieder gegangen ohne sich die Tücher näher anzusehen. Der Grund
für dieses Zögern beim Hineingehen und das schnellen Verlassen des Grabes liegt in den strengen
Vorschriften des mosaischen Gesetzes, nach welchem das Berühren von Gegenständen eines Toten - ja
selbst das Betreten eines Grabes, in dem ein Toter liegt - den Gläubigen verunreinigt und danach
entsündigt werden muss. Es ist daher durchaus plausibel, dass Johannes durch die oberflächliche
Betrachtung von der Annahme ausging, es wären - wie üblich - mehrere Tücher auf einem Haufen
gelegen obwohl es sich tatsächlich nur um ein Tuch handelte das dort lag.
Und dann gibt es noch die zweite Möglichkeit, dass es tatsächlich mehrere Grabtücher gewesen
sind. Es könnte der tote Körper in das lange Grabtuch der Länge nach eingehüllt und dann
darüber mit mehreren kleineren Tüchern in der Breite umwickelt worden sein. Dies ist zwar
unwahrscheinlich, wie wir gleich weiter unten sehen werden, aber auch in diesem Fall müsste der
Effekt der Abbildung auf dem Grabtuch bei der Auferweckung derselbe gewesen sein, wie wenn der
Körper nur in das großes Leinentuch eingeschlagen gewesen wäre.
Wenn wir nun die Grablegung Christi mit der damals - und teilweise bis heute - im Judentum gebotenen
und gepflogenen Bestattung vergleichen, so ist zu erkennen, dass es sich beim Tod des Herrn
keinesfalls um eine gesetzeskonforme rituelle Bestattung handelte. Der mosaische Ritus schreibt z.
B. vor, dass der Tote gewaschen wird und die sterbliche Hülle dann in Leinentücher gewickelt wird.
Wenn das Turiner Grabtuch echt ist, wurde beides unterlassen. Die mannigfachen Blutspuren auf dem
Grabtuch lassen erkennen, dass der Tote nicht gewaschen wurde und auch das bloße Einschlagen in ein
Leinentuch anstelle des Einwickelns wirft die Frage auf, warum Josef von Arimathäa dies alles
verabsäumt haben sollte. Um hier ein besseres Verständnis für die Situation zu bekommen, müssen
wir uns daher etwas näher mit der Person des Josef von Arimathäa und den damaligen
Begleitumständen auseinandersetzen.
Josef war aus Arimathäa, dem heutigen Rentis nordöstlich von Lydda, einer Kleinstadt in der Nähe
von Tel Aviv. Er war ein angesehener Ratsherr (Mk 15,43; Lk 23,50) und somit Mitglied des Hohen
Rates. Er war ein reicher Mann (Mt 27,57), der selbst auch das Reich Gottes erwartete (Mk 15,43) und
er hatte dem Urteil des Hohen Rates, Jesus von Nazareth an die Römer zur Kreuzigung auszuliefern,
nicht zugestimmt (Lk 23,51), weil er - obwohl Mitglied des Hohen Rates - selbst auch ein Jünger
Jesu war (Mt 27,57).
Der Tag der Kreuzigung war ein Rüsttag. Das ist der Tag vor einem jüdischen Feiertag, also
entweder vor dem wöchentlichen Sabbat, dann wäre es der Freitag, oder wie in diesem Fall (Jh
19,31), vor dem jährlichen, dem „Großen Sabbat” (Schabbat haGadol), der an keinen festen
Wochentag, sondern an das Datum (14. Nisan) gebunden war. Eine weitere Besonderheit der jüdischen
Tageseinteilung war der Beginn eines 24 Stunden-Tages nicht um Null Uhr, wie das heute üblich ist,
sondern der Tagesanfang war bei Sonnenuntergang. Die Stundenzählung begann daher um 18 Uhr mit der
Nacht (Vorabend), die dann zwölf Stunden bis sechs Uhr früh dauerte. Und um sechs Uhr früh begann
der Tag und währte 12 Stunden bis 18 Uhr abends. Und so sind nun auch die Zeitangaben in den
biblischen Berichten über die Kreuzigung zu verstehen.
Der Tod Jesu am Kreuz.
Mk 15,24 Und sie kreuzigen ihn. Und sie verteilen seine Kleider, indem
sie das Los über sie warfen, was jeder bekommen sollte. 15,25 Es war aber die dritte Stunde, und
sie kreuzigten ihn. 15,26 Und die Aufschrift seiner Beschuldigung war oben angeschrieben: Der
König der Juden. 15,27 Und mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu
seiner Linken. 15,28 (0) 15,29 Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und
sagten: Ha! Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust, 15,30 rette dich selbst, und
steige herab vom Kreuz! 15,31 Ebenso spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten
untereinander und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. 15,32 Der
Christus, der König Israels, steige jetzt herab vom Kreuz, damit wir sehen und glauben! Auch die
mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn. 15,33 Und in der sechsten Stunde kam eine
Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; 15,34 und in der neunten
Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloí, Eloí, lemá sabachtháni? was übersetzt ist:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 15,35 Und als einige der Dabeistehenden es
hörten, sagten sie: Siehe, er ruft Elia. 15,36 Einer aber lief, füllte einen Schwamm mit Essig,
steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, ihn
herabzunehmen! 15,37 Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. Mk 15,33-37;
In der dritten Stunde dieses Tages - also um neun Uhr - kreuzigten sie ihn und in
der sechsten Stunde - um 12 Uhr Mittag - kam eine Finsternis über das ganze Land und in der neunten
Stunde - also um 15 Uhr an diesem Tag - verschied der Herr am Kreuz. Josef von Arimathäa hatte nun
ein Felsengrab in Jerusalem in seinem Besitz, welches er für seine eigene Bestattung gekauft hatte.
Und er hatte sich entschlossen, den Herrn vom Kreuz zu holen und ihn in dieses noch unbenützte Grab
zu legen.
Doch damit begann jetzt für Josef von Arimathäa ein Wettlauf mit der Zeit. Damit er den Herrn vom
Kreuz nehmen durfte, musste er zuerst die Genehmigung von Pilatus einholen. Dieser wieder ließ
zuvor den Hauptmann kommen, welcher die Soldaten auf der Schädelstätte (Golgatha) befehligte (Mt
27,54; Mk 15,44-45), um ihn zu befragen ob denn der Nazarener tatsächlich schon tot sei. Als das
bestätigt wurde, schenkte Pilatus dem Josef den Leichnam. Josef hat dann in der Stadt das
Leinentuch und das Schweißtuch gekauft (Mk 15,46) und musste auch noch Knechte aufnehmen, um den
Toten vom Kreuz herabzunehmen und zum Felsengrab zu transportieren.
Die Zeitnot, in welcher sich Josef befand, war auf den Umstand zurückzuführen, dass um 18 Uhr der
Große Sabbat begann, an dem die Juden keinerlei Arbeit verrichten und schon gar keine
Totenbestattung durchführen durften. Er hatte also etwa drei Stunden Zeit, wovon der Gang in die
Stadt zu Pilatus wegen der Erlaubnis der Kreuzabnahme, die Beschaffung der Leinentücher, die
Aufnahme von Knechten und der Rückweg nach Golgatha sowie die Kreuzabnahme selbst und der
Transport, mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits den größten Teil dieser Zeit in Anspruch genommen
hatten, sodass für die Bestattung selbst nicht mehr viel Zeit blieb. Und nachdem das Berühren
eines Toten nach dem mosaischen Gesetz sieben Tage Unreinheit bedeutete (4Mo
19,11.14)
- also für die gesamte Zeit des Pessachfestes - konnte gerade Josef von Arimathäa, als Ratsherr,
den Körper selbst nicht berühren und musste daher die eigentliche rituelle Bestattung durch
jüdische Frauen und Männer auf den Tag nach dem Sabbat verschieben.
Wer einen Toten berührt, die Leiche irgendeines Menschen, der wird sieben Tage unrein sein.
4Mo 19,11 Wer einen Toten berührt, die Leiche irgendeines Menschen,
der wird sieben Tage unrein sein. 19,12 Dieser soll sich am dritten Tag damit entsündigen, und
am siebten Tag wird er rein sein; und wenn er sich nicht entsündigt am dritten Tag, dann wird er am
siebten Tag nicht rein sein. 19,13 Jeder, der einen Toten berührt, die Leiche eines Menschen,
der gestorben ist, und sich nicht entsündigt, hat die Wohnung des HERRN unrein gemacht; und
diese Seele soll ausgerottet werden aus Israel. Weil das Wasser der Reinigung nicht auf ihn
gesprengt wurde, ist er unrein; seine Unreinheit ist noch an ihm. 19,14 Dies ist das Gesetz, wenn
ein Mensch in einem Zelt stirbt: Jeder, der in das Zelt geht, und jeder, der in dem Zelt ist, wird
sieben Tage unrein sein. 19,15 Und jedes offene Gefäß, auf dem kein festgebundener Deckel ist,
wird unrein sein. - 19,16 Und jeder, der auf freiem Feld einen mit dem Schwert Erschlagenen oder
einen Verstorbenen oder die Knochen eines Menschen oder ein Grab berührt, wird sieben Tage unrein
sein. 4Mo 19,11-16;
Die Berichte in den Evangelien (z.B. Mt 27,59-60), dass Josef von Arimathäa den
Herrn selbst in Leinentücher wickelte, selbst in die Gruft legte und selbst den schweren Stein an
die Tür der Gruft wälzte, sind daher als Verkürzung des Geschehens zu betrachten, wie wir das
öfter in der Schrift vorfinden. Ebenso auch die Aussage in Mt 27,60, dass Josef die Gruft selbst in
den Felsen ausgehauen hätte oder die Angabe in Jh 19,41, dass diese Gruft in einem Garten an der
Kreuzigungsstätte gelegen wäre. Ein angesehenes und reiches Mitglied des Hohen Rates, wie Josef
von Arimathäa, wird sich sein Grab nicht selbst aus dem Felsen hauen und wenn er es daher erworben
hat, wird er es nicht ausgerechnet an jenem Ort gekauft haben, an dem die römische Besatzungsmacht
die Hinrichtung von Verbrechern durchführen ließ. Daher wird auch der Transport von Golgatha zum
eben doch weiter entfernt liegenden Felsengrab den noch verbliebenen Teil der drei Stunden in
Anspruch genommen haben.
Und das alles scheint nun der Grund dafür gewesen zu sein, warum Josef von Arimathäa das Waschen,
Einbalsamieren und rituskonforme Einwickeln in das Grabtuch aus Zeitmangel vorerst zurückgestellt
hatte und den Leichnam Jesu in aller Eile in das Grab bringen ließ, mit der Absicht, dies alles am
übernächsten Tag nachzuholen. Und deshalb finden wir auch im Grabtuch jede Menge Blutspuren, weil
der Körper nicht gewaschen wurde, kein Zeichen einer Einbalsamierung, sondern nur lose Aloe und
Myrrhe, wahrscheinlich um den zu erwartenden Geruch des Leichnams bei den Bestattungsarbeiten am
übernächsten Tag zu lindern. Und schließlich eben den Körper in ein großes Leinentuch bloß
eingeschlagen anstatt eingewickelt.
Die Einzigen, welche dem Josef von Arimathäa vom Kreuz zum Grab gefolgt sind und daher Augenzeugen
der Grablegung waren, waren jene Frauen (Mt 27,61; Mk 15,47; Lk 23,55), welche auch bei der
Kreuzigung schon am Kreuz gestanden hatten (Lk 23,49; Jh 19,25-26). Wir finden bei den Synoptikern
keine Erwähnung darüber, dass die Jünger am Kreuz oder bei der Grablegung dabei gewesen wären.
Im Gegenteil, wie wir in Mt 26,56 lesen, hatten alle Jünger den Herrn bei seiner Verhaftung im
Garten Gethsemane verlassen und sind geflohen.
Nur Johannes berichtet, dass er mit der Mutter Jesu und den anderen Frauen am Kreuz gestanden habe,
aber er schreibt nichts davon, dass er selbst auch an der Grablegung teilgenommen hätte. Daher muss
man davon ausgehen, dass auch er nicht wusste, wie das Leichentuch ausgesehen hatte, mit dem Josef
den Leichnam Jesu bedecken ließ und deshalb spricht Johannes auch unspezifisch von „Leinentüchern”,
welche er nach der Auferweckung im leeren Grab liegen gesehen hatte. Im Gegensatz dazu hatten die
Informationen der Synoptiker offensichtlich ihren Ursprung in den Aussagen der Frauen, welche an der
Grablegung teilgenommen und gesehen hatten, dass der Leichnam des Herrn in einem einzigen großen
Leinentuch eingehüllt wurde.
(Siehe auch Diskurs 40: „Gibt es Fehler in der
Bibel?”)
Schließlich gehen auch andere Aussagen im Rahmen dieses Themas im
Johannesevangelium nicht mit den Texten der Synoptiker konform. So spricht Johannes davon, dass
Josef von Arimathäa gemeinsam mit Nikodemus den Leichnam eingewickelt hätte. Nikodemus wird bei
den Synoptikern in diesem Zusammenhang überhaupt nicht erwähnt. Auch schreibt Johannes, dass diese
beiden den Leichnam mit „ungefähr hundert Litra” (Litra = antikes grie. Gewicht = ca. 1 Pfund /
1/2 kg) - also 50 kg - einer Mischung von Myrrhe und Aloe einbalsamiert hätten.
Sie wickelten ihn in Leinentücher mit den wohlriechenden Ölen, wie es bei den Juden zu bestatten Sitte ist.
Jh 19,39 Es kam aber auch Nikodemus, der zuerst bei Nacht zu
Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, ungefähr hundert Pfund. 19,40 Sie
nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn in Leinentücher mit den wohlriechenden Ölen, wie es bei
den Juden zu bestatten Sitte ist. Jh 19,39-40;
Bei den Synoptikern lesen wir hingegen, dass es die Frauen waren, die nach ihrer
Rückkehr in ihre Häuser wohlriechende Öle und Salben bereitet hatten (Lk 23,56) und am ersten
Wochentag (Sonntag morgens), sehr früh, als die Sonne aufgegangen war, zu der Gruft gegangen sind
und den Leichnam einbalsamieren wollten. Zu dieser Zeit fanden sie aber das Grab bereits leer
vor (Mk 16,2-6; Lk 24,1-3).
Doch auch wenn diese Frauen den Herrn nicht mehr salben konnten, wurde dennoch die rituelle Salbung
mit wohlriechenden Ölen, wie es bei einer jüdischen Bestattung Sitte war, an ihm vorgenommen. Zwei
Tage (Mt 26,2; Lk 22,1-2) vor seiner Kreuzigung war der Herr in Betanien im Hause Simons, des
Aussätzigen und lag dort zu Tisch. Und hier kam eine Frau zu ihm und goss ein Alabasterfläschchen
mit sehr kostbarem Salböl über sein Haupt.
Als sie dieses Salböl über meinen Leib goß, tat sie es zu meinem Begräbnis.
Mt 26,6 Als aber Jesus in Betanien war, im Hause Simons, des
Aussätzigen, 26,7 kam eine Frau zu ihm, die ein Alabasterfläschchen mit sehr kostbarem Salböl
hatte, und goß es aus auf sein Haupt, als er zu Tisch lag. 26,8 Als aber die Jünger es sahen,
wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Verschwendung? 26,9 Denn dies hätte teuer verkauft und
der Erlös den Armen gegeben werden können. 26,10 Als aber Jesus es erkannte, sprach er zu ihnen:
Was macht ihr der Frau Mühe? Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan; 26,11 denn die Armen habt
ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 26,12 Denn als sie dieses Salböl über
meinen Leib goß, tat sie es zu meinem Begräbnis. Mt 26, 6-12;
Wie uns Johannes in der Parallelstelle, in Jh 12,1-8 überliefert, war es Maria aus
Betanien, die Schwester der Marta und des Lazarus, der vom Herrn von den Toten auferweckt wurde,
welche hier den Herrn salbte und ohne dass sie es wusste, die Salbung für seine Bestattung am
übernächsten Tag vorwegnahm.
Hinsichtlich des Schweißtuches, welches Johannes erwähnt, muss man nun der
Argumentation in der obigen Replik von W. Niemetz vollkommen zustimmen. Wenn das Haupt des Herrn
tatsächlich mit dem Schweißtuch umwickelt gewesen wäre, hätte bei der Auferweckung, durch die
Umwandlung des toten physischen Körpers in einen Geistleib, die Abbildung auf dem Schweißtuch und
nicht auf dem Grabtuch erfolgen müssen.
Nun muss man aber auch hier - wie oben bei den „Leinentüchern” - berücksichtigen, dass
Johannes an der Grablegung nicht teilgenommen hatte (Jh 19,38-42) und daher nicht wissen konnte, ob
das Haupt Jesu mit dem Schweißtuch eingewickelt wurde oder nicht. Und ebenso wie er möglicherweise
das Leinentuch in der Eile für mehrere Tücher hielt, weil das nun mal so der Gepflogenheit
entsprach, könnte er auch hier automatisch davon ausgegangen sein, wenn dort ein Schweißtuch lag,
dass es der Herr um das Haupt gewickelt gehabt hatte.
Aber gerade dies ist aufgrund der obigen Situationsanalyse doch sehr fraglich. Wie wir gesehen
haben, hatte Josef von Arimathäa, als er mit dem Leichnam vor dem Felsengrab einlangte, gerade noch
Zeit, den toten Körper in das Leinentuch zu hüllen und in die Gruft legen zu lassen. Das
Einwickeln des Hauptes war jedoch eine Arbeit, welche, ordnungsgemäß verrichtet - wozu das Haupt
natürlich auch gewaschen werde musste -, ihre Zeit benötigte, die Josef zu diesem Zeitpunkt aber
nicht mehr hatte.
Auch konnten wir oben aus den in der Schrift verfügbaren Hinweisen erkennen, dass sich Josef
offensichtlich aufgrund des Zeitmangels entschlossen hatte, die rituskonforme Bestattung mit
Waschung, Einbalsamierung und Einwickeln mit dem Grabtuch und dem Schweißtuch, erst nach dem Sabbat
durchzuführen und den Leichnam vorerst nur einmal provisorisch zu bedecken und in der Gruft zu
deponieren. Und das war möglicherweise auch mit den Frauen abgesprochen, welche an dieser
provisorischen Grablegung teilgenommen und gesehen hatten wie der Leib des Herrn hineingelegt wurde
(Lk 23,55). Deshalb haben sie dann zuhause „wohlriechende Öle und Salben” bereitet und sind
nach dem Sabbat, am ersten Wochentag sehr früh zur Gruft gegangen und wollten den Leichnam
einbalsamieren (Mk 16,1).
Daraus ist nun abzuleiten, dass das Haupt des Herrn nicht mit dem Schweißtuch umwickelt war,
sondern nur das Grabtuch den gesamten toten Körper darüber und darunter bedeckte. Und daher
erscheint das, durch die Strahlung bei der Umwandlung des physischen Körpers in einen Geistleib
verursachte Abbild des Gesichts ebenso auf dem Grabtuch wie das des gesamten Körpers.
Lage des Leichnams im Tuch.
(aus http://www.huinfo.at/grabtuch/grabtuch.htm)
Doch wenn das Schweißtuch nicht verwendet wurde, stellt sich schließlich doch die
Frage, wieso Johannes dieses ganz eindeutig und unzweifelhaft identifiziert hat, als er in die Gruft
hineinblickte? Wenn wir den gesamten Text im Zusammenhang betrachten, erkennen wir den Hintergrund:
Und sieht das Schweißtuch nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort.
Jh 20,6 Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die
Gruft und sieht die Leinentücher daliegen 20,7 und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war,
nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen
Ort. Jh 20, 6- 7;
Wie viele Ausleger sich hier wohl schon gefragt haben mögen, warum der Herr nach
seiner Auferweckung das Grabtuch unbeachtet liegen ließ, während er das Schweißtuch fein
säuberlich zusammengewickelt und an einem besonderen Ort aufbewahrt hatte. Im Lichte der obigen
Analyse ist die Antwort aber ganz einfach: Es war nicht der Herr, der das Schweißtuch nach seiner
Auferweckung beiseite gelegt hat. Es war Josef von Arimathäa, der zuvor das Schweißtuch und das
Grabtuch in der Stadt gekauft und mitgebracht hatte und nachdem die Zeit für eine rituskonforme
Bestattung nicht reichte, den Körper in das Grabtuch provisorisch eingehüllt und das unbenutzte
Schweißtuch für die richtige Bestattung am übernächsten Tag separiert bereitgelegt hat.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Jesus lag im Grab längstens von Freitag, ca. 17 Uhr bis Sonntag, sehr führ
morgens. Wenn wir spätestens ca. 7 Uhr annehmen, haben wir zwar künstlich drei Tage erreicht:
die letzte Stunde des Freitags, der ganze Samstag und die erste Stunde des Sonntags. Drei
Nächte sind aber nicht unterzubringen. ist also Freitag der Kreuzigungstag? (...)
An einer Ungenauigkeit der Schrift an spez. dieser Stelle von Mt. 12,40, möchte ich nicht
festhalten; nicht zuletzt weil es Worte des Herrn sind. Gerade Immanuel.at betont wiederholte
Male, dass solche Vorrang haben, wenn die Kompatibilität mit anderen Bibelversen gesucht wird.
Zu Beginn meines Glaubens war mir David Pawson eine große Verständnishilfe für Gottes Wort.
Es liegt mehrere Jahre zurück, da hatte ich seine Auslegung zum betreffenden Thema gelesen oder
gehört. In Kürze geht es darum, dass ein weiterer Tag zwischen dem Rüsttag und dem ersten
Wochentag an diesem großen Sabbat lag. Ich habe seine Auslegung im Detail vergessen, sie daher
wieder angefordert und werde mir erlauben Ihnen diese nachzureichen.
Giuseppe De Candia
(Das von G. De Candia in seiner obigen Replik zitierte Buch von David Pawson trägt
den Titel „Der Weg zur Hölle” [The Road to Hell] und ist in deutscher Übersetzung in der
Librarie Chrétienne CARREFOUR erschienen. ISBN 2 88272-023 8). Ich bedanke mich bei Bruder De
Candia für die Überlassung dieser ausgezeichneten Arbeit.
(Siehe auch Diskurs 88: „David Pawson und die
Interpretation der endzeitlichen Abläufe.”)
Danke für den Hinweis! Dies ist tatsächlich eine Frage, mit welcher sich die
Exegese immer wieder beschäftigt ohne bisher eine eindeutige Antwort gefunden zu haben. Wir haben
die Aussage des Herrn in Mt 12,40:
Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.
Mt 12,38 Dann antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und
Pharisäer und sprachen: Lehrer, wir möchten ein Zeichen von dir sehen! 12,39 Er aber antwortete
und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein
Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten. 12,40 Denn wie Jona
drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei
Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. 12,41 Männer von Ninive werden aufstehen im
Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas;
und siehe, mehr als Jona ist hier. Mt 12,38-41;
Es ist dies die ganz klare und unmissverständliche Aussage, die noch dazu vom Herrn
selbst geäußert wird, dass er drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein wird. Wie nun
aber Bruder De Candia in seiner obigen Replik völlig richtig anmerkt, erstreckt sich die
konventionelle Interpretation nur vom Tod des Herrn am Kreuz, am Rüsttag (Tag vor dem Sabbat, der
in der landläufigen Auslegung als der Freitag gedeutet wird) in der neunten Stunde (also um 15 Uhr
unserer Zeit), bis zum Sonntagmorgen (etwa um 6-7 Uhr), als die Frauen das leere Grab vorfanden.
Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war.
Mk 16,1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena
und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu
salben. 16,2 Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne
aufgegangen war. 16,3 Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Gruft
wegwälzen? 16,4 Und als sie aufblickten, sehen sie, daß der Stein zurückgewälzt ist; er war
nämlich sehr groß. Mk 16, 1- 4;
Und das sind aber nur zwei Nächte und wenn man die jüdische Tageseinteilung berücksichtig, nur nominell drei Tage: und zwar am Tag der Kreuzigung 3 Stunden, nämlich von 15 Uhr bis 18 Uhr (da endete der Rüsttag und begann der Sabbat), den ganzen Sabbat bis 18 Uhr (da endete der Sabbat und begann der erste Tag der Woche), bis zur Morgendämmerung als die Frauen kamen, um den Leichnam zu salben und das Grab leer vorfanden. Diese Ungenauigkeit hat man bisher dadurch erklärt, dass es viele Aussagen des Herrn gibt, in welchen er prophezeit, dass er „am dritten Tag” auferweckt werden wird. Und wenn es auch nicht drei 24 Stunden-Tage waren, so waren es doch nach jüdischer Zeitrechnung drei Tage.
Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, daß er am dritten Tag auferweckt werden müsse.
Mt 16,21 Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen,
daß er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten
vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse. Mt 16,21;
(Siehe auch Mt 20,19; Lk 9,22; 13,32; 18,33; 24,7.46;)
Doch hier erkennen wir gleich das nächste Auslegungsproblem: Während Markus weiter oben, in Mk 16,1 schreibt, dass die Frauen die wohlriechenden Öle nach dem Sabbat kauften, berichtet Lukas hier unten, dass die Frauen die wohlriechenden Öle nach ihrer Rückkehr von der Grablegung durch Josef von Arimathäa spät am Rüsttag - also vor dem Sabbat - noch bereiteten und dann am Sabbat nach dem Gebot ruhten.
Als sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie wohlriechende Öle und Salben; und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot.
Lk 23,54 Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an. 23,55 Es
folgten aber die Frauen nach, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, und besahen die Gruft, und
wie sein Leib hineingelegt wurde. 23,56 Als sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie
wohlriechende Öle und Salben; und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot. Lk 23,54-56;
Gerade diese unterschiedlichen Angaben sind aber deshalb sehr wichtig, weil sie
einen ersten Anhaltspunkt für eine Lösung bieten: es hat fast den Anschein, als ob Markus und
Lukas von zwei verschiedenen Sabbatten sprechen würden. Wir haben weiter oben festgestellt, dass
diese Frauen der Grablegung durch Josef von Arimathäa bis zum Schluss - also kurz vor 18 Uhr am
Rüsttag und damit am Beginn des Sabbats - beigewohnt hatten. Wenn nun aber Lukas in Lk 23,56
schreibt, dass sie die wohlriechenden Öle bereitet hatten (bei Markus: „gekauft hatten”), als
sie zurückgekehrt waren, müsste um 18 Uhr bereits der Sabbat angebrochen gewesen sein an
welchem eine derartige Tätigkeit verboten gewesen wäre.
Es hat also auch hier den Anschein, dass Lukas von zwei verschiedenen Sabbatten spricht: einmal der
Sabbat nach dem Rüsttag, an dem der Herr gekreuzigt wurde und dann von einem zweiten Sabbat, der
durch seinen eigenen Rüsttag von dem vorhergehenden Sabbat getrennt war, an welchem die Frauen die
Öle bereiten/kaufen konnten. Am zweiten Sabbat ruhten sie dann nach dem Gebot und am ersten Tag der
Woche, sehr früh, gingen sie zur Gruft. Und wie wir später sehen werden, wäre das auch durchaus
plausibel. Jener Zeitpunkt, an dem die Frau(en) wieder zur Gruft gingen, scheint in allen Evangelien
identisch zu sein. Markus nennt weiter oben in Mk 16,2 „sehr früh, am ersten Wochentag” und
Lukas hier unten „An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe”.
An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie zu der Gruft.
Lk 24,1 An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie
zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. 24,2 Sie fanden aber
den Stein von der Gruft weggewälzt; 24,3 und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn
Jesus nicht. Lk 24, 1- 3;
Auch Johannes spricht vom ersten Wochentag, wenngleich bei ihm nur Maria Magdalena zur Gruft geht. Matthäus (nach Luther, King James und Darby) bestätigt zwar wieder, dass es (mehrere) Frauen waren welche zur Gruft gingen, nämlich jene, die bei der Grablegung durch Josef von Arimathäa dabei gewesen waren, nennt aber als Zeitpunkt „spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages”. Dies würde bedeuten, dass die Frauen bereits spät am Sabbat (Samstag abends gegen 18 Uhr) zur Gruft gingen und zu diesem Zeitpunkt die Gruft bereits leer war.
An dem ersten Wochentag aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft
Jh 20,1 An dem ersten Wochentag aber kommt Maria Magdalena früh,
als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen. 20,2 Sie
läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht
zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt
haben. Jh 20, 1- 2;
Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.
Mt 28,1 Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten
Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. 28,2 Und siehe,
da geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu,
wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Mt 28, 1- 2;
Anhand dieser Angaben können wir also mit einer gewissen Sicherheit die
Auferweckung des Herrn noch vor dem Eintreffen der Frauen - sehr früh am ersten Wochentag, als es
noch finster war - festlegen. Nachdem dieser erste Wochentag am Samstag um 18 Uhr unserer
Zeitrechnung begonnen hat, kann daher die Auferweckung auch schon in den Abendstunden des Samstags
erfolgt sein, wie oben Mt 28,1 „Aber spät am Sabbat” nahe legt. Interessant ist auch, dass in
Mt 28,1 Sabbat im griechischen Text im Plural steht, also „...nach den Sabbatten [sabbatwn]”,
womit wir wieder einen Hinwies auf zwei Sabbatte in dieser Woche hätten.
Aber wie sieht es mit dem Todestag aus? Aufgrund der Aussage des Herrn, dass er drei Tage und drei
Nächte im Herzen der Erde sein wird, muss sein Einzug ins Totenreich genau drei Tage und drei
Nächte vorher erfolgt sein. Abhängig davon, ob nun die Todesstunde oder die Grablegung den Beginn
dieser drei Tage darstellen, wäre dies die Zeit am Mittwoch zwischen 15 Uhr und 18 Uhr. Dafür
würde auch die Fortsetzung des obigen Textes bei Matthäus sprechen, in dem die Frauen schon spät
am Sabbat zur Gruft kamen und der Herr schon auferstanden war:
Geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist!
Mt 28,2 Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des
Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 28,3 Sein
Ansehen aber war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee. 28,4 Aber aus Furcht vor ihm bebten
die Wächter und wurden wie Tote. 28,5 Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: Fürchtet
euch nicht! Denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. 28,6 Er ist nicht hier,
denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht die Stätte, wo er gelegen hat,
28,7 und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist!
Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch
gesagt. Mt 28, 2- 7;
Nun muss man darauf hinweisen, dass damals das Pessach-Fest - der große Sabbat -
vor der Tür stand und weil die Hohenpriester eine von ihnen beauftragte Kreuzigung direkt zu
Pessach unbedingt vermeiden wollten, wurde die Kreuzigung Jesu einen Tag vor dem Pessach-Fest - dem
Rüsttag zu Pessach - festgelegt.
Nicht an dem Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entstehe.
Mt 26,3 Dann versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des
Volkes in dem Hof des Hohenpriesters, der Kaiphas hieß, 26,4 und ratschlagten miteinander, um Jesus
mit List zu greifen und zu töten. 26,5 Sie sagten aber: Nicht an dem Fest, damit nicht ein
Aufruhr unter dem Volk entstehe. Mt 26, 3- 5;
Zum besseren Verständnis soll hier der Ursprung dieses Pessach-Festes kurz
erläutert werden. Es geht zurück auf den Auszug Israels aus Ägypten. Als der Pharao die
Israeliten nicht aus Ägypten ziehen lassen wollte, verhieß Gott um Mitternacht alle männliche
Erstgeburt in Ägypten sterben zu lassen. Vom Erstgeborenen des Pharao bis hin zum Erstgeborenen der
letzten Sklavin und aller Erstgeburt des Viehs.
Den Israeliten aber gebot der Herr, an diesem Tag - es war der 14. Tag des ersten Monats (Nisan) -
ein Einjähriges, Männliches ohne Fehler von den Schafen oder von den Ziegen „zwischen den zwei
Abenden” zu schlachten. Nach der jüdischen Tageseinteilung, an der ein Tag um 18 Uhr
beginnt, ist damit die Zeit vom Sonnenuntergang (18 Uhr) bis zum völligen Eintritt der Nacht
(erster Abend oder Vorabend) und dem zweiten Abend, tags darauf, vom Niedergang der Sonne (15 Uhr)
bis zum Sonnenuntergang um 18 Uhr gemeint. Mit dem Blut des geschlachteten Lammes sollten sie dann
die beiden Türpfosten und die Oberschwelle bestreichen, damit der Engel des Herrn diese Häuser
erkenne und sie von der Plage ausnimmt. Das Fleisch aber sollten sie noch in der selben Nacht essen,
am Feuer gebraten und dazu ungesäuerte Brote (Mazzes) und bittere Kräuter.
Und ihr sollt es am vierzehnten Tag dieses Monats schlachten und mit dem Blut die Türpfosten bestreichen.
2Mo 12,5 Ein Lamm ohne Fehler, ein männliches, einjähriges, soll es
für euch sein; von den Schafen oder von den Ziegen sollt ihr es nehmen. 12,6 Und ihr sollt es
bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Dann soll es die ganze Versammlung der Gemeinde
Israel zwischen den zwei Abenden schlachten. 12,7 Und sie sollen von dem Blut nehmen und es
an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle streichen an den Häusern, in denen sie es essen.
12,8 Das Fleisch aber sollen sie noch in derselben Nacht essen, am Feuer gebraten, und dazu
ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen. 2Mo 12, 5- 8;
Aber das Blut soll für euch zum Zeichen an den Häusern werden, in denen ihr seid.
2Mo 12,12 Und ich werde in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen
und alle Erstgeburt im Land Ägypten erschlagen vom Menschen bis zum Vieh. Auch an allen Göttern
Ägyptens werde ich ein Strafgericht vollstrecken, ich, der HERR. 12,13 Aber das Blut soll für
euch zum Zeichen an den Häusern werden, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde
ich an euch vorübergehen: so wird keine Plage, die Verderben bringt, unter euch sein, wenn ich das
Land Ägypten schlage. 2Mo 12,12-13;
Im ersten Monat, am 14. Tag des Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum 21. Tag des Monats, am Abend
2Mo 12,17 So haltet denn das Fest der ungesäuerten Brote! Denn an eben
diesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt. Darum sollt ihr diesen
Tag halten als ewige Ordnung für all eure Generationen. 12,18 Im ersten Monat, am 14. Tag
des Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum 21. Tag des Monats, am Abend.
2Mo 12,17-18;
Ab diesem Tag sollten die Israeliten dann sieben Tage lang nur ungesäuerte Brote
essen. Das war das Fest der ungesäuerten Brote (Pessach) zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten,
welches mit der Schlachtung eines männlichen Lammes in den Abendstunden des ersten Tages
(Rüsttag), am 14. Nisan begann und dann weitere sieben Tage, bis zum 21. dieses Monats währte.
Es sieht also so aus, als ob in dieser bestimmten Woche der Kreuzigung Jesu in
Israel 2 Sabbatte gefeiert wurden. Der erste, „große” Sabbat war der des jährlichen
Pessachfestes, das am 14. Nisan, einem Mittwoch, mit dem Rüsttag begann. Der zweite Sabbat war dann
der normale wöchentliche Sabbat, also der Samstag, dessen Rüsttag der Freitag war. Und damit
lösen sich auch alle oben erwähnten Auslegungsprobleme: der Herr war genau drei Tage und Nächte
in der Gruft, die Frauen hatten zwischen den beiden Sabbatten einen Tag, um die wohlriechenden Öle
zu kaufen und zu bereiten. Und auch der Plural im griechischen Text von Mt 28,1 hat seine volle
Berechtigung, wurde allerdings bisher von der Übersetzern - mangels besserem Verständnis -
ignoriert.
Bei der Recherche zu diesem Thema war mir u.a. das Buch „Das Zeichen des Jona” von Dr. Werner
Papke eine große Hilfe, nicht zuletzt, weil es sich in weiten Bereichen mit meinen eigenen
Erkenntnissen deckt. Er hat in seiner Arbeit speziell auch die Datumsproblematik des jüdischen
Kalenders akribisch untersucht und konnte sogar den Tag der Kreuzigung Jesu genau datieren. Allen an
diesem Thema interessierten Lesern ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Hier nachstehend nun eine
kurze Zusammenfassung seiner Forschungsergebnisse:
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Am 14. Nisan, einem Mittwoch hatte Josef von
Arimathäa den Leib Jesu ins Felsengrab gelegt. Er wälzte einen Stein vor die Gruft und ging
dann gegen 18 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang, davon.
Als die Sonne unterging begann der 15. Nisan, der große Sabbat
brach an, der bei Sonnenuntergang am Donnerstag endete.
Am 16. Nisan, im Laufe des Freitags, kauften die Frauen die Öle und
Salben und bereiteten sie.
Bei Sonnenuntergang an diesem Freitag brach der wöchentliche Sabbat, der 17.
Nisan an. Bis zum Ende des Sabbat, am Samstagabend, ruhten die Frauen.
Noch am 17. Nisan, am Samstagabend, kurz vor Sonnenuntergang am Ende
des Sabbat, stand Jesus aus dem Grab auf.
Bei Sonnenuntergang am Samstagabend brach der 18. Nisan an, der bis
zum Sonntagabend dauerte.
Am Sonntagmorgen, am 18. Nisan, machten sich die Frauen „ganz in
der Frühe” auf, um den Leib Jesu zu salben. Kurz vorher hatte ein Engel den Stein von der
Gruft gewälzt. Das Grab war leer.
Damit ist die herrschende Karfreitag-Ostersonntagmorgen-Tradition widerlegt: Jesu wurde am Abend
des 14. Nisan am Mittwoch-Abend, begraben und stand am Abend des 17.
Nissan, am Samstag-Abend, aus dem Grabe auf.
(Auszug aus dem Buch „Das Zeichen des Jona - Wie lange war Jesus im Grab?” S 42f, von Dr.
Werner Papke)
www.dr-papke.de
Um nun diese neuen Erkenntnisse in ihrem Gesamtzusammenhang und übersichtlich
darzustellen, sind sie hier in einer tabellarischen Übersicht aufgegliedert. (Bitte beachten: Nach
der jüdischen Tageseinteilung beginnt der Tag um 18 Uhr und endet an unserem heutigen nächsten Tag
um 18 Uhr.)
| Tag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag | Montag |
| Zeit | 06 18 | 06 18 | 06 18 | 06 18 | 06 18 | 06 18 | 06 18 |
| 13. Nisan | 14. Nisan | 15. Nisan | 16. Nisan | 17. Nisan | 18. Nisan | 19. Nisan |
| Nacht Tag | Nacht Tag | Nacht Tag | Nacht Tag | Nacht Tag | Nacht Tag | Nacht Tag |
Rüsttag zu Pessach ab 18 Uhr Abendmahlfeier Festnahme in Gethsemane Kreuzigung 15 Uhr Tod am Kreuz ~18 Uhr Grablegung |
Beginn Pessach Großer jährlicher Sabbat |
Rüsttag Sabbat Kauf des Öls und der Salben |
Wöchentlicher Sabbat ~18 Uhr Auferweckung |
Erster Wochentag Frauen kommen zur leeren Gruft |
Obwohl nun die Daten und Fakten in Bezug auf den Tod des Herrn, seine Grablegung und
Auferweckung analysiert und behandelt wurden, bleibt ein Bereich - der wichtigste - noch zu
erwähnen: die Symbolik des Geschehens.
Wie wir weiter oben, bei der Erklärung des Pessachfestes, anhand der Schriftstellen aus dem Alten
Testament (2Mo 12,5-18) gesehen haben, hat Gott den Israeliten in Ägypten geboten, am 14.
Nisan ein Lamm zu schlachten und mit dessen Blut die beiden Türpfosten und die Oberschwelle ihrer
Häuser zu bestreichen. So sollten diese Häuser kenntlich sein und von den Plagen verschont
bleiben, mit welchen Gott die Ägypter bestrafen wollte, weil sie die Israeliten nicht aus dem Land
ziehen lassen wollten.
Aber Gott hat nicht nur ein Datum festgelegt, er hat auch eine ganz bestimmte Zeit für die
Schlachtung befohlen. In 2Mo 12,6 heißt es:
2Mo 12,6 Und ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats
aufbewahren. Dann soll es die ganze Versammlung der Gemeinde Israel zwischen den zwei Abenden
schlachten. 2Mo 12, 6;
Die Schlachtung dieses Lammes sollte also am 14. Nisan zwischen den zwei Abenden
durchgeführt werden. Wie bereits oben erwähnt, ist mit der Bezeichnung „zwischen den zwei
Abenden” die Zeit vom Sonnenuntergang (18 Uhr) bis zum völligen Eintritt der Nacht (erster Abend)
und tags darauf vom Niedergang der Sonne um 15 Uhr bis zum Sonnenuntergang um 18 Uhr gemeint.
Und hier erkennen wir nun den Zusammenhang zwischen diesem Geschehen damals in Ägypten und dem Tod
des Herrn in Jerusalem. Ebenso wie damals das Blut des geschlachteten Lammes die Israeliten vor dem
Zorn Gottes bewahrt hat, ist Jesus Christus, als das Lamm Gottes, für uns geschlachtet worden,
damit auch wir gerettet werden und der Zorn Gottes uns durch das Blut Christi verschont. Und dies
ist exakt an jenem Tag - nämlich am 14. Nisan - geschehen, an dem auch das Pessach Lamm
geschlachtet wurde. Ja sogar die Zeit war identisch: bis 15 Uhr sollten die Israeliten ihr Lamm
schlachten und um 15 Uhr (in der neunten Stunde) ist der Herr am Kreuz verschieden.
Doch ebenso wie damals nur jene Israeliten verschont blieben, welche tatsächlich das Blut an ihre
Türpfosten gestrichen hatten, werden auch seit dem Tod des Herrn am Kreuz nur jene Menschen
gerettet werden, welche an Christus glauben und dieses Loskaufopfer für ihre Sünden bewusst
annehmen. Das muss man in der heutigen Zeit, wo verantwortungslose Prediger das Evangelium
verfälschen und die Menschen verführen, indem sie ihnen predigen, dass Christus bedingungslos alle
Menschen durch seinen Tod gerettet habe, ausdrücklich erwähnen. Der Sohn Gottes ist wohl für alle
Menschen gestorben, aber nicht alle Menschen wollen dieses Opfer annehmen. Es liegt also am Menschen
selbst, ob er gerettet wird oder - ähnlich wie die Ägypter der damaligen Zeit - dem Zorn Gottes
anheimfällt.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
(...) Ihre Auslegungen der Abläufe beim Tod Jesu Christi (Diskurs 87 -
das Turiner Grabtuch Anm. FH) sind wirklich sehr aufschlussreich und haben bei mir einige
Verständnislücken gefüllt. Ein letztes Problem sehe ich aber noch, welches auch Sie nicht
behandelt haben. Wir haben in den synoptischen Evangelien die Berichte über das letzte
Abendmahl, bei dem von Jesus und den Aposteln das Passa gefeiert und das Lamm gegessen
wurde.
Sie schreiben nun, dass Jesus genau zu der Zeit getötet wurde (Lamm Gottes), an der die Juden
das Passalamm schlachteten und das Passa feierten. Wie man in den Evangelien aber nachlesen
kann, wurde Jesus erst am Tag nach dieser Abendmahlfeier verurteilt und gekreuzigt. Es liegt
also zwischen Abendmahlfeier mit den Aposteln und dem Tod am Kreuz ein ganzer Tag dazwischen.
Walter.Neumeier@chello.at
Vielen Dank für diesen Hinweis! Ihre Kritik ist durchaus berechtigt. Ich habe
diesen Punkt nicht ausführlich genug erklärt. Vor allem habe ich die Problematik zwischen
jüdischem und christlichem Kalender gerade in Bezug auf diesen Zusammenhang missverständlich
dargestellt. Der Text in 2Mo 12,6 lautet:
2Mo 12,6 Und ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats
aufbewahren. Dann soll es die ganze Versammlung der Gemeinde Israel zwischen den zwei Abenden
schlachten. 2Mo 12, 6;
Für uns, die wir gewohnt sind mit dem christlichen Kalender zu leben, entsteht hier
der ganz selbstverständliche Eindruck, dass es sich bei diesen „zwei Abenden” um den Abend
dieses und den des nächsten Tages handelt.
Tatsächlich ist es aber nicht so. Diese zwei Abende bezogen sich nach unserem Kalender zwar auf
zwei Tage, nach hebräischer Datierung jedoch auf einen einzigen Tag, nämlich den 14. Nisan. Das
hängt damit zusammen, dass - wie bereits weiter oben ausgeführt - der jüdische Tag um 18 Uhr
unserer Zeit beginnt und um 18 Uhr unseres nächsten Tages endet. Es gibt daher an jedem jüdischen
Tag zwei Abende: einen zu Beginn des Tages (ab 18 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit) und einen
zweiten am Ende (bei uns: des darauffolgenden Tages) von 15 Uhr (Niedergang der Sonne) bis 18 Uhr.
Dies ist auch ganz deutlich aus 3Mo 23,32 zu entnehmen:
Am Neunten des Monats, am Abend, vom Abend bis zum Abend, sollt ihr euren Sabbat feiern.
3Mo 23,32 Ein ganz feierlicher Sabbat soll er für euch sein, und ihr
sollt euch selbst demütigen. Am Neunten des Monats, am Abend, vom Abend bis zum Abend,
sollt ihr euren Sabbat feiern. 3Mo 23,32;
Es gibt hier leider auch viele Bibelübersetzungen, welche diese jüdische
Tageseinteilung nicht berücksichtigen. So übersetzt z.B. Luther mit „gegen Abend” und auch in
den englischen Übersetzungen heißt es bei King James und RSV „in the evening”. Und die NAS
übersetzt überhaupt „at twilight”, also in „der Dämmerung”. Nur die Elberfelder Bibel und
die englische Darby-Übersetzung bringen die korrekte Bezeichnung „zwischen den zwei Abenden”,
ohne allerdings darauf hinzuweisen, dass dies in der jüdischen Tageseinteilung eben die Abende
zweier unserer Tage sind.
Dabei ist es sehr einfach, diese Aussage zu verifizieren. In 3Mo 23 verkündet Gott dem Mose jene
Feste, welche heilige Versammlungen sind und welche die Israeliten halten sollen. Und darunter
fällt natürlich auch das Passah.
Im ersten Monat, am Vierzehnten des Monats, zwischen den zwei Abenden, ist Passah dem HERRN.
3Mo 23,4 Dies sind die Feste des HERRN, heilige Versammlungen, die ihr
ausrufen sollt zu ihrer bestimmten Zeit: 23,5 Im ersten Monat, am Vierzehnten des Monats,
zwischen den zwei Abenden, ist Passah dem HERRN. 23,6 Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest
der ungesäuerten Brote dem HERRN; sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. 3Mo 23, 4- 6;
Nach Gottes Geheiß ist also das Passah am 14. des Monats, zwischen den beiden
Abenden. Und nun kann man ja nicht davon ausgehen, wenn Gott sagt: „am Vierzehnten des Monats,
zwischen den zwei Abenden”, dass er eigentlich den Abend des 15. des Monats meint. Denn wenn
der Abend so zu verstehen wäre, wie es diese obigen Bibelüberstzungen darstellen, müsste das nach
hebräischer Datierung - ab 18 Uhr - bereits der 15. Nisan sein.
Wie also der obigen Zeittabelle zu entnehmen ist, begann der 14. Nisan nach unserer Zeit um 18 Uhr
unseres Vortages (Dienstag). Dies war auch gleichzeitig der „erste Abend” dieses jüdischen
Tages. Das Gebot aus 2Mo 12,6, die Schlachtung zwischen den beiden Abenden vorzunehmen, meint also
in unserer Zeitrechnung, das Lamm zwischen 18 Uhr Dienstagabend und 18 Uhr Mittwochabend zu
schlachten.
Und nun haben wir gemäß den Synoptikern folgende Situation: Dienstag abends, ab 18 Uhr, zu Beginn
des 14. Nisan, feierte der Herr mit den Zwölfen das Passah (Einsetzung des Herrenmahls). Im
Anschluss daran gingen sie dann auf den Ölberg, in den Garten Gethsemane, wo Jesus betete und
später in der Nacht die Festnahme durch die Hohepriester erfolgte. In den folgenden Nachtstunden
wurde Jesus verhört (Verleugnung durch Petrus) und am folgenden Morgen verurteilt und gegeißelt.
Anschließend war der Gang mit dem Kreuz nach Golgatha und die Kreuzigung. Um 15 Uhr verstarb der
Herr am Kreuz. Danach Kreuzabnahme durch Josef von Arimathäa und um etwa 18 Uhr, am Ende dieses 14.
Nisan, Grablegung in der Gruft von Josef von Arimathäa. Es war also sowohl die Abendmahlfeier als
auch der Tod Jesu am 14. Nisan, zwischen den zwei Abenden.
Um dieses Missverständnis auszuräumen habe ich die Tabelle weiter oben um die Abendmahlfeier am
Dienstag ergänzt.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Mit Hilfe des sogenannten "Morphing" haben Wissenschaftler aus dem
vagen Abdruck auf dem Turiner Grabtuch ein lebensnahes Portrait geschaffen, das erstaunlich
stark kunsthistorischen Darstellungen Christi ähnelt. Dieses Foto basiert auf einer
achtjährigen Forschungsarbeit des Briten Dennis Hooper, der das Portrait in einem
dreidimensionalen Computerverfahren (das auch vom FBI verwendet wird) numerisch rekonstruiert
hat.
(Auszug aus der Zeitschrift "Profil" vom 23. 1. 1995)
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Ob das Turiner Grabtuch echt ist und wie Jesus Christus
tatsächlich ausgesehen hat, ist für uns gläubige Christen völlig ohne Belang. Wir
lieben ihn, weil er unser Herr, Gott und Erlöser ist. Weil er für uns am Kreuz
gestorben ist, um unsere Sünden vor dem Vater zu sühnen. - Und weil er auferstanden
ist und uns damit den Weg gezeigt hat, den auch wir gehen werden. |
Körperbild auf dem Turiner Grabtuch ist nicht erklärbar
/ Studie der nationalen italienischen Energie- und Umweltagentur. (ENEA)