Diskurs 96 - Warum glauben?




Das Grundproblem.

Der Hintergrund.

Wieso muss ich „errettet” werden?

Was muss ich tun?



Das Grundproblem

Die Hauptursache für das Desinteresse vieler Menschen am christlichen Glauben sind die „Erklärungen” von manchen christlichen Predigern, welche sie in der Vergangenheit gehört oder gelesen haben. Dort heißt es etwa „Du musst zum Glauben an Gott kommen, sonst bist du verloren” oder so ähnlich. Eine solche Aussage ist für einen Ungläubigen kaum verständlich. Er wird sich fragen: „Wer ist Gott? Was ist Glaube? Und warum soll ich verloren sein? - Blödsinn!” und er wird sich abwenden.

Wie man leicht erkennen kann, wird damit das Pferd am Schwanz aufgezäumt und das geht nie gut. Weder tatsächlich beim Pferd noch im übertragenen Sinn in der Argumentation. Wenn ich glauben soll, muss ich zuerst einmal wissen warum. Und wenn ich die Argumente kenne, kann ich abwägen, ob ich das für richtig und angemessen erachte oder nicht. Und erst dann kann ich sinnvollerweise eine Entscheidung dafür oder dagegen treffen. Daher soll nun hier genau dieser Versuch unternommen werden, zuerst einmal die Gründe darzulegen, warum ein Mensch überhaupt zum biblisch-christlichen - und nur zu diesem - Glauben kommen sollte und im Anschluss daran einige kurze Hinweise, wie das geschehen kann.


Der Hintergrund

Der echte christliche Glaube hat seinen Ursprung und sein Fundament in der Bibel. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Ursprung und dem Fundament der menschlichen Gesellschaft (Volksgemeinschaft) in der Familie. Der Versuch, neuerdings eine Gesellschaft auf eine homosexuelle „Familie” zu gründen, ist mangels Fruchtbarkeit ebenso zum Scheitern verurteilt, wie die Versuche der vielen Weltreligionen, die Menschen ohne die Bibel zu erlösen. Beides sind „leere Kilometer”. Sie können keine Frucht bringen.

Die Bibel macht grundsätzliche Aussagen über Herkunft und Zukunft des Menschen. Nachdem über die Herkunft bereits zur Genüge von Evolutionisten (u.a. Wissenschaftler, die einen Gott leugnen) und Kreationisten (u.a. Christen, die an Gott als den Schöpfer aller Dinge glauben) gestritten wird, wollen wir uns hier nur kurz mit den Schriftaussagen über die Zukunft des Menschen befassen.

Nach der Bibel hat der Mensch eine völlig andere Lebenserwartung, als das allgemein bekannt ist: Gott hat den Menschen zu einem ewigen Leben erschaffen. Und das gilt jetzt nicht nur für die Gläubigen! Alle Menschen - also auch Ungläubige, Verbrecher, Massenmörder, Gotteslästerer und Götzenanbeter - haben ein ewiges Leben! Die Tatsache, dass wir alle sterben müssen, stellt zwar das Ende unseres materiellen, irdischen Lebens dar, doch der Geist des Menschen lebt weiter und wird bei der Auferstehung am Ende der Welt wieder neu geboren und mit einem neuen Leib lebendig werden. 

Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch vom Himmel.

1Kor 15,46 Aber das Geistliche ist nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch vom Himmel. 15,48 Wie der Irdische, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische, so sind auch die Himmlischen. 15,49 Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen. 1Kor 15,46-49;


Nun hört man manchmal auch das Argument: „Es ist noch niemand zurückgekommen”. Doch hier hat uns die Bibel eine ganze Menge von Zeugen zu nennen. Jesus Christus ist nach seiner Auferstehung von den Toten zuerst den Jüngern, dann aber auch mehr als fünfhundert Leuten erschienen (1Kor 15,5-8). Das Faktum der Auferstehung ist also ähnlich real, wie etwa die Christenverfolgung durch den römischen Kaiser Nero oder die Verfolgung Luthers durch die katholische Kirche. Und wie uns der Apostel Paulus oben in 1Kor 15,49 bestätigt: „Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen”, werden wir Menschen genau den gleichen Weg gehen, den auch Jesus Christus gegangen ist: wir werden zwar sterben, aber danach auferstehen, mit einem neuen Leib überkleidet werden und in Ewigkeit weiterexistieren.

Und hier kommen wir nun zum springenden Punkt in der Argumentation: es haben zwar alle Menschen eine ewige Existenz, aber es werden nicht alle diese Existenz bei Gott verbringen. Es gibt nämlich nach der Auferstehung aller Menschen, am Ende der Welt, das Gericht Gottes, in welchem die Menschen nach ihren Taten beurteilt werden. Und hier erfolgt nun die Scheidung der Guten von den Bösen. Die Gerechten und Gläubigen werden in die ewige Gemeinschaft mit Gott im Licht - in das „ewige Leben”, wie es die Bibel nennt - eingehen, die Sünder aber werden verbannt in die ewige Trennung von Gott, in die Finsternis, von wo es nie mehr eine Rettung geben wird. Ebenso wie Finsternis vom Licht vertrieben wird, ist es unvermeidbar, dass der Sünder aus Gottes heiliger Gegenwart verbannt wird.

Und dies ist die Botschaft, daß Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist.

1Jh 1,5 Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: daß Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist. 1,6 Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 1Jh 1, 5- 6;


Wieso muss ich „errettet” werden?

Wie wir oben gesehen haben, werden nur die Gerechten und Gläubigen in der Ewigkeit im Licht bei Gott leben, die Sünder enden in der Finsternis, fern von Gott. Gott ist Licht - nicht nur symbolisch, sondern auch tatsächlich: „Gott wohnt in einem Licht, da niemand hinzukommen kann” (1Tim 6,16). Andererseits sagt uns aber die Bibel, dass alle Menschen Sünder sind und als solche sind sie schon zu Lebzeiten in der geistlichen Finsternis und haben also keine Gemeinschaft mit Gott. Der Grund für diese Gottesferne des normalen Menschen ist also seine Sündhaftigkeit. Doch was ist eigentlich Sünde und warum trennt sie von Gott?

Es sollen jetzt hier nicht einzelne Sünden aufgezählt werden, sondern nur kurz auf das Prinzip der Sünde eingegangen werden. Gott hat den Menschen 10 Gebote gegeben (2Mo 20,1-17), damit sie auf diesem Planeten friedlich zusammenleben und sich gedeihlich entwickeln können. Jede Missachtung dieser Gebote ist daher eine Missachtung Gottes und vor der absoluten Gerechtigkeit Gottes Sünde. Und jetzt meinen manche, sie hätten ja ohnehin niemanden getötet, auch nichts gestohlen oder als falscher Zeuge ausgesagt. Doch alle anderen Gebote, wie z.B. du sollst keine anderen Götter haben neben mir, du sollst nicht begehren ... etc. werden geflissentlich übergangen.

Doch die Schrift sagt uns, dass jede Sünde, auch die kleinste, vor der absoluten Gerechtigkeit Gottes mit dem Tod bestraft wird: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod” (Röm 6,23). Und hier ist nicht der leibliche Tod (der „erste Tod”, wie ihn die Schrift nennt) gemeint, sondern der sogenannte „zweiten Tod”, nämlich der Verurteilung beim Letzten Gericht zur ewigen Verdammnis fern von Gott. Damit bestätigt uns aber auch unsere eigene Erfahrung, dass es unter diesen Voraussetzungen tatsächlich keinen Menschen gibt, der hier ohne Sünde wäre und daher alle Menschen vor Gott Sünder und von ihm getrennt sind. Aber das ist wieder für die Liebe Gottes nicht annehmbar, denn die Liebe Gottes will, dass alle Menschen errettet werden.

Gott will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

1Tim 2,3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Gott, 2,4 welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 2,5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 2,6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 1Tim 2, 3- 6;


Und hier erkennen wir ein wenig das „Dilemma” Gottes: seine absolute Gerechtigkeit fordert den Tod des Sünders, seine Liebe jedoch will, dass alle Menschen errettet werden. In einer ganz ähnlichen Situation befand sich der Fürst Schamyl von dem der Nationalökonom Roscher aus dem Kaukasus folgende Begebenheit erzählte:

„Um die Einheit und Zucht in seinem Stamm zu wahren, hatte der Fürst den strengen Befehl ausgegeben, dass niemand sich an der Beute vergreifen dürfe, die dem Stamm als ganzen gehöre. Wer diesen Befehl übertritt, wird mit 100 Knutenhieben bestraft.

Da geschah der erste Bruch dieses Befehls - durch die alte Mutter des Fürsten. Was soll nun werden? Wird die Strafe nicht vollstreckt, ist die Gerechtigkeit des Fürsten in Frage gestellt und der Ernst seiner Befehle für alle Zukunft untergraben.

Roscher berichtet, der Fürst habe sich einen Tag lang in seinem Zelt eingeschlossen. Dann sei er hervorgetreten mit der Weisung: die Strafe wird vollstreckt.

Als aber der erste Hieb auf den Rücken der Mutter herabgesaust sei, habe er sich den Mantel heruntergerissen, sich vor seine Mutter geworfen und den Soldaten zugerufen: Schlagt weiter und keinen Schlag zu wenig!

So hatte er die Lösung gefunden! Die Mutter war gerettet und zugleich zeigte der zerrissene, blutende Rücken des Fürsten, wie ernst es mit der Geltung seiner Befehle und dem Recht und der Gerechtigkeit im Stamm bestellt sei.”

(Nach Werner de Boor: Der Brief an die Römer, WStB, R. Brockhaus Verlag).


Und auch Gott konnte auf die Forderung seiner Gerechtigkeit nicht verzichten: Sünde muss Sünde bleiben und mit dem Tod bestraft werden. Nun hatte aber Gott in der Zeit des Alten Testaments den Juden gestattet, ihre Sünden zu sühnen, indem sie ein Tier opferten und so das Tier an ihrer Stelle für ihre Sünden starb. Doch um die Sünden aller Menschen zu sühnen, gibt es wohl nicht genug Tiere auf dieser Welt. Es musste also ein Opfer gefunden werden, welches vor der Gerechtigkeit Gottes jenen Stellenwert hatte, um für alle Menschen, die jemals gelebt haben und jemals leben werden die Sünden zu sühnen. Und deshalb hat nun Gott seinen eigenen Sohn in die Welt gesandt, damit er am Kreuz dieses stellvertretende Opfer für die Sünden jedes einzelnen Menschen erbrachte.

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. 14,7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Jh 14, 6- 7;


Der Sohn Gottes, unser Herr Jesus Christus, hat uns also mit seinem Tod freigekauft von unserer Schuld und ab diesem Zeitpunkt besteht für jeden Menschen die Möglichkeit durch die persönliche Annahme dieses Loskaufopfers alle seine Sünden - was immer das auch gewesen sein mag! - vergeben zu bekommen und in der Gemeinschaft mit Gott zu sein. Doch die Voraussetzung dafür ist einmal der Glaube an diese Gnade Gottes in seinem Sohn und dann die tatsächliche, persönliche Annahme dieses Angebotes Gottes durch den Sünder im Gebet. Dadurch hat er im Leben und auch nach Tod und Auferstehung in der Ewigkeit Gemeinschaft mit Gott. Wer dies nicht macht, verharrt weiterhin in der Finsternis und wird beim Letzten Gericht verurteilt werden.

Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.

Jh 12,46 Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. 12,47 Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt rette. 12,48 Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage. Jh 12,46-48;


Wie man sieht, geht es also nicht darum, ein ewiges Leben zu erlangen. Das haben alle Menschen. Sondern es geht darum, wo wir dieses ewige Leben nach Tod und Auferstehung verbringen werden: im Licht bei Gott oder in der Finsternis der ewigen Verdammnis. Man muss sich nur die Ungläubigen und Gottlosen rund um uns ansehen: sie leben in den Tag hinein und haben keine Ahnung, was auf sie zukommt. Sie werden bei der Auferstehung mit Freuden feststellen, dass sie gar nicht mehr tot sind und ewig weiterleben werden. Doch dann wird sie ihr Gott im Gericht verurteilen, weil sie sich ihr Leben lang nicht um ihn geschert und ihn geleugnet haben. Und er wird sie ins ewige Feuer, in die äußerste Finsternis werfen lassen. Dort werden sie heulen und vor Wut mit den Zähnen knirschen, weil sie in ihrem Leben das versäumt haben, was sie nun nie mehr nachholen können.

Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

Mt 25,41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Mt 25,41;

Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.

Mt 25,29 Denn jedem, der hat, wird gegeben und überreichlich gewährt werden; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden. 25,30 Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Mt 25,29-30;


Was muss ich tun?

Eine Grundvoraussetzung für die Bekehrung ist die Erkenntnis, dass uns Gott zu nichts zwingt. Wir haben die völlige Freiheit, dieses Angebot Gottes anzunehmen oder abzulehnen. Daraus ist auch die Tatsache abzuleiten, dass wir die Erlösung nicht durch eigene Anstrengungen welcher Art auch immer erlangen können. Nicht durch gute Taten, hohe Geldspenden, Wallfahrten, Askese, Selbstkasteiungen, Lesungen von Messen, usw. usf. Wir könnten diesen Preis, den der Sohn Gottes am Kreuz für uns gezahlt hat, nie begleichen. Es ist ein Geschenk und eine Gnade Gottes. Gott bietet uns die Erlösung an. Aber er zwingt uns nicht, sie anzunehmen.

Um nun tatsächlich Christ zu werden, muss ich folgende drei einfache Schritte tun:

1. Ich muss zugeben, dass ich in Gottes Augen ein hilfloser Sünder bin.

Diese unzweideutige Feststellung wird in Röm 3,22-23 gemacht: „Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.” Alle Menschen sind unterschiedslos Sünder. Das heißt, es mögen zwar zwischen den Menschen Unterschiede im Ausmaß der Sünde bestehen; aber es liegt kein Unterschied in der Tatsache, dass sie alle gesündigt haben. Diese Feststellung schließt mich ein. In Gedanken, Worten und Taten habe ich ständig Gottes Gebote missachtet und bin hinter dem zurückgeblieben, was ich hätte sein sollen. Infolgedessen wurde ich aus seiner Gegenwart verbannt, wie Jes 59,2 erklärt: „Eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet.” Diesem Zustand kann ich selbst nicht abhelfen. Nicht die besten Werke meinerseits können Gottes Wohlwollen gewinnen. Ich bin ein hoffnungsloser, hilfloser Sünder. Ich brauche einen Erlöser, der mich zu Gott zurückbringt.

2. Ich muss glauben, dass Jesus Christus, der für mich am Kreuz starb, eben dieser Erlöser ist, den ich brauche.

Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich selbst für mich am Kreuz geopfert (Gal 2,20). Er trug meine Sünden an seinem eigenen Leib (1Ptr 2,24). Er wurde für mich zur Sünde gemacht (2Kor 5,21). Und mehr als das: er erlitt freiwillig die Strafe, die ich für meine Sünden verdient hätte. Er wurde für meine Übertretungen verwundet und für meine Ungerechtigkeiten geschlagen. Am besten drückt das 1. Petrus 3,18 aus: „Denn auch Christus ist einmal für eure Sünden gestorben, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er euch zu Gott führte.”

3. Ich muss zu Jesus kommen und meinen persönlichen Anteil an dem, was er für alle tat, beanspruchen.

Er starb, um Erlöser der Welt zu sein; ich muss ihn bitten, mein Erlöser zu sein. Er trug die Sünden aller Menschen; ich muss ihn bitten, meine Sünden hinwegzunehmen. Er litt, um alle zu Gott zurückzubringen; ich muss ihn bitten, mich zurückzubringen. Genau das, was ich tun muss, wird von Jesus in Offenbarung 3,20 erklärt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird, und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen.” Das Haus ist ein Bild meines Lebens. Jesus steht draußen vor der Tür. Er stemmt sich nicht mit der Schulter dagegen. Er gebraucht kein Brecheisen. Er wartet geduldig, bis ich die Tür öffne. Dann wird er eintreten und durch das Eintreten wird er mir der Erlöser werden, den ich brauche, wie ich es bekannt habe. Ich werde mich mit Gott versöhnt finden. Die Mauer zwischen Gott und mir wird gefallen sein und ich werde die Gemeinschaft mit Gott genießen, wozu ich geschaffen wurde.


Vor diesem letzten Schritt wird es jedoch gut sein, sich über dessen Konsequenzen klar zu werden. Der Herr Jesus selbst warnte ständig die Menschen, ihm zu folgen, wenn sie in Gefahr waren, von unverantwortlichen Emotionen unter seine Herrschaft getrieben zu werden. Er nötigte sie, nicht mit dem Bau zu beginnen, bevor sie nicht die Kosten überschlagen haben. Auch wir müssen, bevor wir diesen Schritt machen, überlegen, was er mit sich bringt. Es ist ein reicher Lohn in Jesus, aber es gilt auch, einen Preis zu bezahlen. Welche Forderungen stellt Jesus an mich, wenn ich ihn annehme?

Ich muss der Sünde absagen. „Tut Buße und glaubt an das Evangelium”, sagte er (Mk 1,15). Der Glaube, der Jesus annimmt, muss von der Reue begleitet sein, die die Sünde verwirft. Reue bedeutet nicht, dass mir die Vergangenheit einfach Leid tut. Sorge ist nicht genug. Ich muss bereuen. Das heißt, ich muss allem, was ich in meinem bisherigen Leben als falsch erkannt habe, den Rücken zukehren und ich muss willig sein, dies um Jesu willen für immer aus meinem Leben zu verbannen. Ich werde nicht fähig sein, es aus eigener Kraft zu tun, aber ich muss willig sein, dass er es für mich tut.

Ich muss mich Jesus ergeben. Er will sowohl mein Erlöser als auch mein Herr sein. Er will mein Haus - mein Leben - in Besitz nehmen und darin herrschen. Ich treffe daher von heute an die Entscheidung, die Zukunft in seine Hand zu legen, mein Äußerstes zu tun, um seinen Willen zu erforschen und zu befolgen, in kleinen und großen Angelegenheiten. Ich will nie vergessen, was er von der Selbstverleugnung und von der Nachfolge gesagt hat (Mk 8,34).

Ich muss Jesus vor den Menschen bekennen. Ich erkenne, dass ich kein geheimer Jünger sein kann. Ich werde mich zu meinem Herrn bekennen, so wird auch er sich vor dem Vater zu mir bekennen (Mt 10,32). Ich bin mir im Klaren, dass ich dadurch vielleicht manche Freunde und Bekannte verlieren werde und dass es mir vielleicht auch manchen Spott einbringen kann. Doch ich werde mich meines Erlösers nicht schämen, so wird auch er sich meiner nicht schämen, wenn er kommen wird. (Lk 9,26).


Als rechtgläubiger Christ sollte man sodann jeden Tag ein Gespräch mit seinem Gott führen. Nicht durch das Herunterratschen von irgendwelchen auswendig gelernten Texten, sondern ein echtes Gespräch, wo wir unserem Gott im Geist unsere täglichen Sorgen aber auch unsere freudigen Erlebnisse erzählen. Sodann danken für die erfahrene Hilfe und bitten für wichtige Angelegenheiten. Dieses Gespräch mit Gott sollten wir aber nicht in einer Kirche oder in der Öffentlichkeit führen, sondern in einem stillen Raum unserer Wohnung oder unseres Hauses, wo man Ruhe hat und allein ist.

Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!

Mt 6,5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6,6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 6,7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, daß sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Mt 6, 5- 7;


Wie uns der Herr hier sagt, findet sich Gott nicht in Kirchen (Synagogen) und in der Öffentlichkeit und die dort beten, machen es, damit sie von den Menschen gesehen und gehört werden. Wir müssen Gott nicht in irgendwelchen Kirchen suchen, denn wenn wir gläubig sind, ist Gott bereits da, in uns, mit seinem Geist in unserem Geist.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Jh 4,23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Jh 4,23-24;


Und als erstes Gebet nach unserer Bekehrung sollten wir unserem Herrn vielleicht Folgendes sagen:

„Herr Jesus Christus, ich bekenne demütig, dass ich in Gedanken, Worten und Taten gesündigt habe. Ich bin mir meiner Sünde bewusst. Meine Sünden haben mich von deiner heiligen Gegenwart getrennt. Ich bin unfähig, dir zu gefallen.

Ich glaube fest daran, dass du am Kreuz für meine Sünden gestorben bist, dass du sie mit deinem eigenen Leib getragen und die Strafe erlitten hast, die ich verdiene. Ich habe in Gedanken die Kosten der Nachfolge überschlagen.

Ich bereue ernstlich die Sünden der Vergangenheit und wende mich von ihnen ab. Ich bin willig, mich dir als meinem Herrn und Gott zu übergeben. Hilf mir, dass ich mich deiner nicht schäme.

So komme ich nun zu dir. Ich glaube, dass du schon lange vor der Tür gestanden und angeklopft hast. Nun öffne ich dir die Tür. Tritt ein, Herr Jesus, sei mein Erlöser und mein Herr, jetzt und allezeit. Amen.”


Abschließend noch zwei Hinweise: Wir sollten nach unserer Bekehrung keine Gefühlsausbrüche erwarten. Unser Glaube hängt nicht von unserem momentanen Gemütszustand ab. Das einzige was wir erwarten können ist eine innere Ruhe und Frieden durch den Heiligen Geist. Und dann sollten wir natürlich neben unserem täglichen Gebet auch täglich in der Bibel lesen, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das von dem Mund Gottes ausgeht (Mt 4,4). Und dieses Wort Gottes als geistliche Nahrung finden wir nur in der Bibel.

Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht

Mt 4,4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.» Mt 4, 4;


(Siehe auch Kapitel 13: „Das Weltgericht.”)


Anmerkung: Diese Unterlage kann zum Zweck einer eventuellen Weitergabe per Email oder auch mit dem folgenden Link zum Ausdruck ohne Kopf- und Fußeintragungen angezeigt werden: