Österreich zahlt jede Stunde(!) 1 Million Euro Zinsen an seine Gläubiger.Den Politikern in Österreich (nicht nur aber auch) ist, wie
es scheint, jedwedes Maß und jede Orientierung im Hinblick auf die
Entwicklung der Staatsschulden abhanden gekommen. Sie jonglieren mit den
Milliarden herum und meinen, weil andere Länder Schulden in Billionenhöhe
haben, könnten sie es sich leisten, Österreich mit hunderten Milliarden zu
belasten. |
Gold mit einer Verzinsung von 33% p.a.Und noch immer beschwören uns die Anleihe- und Aktienhaie der
Banken: "Hände weg von Gold. Gold ist kein Investment, weil es keine Zinsen
abwirft". Sie können anscheinend nicht einmal die Dokumentation ihres eigenen
Gold-Spotmarkts interpretieren. |
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Wie stark ist der Euro? - Eine Welt aus Papier / N. Jilch, Tageszeitung "Die Presse", 2011-05-29
Kaum jemand sucht im Geldsystem den Grund für Finanzkrisen. Dabei ist
die Beweislast erdrückend. Immerhin erschaffen Zentralbanken Euro, Dollar, Yen und Pfund soviel
sie wollen.

Die Finanzkrise war den Menschen eine Lehre. Im Nachhinein wissen viele Bescheid
über die Gründe für das Fiasko. Dass Banken Kredite vergeben haben an Personen, die sie nie
zurückzahlen können, weil sie über kein Vermögen und kaum Einkommen verfügen. Und dass sie
diese Kredite in Pakete verpackt und sie als "sicheres" Investment weiterverkauft
haben. Das Platzen dieser Kreditblase, so die allgemeine Meinung, hat die Krise ausgelöst. Aber
kaum jemand fragt, was diese Kreditblase erst ermöglicht hat. Kaum jemand fragt nach dem
Geldsystem
Man stelle sich vor, ein Beamter klopft eines Tages bei der fiktiven Familie Schmidt aus Graz
an. Er hat ein unglaubliches Angebot für die Schmidts: Sie dürfen von nun an selbst Euro-Noten
drucken. So viele wie sie wollen. Noch besser: Sie bekommen das Monopol auf die
Euro-Herstellung. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen und nimmt ihre neue Notenpresse
dankend entgegen. Wie werden die Grazer mit ihrem Privileg umgehen? Zuerst sehr behutsam. Sie
werden ihre Schulden bezahlen und ein paar Dinge kaufen, die sie sich vorher nicht hätten
leisten können. Aber bald wird das Privileg den Familienmitgliedern zu Kopf steigen, sie werden
die Notenpresse immer öfter einsetzen, um auch ihre Verwandten und Freunde mit frisch
gedruckten Euro-Noten zu versorgen. Irgendwann gibt es kein Halten mehr: dann wird jede Ausgabe
- und sei sie noch so unnötig - mit neuem Geld bestritten, das die Familie Schmidt praktisch
aus dem Nichts geschaffen hat. Bald würden sich für die Schmidt-Euros keine Abnehmer mehr
finden, weil jeder weiß, dass die Schmidts so viel Papiergeld drucken können, wie sie wollen.
Das Geld ist wertlos.
„Es werde Geld”. Nun ist es weit hergeholt, dass die Regierung dieses gewaltige
Privileg irgendeiner Familie einräumen sollte. Das Geld-Monopol hat der Staat schon vor langer
Zeit vergeben: an sich selbst. Die Republik Österreich hat es inzwischen wieder abgetreten: an
die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, die "Hüterin des Euro". Die EZB
stellt den Banken Zentralbankgeld oder auch "Basisgeld" zur Verfügung. Das
Bankensystem ist auf dieses Basisgeld zur Deckung des öffentlichen Bargeld- und Kreditbedarfs
angewiesen.
Die EZB hat das Monopol zur Schaffung des Euro-Basisgeldes. Wie viel von diesem Geld erschaffen
wird, entscheidet das Präsidium der EZB im Alleingang. Grenzen für diese Ausweitung der
Geldmenge gibt es keine, die Zentralbank kann schaffen, so viel sie will. Willkommen in der Welt
des ungedeckten Geldes, auch Fiatgeld genannt. "Fiat" ist lateinisch für "es
werde" - wie bei "fiat lux": Es werde Licht.
Auf deutsch ist das Zwangsgeld. Die Bürger haben keine Wahl: „Was der Staat befiehlt, ist
Geld. So ist das heute”, sagt Guido Hülsmann, Professor an der Universität Anger in
Frankreich. Bis vor 40 Jahren war dieses globale Geldsystem zumindest über Umwege noch an Gold
gebunden, seit Jahrhundertern das wahre Geld der Menschen. Warum Gold? Weil man es eben nicht
einfach vermehren kann. Und weil es - bis heute - überall auf der Welt als Zahlungsmittel
akzeptiert wird. Aber 1971 haben die Vereinigten Staaten die Eintauschbarkeit des Dollars in
Gold beendet, weil zu viel Geld aus dem Land geflossen ist. Seit dem gibt es nur noch
Papiergeld. Ein einmaliger Zustand in der Geschichte. Euro, Dollar, Franken, Yen, Pfund: eine
Welt aus Papier.
„Aber dieses Geld funktioniert nicht. Es ist kein stabiles System, das wir haben. Dieses
ungedeckte Papiergeld ist wahrlich die Wurzel allen Übels. Aber das wird bisher von allen
übersehen”, sagt Guido Hülsmann. Er ist Biograf von Ludwig von Mises, dem wichtigsten
Geldtheoretiker der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren Professoren und
Studenten seit mehr als hundert Jahren auf die Nachteile von ungedecktem Geld hinweisen.
Mises - ein einsamer Kämpfer. Mises kämpfte nach dem Ersten Weltkrieg persönlich als
Regierungsbeamter gegen die Inflation in Österreich - am Ende vergeblich. Anfang der 20er Jahre
endete das Kriegsschuldendebakel in einer Hyperinflation - die Menschen hatten das Vertrauen in
die Währung verloren, weil die Zentralbank immer mehr davon druckte. „Auch damals konnten die
Menschen sich gar nicht vorstellen, wie schnell Geld am Ende seinen Wert verlieren kann”,
erzählt Hülsmann.
Die großen Finanzblasen der vergangenen 40 Jahre - und ihr unvermeidlich böses Ende - sind im
Grunde auf das ungedeckte und unbegrenzt vermehrbare Papiergeld zurückzuführen. Nach einem
Crash senken die Zentralbanken die Zinsen, das frische Geld wird billiger - und feuert die
nächste Blase an. Fiatgeld hat aber noch andere Folgen, als nur Instabilität. Es ist eine der
mächtigsten Umverteilungsmaschinen, die die Welt je gesehen hat. Denn dieses Geld wird von den
Zentralbanken im Zusammenspiel mit den großen Geschäftsbanken und den Regierungen in die Welt
gesetzt. Diese Aufblähung der Geldmenge ist Inflation, steigende Preise ein Symptom davon. „Dieses
Geld kommt wenigen Leuten zu Gute, die das Geld zuerst bekommen”, sagt Hülsmann. „Also den
Banken und Politikern.” Denn diese Menschen gehen mit dem frisch gedruckten Geld zuerst
einkaufen (Investitionen Anm.) und bezahlen noch die "alten" Preise. Erst wenn
sie das Geld ausgeben, steigen die Preise, weil mehr Geld hinter denselben Waren her ist. Dieser
Mechanismus beraubt die Masse ihrer Kaufkraft, weil die Löhne erst nach den Preisen steigen.
„Fiatgeld ist ein wesentlicher Faktor, warum die Vermögensspanne in den letzten 40 Jahren so
weit auseinandergegangen ist. Und die Inflation ist nichts anderes als eine versteckte Steuer”,
sagt Hülsmann.
Systeme wie das aktuelle wurden immer wieder versucht - und sie sind immer wieder gescheitert.
Meistens ging dieses Scheitern für das Volk mit einem großen Vermögensverlust einher. Zu den
berühmtesten Beispielen zählen die Assignaten. Ein Papiergeld, das der Engländer John Law in
Frankreich der Revolution ausgab - weil er die Herrschenden davon überzeugen konnte, dass es
alle Probleme Frankreichs lösen konnte. Das Experiment endete nach weniger als fünf Jahren in
einer Hyperinflation. Law wurde aus dem Land gejagt. Ähnliches erlebten die Deutschen und
Österreicher nach dem Ersten Weltkrieg. Der bleibende Eindruck der Hyperinflation in der
Weimarer Republik ist der Grund, warum die D-Mark immer eine relativ harte Währung war. Die
Bundesbank ließ sich kaum zur Finanzierung von staatlichen Defiziten durch die Druckerpresse
verleiten.
Unübersehbare Risse. „Die Loslösung des Geldsystems vom Gold war sicher die
folgenreichste Entscheidung”, sagt Philipp Bagus, Assistenzprofessor an der
König-Juan-Carlos-Uni in Madrid und Autor des Buches "Die Tragödie des Euro", das im
September auf Deutsch erscheinen wird. „Es gibt einfach keine Grenze des Geldmengenwachstums -
wir sind völlig vom Willen der Regierenden abhängig”. Bagus, Hülsmann und viele andere
Ökonomen der Österreichischen Schule warnen seit 2008 immer wieder, dass die
"Rettungspakete" und "Bailouts", die in der westlichen Welt derzeit
geschnürt werden, irgendwann in der Hyperinflation enden könnten - weil auch sie aus frisch
gedrucktem Geld bestehen.
„Ein Großteil der Staatsschulden wird durch Gelddrucken finanziert - mit Umweg über das
Bankensystem”, sagt Bagus. Vor allem eine neue Krise wäre gefährlich, weil sie die
Zentralbanken veranlassen könnte, alle Hemmungen beim Gelddrucken fallen zu lassen. Der 1973
verstorbene Ludwig von Mises schrieb in seinem Hauptwerk "Human Action": „Es gibt
keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist
nur, ob die Krise durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll oder später
zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems”. Von einer
freiwilligen Aufgabe der Kreditexpansion ist Mitte 2011 nichts zu sehen. Im Gegenteil.
Die Risse im globalen Währungsspiel sind nicht zu übersehen. Die Dominanz des Dollars geht zu
Ende und das US-Geld läuft Gefahr, seine Rolle als Weltwährung zu verlieren. China, Russland,
Indien und Brasilien lassen kaum eine Gelegenheit aus, um ihren Unmut über die Gelddruckpolitik
der Amerikaner kundzutun - und kaufen Gold für ihre Reserven.
Die Europäer haben dank der Euro-Krise ihre eigenen Probleme, als Dollar-Alternative ist der
Euro im Moment abgemeldet. In der westlichen Welt gibt es nur einen bekannten Politiker, der die
Zentralbanken abschaffen und den klassischen Goldstandard wieder einführen will: den
republikanischen US-Abgeordneten Ron Paul. Er hat kürzlich angekündigt, 2012 gegen
Präsident Barack Obama antreten zu wollen. Rückendeckung für Paul kommt ausgerechnet
aus Zimbabwe, wo von 2004 bis 2009 die letzte Hyperinflation stattfand. Damals druckte die
Zentralbank sogar Banknoten mit einem "Wert" von einer Milliarde Zimbabwe-Dollar.
Geholfen hat es nichts, auch diese Scheine waren schnell wertlos. Nun scheint die Zentralbank
gelernt zu haben. Ihr Präsident Gideon Gono sagte Mitte Mai: „Wir müssen jetzt
ernsthaft darüber nachdenken, den Goldstandard wieder einzuführen”. Begründung: die Tage
des US-Dollar und des aktuellen Geldsystems seien gezählt.
Österreichische Tageszeitung "Die Presse" vom 29. 5. 2011 (Nikolaus Jilch) http://www.diepresse.com/
Es ist nur zu hoffen, dass die Zentralbankchefs der westlichen Welt nicht erst die
Erfahrung einer derartigen Hyperinflation benötigen, um ebenfalls zu der Erkenntnis zu gelangen,
dass der Goldstandard die einzige Rettung für das Weltwährungssystem ist - wenn ihnen dann die
aufstrebenden BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) noch genug Gold auf dem Markt übrig
gelassen haben.
Die Konzentration der Medien auf Wechselkurse, lässt Dollar und Euro immer wieder besonders stark
erscheinen. Dieser Eindruck ist allerdings irreführend, weil trotz Abschaffung des Goldstandards
bleibt Gold die einzige echte Konstante im Währungsspiel. - Gold ist Geld - eine eigene
Währung. Seit 10 Jahren werten Dollar und Euro gegenüber Gold massiv ab. In diesem Zeitraum stieg
der Goldpreis von 300 auf bis zu 1100 Euro. Anders ausgedrückt: Man muss heute um 800 Euro mehr
für dieselbe Menge Gold bezahlen.
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Die Presse: Sie haben schon vor einem halben Jahr prognostiziert, dass
nicht der deutsche Hartwährungsfan Axel Weber Chef der Europäischen Zentralbank (EZB)
wird. Sondern der moderatere Italiener Mario Draghi. Verabschiedet sich die EZB damit von
ihrem Dogma der Preisstabilität?
Stefan Riße: Die EZB hat sich schon von diesem Dogma verabschiedet. Und zwar als sie
anfing Staatsanleihen aufzukaufen (damit pumpte sie Geld in die Märkte Anm.) Zudem
toleriert sie für die Eurozone gerade eine Inflation, die deutlich über der Zielmarke von zwei
Prozent liegt.
Die EZB hat ihren Leitzins überraschend früh angehoben. Das ist ein Bekenntnis, die
Inflation bekämpfen zu wollen.
Der Leitzins steht derzeit bei 1,25 Prozent, die Inflation in der Eurozone liegt aber bei 2,7
Prozent. Das heißt, wir sehen negative Realzinsen. Damit kann man der Inflation nicht
entgegenwirken. Die EZB will doch nur den Schein wahren. In Wirklichkeit lässt sie Inflation
zu.
Warum tut sie das?
Die Notenbanker haben keine andere Wahl. Wir sehen eine massive Schuldenkrise einiger
Euroländer. Wenn die Eurozone mit allen Ländern erhalten bleiben soll, gibt es nur eine
Lösung: Inflation. Hebt die EZB dagegen die Zinsen auf Niveaus, mit denen man die Inflation
effektiv bekämpft, würde das zu einer Konjunkturkrise führen. Nehmen wir das Beispiel
Spanien: die Verschuldung der privaten Haushalte liegt bei 170 Prozent des Bruttoinlandprodukts.
Sollten die Zinsen stark ansteigen, gäbe es eine heftige Rezession.
Wird unter Mario Draghi die Geldpolitik also noch lockerer als unter Jean-Claude Trichet
gestaltet?
Das nicht. Aber mit Axel Weber als EZB-Chef gäbe es eine Geldpolitik, die wirklich auf
Preisstabilität abzielt. Wir würden dann niedrigere Inflationsraten sehen. Das hätte
allerdings einen hohen Preis.
Und zwar welchen?
Staaten und private Haushalte würden pleitegehen. Damit wäre der soziale Friede gefährdet.
Demnach bleibt nur mehr die Inflation als Ausweg. Wann rollt die große Inflationswelle auf
die Eurozone zu?
Dann, wenn die Gewerkschaften deutlich höhere Löhne verlangen. Das könnte in ein bis vier
Jahren passieren. Wir werden dann etwa in Österreich Inflationsraten von fünf bis zehn Prozent
haben.
Das klingt nicht gut.
Das ist kein großes Drama. Die Sparer sollten sich aber überlegen, wie sie ihr Geld schützen
können. Mit klassischen Anlageprodukten wie Sparbüchern und Lebensversicherungen kommt man
nicht weit.
Sie empfehlen Gold als Inflationsschutz. Gold hat aber einen Nachteil: Es wirft keine Zinsen
ab. Derzeit steigen die Zinsen an. Gold ist daher ein wenig interessantes Investment.
Wichtig sind nicht die nominellen, sondern die realen Zinsen. Und die sind negativ (wie
vorhin erwähnt Anm.) Gold ist daher nicht unattraktiver als andere Anlagen. Im Gegenteil,
die Goldmenge ist überschaubar (alles vorhandene Gold der Erde passt in einen Würfel mit 20
m Kantenlänge Anm.). Die Geldmenge dagegen ist astronomisch hoch (und wird weltweit
durch die Notenbanken - allen voran die FED der USA - durch das Nachdrucken von Papiergeld
ständig inflationsfördernd vermehrt Anm.). Dieses Geld sucht Anlagemöglichkeiten und wird
auch weiter teilweise in Gold fließen und damit den Goldspreis antreiben.
Die verschuldeten Staaten1) müssen
sich immer stärker auf dem Anleihemarkt verschulden. Sehen wir da eine Blase?
Es wird keinen Crash geben. Das verhindern Notenbanken, indem sie Staatsanleihen aufkaufen um
die Anleihenpreise zu stützen und die Zinsen niedrig zu halten.
Österreichische Tageszeitung "Die Presse" vom 13. 5. 2011 (A. Kerschbaumer) http://www.diepresse.com/
1) Der am meisten
verschuldete Staat der Eurozone ist - derzeit - Griechenland. Was nicht verwundern sollte, gehen
doch dort die Lokführer in den Streik, obwohl sie ein Monatsgehalt von 5.000,00 Euro
beziehen. Die Staatsbediensteten beziehen im Jahr 18(!) Gehälter. Der Arbeitstag eines griechischen
Angestellten beginnt nicht, wenn er im Büro eintrifft, sondern wenn er die Fahrt ins Büro antritt.
Außerdem gibt es für Händewaschen(!) und Kopieren extra Zulagen sowie eine Prämie von 310,00
Euro im Monat für Busfahrer, die rechtzeitig am Arbeitsplatz erscheinen.
Gold mit einer Verzinsung von 25% p.a.Lassen Sie sich von den Anleihe- und Aktienhaien der Banken mit der
Behauptung: "Hände weg von Gold. Gold ist kein Investment, weil es keine
Zinsen abwirft" nicht für dumm verkaufen. |
Die Krise geht weiter.Lassen Sie sich von Politikern und Bankmanagern mit der Behauptung:
"Die Weltwirtschaftskrise ist endgültig überwunden" nicht für dumm
verkaufen. |
Eine rühmliche Ausnahme unter den Bankmanagern ist der Chef der "ERSTE
BANK", Wien, Andreas Treichl, welcher ähnlich wie am Beginn der vergangenen
Wirtschaftskrise nun auch jetzt den Menschen reinen Wein einschenkt:
(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)
Wien - Die nächste Krise kommt und sie wird noch ärger sein als die jetzige,
sagte Erste-Chef Andreas Treichl laut ORF/Österreichischer Rundfunk bei einer
ÖVP/Österreichische Volkspartei-Veranstaltung am Freitag in Salzburg. "Ich sehe jetzt
eine riesige Gefahr dadurch, dass meine Branche relativ wenig aus der Krise gelernt hat. Denn
die Chancen unfassbar schnell unfassbar viel Geld mit nicht traditionellem Geschäft zu
verdienen, sind unheimlich hoch. Ich glaube, dass die nächste Krise nicht über die Immobilien,
sondern über die Rohstoffe kommen wird", wird Treichl auf Salzburg.orf.at zitiert.
Treichl verteidigt zugleich das relativ konservative Geschäftsgebaren der Banken im
mittelosteuropäischen Raum. Hier würden noch zum allergrößten Teil dem traditionellen
Bankgeschäft entsprechend Spareinlagen hereingenommen und Kredite vergeben. "Wir haben
eine Bilanzsumme von weit über 200 Milliarden Euro und spekulieren mit sieben. Eine Deutsche
Bank hat eine Bilanzsumme von 2.000 Milliarden und spekuliert mit 1.500. Das sind völlig andere
Dimensionen", argumentiert Treichl.
Die Politik habe zwar, zum Teil zu Recht, die Kreditvergabe in den letzten Jahren erschwert.
Aber es habe sich niemand um die Sicherheit von Anleihen gekümmert. Kreditvergaben an
vertrauenswürdige Firmen seien im Vergleich zu Ausleihungen an Staaten zu streng reglementiert.
"Ein Beispiel: Eine Firma, die ich seit 100 Jahren kenne, die noch nie einen Verlust
gemacht hat und 50 Prozent Eigenkapital hat, möchte jetzt einen Kredit von mir haben. Dann
brauche ich als Bank heute zehn Mal so viel Eigenkapital, wie wenn ich eine Anleihe an
Griechenland vergebe, wo ich jetzt schon weiß, dass die wenn dann nur über die Steuerzahler
zurückgezahlt werden kann", so Treichl.
Treichl weiter: "Das ist eine Frechheit, das ist ein ganz grober Fehler. Unsere Politiker
sind zu blöd und zu feig dazu und zu unverständig dafür, weil sie von der Wirtschaft keine
Ahnung haben um dagegen zu wirken und das wird Österreich schaden und wir werden hinter andere
Länder zurückfallen." Eine Demokratie, die solchen Auswüchsen nichts entgegen setzen
könne, verliere ihre Legitimation und öffne politischen Scharlatanen Tür und Tor, so Treichl
laut ORF.
(APA - Austria Presse Agentur)
Interessant sind die Reaktionen in ganz Österreich auf diese Aussagen von A.
Treichl. Sie haben einen Effekt gezeitigt, wie einst das Flötenspiel des Rattenfängers von Hameln.
Mit Treichls Einschätzung des österreichischen Politikercharakters hat er nicht nur die dadurch
angesprochenen Politiker, sondern überhaupt alle in diese geistige Kategorie fallenden Bürger des
Landes veranlasst sich zu outen. Insbesondere in den sozialen „Einrichtungen”, wie Facebook,
Twitter, etc., die ein Sammelbecken aller jener Zeitgenossen sind, welche zuerst ihre privatesten
Daten und Photos ins Netz stellen und dann darüber baß erstaunt sind, dass diese ihnen gestohlen
und weiterverbreitet werden. Sie alle sind voll der Empörung, weil hier der Chef eines
erfolgreichen Wirtschaftsunternehmens das offen ausspricht, was sich viele Menschen in Österreich
denken.
Und wie nicht anders zu erwarten, sieht sich der Bundeskanzler dieses Landes als Speerspitze der
Empörten und wirft den Bankern Abgehobenheit uns Undankbarkeit vor, nachdem ihnen die Politik in
Krisenzeiten geholfen hat. Dabei vergisst er jedoch, dass nicht die Politik es war, welche diese
Milliarden zur Verfügung gestellt hat, sondern es waren die Steuerzahler. Und diese hat Treichl in
seiner treffenden Beurteilung ja gar nicht erwähnt. Daher sind die Politiker offensichtlich nicht
in der Lage zu realisieren, dass das Geld nicht aus ihren eigenen Taschen fließt, sondern aus jenen
der Steuerzahler.
Es ist tatsächlich eine Bestätigung der geistigen Verfasstheit der Treichl-Kritiker, wenn sie sich
über seine Einschätzung der politischen Intelligenz in Österreich alterieren, jedoch überhaupt
nicht begriffen haben, dass uns dieser Mann in seinen Aussagen auch eine neue Finanzkrise
prophezeit. Und zwar eine ärgere als jene, welche wir soeben erlebt haben und die er damals
ebenfalls vorhergesagt hat. So ist also gerade dieses ganze Spektakel eine einzige Beweisführung
über die Richtigkeit seiner Beurteilung.