Die Entstehung des Universums.
Ein neuer Ansatz mit neuen Mitteln – die Analyse.
Bis zu Kopernikus hatte die Wissenschaft mit dem angeblich biblisch fundierten geozentrischen
Weltbild – also mit dem Planeten Erde als Mittelpunkt des Universums – keine Probleme. Manchem der
damaligen Astronomen waren zwar die unerwarteten und unerklärlichen Bewegungen einiger Planeten etwas
suspekt, aber im Großen und Ganzen akzeptierte man diese Sicht der Dinge.
Erst als Kopernikus erkannte, dass nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnensystems ist
und nicht das Universum sich um die Erde, sondern unser gesamtes Sonnensystem sich innerhalb unserer Galaxie
um dessen Mittelpunkt bewegt, hat sich die Astronomie von der Astrologie emanzipiert und ist zu einer eigenen
vollwertigen Wissenschaft geworden. Sozusagen als Racheakt, weil angeblich die Bibel die Wissenschaft so lange
Zeit in die Irre geführt hatte, hat man ab diesem Zeitpunkt die Bibel überhaupt aus allen Überlegungen
ausgeschlossen.
Dies gilt umso mehr, seit man in den letzten fünfzig Jahren erkannte, dass das Universum aus Hunderten
Milliarden von Galaxien und diese wiederum aus Hunderten Milliarden von Sonnen bestehen. In der allerletzten
Zeit konnte die Theorie vom „Big Bang”, also vom Urknall, als Ursache der Entstehung des Universums vor
rund 13,7 Milliarden Jahren großteils bestätigt werden. Auch das Auseinanderdriften der einzelnen Galaxien
konnte als eine Folge dieser Explosion des sogenannten „Kosmischen Eies” (d. i. die Zusammenballung aller
Materie des Universums in einem Klumpen – manche sagen „stecknadelkopfgroß”, manche „faustgroß” -
mit einer unvorstellbaren Dichte und Masse) nachgewiesen werden.
Man weiß mittlerweile, dass sich diese Expansion umso langsamer vollzieht, je weiter die Galaxienhaufen
voneinander entfernt sind. Hier diskutieren die Gelehrten heute über die Frage, ob das Universum weiterhin
unbegrenzt weiter expandiert - also ob die Materie der Galaxien vom Urknall soviel Energie mitbekommen hat,
dass dadurch die durch ihre Gravitation bedingte gegenseitige Anziehungskraft kompensiert wird - oder ob die
Gravitation irgendwann einmal überwiegt. Dann würden sich die Galaxien rückwärts bewegen und aufeinander
zustürzen. Durch die gegenseitige Anziehungskraft würde die Materie verschmelzen und immer größere Massen
bilden, welche schließlich aufgrund ihrer enormen Gravitationswirkung als sogenannte „Schwarze Löcher”
mit enormer Geschwindigkeit jegliche Materien „aufsaugen”, bis schließlich alles in einem einzigen Punkt
von Raum und Zeit mit unendlich hoher Dichte kollabieren würde, um dann vielleicht in einem neuerlichen
Urknall den Kreislauf zu wiederholen.
Bedenkt man diese Entwicklung in den letzten zwanzig, dreißig Jahren, so ist es nur allzu
verständlich, dass diese Wissenschaft heute die Aussagen der Bibel in 1. Mose 1 belächelt und nicht nur
selbst keine Anstalten unternimmt, hier einen möglichen Zusammenhang zu suchen, sondern auch jeden
Wissenschafter, der einen derartigen Versuch unternimmt, für realitätsfern und unwissenschaftlich erklärt.
Ein wenig Schuld daran haben aber auch die Kreationisten, das sind Christen, insbesondere in den USA, welche
trotz gegenteiligen wissenschaftlichen Erkenntnissen an den ihnen vorliegenden Aussagen der Schrift über die
Entstehung des Universums festhalten.
Nun ist ein Beharren auf der Schrift sicherlich eine gute Sache, allerdings sollte eine solche Einstellung
nicht das Ergebnis von oberflächlichem Schriftstudium sein, welches aus eigener Bequemlichkeit und
Unfähigkeit die Worte Gottes in der Bibel in den offensichtlichen Gegensatz zu den Realitäten der sichtbaren
Schöpfung stellt. Genau diese Haltung seiner Zeitgenossen hat auch Kopernikus lange Zeit daran gehindert,
seine neuen Erkenntnisse zu publizieren. Als er dann sein Gesamtwerk „De Revolutionibus Orbium Coelestium”
(Über die Kreisbewegungen der Himmelssphären) am 24. Mai 1543 veröffentlichte, haben gerade führende
Geistliche versucht, die Publikation des Werkes zu verhindern. Johannes Calvin (1509-1564), der
schweizerische Reformator, hat behauptet, dass sich die Erde gemäß der biblischen Lehre nicht bewegen
könne, und Martin Luther (1485-1546) sagte: „der Narr (Kopernikus) wird die ganze Lehre der
Astronomie auf den Kopf stellen”.
Wir sollten daher als bibelgläubige Christen aus diesen Fehlern unserer Vorväter im Glauben lernen. Wenn wir
davon ausgehen – und dies muss immer die Basis unseres Glaubens sein – dass die Schrift, von Gott
eingegeben, nicht irren kann, und andererseits die Tatsache, dass sich die Erde sowohl um ihre eigene Achse,
als auch um die Sonne bewegt, nicht mehr wegzuleugnen ist, dann müssen Calvin und Luther geirrt haben. Es ist
daher auch nicht die Schrift, die irrt, sondern es ist ihre falsche Auslegung durch uns Menschen, welche zu
Irrtümern führt. Und wenn wir die Schrift prüfen, finden wir keinen einzigen Anhaltspunkt für die
Behauptung Calvins, „dass sich die Erde gemäß der biblischen Lehre nicht bewegen könne”. Ja im
Gegenteil, wenn wir Jes 24,20 recht interpretieren, ist gerade dies ein Hinweis darauf, dass die Erde sehr
wohl „beweglich” ist.
Die Erde wird taumeln wie ein Trunkener.
Jes 24,20 Die Erde wird taumeln wie ein Trunkener und wird hin und her
geworfen wie eine schwankende Hütte; denn ihre Missetat drückt sie, dass sie fallen muss und nicht
wieder aufstehen kann. Jes 24,20;
Wie sieht es aber nun mit 1Mo 1,1-5 aus? Wie sollen wir diese Aussagen interpretieren?
Betrachten wir vorerst einmal die konventionelle Übersetzung bei Luther:
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
1Mo 1,1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 1,2 Und die Erde war wüst
und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. 1,3 Und Gott sprach:
Es werde Licht! Und es ward Licht. 1,4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der
Finsternis 1,5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
1Mo 1, 1- 5;
Hier ist von „Himmel und Erde” die Rede. Die „Erde” war „wüst und leer” und es
war finster über der „Tiefe”. Welche „Tiefe” ist hier gemeint und wieso war die Erde wüst und leer,
wenn sie nach 1Mo 1,7-10 völlig von Wasser bedeckt war? Und was sollen wir uns unter „Himmel” vorstellen?
Diese Fragen lassen erkennen, dass nur ein sehr oberflächlicher Betrachter davon ausgehen könnte, hier eine
eindeutige Aussage über die Erschaffung von Himmel und Erde vorzufinden. Wie aber sollen wir diese Worte
interpretieren?
Beginnen wir einmal beim Grundsätzlichen und fragen wir uns, welche Alternativen uns zur Verfügung stehen.
Wenn wir es recht sehen, haben wir nach dem Prinzip: These – Antithese – Synthese drei Möglichkeiten:
- Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind falsch und die herkömmliche Darstellung des
Schöpfungsvorgangs in 1Mo 1,1-5 ist richtig. Dies ist der Ansatz der Kreationisten
- Die Aussagen der Bibel sind falsch und die Ergebnisse der wissenschaftlichen
Forschung sind richtig. Dies ist die Überzeugung der Wissenschaftler und Evolutionisten.
- Zwischen diesen beiden extremen Auffassungen gibt es eine Verbindung, welche bisher
noch nicht bedacht wurde.
Die erste Alternative können wir aufgrund der umfassenden und weltweiten wissenschaftlichen
Beweisführung ebenso sicher ausschließen, wie wir heute wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht und
nicht Mittelpunkt des Universums ist. Die zweite Alternative müssen wir in ihrem Bezug zur Bibel
ausschließen, weil für uns die Schrift das Wort Gottes ist und daher nicht an sich falsch sein kann.
Verbleibt die dritte Alternative und die Frage, wo denn da eine Verbindung, ein Irrtum in der Sichtweise sein
könnte, um diese beiden Ansichten zu verbinden.
Nachdem die wissenschaftlichen Fakten unwiderlegbar sind, bleibt als Schwachstelle die Frage,
ob wir die Aussagen von 1Mo 1,1-5 richtig interpretieren. Wie bereits oben erwähnt, müssen wir
berücksichtigen, dass sich bisher niemand wirklich ernsthaft mit dieser Möglichkeit einer Synthese
auseinandergesetzt hat; die Evolutionisten aus Überheblichkeit, die Kreationisten aus Phantasielosigkeit und
beiden Gruppen gemein ist die mangelnde Bereitschaft, die Position des Anderen objektiv zu hinterfragen. Wir
wollen daher ganz von vorne beginnen und uns den Originaltext dieser Schriftstellen ansehen. Die Übersetzung,
welche dem hebräischen Urtext am Nächsten ist, ist jene von Martin Buber. Im Gegensatz zu
herkömmlichen Übersetzungen, welche unter dem Hinweis auf die Verständlichkeit ihre Wortwahl relativ frei
gestalteten, versucht Buber sowohl die Form, als auch den ursprünglichen Sinn der Worte ohne übermäßige
Rücksicht auf die deutsche Wortstellung, aber immer im Einklang mit der Wortbedeutung originalgetreu
widerzugeben. Dies geht sogar so weit, dass er dort, wo es im Deutschen keine bekannte Wortentsprechung gibt,
eigene Worte „erfindet”, die zwar für den Leser im ersten Augenblick etwas ungewohnt sind, aber bei
näherer Betrachtung erkennen lassen, welcher bestimmte Zusammenhang hier ausgedrückt werden soll.
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 1. Mose 1,1-5
|
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser. Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Gott sah das Licht: dass es gut ist. Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis. Gott rief dem Licht: Tag! Und der Finsternis rief er: Nacht! Abend ward und Morgen ward: Ein Tag. |
Wenn wir nun davon ausgehen können, dass diese Worte eine Botschaft Gottes an die Menschen
sind, um ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie sie selbst und ihre Lebensgrundlagen – der Raum, der sie
umgibt, der Planet, auf dem sie leben - erschaffen wurden, dann müssen wir berücksichtigen, dass zum
Zeitpunkt der Abfassung niemand eine Ahnung hatte, was „Raum”, „Planet”, „Materie” oder gar „Universum”
ist. Diese Botschaft musste daher den Möglichkeiten der Sprache und des Verständnisses der damals lebenden
Menschen Rechnung tragen. Wie wir allerdings aus vielen anderen, vergleichbaren Texten wissen, bedeutet das
nicht, dass diese Aussagen in einer späteren Zeit unverständlich oder völlig unrichtig sein würden. Gerade
dies ist ja der Beweis der Gegenwart des Heiligen Geistes, dass der Text so abgefasst ist, dass er über
Jahrtausende hinweg verständlich und wahr bleibt.
Allerdings nicht für den oberflächlichen Leser. Dieser wird genau das herauslesen, was die Menschen damals
auch verstehen sollten und damit aber die zeitübergreifende Bedeutung der Aussagen verfehlen. Es ist etwa so,
wie man Kindern früher den Zeugungsvorgang erklärte: Blüte, Biene, Pollensamen, usw. Die Kleinen hatten
vorläufig eine Vorstellung und waren zufriedengestellt. Wenn sie dann in späteren Jahren daran zu zweifeln
begannen, waren sie körperlich schon so weit entwickelt, dass sie selbst erkennen konnten, wie diese Dinge
abliefen.
Es ist keine Frage, dass auch der nicht hinterfragte Schöpfungsbericht für den einfachen Gläubigen –
ähnlich wie für die Menschen damals – eine zufriedenstellende Erklärung ist. Wer jedoch nach mehr
Erkenntnis strebt, muss sich mit den eindeutig geklärten Fakten der Wissenschaft auseinandersetzen und dann
den Text vor diesem Hintergrund analysieren. Und genau dies wollen wir nun anhand der, dem Urtext sehr nahen
Übersetzung Martin Bubers einerseits und den außer Streit stehenden Fakten und Zusammenhängen aus der
wissenschaftlichen Forschung andererseits versuchen.
„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde”: Diese Aussage ist eigentlich nur eine Überschrift
und eine Zusammenfassung der nachfolgenden Verse. Dennoch können wir auch aus diesen Worten schon einen
konkreten Hinweis auf die Abfolge der Ereignisse erkennen. Es heißt hier „Im Anfang”. Es war also das
erste Werk der Schöpfung Gottes. Und wir finden auch die Reihenfolge, in der dieser Schöpfungsakt ablief:
zuerst der Himmel, dann die Erde.
„Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal”: Im Gegensatz zu den herkömmlichen Übersetzungen „Die
Erde war wüst und leer” erkennen wir hier mehrere verständnisrelevante Unterschiede. Während diese
Übersetzungen mit den Termini „wüst und leer” ein leicht verständliches Zustandsbild insinuieren, ist
der Originaltext mit „Irrsal und Wirrsal” keinesfalls so einfach zu verstehen. Hier geht es nicht darum,
dass etwas „leer” wäre. Ganz im Gegenteil, es herrscht „Irrsal und Wirrsal”, und dies setzt ja
voraus, dass es etwas gibt, das irr und wirr sein kann. Was ist das aber nun, das hier irr und wirr ist? Ist
es die Erde, also der Planet? Obwohl in beiden Übersetzungen „Erde” steht, stellt sich die Frage, wieso
hier die Erde Irrsal und Wirrsal sein soll, wenn im Vers 1Mo 1,7 der Eindruck erweckt wird, dass die Erde mit
Wasser bedeckt war. Diese Vorstellung ergibt ein eher ruhiges, geordnetes Bild und nicht Irrsal und Wirrsal.
„Finsternis über Urwirbels Antlitz”: Mit dem Ausdruck „Urwirbel” ergibt sich nun ein ganz
wesentlicher Unterschied zu den herkömmlichen Übersetzungen, welche hier mit „Tiefe” interpretieren. In
„Urwirbel” finden wir eigentlich die vorhergehenden Aussagen in einem Wort zusammengefasst: „Ur” meint
„Im Anfang” und „Wirbel” erinnert an „Wirrsal”. Mit „Wirbel” lassen sich aber auch sehr leicht
„Wasserwirbel” und ähnliche physikalische Vorgänge mit einer Sogwirkung assoziieren, wo Gegenstände
hineingezogen werden. Und auch hier erhebt sich wieder die Frage, ob es sich bei dieser Beschreibung
tatsächlich um die Erde, den Planeten Erde handelt. Während „Finsternis” keiner Erklärung bedarf und
mit „Antlitz” die „sichtbare Oberfläche” gemeint ist, lässt sich die Bezeichnung „Urwirbel” für
die Erde nicht so recht einordnen.
„Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser”: Es ist also der Geist Gottes, der über der
sichtbaren Oberfläche der Wasser schwingt oder pulsiert. Wir merken, dass hier zum ersten Mal die „Wasser”
erwähnt werden. Wenn es sich nun hier um die Wasser der Erde handeln würde, hätten wir insofern ein
Interpretationsproblem, als wir ja einleitend festgestellt haben, dass die Reihenfolge der Erschaffung mit
Himmel – Erde festzustehen scheint. Nun wurde aber bisher noch nicht vom Himmel gesprochen, dies wird erst
in 1Mo 1,7-8 geschehen, wie kann dann hier schon die Existenz der Erde angenommen werden? Also auch hier
wieder die Frage: Handelt es sich bei all diesen Aussagen um Geschehnisse, welche sich auf den Planeten Erde
beziehen oder ist hier etwas anderes gemeint?
„Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Gott sah das Licht: dass es gut ist”: Bis hier war also das
Licht noch nicht erschaffen! Dies wurde uns ja auch weiter oben bestätigt durch die Aussage: „Finsternis
über Urwirbels Antlitz”. Und wenn wir uns nun die Zusammenhänge vergegenwärtigen, müssten wir folgende
Feststellung treffen: In Vers 1Mo 1,2 wird die Erde erwähnt (sie war wüst und leer bzw. Irrsal und Wirrsal)
und hier, danach, wird erst das Licht erschaffen. Das würde bedeuten, dass der Planet Erde der erste
Schöpfungsakt Gottes war. Und wir können nun besser nachvollziehen, wieso das Ptolemäische System eines
geozentrischen (mit der Erde im Mittelpunkt stehenden) Universums auch von vielen bibelkundigen Gelehrten des
Mittelalters verteidigt wurde. Sie haben aus diesen Aussagen in 1Mo 1,1-5 geschlossen, dass die Erde der „Urwirbel”
war, von dem ausgehend Gott den Rest des Universums erschaffen hat. Aber ist das auch richtig? Kann das
stimmen? Nach unseren heutigen Erkenntnissen sicherlich nicht! Und daher stellt sich auch hier wieder die
Frage: Ist mit der Bezeichnung „Erde” in 1Mo 1,2 wirklich der Planet Erde gemeint oder etwas „erdähnliches”,
das möglicherweise den damaligen Menschen unter einer anderen Bezeichnung nicht verständlich gewesen wäre?
„Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis”: Nun müssen wir uns natürlich fragen, was mit
dem „Licht” hier und im vorangegangenen Vers gemeint ist. Der nachfolgende Vers, wo Gott das Licht „Tag”
und die Finsternis „Nacht” benennt, lässt vermuten, dass es sich um die Sonne handelt, welche ja auf
Erden Tag und Nacht bewirkt. Doch dies kann nicht sein. Das erste Licht im Universum war nicht das unserer
Sonne, sondern jenes, welches der Urknall verursacht hat. Diese Explosion des Kosmischen Eies ist überhaupt
erst der Ursprung aller Galaxien, aller Sonnen und damit auch unserer Sonne gewesen. Mit dem „Es werde Licht”
ist daher nicht etwa die Erschaffung unserer Sonne gemeint – diese kommt übrigens auch noch ganz konkret
einige Verse später (1Mo 1,14-16) – sondern es ist die „Zündung der kosmischen Granate im schwarzen
Urloch”. Und damit sind wir nun endgültig an einem Punkt angelangt, wo wir die Annahme, dass es sich bei
der „Erde” in 1Mo 1,2 um unseren Planeten handelt, nicht mehr aufrechterhalten können. Was aber ist dann
dort mit „Erde” gemeint? Wie bereits erwähnt, muss es etwas erdähnliches sein und etwas, das die
Menschen damals – im Gegensatz zu uns Heutigen – unter einer anderen Bezeichnung nicht begreifen konnten.
Auch muss es zeitlich vor der Erschaffung des „Lichts” bereits existiert haben.
Wenn wir nun davon ausgehen, dass das einzige, was vor dem „Licht”, also vor dem Urknall existiert hat,
jene unvorstellbar hoch verdichtete Materie im Kosmischen Ei war, und die einzige Möglichkeit, den Menschen
mit ihrem damaligen Wissensstand eine ungefähre Vorstellung von diesen Vorgängen zu vermitteln ohne den
wahren Kern dieser Botschaft zu verfälschen, ein Vergleich mit der Erde ist, welche ja aus eben derselben
Materie besteht, dann haben wir hier eine Erklärung für den Begriff „Erde” in 1Mo 1,2. Der „Urwirbel”
war also nicht der Planet Erde, sondern das Kosmische Ei. Damit haben wir aber auch eine einigermaßen
plausible Beweisführung darüber, dass der Schöpfungsakt in der Bibel, 1Mo 1,1-5, den Ursprung des
Universums beschreibt und daher mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft durchaus übereinstimmt.
Damit wäre die Erschaffung der Materie geklärt. Nachdem aber das Universum aus Materie und Raum besteht,
stellt sich hier - ebenso wie in der Wissenschaft - noch die nicht unwesentliche Frage nach der Entstehung des
Raumes. Während die Wissenschaft noch keine genaue Vorstellung davon hat, haben wir im ersten Satz der Bibel
eine konkrete Aussage. Dort heißt es: „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde”. Aufgrund unserer
bisherigen Analyse wissen wir nun, dass in diesem Schriftabschnitt „Erde” ein Synonym für die gesamte
Materie unseres Universums darstellt. Analog dazu muss daher der „Himmel” die Bezeichnung für den Raum
sein, in dem sich diese Materie ausgebreitet hat. Und wie bereits eingangs erwähnt, können wir hier auch die
logisch korrekte Reihenfolge der Erschaffung erkennen: zuerst der Raum, dann die Materie. Wir können aber nun
aus dem Gesagten noch eine weitere wichtige Erkenntnis gewinnen: Der „Himmel” und die „Erde” in den
Aussagen von 1Mo 1,1-5 unterscheiden sich grundsätzlich von jenem Himmel und jener Erde, wie sie ab 1Mo 1,6
erwähnt werden. Wenn die Ersteren Synonyme für Raum und Materie unseres Universums darstellen, sind die
Letzteren zwar auch Raum und Materie, allerdings ist der Himmel von 1Mo 1,8 jener Raum, welcher unseren
Planeten unmittelbar umgibt, also die Atmosphäre, und die Erde in 1Mo 1,11 ist dieser unser Planet in seiner
tatsächlichen materiellen Gestalt. Aufgrund dieser neuen Voraussetzungen im Verständnis des
Schöpfungsberichtes, wollen wir die relevanten Texte des ersten Mosesbuches neu betrachten.
„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde”: Dies entspricht der Aussage: Im
Anfang schuf Gott den Raum und die Materie.
„Die Erde war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz”: Wir befinden uns hier noch
vor dem Urknall, dem Big Bang. Die Explosion hatte noch nicht stattgefunden und das Licht war daher noch nicht
erschaffen – es herrschte Finsternis. Wie bereits weiter oben erwähnt, handelt es sich beim „Urwirbel”
um das Kosmische Ei, welches – möglicherweise in einem allerersten schwarzen Loch – die gesamte Materie
des existierenden Universums in einem stecknadelkopf- bis faustgroßen Klumpen eingeschlossen hatte. Der Druck
in diesem unvorstellbar hoch komprimierten Materieklumpen hatte ein Ausmaß, welchem selbst die einzelnen
Atome nicht mehr standhalten konnten und auseinander fielen. Dieser Materieklumpen hatte daher keine innere
Struktur, wie sie Materie normalerweise aufweist. Es war „entartete” Materie, ja er war in gewisser Weise
gar nicht mehr Materie – zumindest nicht jene Materie, die wir kennen. Es gab keine Atome mehr und auch die
Kerne der Atome – die Protonen - , welche etwa hunderttausendmal kleiner sind als das einzelne Atom und je
nach Element in einem Atom mehrfach vorhanden sind, konnten ihre Kohäsion (ihren Zusammenhang) nicht mehr
aufrechterhalten. Die Ordnung und Struktur der Materie war völlig aufgehoben. Es herrschte „Irrsal und
Wirrsal”.
„Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser”: Nachdem die Atome in diesem Materieklumpen
durch den immens hohen Druck auseinander gefallen waren, verwandelten sich die Teilchen in eine Art „Ur-Suppe”
der Materie, in welcher Quarks (kleinste nachweisbare Teilchen) und Gluonen (Bindungsstoff in Atomen) getrennt
waren und frei schwebten.
„Gott sprach: Licht werde! Licht ward”: Dies ist nun der Moment des Urknalls, der ungeheuren
Explosion des Kosmischen Eies. Die Energie dieser Explosion ist titanisch und lässt sich in Zahlen nicht
ausdrücken. Eine ungefähre Vorstellung können wir uns dadurch verschaffen, wenn wir uns vergegenwärtigen,
dass alle Energie, welche heute noch Hunderte Milliarden von Galaxien aus insgesamt Hunderten Billionen von
Sternen mit teilweise fast Lichtgeschwindigkeit durch den Raum fliegen lässt, von ebendieser allerersten
Explosion herrührt.
„Gott sah das Licht: dass es gut ist”: Zum Zeitpunkt dieser Explosion war das gesamte Universum mit
Licht erfüllt. Die Temperatur des Universums betrug in den ersten zwei Minuten nach der Explosion etwa
hunderttausend Millionen Grad Celsius. Eine Hitze, welche heute nicht einmal in den heißesten Sternen
herrscht. Hier gab es nun auch keine Protonen mehr. Die Materie bestand zu diesem Zeitpunkt nur mehr aus den
subatomaren Elementarteilchen, aus Neutrinos und Antineutrinos, welche immer weiter auseinander stoben.
„Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis”: Man nimmt heute an, dass die Temperatur noch
während der Explosion relativ rasch sank und nach etwa drei Minuten bereits eine Abkühlung auf eine
Milliarde Grad Celsius erreicht hatte. Damit war aber ein Zustand erreicht, in welchem die Materie wieder
beginnen konnte komplexe Kerne zu bilden. Es entstand wieder die einfachste Form, der Wasserstoff mit einem
Proton, dessen Kerne dann wieder Heliumkerne mit zwei Protonen bildeten. Nach einigen hunderttausend Jahren
war die Materie soweit abgekühlt, dass sich die Kerne zu Atomen von Wasserstoff und Helium zusammenschließen
konnten. Diese zwei Elemente machen auch heute noch rund 98 Prozent des gesamten Universums aus (75%
Wasserstoff, 23 % Helium). Damit gab es aber auch wieder geordnete und strukturierte Materie, aus der aufgrund
ihrer wachsenden Gravitation im Laufe von einigen Jahrmilliarden Materiehaufen entstanden, die sich dann
verdichteten und in der weiteren Folge leuchtende Galaxien und Sterne (Licht) bildeten. Der dadurch geleerte
Teil des Universums erschien dann wieder finster (Finsternis).
„Gott rief dem Licht: Tag! Und der Finsternis rief er: Nacht!”: Wir befinden uns hier, in 1Mo 1,5,
am Ende der Erschaffung von Raum und Materie. Das Universum hat Gestalt angenommen und erst in den nächsten
Versen wird von der Erschaffung des atmosphärischen Himmels über der Erde und der Erde selbst berichtet.
Deshalb dürfen wir die obigen Aussagen von „Tag” und „Nacht” auch nicht aus irdischer Sicht
interpretieren. Dies ist noch kein irdischer Tag und keine irdische Nacht! Hier benennt Gott vorerst einmal
das Licht der Milliarden Sonnen im Universum mit „Tag” und die Finsternis des intergalaktischen Raumes mit
„Nacht”. Auch könnte ein irdischer Tag/Nacht-Rhythmus noch gar nicht einsetzen, da ja zu diesem Zeitpunkt
weder atmosphärischer Himmel noch Erde, weder Sonne noch Mond erschaffen waren. All das wird erst in den
nachfolgenden Versen 1Mo 1,6-10 Realität. Und dies ist auch der stichhältigste Grund, warum die
Schöpfungstage nicht mit Erdentagen gleichgesetzt werden dürfen: Wir hätten sonst für die ersten drei
Schöpfungstage keine „Tage”, geschweige denn „Abende und Morgen”.
„Abend ward und Morgen ward: Ein Tag”: Im Gegensatz zu den konventionellen Auslegungen und aus den
soeben vorgebrachten Gründen können wir daher auch diesen „Abend” und diesen „Morgen” nicht als
reale irdische Zeitbegriffe interpretieren. Aber warum heißt es dann hier „Abend und Morgen”? Um diese
Frage zu beantworten müssen wir uns noch einmal die Zielsetzung all dieser Aussagen hier vergegenwärtigen:
Die damals lebenden Menschen sollten in einer möglichst einfachen und für sie leicht verständlichen Form in
die Geheimnisse der Schöpfung eingeweiht werden. Und hier, an dieser ganz konkreten Stelle der Aussagen –
wie auch dann in der weiteren Folge - , sollte verdeutlicht werden, dass eine Unterbrechung stattgefunden
hatte. Die erste Phase der Schöpfung – die Erschaffung des Universums - war beendet. Seit den ersten Tagen
der Menschheit ist nun der Tag durch sein helles Licht eine Zeit der Aktivität und die Nacht durch das Fehlen
dieser Voraussetzung eine Zeit der Ruhe. Abend und Morgen aber sind die Schnittstellen; der eine steht für
das Ende der Arbeit und den Beginn der Ruhephase, der andere umgekehrt. Was wäre daher naheliegender, als
diese geläufigen Begriffe zu verwenden, um das Ende der einen schöpferischen Aktivität und den Beginn der
nächsten zu veranschaulichen?
Eine Feste zwischen den Wassern.
1Mo 1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da
scheide zwischen den Wassern. 1,7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem
Wasser über der Feste. Und es geschah so. 1,8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen
der zweite Tag. 1Mo 1, 6- 8;
Gewölb werde inmitten der Wasser. 1. Mose 1,6-8;
|
Gott sprach: Gewölb werde inmitten der Wasser und sei Scheide von Wasser und Wasser! Gott machte das Gewölb und schied zwischen dem Wasser das unterhalb des Gewölbs war und dem Wasser das oberhalb des Gewölbs war. Es ward so. Dem Gewölb rief Gott: Himmel! Abend ward und Morgen ward: zweiter Tag: |
„Gott sprach: Gewölb werde inmitten der Wasser und sei Scheide von Wasser und Wasser”:
Obwohl die Aussage dieser Verse ganz eindeutig und klar zu sein scheint, gibt es dennoch nur ganz wenige
Ausleger, welche sich dazu durchringen können, den Text hier so stehen zu lassen wie er steht. Und das
hauptsächlich deshalb, weil es den meisten Interpreten nicht gelingt eine Erklärung dafür zu finden oder
aber weil sie die Konsequenz einer möglichen Erklärung scheuen. Im übrigen trägt die Übersetzung bei
Luther und anderen mit „Feste” wesentlich dazu bei, diesem Text seine Brisanz zu nehmen und ihn als „semantischen
Irrläufer” abzutun. Dies jedoch zu Unrecht wie wir bei Buber entdecken können. Während man sich unter „Feste”
noch „verständliche” Dinge wie Insel oder Berg vorstellen kann, lässt uns Buber hier mit der
Originalübersetzung „Gewölb” keinen Spielraum mehr. Wenn wir also diesem Text nicht Gewalt antun wollen,
müssen wir folgende Schlüsse daraus ziehen: Die Erde – und um diese handelt es sich hier, wie wir den
Aussagen der nächsten Phase in 1Mo 1,10 unzweifelhaft entnehmen können - war zu diesem Zeitpunkt der
Entwicklung auf ihrer gesamten Oberfläche mit Wasser – möglicherweise auch mit hochgesättigtem
Wasserdunst - bedeckt. Die Höhe dieser Decke wird nicht genannt, sie kann aber nicht allzu seicht gewesen
sein, wenn Gott dann inmitten dieser Wasser – also in der Mitte zwischen dem Grund und der Oberfläche - ein
„Gewölb”, einen Zwischenraum eingezogen hat.
„Gott machte das Gewölb und schied zwischen dem Wasser das unterhalb des Gewölbs war
und dem Wasser das oberhalb des Gewölbs war”: Gott hat damit einerseits eine Trennung dieser
Wassermassen herbeigeführt und andererseits einen wasserlosen Raum, einen Luftraum dazwischen geschaffen.
Dieses „Gewölb” konnte nun aber kein lokales Phänomen sein, sondern musste sich – im wahrsten Sinn des
Wortes als „Himmelsgewölbe” – über den gesamten Erdball erstrecken. Diese Wasser „oberhalb des
Gewölbs”, welche hier den Planeten als eine Art Mantel umschlossen, könnte man sich in allen drei
Aggregatzuständen vorstellen. Als Wolken kennen wir diese Naturerscheinung auch heute noch. Sollten diese
Wasser in den obersten Teil der Atmosphäre gelangt sein, müssten sie durch die niederen Temperaturen eine
Eisschicht gebildet haben. Sollten sie flüssig gewesen sein, müsste dieses „Gewölb” eine tragende
Funktion ausgeübt haben. Eine Bestätigung dieser Wassermanteltheorie finden wir übrigens bei den Aussagen
der Schrift über die Sintflut. Es wäre eine Erklärung für die sonst unerklärliche Herkunft der enormen
Wassermassen, welche nach der Flut die höchsten Berge der Erde bedeckten. Es wäre eine Erklärung dafür,
wieso die Menschen vor der Flut – also in der Zeit, in der die Erde durch einen Wassermantel vom Weltraum
isoliert und damit auch von jeder schädlichen Strahlung geschützt war – ein Alter von bis zu 969 Jahren
erreichten, wohingegen nach der Flut, im Laufe von knapp sechshundert Jahren, die Lebenserwartung rapide auf
150 Jahre (Jakob) gesunken ist.
(Siehe auch die Tabelle 01: „Zeittafel von Adam bis Jakob”.)
Und es würde auch das sonst unverständliche erstmalige Erscheinen eines Regenbogens nach der
Flut erklären. Aus dem Text von 1Mo 9,12-14 ist erkenntlich, dass dieser „Bogen” für Noah und seine
Familie etwas ganz Neues war. Sie hatten so etwas vorher noch nie gesehen. Daraus lässt sich aber der Schluß
ableiten, dass es vor der Flut auf der Erde auch keinen Regenbogen gegeben hat. Wenn wir nun die
physikalischen Voraussetzungen für diese atmosphärisch-optische Erscheinung betrachten, erkennen wir, dass
ein Regenbogen immer dann gesehen werden kann, wenn die im Rücken des Beobachters stehende Sonne eine vor ihm
befindliche Regenwolke oder -wand bescheint. Durch die Brechung der Sonnenstrahlen in den Regentropfen wird
das weiße Sonnenlicht in die Spektralfarben zerlegt und die Reflexion lenkt die Strahlen in das Auge des
Beobachters. Die Grundvoraussetzung für die Entstehung eines Regenbogens sind somit die direkt einfallenden
Sonnenstrahlen. Geht man nun von der Annahme eines weltweit geschlossenen Wassermantels vor der Flut aus, dann
hat es auf der Erde damals zwar durchscheinendes Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung gegeben. Und
daher konnte es auch nicht zur Entstehung eines Regenbogens kommen.
Im übrigen würde dieser „Schutzschild” rund um den Planeten vor der Flut auch eine
Antwort auf eine andere Frage geben können. Die Angaben der Naturwissenschaften über das Alter der
Menschheit stehen im krassen Gegensatz zu jenen der Bibel. Während die Bibel den Schluss zulässt, dass der
Mensch (nicht das Universum!) vor etwa 5800 Jahren erschaffen wurde, rechnen Geologen mit 1 – 5 Millionen
von Jahren. Arthur E. Wilder-Smith beschreibt in seinem Buch „Herkunft und Zukunft des Menschen” (Hännsler-Verlag
Stuttgart, ISBN 37751 0070-9, S 119ff) den Fund (mit Photographie) eines klar erhaltenen Fußabdrucks eines
Brontosaurus im Flussbett des Paluxy River (Texas, USA) aus der Kreidezeit (vor etwa 140 Millionen Jahren).
Einige Meter davon entfernt befinden sich menschliche Fußabdrücke in derselben Formation, welche also zur
gleichen Zeit entstanden sein mussten. Damit werden aber die 1 – 5 Millionen Jahre der Geologen
offensichtlich widerlegt. Wenn man sich nun die naturwissenschaftlichen Meßmethoden ansieht, so erkennt man,
dass z.B. die „C14 - Datierungsmethode” - eine sogenannte „Kurzzeituhr” für die Messung der letzten
zehn- bis zwölftausend Jahre -, welche für die Altersbestimmung von menschlichen Knochenfunden verwendet
wird und die somit die Grundlage für die wissenschaftlichen Theorien über das Alter des heutigen Menschen
bildet, davon ausgeht, dass alle lebenden Wesen mit der Luft auch radioaktiven Kohlenstoff (C14) absorbieren
– also mit ihrem Körper aufnehmen - und damit im Gleichgewicht mit dem C14–Gehalt in der Luft stehen
solange sie leben.
Beim Tod des Lebewesens hört der Stoffwechsel zwischen dem toten Körper und der Luft auf und
das im Körper verbliebene radioaktive C14 beginnt seine Zersetzung. Der Fortschritt dieser Zersetzung wird
nun gemessen. Ist noch eine große Menge C14 in den Knochen vorhanden, ist der Körper erst kurze Zeit tot.
Wenn die Restmenge gering ist, ist der Zersetzungsprozess schon lange im Gange und der Körper ist daher schon
lange tot. Also viel C14 – niedriges Alter, wenig C14 – hohes Alter. Nun muss man allerdings erwähnen,
dass das C14 hoch oben in der Stratosphäre durch Bombardierung der Luft mit kosmischen Strahlen entsteht.
Diese Strahlen reagieren mit atmosphärischem Stickstoff und bilden radioaktiven Kohlenstoff – eben C14 - ,
welcher dann in den unteren Schichten der Atmosphäre von allen Lebewesen mit der Luft eingeatmet bzw. von
Pflanzen absorbiert wird. Geht man nun von der Annahme aus, dass die Erde bis zur Sintflut einen Wassermantel
hatte, welcher die kosmische Einstrahlung natürlich erheblich gefiltert, wenn nicht gar verhindert hatte, ist
die Zuverlässigkeit der obigen Datierungsmethode stark in Zweifel zu ziehen bzw. überhaupt nicht mehr
gegeben.
Alle Knochenfunde von Lebewesen, welche vor oder bei der Sintflut gestorben sind – so z. B.
auch Saurier – würden, aufgrund der Filterwirkung des Mantels während sie noch lebten, einen C14-Gehalt
von nahezu Null aufweisen und daher nach dieser Methode ein Alter von Millionen von Jahren zugewiesen
erhalten, obwohl sie möglicherweise erst vor vier- oder fünftausend Jahren umgekommen sind. Dies sollte uns
zumindest zum Nachdenken veranlassen. Und eben diese Filterwirkung des Wassermantels als Schutz vor der
radioaktiven Strahlung könnte auch der Grund für das erstaunlich hohe Alter gewesen sein – bis zu 969
Jahre -, welches jene Menschen, die vor der Flut geboren wurden, erreicht haben.
Hinsichtlich der geologischen Entwicklung wird – im Gegensatz zu den von vielen
kreationistischen Geologen vertretenen „Sintflutgeologie”, welche geologische Modelle vertritt, nach denen
der größte Teil der geologischen Systeme ab Kambrium während des Sintflutjahres entstanden ist -, in der
hier vertretenen biblisch-urgeschichtlichen Geologie dagegen auch mit erheblicher Schicht- und Fossilbildung
in der Zeit vor der Sintflut, zum Teil auch noch danach, gerechnet.
(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde”.)
„Es ward so. Dem Gewölb rief Gott: Himmel! Abend ward und Morgen ward: zweiter Tag”:
In der zweiten Phase des Schöpfungsaktes hat Gott also den Himmel geschaffen. Dass dies der irdische,
atmosphärische Himmel ist und nicht eine andere „Sphäre” bestätigt uns eine Aussage aus dem fünften
Schöpfungstag (1Mo 1,20), wo es bei Luther heißt: „Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem
Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels”. Bei Buber heißt es da: „... und
Vogelflug fliege über der Erde vorüber dem Antlitz des Himmelsgewölbs!”. Nachdem die Vögel in diesem
Raum „über der Erde” und unter dem „Himmelsgewölb” fliegen, kann es gewiss nicht ein „extraterrestrischer
Bereich” sein.
Aufgrund des biblischen Schöpfungsberichtes müssen wir daher davon ausgehen, dass die Erde
in ihrer biblischen Frühzeit - also bis zur Sintflut - mit einem Wassermantel im oberen Bereich der
Atmosphäre ausgestattet war, der bei der Sintflut aufgelöst wurde und als Regen vierzig Tage und vierzig
Nächte lang (1Mo 7,4) auf die Erdoberfläche gefallen ist (2Ptr 3,5-6).
Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser Meer.
1Mo 1,9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere
Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. 1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die
Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. 1,11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde
aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art
Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. 1,12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut,
das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein
jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 1,13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. 1Mo 1,
9-13;
Dem Trocknen rief Gott: Erde! Und der Stauung der Wasser rief er: Meere! 1. Mose 1,9-13;
|
Gott sprach: Das Wasser unterm Himmel staue sich an einem Ort, und das Trockne lasse sich sehn! Es ward so. Dem Trocknen rief Gott: Erde! Und der Stauung der Wasser rief er: Meere! Gott sah, dass es gut ist. Gott sprach: Sprießen lasse die Erde Gesproß, Kraut, das Samen samt, Fruchtbaum, der nach seiner Art Frucht macht, darin Same ist, auf der Erde! Es ward so. Die Erde trieb Gesproß, Kraut, das nach seiner Art Samen samt, Baum, der nach seiner Art Frucht macht darin sein Same ist. Gott sah, dass es gut ist. Abend ward und Morgen ward: dritter Tag. |
„Gott sprach: Das Wasser unterm Himmel staue sich an einem Ort, und das Trockne lasse
sich sehn!”: Für diesen Vorgang der „Stauung” der Wasser gibt es aus heutiger Sicht zwei denkbare
Erklärungsmöglichkeiten. Wir müssen ja davon ausgehen, dass die Wasser zu diesem Zeitpunkt noch keine Meere
gebildet hatten, sondern in irgendeiner Form mehr oder weniger gleichmäßig auf der Erdoberfläche verteilt
waren. Um daher eine derartige „Stauung”, also das Zusammenfließen der Wasser, zu ermöglichen, mussten
die Wasser entweder hochgesättigter Wasserdunst auf einer relativ heißen Erdoberfläche gewesen sein,
welcher dann aufgrund einer Abkühlung der Oberfläche kondensierte und als Wasser in die Meeresbecken floss.
Oder aber die Erdoberfläche wurde durch weltweite Erdbeben – zu diem Zeitpunkt gab es ja noch kein Leben
auf Erden - so umgestaltet, dass sich Berge und Täler und eben auch die Meeresbecken bildeten, wo dann die
Wasser abfließen konnten.
„Es ward so. Dem Trocknen rief Gott: Erde! Und der Stauung der Wasser rief er: Meere! Gott sah, dass es
gut ist”: Für den Ansatz eines globalen Erdbebens spräche auch der Umstand, dass sichtlich erst nach
der Stauung das „Trockene”, also der eigentliche Erdboden sichtbar wurde. Das heißt ja im Umkehrschluss,
dass vorher die Wasser den gesamten Erdboden bedeckten und dieser daher keine allzu großen geologischen
Unterschiede in Form von Erhöhungen und Vertiefungen aufweisen konnte.
„Gott sprach: Sprießen lasse die Erde Gesproß, Kraut, das Samen samt, Fruchtbaum, der nach seiner Art
Frucht macht, darin Same ist, auf der Erde! Es ward so. Die Erde trieb Gesproß, Kraut, das nach seiner Art
Samen samt, Baum, der nach seiner Art Frucht macht darin sein Same ist”: Bei unreflektierter
Betrachtungsweise könnte man meinen, dass dieser Text keiner besonderen Erklärung bedarf. Jedoch weit
gefehlt! Wir befinden uns hier am dritten Schöpfungstag und zu diesem Zeitpunkt gibt es explizit noch keinen
Hinweis auf das Vorhandensein der Sonne.
Ohne Licht ist jedoch keine Photosynthese möglich und ohne Photosynthese gibt es kein Pflanzenwachstum. Doch
hier steht: „Die Erde trieb Gesproß”, und wenn wir an unserem Prinzip des Vertrauens auf die Richtigkeit
der biblischen Aussagen einerseits und der Anerkennung der außer jedem Zweifel stehenden wissenschaftlichen
Erkenntnisse andererseits festhalten wollen, bedarf es hier einer plausiblen Erklärung. Vergegenwärtigen wir
uns einmal die Situation: Die Erde hat eine Atmosphäre – anzunehmenderweise aus Sauerstoff. Hoch oben in
dieser Atmosphäre ist der Planet von einem geschlossenen Wassermantel – wahrscheinlich in festem
Aggregatzustand, also aus Eiskristallen – umgeben. Auf dem Erdboden haben sich die Meere in ihren Becken
gesammelt und das „Trockene” ist in Form von einem oder mehreren Kontinenten zu Tage getreten.
Und nun beginnt auf diesen Kontinenten ein Pflanzenwachstum. Nachdem die Sonne noch nicht erschaffen war und
es erwiesenermaßen kein Pflanzenwachstum ohne Licht geben kann, muss dieses Licht ja irgendwo hergekommen
sein. Tatsächlich ist dieses Licht schon seit der Gestaltwerdung der Erde und der Erschaffung des „Gewölbs”,
also der Erdatmosphäre, vorhanden. Das Sonnensystem ist Teil der Milchstrasse, in deren äußeren Bereichen
vor über fünf Milliarden Jahren eine Wasserstoff- und Heliumwolke, deren Materie vermutlich bei der
Explosion einer Supernova entstanden ist, den Weltraum erleuchtete.
Diese Materiewolke begann zu kondensieren und fiel schließlich aufgrund ihrer eigenen Gravitationswirkung in
sich zusammen. In dieser Phase der Geburt unseres Sonnensystems, welche sich über etwa eine Milliarde Jahre
erstreckte, bildeten sich auch die Planeten. Und es war zuallererst jenes Licht einer ehemaligen Supernova,
welches die Erde am Ende dieser Phase der Schöpfung, durch den Wassermantel von der schädlichen
Ultraviolettstrahlung gefiltert, beleuchtete. Dadurch konnte auch die ganz normale Photosynthese stattfinden
und alles „Kraut” der Erde wachsen.
„Gott sah, dass es gut ist. Abend ward und Morgen ward: dritter Tag”: Bei der Vorbereitung der
Lebensgrundlagen für den Menschen wurden hier, am dritten Tag, die kosmischen und geologischen Aktivitäten
beendet und das biologische Umfeld mit allem pflanzlichen Leben initiiert.
Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels.
1Mo 1,14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da
scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre 1,15 und seien Lichter an der Feste des
Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. 1,16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein
großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, und die Sterne. 1,17 Und
Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde 1,18 und den Tag und die Nacht
regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 1,19 Da ward aus Abend und Morgen
der vierte Tag. 1Mo 1,14-19;
Gott sprach: Leuchten seien am Gewölb des Himmels. 1. Mose 1,14-19;
|
Gott sprach: Leuchten seien am Gewölb des Himmels, zwischen dem Tag und der Nacht zu scheiden, dass sie werden zu Zeichen, so für Gezeiten so für Tage und Jahre, und seien Leuchten am Gewölb des Himmels, über die Erde zu leuchten! Es ward so. Gott machte die zwei großen Leuchten, die größre Leuchte zur Waltung des Tages und die kleinre Leuchte zur Waltung der Nacht, und die Sterne. Gott gab sie ans Gewölb des Himmels, über die Erde zu leuchten, des Tags und der Nacht zu walten, zu scheiden zwischen dem Licht und der Finsternis. Gott sah, dass es gut ist. Abend ward und Morgen ward: vierter Tag. |
„Gott sprach: Leuchten seien am Gewölb des Himmels, zwischen dem Tag und der Nacht zu
scheiden”: Bevor nun alle Tiere und der Mensch erschaffen werden, werden hier Sonne und Mond erwähnt.
In 1Mo 1,16 heißt es bei Buber: „Gott machte die zwei großen Leuchten, die größre Leuchte zur Waltung
des Tages und die kleinre Leuchte zur Waltung der Nacht, und die Sterne”. Und dies ist wohl jene
Aussage, welche auch bibelkundige Gelehrte seit der Zeit eines Plato (427 – 347 v. Chr.), über Aristoteles
(384 – 322 v. Chr.) und Ptolemäus (100 – 160 n. Chr.) fast zweitausend Jahre lang an ein geozentrisches
Weltbild glauben ließ, bis dann mit Kopernikus (1473-1543) und seiner neuen, heliozentrischen Sicht, eine
Wende eintrat. Auf den ersten Blick könnte man also meinen, hier, zu diesem Zeitpunkt, seinen Sonne, Mond und
Sterne erschaffen worden. Und wie wir oben, bei der Erklärung zu 1Mo 1,11-12 gesehen haben, trifft das zwar
nicht auf das Universum, wohl aber auf unser Sonnesystem zu. Nachdem die oben erwähnte Wasserstoff- und
Heliumwolke von der Explosion einer Supernova in sich zusammengefallen war, zog sie durch die stärker
werdende Gravitationswirkung immer mehr Staub und Bruchstücke an, so dass letztlich durch den unglaublich
hohen Innendruck eine Erwärmung auf bis zu 20 Millionen Grad Celsius eintrat. Dadurch konnten die
Wasserstoffkerne in einer kontinuierlichen Reihe sehr vieler Kettenreaktionen zu Heliumkernen verschmelzen und
bewirkten so die Geburt unserer Sonne. Ähnlich, wie sich nach dem Urknall die Lichtfülle des Universums in
leuchtende Sterne verdichtete und dieser Vorgang in der Schrift, in 1Mo 1,4, mit der Aussage: „Gott schied
zwischen dem Licht und der Finsternis” beschrieben wird, finden wir auch hier, bei der Entstehung des
Sonnensystems aus einer leuchtenden Gaswolke als Überrest einer Supernova, in 1Mo 1,17-18 eine idente
Beschreibung: „Gott gab sie ans Gewölb des Himmels, (...) zu scheiden zwischen dem Licht und der Finsternis”.
Wie bereits oben erwähnt, fällt auch die Entstehung der Planeten und damit auch jene des irdischen Mondes in
diese Phase der Entwicklung des Sonnensystems. Auch wenn der Erdtrabant im Schrifttext als die „kleinre
Leuchte” benannt wird, wissen wir ja, dass er selbst keine Leuchtkraft besitzt, sondern nur das Licht der
Sonne reflektiert. Die Geburtsstunde der Sonne war also auch seine Geburt als „Leuchte zur Waltung der Nacht”.
Auch die Erwähnung der Sterne im obigen Text, in 1Mo 1,16, bezieht sich auf ihre Eigenschaft als „Mitregenten
des Mondes”, als „Leuchten der Nacht” (siehe auch Ps 136,8-9) und meint nicht, dass sie etwa gemeinsam
mit Sonne und Mond geschaffen worden wären. Sie haben ja schon lange vor der Entstehung unseres Sonnensystems
existiert und der Beginn von 1Mo,16 sagt uns ja auch ganz deutlich: „Gott machte die zwei großen
Leuchten”. Die Erwähnung der Sterne in diesem Vers ist daher in unmittelbaren Zusammenhang mit der
vorhergehenden Aussage über den Mond als „Leuchte zur Waltung der Nacht” gemeinsam mit den – bereits
vorhandenen – Sternen zu sehen.
Die weiteren Phasen des sechsteiligen Schöpfungsaktes befassen sich mit der Erschaffung der
Wassertiere und aller fliegenden Vögel am fünften Tag und mit der Erschaffung der Landtiere, Würmer und
Insekten am sechsten Tag. Als letzte Aktivität in der Schöpfungsgeschichte wird uns schließlich in 1Mo 1,27
die Erschaffung des Menschen überliefert. Dort heißt es (nach Buber):
„Gott sprach: Machen wir den Menschen nach unserem Bild nach unserem Gleichnis!”
Dass sich diese Aussage ausschließlich auf das optische Erscheinungsbild und keinesfalls auf die chemische
Substanz des menschlichen Körpers bezieht – ähnlich wie es der Pantheismus (Allgottlehre) oder Teilhard
de Chardin in seinem „Punkt Omega” sehen wollen („alle Materie ist von Gott beseelt”) -,
bestätigt eine weitere Aussage in 1Mo 2,7 (nach Buber):
„und Er, Gott, bildete den Menschen (= hebr. „adam”), Staub vom Acker (= „adama”)”
Der Mensch entstand also aus dem Staub der Erde. Die Erde ging ihrerseits vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus
der Zusammenballung von Staub und Gasen hervor, die beim Urknall entstanden waren. Demnach müsste diese „Herkunft”
des Menschen auch wissenschaftlich nachzuweisen sein. Und so ist es auch! Die Materie aller Lebewesen besteht
zu 99 % aus nur vier verschiedenen Elementen: Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Jedes Atom
im menschlichen Körper ist „Staub vom Acker”, Staub von der Erde, Staub aus der Materie des Universums
und ist damit auch Bestandteil des Urknalls gewesen.
Und nun meint man in wissenschaftlichen Kreisen, auf diesen „Eingriff” Gottes, der den Menschen aus diesem
Staub formte, verzichten zu können. Man postuliert, dass der Mensch „ganz einfach” als einzelliger
Organismus aus der Ursuppe unseres Planeten entstanden ist. Und man hat unzählige Versuche mit den
Hauptbestandteilen der frühen Erdatmosphäre angestellt - einer Mischung aus Methan, Wasserstoff und den
beiden Kohlenstoffoxiden, welche man mit dem Dampf aus siedendem Wasser vermischte und durch eine elektrische
Hochspannung von 60000 Volt zündete - um diesen Entwicklungsprozess zu beweisen. Diese Versuche sind jedoch
bis heute immer erfolglos geblieben und man musste sich schließlich auf die „unvorstellbar langen
Zeiträume” zurückziehen, um zu erklären, warum dieser „ganz einfache” Vorgang mit unserem heutigen
Stand der Technik nicht nachvollziehbar ist. In Anbetracht dessen ist es doch recht interessant festzustellen,
dass z. B. der menschliche Körper täglich große Mengen derartiger einzelliger Organismen in seinem
Abwehrsystem produziert, ohne dazu irgendeine Ursuppe, elektrische Hochspannungen oder unvorstellbar lange
Zeiträume zu benötigen.
Im Zusammenhang mit dieser Art der Interpretation des Schöpfungsberichtes wird immer wieder
die Frage aufgeworfen, wieso denn hier von „Schöpfung” gesprochen werden kann, wenn tatsächlich eine „Entstehung”,
„Entwicklung” oder „Herkunft” gemeint ist. Diese Frage lässt sich am besten mit einem Vergleich
beantworten: Niemand würde Bildhauern wie Michelangelo und Leonardo da Vinci oder Malern wie Rembrandt
und van Gogh absprechen, dass sie schöpferisch tätig gewesen wären. Der Inhalt dieser
schöpferischen Tätigkeit war aber ganz gewiss nicht die Herstellung von Hammer, Meißel, Pinsel oder Farbe,
sondern die Gestaltung der Materialien durch den Künstler. Ebenso hat der Gott der Bibel den Menschen und
seine Lebensgrundlagen in einem Akt der gestaltenden Schöpfung geschaffen. Zum Unterschied von Malern und
Bildhauern hat aber Gott tatsächlich auch das „Material” geschaffen, aus dem die Schöpfung als Ganzes
besteht: Er schuf den Raum und die Materie. Und dies ist – wenn man so will - die erste und einzige creatio
ex nihilo – die Schöpfung aus dem Nichts. Alles was danach kommt ist Gestaltung und – nachdem Gott
diese Schöpfung mit ihrer lebenden und toten Materie mit der Fähigkeit zur Eigendynamik ausgestattet hat –
Wachstum und Entwicklung.
Wie wir in diesem Exkurs gesehen haben, beinhaltet die von Wissenschaftern oft zitierte Aussage, dass „trotz
der überwältigenden Beweise, welche die Urknalltheorie stützen, weiterhin Millionen von Menschen fest an
die biblischen Aussagen von der spontanen Schöpfung des Universums durch Gott vor rund 5800 Jahren glauben”,
- außer der Zeitangabe, die sich aber auch nicht in der Schrift findet - keinen wirklichen Gegensatz. Was
wäre spontaner gewesen, als der Urknall? Und die Ursache des Urknalls ist auch für die Wissenschaft heute
noch ein Rätsel. Durch die ungeheure Dichte des kosmischen Eies konnte keine Hitzeentwicklung stattfinden,
denn um hohe Temperaturen zu erreichen, benötigen die Atome „Bewegungsfreiheit”. Es war also ein „kalter”
Klumpen Materie. Und ohne hohe Temperaturen konnte sich keine Kernreaktion entwickeln. Es war also ein Anstoß
von „außen” erforderlich, um diese Entwicklung in Gang zu setzen.
Doch gerade auch Theologen unserer Zeit wollen wieder dies nicht akzeptieren und meinen:
„Die Kirche spricht (…) von der Bibel als der ␀Heiligen Schrift’, weil sie
erfährt, glaubt und bekennt, dass durch dieses Buch Gott spricht (…). Diese Glaubensüberzeugung (...) ist
von wechselnden wissenschaftlichen Befunden nicht abhängig (…)”.
In einer Zeit, wo – zumindest im grundsätzlichen Rahmen - von „wechselnden
wissenschaftlichen Befunden” keine Rede mehr sein kann, bedeutet diese Einstellung eine Leugnung der
Realitäten der Schöpfung Gottes und führt letzten Endes zu einer engstirnigen, verschlossenen
Geisteshaltung, welcher die Fähigkeit zum Wachstum durch neue Erkenntnisse – sei es in der Schrift oder in
der Wissenschaft – völlig abhanden gekommen ist. Dabei zeigt uns die Schrift, dass sie sogar Fragen
beantworten kann, für welche die Wissenschaft derzeit noch nach Antworten sucht. Z. B. die Frage nach der
Herkunft des Raumes: er ist von Gott erschaffen worden. Oder die Zukunft von Himmel und Erde: sie werden
vergehen und mit ihnen möglicherweise das gesamte Universum, auf dem Weg zurück zum Ursprung, wie Off 20,10
nahelegt:
Die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden.
Off 20,11 Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor
dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Off 20,11;
Doch die Bibel gibt uns auch eine Antwort auf die Frage: „Was kommt danach?”, welche die
Wissenschaft wahrscheinlich nie wird beantworten können: Gemäß Off 21,1 wird es wieder einen Neuanfang
geben, mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde:
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Off 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste
Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Off 21,1;
(Siehe auch Kapitel 14: „Die Neue Schöpfung”.)
Andere Fragen, welche die heutigen Physiker nicht beantworten können sind u. a.: Woher kam
das Kosmische Ei? Warum explodierte es? Wiewohl seit Einsteins E=mc² gesichert ist, dass Masse und Energie
ineinander umwandelbar sind, ist bis heute kein physikalisches Phänomen bekannt, welches beweisen könnte,
dass Energie oder Materie spontan entstehen könnten.
Und so schreibt auch Stephen Hawking, einer der brillantesten wissenschaftlichen Köpfe unserer Zeit, in
seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit - Die Suche nach der Urkraft des Universums” (S 156):
„Die ganze Geschichte der Wissenschaft ist von der allmählichen Erkenntnis
geprägt, dass die Ereignisse nicht auf beliebige Weise ablaufen, sondern dass ihnen eine bestimmte Ordnung
zugrunde liegt, die göttlichen Ursprungs sein mag oder auch nicht. (...) Diese Gesetze können ursprünglich
von Gott erlassen worden sein. Aber es scheint so, dass er seitdem das Universum sich gemäß diesen Gesetzen
hat entwickeln lassen und nun nicht mehr eingreift.”
(1988 Rowohlt Verlag GmbH, ISBN 3-498-02884-7, Originalausgabe: "A Brief History of Time:
From the Big Bang to Black Holes")
Diese Aussage kennzeichnet ein wenig das Dilemma, in welches die Wissenschaft seit einigen Jahrzehnten geraten
ist. Seitdem die Quantenphysik in immer größere Bereiche der klassischen Physik eindringt, erleben wir so
etwas wie eine zweite „kopernikanische Wende”. Die eleganten, klar umrissenen Begriffe der klassischen
Physik sind in Trümmer gegangen. Und nachdem die Wissenschaft erkennen muss, dass immer mehr Dinge, die nach
den herkömmlichen physikalischen Gesetzen unmöglich schienen, plötzlich möglich werden, keimt zumindest in
den Realisten unter den Wissenschaftern der Verdacht auf, dass es hier möglicherweise doch eine steuernde
Kraft, einen Gott gibt.
Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte.
1Mo 2,1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2,2 Und so
vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen
Werken, die er gemacht hatte. 2,3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm
ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. 2,4 So sind Himmel und Erde geworden,
als sie geschaffen wurden. 1Mo 2, 1- 4;
Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte. 1. Mose 2,1-4;
|
Vollendet waren der Himmel und die Erde, und all ihre Schar. Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte, und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte. Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm feierte er von all seiner Arbeit, die machend Gott schuf. Dies sind die Zeugungen des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein. |
Dass nun dieser Gott „das ganze Universum sich gemäß diesen Gesetzen entwickeln” lässt,
ist einerseits ein Beweis dafür, dass wir uns derzeit, nach dem biblischen Bericht, seit genau 5760 Jahren in
einer Ruhephase - dem siebenten Schöpfungstag – befinden, sollte aber andererseits nicht darüber
hinwegtäuschen, dass seit dem Anbeginn der Schöpfung bereits auch ihr Ende festgeschrieben ist. Der selbe
Gott, der dieses Universum geschaffen hat, wird es durch ein neues ersetzen, in welchem jeder Mensch gemäß
der Entscheidung, die er während seines irdischen Lebens getroffen hat, eine ewige Existenz verbringen wird.
Die gerechten, friedfertigen und gläubigen Menschen wird die Gerechtigkeit, der Friede und die Liebe ihres
Gottes umgeben. Die gottlosen, verbrecherischen und selbstsüchtigen Menschen wird – von ihrem Schöpfer
getrennt - das ewige Feuer nicht zuletzt deshalb quälen, weil sie in ihrer ganzen weiteren ewigen Existenz
keine Möglichkeit mehr haben werden, an dieser ihrer qualvollen Situation etwas zu ändern.
„Der Sternenhimmel über mir und das moralische Gesetz in mir, sie beweisen, dass ein Gott
über mir und ein Gott in mir ist.” (Immanuel Kant).
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Zusammenfassung: Was die Wissenschaft heute an seriösen Fakten über die Entstehung des Universums entdeckt (nicht über die Evolution des Menschen erfunden!) hat, ist nichts anderes als die „Handschrift” Gottes in der Schöpfung. Jene Theologen welche die Heilige Schrift – das Wort Gottes – im Widerspruch zu diesen neuen Erkenntnissen sehen wollen und meinen, sie gegen die Wissenschaft verteidigen zu müssen, verteidigen daher in Wahrheit nur ihre eigene geistige Trägheit und Unwilligkeit sich mit diesen Ergebnissen und ihrem Bezug zu den Aussagen der Schrift auseinander zu setzen. Wenn wir darauf vertrauen, dass die Schöpfung Gottes Werk und die Bibel Gottes Wort ist, müssen wir ernstzunehmende Resultate der wissenschaftlichen Forschung nicht fürchten. Was immer die Wissenschaft entdecken wird – es kann nichts anderes sein, als was Gott vorher erschaffen hat. Und dies kann daher auch nicht im Widerspruch zu den Aussagen der Bibel stehen. |
(Siehe auch den Diskurs50: „Der Schöpfungsbericht in der
Bibel.”)
Die Erschaffung des Universums1Mo 1,1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
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Die Erschaffung der Erde1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten in
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