Die biblischen Grundlagen der Auferstehung.
Die Ordnung in der Auferstehung.
Die Auferstehung der Heiligen.
Auferweckung und Auferstehung.
Die Erste Auferstehung – die Märtyrer werden
lebendig.
Aufgrund von ganz konkreten Schriftaussagen können wir die Auferstehung der Toten in zwei
voneinander getrennte Einzelereignisse unterteilen: in die Erste Auferstehung und in die Allgemeine
Auferstehung.
Die Erste Auferstehung ist das erste Ereignis in der Zeitperiode „Millennium” und folgt damit unmittelbar
auf die Umgestaltung von Himmel und Erde, dem letzten Ereignis in der Zeitperiode „Tag des Herrn”.
Die Allgemeine Auferstehung hingegen ereignet sich in der Zeitperiode „Ende der Welt” und ist das letzte
Ereignis, welches sich - unmittelbar nach dem Letzten Kampf – in seiner ersten Phase offensichtlich noch auf
dem Boden dieser Erde abspielt. Unmittelbar darauf werden Himmel und Erde vergehen und die Auferstandenen
stehen dann schon vor dem großen, weißen Thron Gottes und des Lammes im Himmel. Das Weltgericht vor diesem
großen, weißen Thron, ist schließlich das letzte Ereignis der Zeitperiode „Ende der Welt” und leitet
über in die „Neue Schöpfung” Gottes in der Ewigkeit.
In der Heiligen Schrift wird relativ häufig vom „ewigen Leben” gesprochen. Nun hat das
Wort „Leben” für uns Menschen natürlich immer wieder und überwiegend die Bedeutung von biologischem
Leben, welches von seiner Natur her nicht „ewig” sein kann.
In den Sprachen, in welchen die Bibel geschrieben wurde, nämlich hebräisch, aramäisch und schließlich
griechisch für das Neue Testament, ist eine Differenzierung des Begriffes nicht möglich gewesen. Ja sogar in
unserer heutigen Sprache ist es nicht leicht mit einem einzigen Wort der inhaltlichen Bedeutung vom „ewigen
Leben” gerecht zu werden. Das zeigt eben auch der Umstand, dass wir den, in diesem Zusammenhang
irreführenden Begriff „Leben” mit dem Attribut „ewig” versehen müssen - also eine semantische
Behelfskonstruktion - um das auszudrücken, was wir damit verstanden wissen wollen.
Um daher bei der Arbeit und in der Diskussion über diese Thema nicht dauernd durch
Abstraktionsvorgänge behindert zu werden, würde es sich als sehr hilfreich erweisen, hier einen - und zwar
einen einzigen - ganz bestimmten Terminus zu haben, welcher dieser Definition entspricht.
Ein, wie es scheint recht brauchbarer Vorschlag hierzu, ist der Begriff „Existenz”. Existenz ist nicht a
priori zeitlich begrenzt - eine der Hauptbedingungen für die von uns gesuchte Definition. Und Existenz hat
nicht die spezifische Affinität zum biologischen Sein, wie der Begriff „Leben”.
Die individuelle Wesensheit der menschlichen Existenz wäre dann jener „Geist”, welcher
jedem menschlichen Individuum als unverwechselbares und einzigartiges Bewusstsein innewohnt. Es wird in seiner
spezifischen Ausprägung in der Phase der biologischen (fleischlichen) Manifestation durch eigene
Entscheidungen geformt und ist von seiner Seinsform her unsterblich.
Als „biologische Phase” bezeichnen wir dann jene Phase der menschlichen Existenz, in
welcher sich dieses Bewusstsein in Verbindung mit einem biologischen, menschlichen Körper entwickelt. Es ist
gleichzeitig jener Abschnitt, welcher - ähnlich wie die Kindheit innerhalb der biologischen Phase - das
Bewusstsein formt und für seine spätere Ausprägung verantwortlich ist.
Der biologische Tod des Menschen steht am Ende der biologischen Phase. Er bewirkt den Verlust
des physischen Körpers und trennt damit den Geist von diesem seinem biologischen Leib. Diese verbleibende
Existenzform nennt die Schrift „tote Seele”, ihren Aufenthaltsort das „Totenreich”. Gleichzeitig
leitet der biologische Tod (nach der Schrift: „der erste Tod”) über zu einer Art Ruhephase, in welcher
der menschliche Geist / das menschliche Bewusstsein nicht mehr aktiv an der geschichtlichen Entwicklung der
Schöpfung teilnimmt.
Ebenso wie der biologische Tod eine systemimmanente Konsequenz des biologischen Lebens ist,
ist die Auferstehung - d.h. die Wiedererweckung des menschlichen Geistes - eine logische Zwangsläufigkeit der
menschlichen Existenz.
Die Auferstehung ist daher kein extraordinärer Vorgang. Sie ist ebenso normal wie der biologische Tod und
betrifft - genauso wie dieser Tod - auch alle Menschen, unabhängig von ihrem Glauben und ihrem
Verhalten zu Lebzeiten.
Diese Auffassung wird heute auch schon von bedeutenden Physikern, wie z. B. von Prof. Dr. Frank J. Tipler
vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge/USA, in seinem Buch „The Physics of Immortality”,
(Die Physik der Unsterblichkeit / 1994) vertreten und mathematisch begründet.
Dennoch ist die Auferstehung das zentrale Ereignis in der menschlichen Existenz. War die
Geburt in der biologischen Phase ein Übertritt vom Nichtsein ins Sein, ist die „Wiedergeburt” (Mt 19,28)
bei der Auferstehung in die geistliche Phase, der Übergang vom Körperlichen, Materiellen ins Geistliche,
Transzendente. Nach der Schrift erfolgt die Auferstehung des Menschen in humanoider, körperlicher Form.
Dieser Körper wird wohl Fleisch und Knochen darstellen können. Allerdings ist er nicht mehr rein
physisch-materiell sondern ein Geistkörper, der wahrscheinlich die Form seines Erscheinungsbildes verändern
kann.
(Siehe auch den Exkurs 07: „Der Auferstehungsleib”.)
Da die beiden Kriterien - Glaube und Verhalten - die wesentlichen Einflussfaktoren für die
Prägung des Geistes in der biologischen Phase gewesen sind, sind sie auch die Grundlage für die, der
Auferweckung unmittelbar nachgelagerten Prüfung und Beurteilung jedes einzelnen Menschen. Die Schrift nennt
dies das „Gericht”, wobei - analog zu den zwei Auferstehungen - auch hier eine Zweiteilung erkennbar ist:
Das Gericht nach der Ersten Auferstehung und das „Jüngste” oder richtiger „Letzte Gericht” nach der
Allgemeinen Auferstehung am Ende der Welt.
Das Ergebnis dieser Prüfung bestimmt auch den weiteren Verlauf der jeweiligen menschlichen Existenz. Alle
jene Menschen, welchen ein positives Urteil ausgestellt wird (nach der Schrift: „die im Buch des Lebens
stehen”), treten dann über in die letzte und unendliche Phase ihrer Existenz, in die
geistlich-transzendente Dimension Gottes (nach der Schrift: „in das ewige Leben”).
Aber auch jene Menschen, welche der Beurteilung nicht entsprechen (nach der Schrift: „die Gottlosen und
Unbußfertigen”), wechseln in einen zeitlich unbegrenzten Abschnitt ihrer Existenz. Ihre Bestimmung ist
allerdings die Verdammnis (nach der Schrift: „der zweite Tod”) und die ewige Trauer (nach der Schrift: „Heulen
und Zähneknirschen” bzw. „feuriger Pfuhl”), über die zu ihren Lebzeiten versäumte Entscheidung.
Als Erstling Christus, danach die, die Christus angehören; danach das Ende.
1Kor 15,20 Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt als Erstling unter
denen, die entschlafen sind. 15,21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch
einen Menschen die Auferstehung der Toten. 15,22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus
alle lebendig gemacht werden. 15,23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn
er kommen wird, die, die Christus angehören; 15,24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater,
übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 1Kor 15,20-24;
Der obige und der nachfolgende Schrifttext, der eine aus dem ersten Brief des Paulus an die
Korinther, der andere aus dem Johannesevangelium, sind die Schlüsselstellen für das Thema der Auferstehung.
Jeder dieser Texte spricht von drei Auferstehungen.
Paulus zeigt uns im ersten Korintherbrief die Ordnung in der Auferstehung:
- „als Erstling Christus” - also die Auferstehung des Herrn,
- „danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören” - also die Erste
Auferstehung - richtiger „Auferweckung” - bei der Wiederkunft des Herrn,
- „danach das Ende” - also die Allgemeine Auferstehung aller Menschen am Ende der
Tage.
Die die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, die werden leben.
Jh 5,25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon
jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben.
5,26 Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in
sich selber; 5,27 und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. 5,28
Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme
hören werden, 5,29 und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die
aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Jh 5,25-29;
Auch der Herr Jesus prophezeit uns hier im Johannesevangelium drei Auferstehungen. Da der Herr
aber von der vierten, nämlich seiner eigenen Auferstehung nicht spricht, sind nur zwei davon mit jenen im
Korintherbrief ident. Die dritte, vom Herrn prophezeite Auferstehung, ist eine ganz andere, und wie wir weiter
unten sehen werden, sehr wenig beachtete Auferstehung.
Wenn wir nun der Einfachheit halber mit der letzten, der Allgemeinen Auferstehung beginnen, haben wir in Jh
5,28-29 den Text: „Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören
werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan
haben, zur Auferstehung des Gerichts.”
Wie wir leicht erkennen können, sind dies hier genau die Merkmale der Allgemeinen Auferstehung zum
Weltgericht am Ende der Tage.
- Es werden alle Menschen (die in den Gräbern sind) auferstehen
- die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens,
- die Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
Einige Verse zuvor, in Jh 5,25 haben wir dann die Hinweise auf die beiden anderen
Auferstehungen:
Jh 5,25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon
jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und (jene) die sie hören werden,
die werden leben
Ebenso wie der Herr oben, in Jh 5,28, bei der Allgemeinen Auferstehung die Toten gerufen hat,
wird er auch hier ins Totenreich hineinrufen. Doch zum Unterschied zur dortigen Situation, zur dortigen „Stunde”,
wo alle Toten seine Stimme hören werden, heißt es hier aber: „und alle die sie hören
werden, die werden leben.” Es werden also sichtlich bei diesem Ruf des Herrn, in dieser
anderen „Stunde”, nicht alle seinen Ruf vernehmen. Aber jene, die ihn hören, die werden auferstehen.
Wir haben daher hier die typische Situation für die Auferweckung und Entrückung bei der Wiederkunft des
Herrn. Es werden nur die Gläubigen „in Christus” sein, welche diesem Ruf des Herrn hören und Folge
leisten werden können. Alle anderen - auch die anderen Gläubigen ! - werden diesen Ruf nicht vernehmen und
erst bei der Allgemeinen Auferstehung am Ende der Tage lebendig werden.
Und nun zur dritten Auferstehung in diesem Text, welche vom Herrn zuerst genannt wird. Sie ist etwas
verborgen, aber doch erkennbar. In diesem Text von Jh 5,25 heißt es nämlich von dieser „Stunde”:
Jh 5,25 ... Es kommt die Stunde und ist schon jetzt ...
Dieses „schon jetzt” muss sich natürlich auf die Zeit beziehen, in der es ausgesprochen
wurde, also auf die Zeit Jesu, und muss auch eine Auferstehung von Toten betreffen. Und tatsächlich berichtet
uns Matthäus von einer solchen Auferstehung beim Tod des Herrn:
Die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf.
Mt 27,50 Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. 27,51 Und siehe, der
Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. 27,52 Und die Erde erbebte, und die
Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf
27,53 und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen
vielen. Mt 27,50-53;
Auch hier hat der Herr Jesus - unmittelbar nach seinem Tod und selbst schon im Totenreich -
hineingerufen. Und auch hier haben ihn nur jene gehört, welchen das Aufwachen aus den Toten zu dieser Zeit
bestimmt war.
Es ist also eine Auferstehung von ganz bestimmten Heiligen, welche sich beim Tod des Herrn ereignete und
welche der Herr oben, in Jh 5,25, prophezeit hat. Wer diese Heiligen waren, wird uns nirgends in der Schrift
erläutert. Ein denkbarer Ansatz wären die vierundzwanzig Ältesten aus Off 4,10; 5,8; 11,16; und 19,4.
Wenn wir nun von dieser Auferstehung der Heiligen in der Vergangenheit absehen, und die noch zukünftigen
Auferstehungen betrachten, so unterscheiden wir von der qualitativen Betrachtungsweise her, zwischen einer
Auferstehung zum ewigen Leben und einer Auferstehung zur ewigen Verdammnis.
In zeitlicher Hinsicht kennen wir - als zukünftige Ereignisse - die Auferweckung und Entrückung bei der
Wiederkunft des Herrn, die Erste Auferstehung am Beginn des Millenniums und - etwa tausend Jahre später - die
Allgemeine Auferstehung am Ende der Welt.
Unabhängig davon, an welcher dieser beiden Auferstehungen der Mensch teilnimmt, muss er in einem
anschließenden Gericht sein Urteil in Empfang nehmen. Nachdem jedoch bei der Auferweckung und Entrückung nur
die Gläubigen „in Christus” auferstehen werden, wird dort nur Lohn zugewiesen werden. Bei der Allgemeinen
Auferstehung hingegen, wird es bei den einen Lohn sein, bei den anderen Strafe und Verdammnis. Je nachdem ob
sie den Glauben an den Herrn angenommen haben oder nicht. Voraussetzung dafür aber ist, dass beide zu
Lebzeiten die Möglichkeit zur Entscheidung bekommen haben.
Das Problem in diesem Zusammenhang war nun, dass die Grundlage dieser Glaubensentscheidung, nämlich Golgatha,
also das Opfer Jesu Christi am Kreuz für unsere Sünden, sozusagen „in der Mitte der Zeit” stattgefunden
hatte. Alle die danach kamen, hatten und haben die Möglichkeit, dieses Opfer bewusst für sich in Anspruch zu
nehmen und sich somit „freizukaufen”. Aber was war mit den bis dahin Verstorbenen? Auch sie mussten und
sollten die „Frohe Botschaft”, das Evangelium erfahren und die Möglichkeit bekommen, sich für oder gegen
die Liebe Gottes in Jesus Christus zu entscheiden.
Wie wir gleich sehen werden, scheint dies der Grund zu sein, weshalb der Herr nicht gleich nach seinem Tod
wieder auferstanden ist, sondern erst drei Tage später.
Er ist auch hinabgefahren in die Tiefen der Erde.
Eph 4,8 Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe und hat
Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.« 4,9 Dass er aber aufgefahren ist, was heißt
das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? 4,10 Der hinabgefahren ist, das
ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. Eph 4, 8-10;
Diese drei Tage, welche der Herr im Totenreich war, sind eine Erfüllung der Prophezeiung,
welche die Geschichte Jonas mit dem Fisch darstellt. Dies bestätigt uns auch der Herr selbst:
Der Menschensohn war drei Tage und Nächte im Schoß der Erde.
Mt 12,38 Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und
sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. 12,39 Und er antwortete und sprach zu
ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben
werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona.
12,40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage
und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Mt 12,38-40;
Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte.
Jona 2,1 Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen.
Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. Jona 2, 1;
Er wird auferstehen von den Toten am dritten Tage.
Lk 24,45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift
verstanden, 24,46 und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen
von den Toten am dritten Tage; Lk 24,45-46;
Während seines Aufenthaltes im Totenreich, dem Aufenthaltsort der verstorbenen Menschen, und
im Gefängnis (auch Kerker oder Abgrund), dem Aufenthaltsort der, von ihrer Natur her unsterblichen Geister
und Engel, die vor der Sintflut von Gott abgefallen sind und daher gebunden an diesem Ort bis zum Gericht
gefangen sind - auch Satan wird während des Tausendjährigen Reiches hier gebunden und gefangen sein - hat
der Herr ihnen allen das Evangelium, die Frohe Botschaft von der Errettung von den Sünden aus Gnade,
gepredigt.
Den Toten wurde das Evangelium verkündigt.
1Ptr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie
zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist. 1Ptr 4,
6;
Der Umstand, dass der Herr Jesus das Evangelium auch in den „Tiefen der Erde” verkündigt
hat, ist nur eine logische Konsequenz des Prinzips vom stellvertretenden Opfer. Das Angebot der Rettung durch
dieses Opfer des Herrn galt und gilt ja für die gesamte Schöpfung. Also auch für jene Menschen, welche beim
Tod des Herrn bereits gestorben waren. Ihnen musste diese Botschaft aber noch überbracht werden. Für die
lebenden Menschen hat der Herr, nach seiner Auffahrt zum Vater, den heiligen Geist auf diese Welt gesandt,
damit dieser - bis zur Wiederkunft des Herrn - uns die Wahrheit bezeugt und wir uns entscheiden können.
Den bis dahin Verstorbenen jedoch hat der Herr selbst die frohe Botschaft überbracht. Denn das Evangelium
gilt nicht nur für alle jene, die bis heute als Nachkommen Noahs und seiner Söhne gelebt haben und auch
gestorben sind und die in Zukunft, bis zum Ende, noch leben und sterben werden. Dieses Opfer ist stark genug,
um auch für alle Menschen, die vor der Sintflut lebten und in der Flut zugrunde gingen, zu gelten. Ja mehr
noch, es gilt auch für die Engel, die gefangengesetzt wurden, weil sie aus ihrem Stande abwichen und vor der
Sintflut mit den Töchtern der Menschen Kinder zeugten aus denen dann die Riesen auf Erden heranwuchsen.
Die gefallenen Engel.
1Mo 6,1 Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen
Töchter geboren wurden, 6,2 da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und
nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.
6,3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch.
Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.
6,4 Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie
ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen auf Erden. Das sind die Helden der Vorzeit, die
hochberühmten. 1Mo 6, 1- 4;
Enaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen.
4Mo 13,33 Wir sahen dort auch Riesen, Enaks Söhne aus dem Geschlecht der
Riesen, und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen. 4Mo 13,33;
Auch er war vom Geschlecht der Riesen.
2Sam 21,20 Und es erhob sich noch ein Krieg bei Gat. Da war ein langer Mann, der
hatte sechs Finger an seinen Händen und sechs Zehen an seinen Füßen, das sind vierundzwanzig an der Zahl, und
auch er war vom Geschlecht der Riesen. 2Sam 21,20;
Aufbewahrt in Banden in der Finsternis für das Gericht des großen Tages.
Jud 1,5 Ich will euch aber erinnern, obwohl ihr dies alles schon wisst, dass der
Herr, nachdem er dem Volk das eine Mal aus Ägypten geholfen hatte, das andere Mal die umbrachte, die nicht
glaubten.
1,6 Auch die Engel, die ihren himmlischen Rang nicht bewahrten, sondern ihre Behausung verließen, hat er
für das Gericht des großen Tages festgehalten mit ewigen Banden in der Finsternis.
1,7 So sind auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die gleicherweise wie sie Unzucht getrieben
haben und anderem Fleisch nachgegangen sind, zum Beispiel gesetzt und leiden die Pein des ewigen Feuers. Jud
1, 5- 7;
Mit Ketten der Finsternis festgehalten für das Gericht.
2Ptr 2,4 Denn Gott hat selbst die Engel, die gesündigt haben, nicht
verschont, sondern hat sie in finstere Höhlen des Abgrundes gestoßen und übergeben, damit sie für das
Gericht festgehalten werden; 2,5 und hat die frühere Welt nicht verschont, sondern bewahrte allein Noah,
den Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben andern, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte;
2,6 und hat die Städte Sodom und Gomorra zu Schutt und Asche gemacht und zum Untergang verurteilt und damit
ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die hernach kommen würden; 2,7 und hat den gerechten Lot errettet, dem
die schändlichen Leute viel Leid antaten mit ihrem ausschweifenden Leben. 2Ptr 2, 4- 7;
Obwohl beide obigen Texte - Jud 1,5-7 und 2Ptr 2,4-7 - davon sprechen, dass diese gefallenen
Engel in die Finsternis gestoßen wurden, heißt es doch auch beide Male „festgehalten für das Gericht”.
Das heißt, ihr Urteil ist noch nicht gesprochen. Denn es wird davon abhängig sein, ob diese Wesen bei der
Predigt des Herrn im Abgrund, im „Gefängnis”, wo diese Geister gefangen sind, die Rettung angenommen
haben oder nicht.
Der Herr hat auch den Geistern im Gefängnis gepredigt.
1Ptr 3,18 Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte
für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig
gemacht nach dem Geist. 3,19 In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im
Gefängnis, 3,20 die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die
Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch. 1Ptr 3,18-20;
Und ebenso wie unter den Lebenden allen jenen die Sünden vergeben werden, die sich bekehren
und das Opfer Christi für sich in Anspruch nehmen, galt auch unter den Toten: „... dass die Toten hören
werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben.” (Jh 5,25).
Nach diesem kurzen Überblick wollen wir uns mit den, in der Schrift überlieferten Auferstehungen näher
befassen. Wie eingangs dargelegt, berichtet uns die Schrift nach dem Tod des Herrn Jesus insgesamt von vier
Auferstehungen. Davon sind zwei bereits erfolgt und zwei stehen noch in der Zukunft bevor.
Wir werden in der Folge alle vier kurz analysieren und mit dem Texten der Parallelstellen vergleichen.
Wie bereits weiter oben erwähnt, ist das erste derartige Ereignis zwar allgemein wenig
beachtet, unbeschadet dessen aber biblische Realität.
Die Erweckung vieler Heiliger nach der Auferstehung des Herrn Jesus.
Mt 27,50 Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. 27,51 Und siehe, der
Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. 27,52 Und die Erde erbebte, und die
Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf 27,53
und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen
vielen. 27,54 Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben sahen und was da
geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Mt 27,50-54;
Dies wird auch vom Herrn zu seinen Lebzeiten angekündigt:
Die Stunde ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes.
Jh 5,25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon
jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden
leben. Jh 5,25;
Wir erkennen hier: es waren viele, sie standen auf, gingen in die Stadt und erschienen vielen.
Sie konnten gehen, sehen und wurden auch von anderen gesehen.
Allerdings ist das auch schon alles, was uns von diesem phänomenalen Ereignis überliefert wurde. Und dies
auch nur in der Heiligen Schrift. Obwohl es aus dieser Zeitperiode doch einige historische Berichte gibt, und
auch der Vorfall durchaus dazu geeignet gewesen wäre, angeführt zu werden, findet dieses, für die Welt
einmalige und unglaubliche Geschehen, nirgendwo Erwähnung.
Nun könnte man dies mit dem Tod des Herrn in Zusammenhang bringen und dieselben Gründe anführen, welche
auch verhinderten, dass die Auferstehung des Herrn Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat. Nämlich
Vertuschung durch den politischen Druck des jüdischen Klerus’, des Sanhedrins, der um seine Macht
fürchtete.
Allerdings scheint durch den Umstand, dass es viele waren die auferstanden sind, und dass sie sicher auch von
vielen gesehen wurden, die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass sie eben auch von Zeitgenossen gesehen
wurden, welche nicht bereit waren, die politische Weisung des Sanhedrins und seine Aufforderung, die
Auferstehung Jesu als Betrug der Jünger hinzustellen, zu unterstützen.
Wir kommen nun zur zweiten bereits stattgefundenen Auferstehung. Es ist natürlich die des
Herrn Jesus.
In Christus werden alle lebendig gemacht: als Erstling Christus.
1Kor 15,23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; 1Kor
15,23;
Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht wohin.
Jh 20,1 Am ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala früh, als es noch
finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weg war. 20,2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus
und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem
Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
20,3 Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. 20,4 Es liefen aber die zwei
miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab, 20,5 schaut
hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. 20,6 Da kam Simon Petrus ihm nach und
ging in das Grab hinein und sieht die Leinentücher liegen, 20,7 aber das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt
gebunden war, nicht bei den Leinentüchern liegen, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort.
20,8 Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. 20,9 Denn
sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste. 20,10 Da gingen die
Jünger wieder heim. Jh 20, 1-10;
Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.
Jh 20,11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte,
schaute sie in das Grab 20,12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den
andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. 20,13 Und die sprachen zu ihr: Frau, was
weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt
haben.
20,14 Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist.
20,15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu
ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. 20,16
Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt:
Meister!
20,17 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh
aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott
und zu eurem Gott. 20,18 Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und
das hat er zu mir gesagt. Jh 20,11-18;
Wir haben in den Evangelien etwas unterschiedliche Berichte von der Auferstehung des Herrn.
Einige der divergierenden Aussagen mögen dadurch zustande gekommen sein, dass sie verschiedene Personen zu
verschiedenen Zeitpunkten des Ereignisablaufs erlebten und sie so auch weitergegeben haben.
Der Bericht des Johannes hat den Vorteil, dass er über weite Strecken das selbst Erlebte wiedergibt. Und
nicht nur, dass wir Johannes als jenen Evangelisten kennen, der eher den geistlichen Inhalt der Reden und
Lehren des Herrn überlieferte und nicht so sehr die alltäglichen Begebenheiten, erkennen wir auch aus seinen
Erzählungen, dass er sich bemüht, der Wahrheit so nahe wie möglich zu bleiben. Und dies auch, wenn er
selbst in diesen Berichten nicht immer die beste Figur macht. Betrachtet man z.B. Jh 20,3-8 (siehe oben), so
erkennt man die jeweiligen spezifischen Charaktereigenschaften der handelnden Personen. Johannes, voll Trauer
über den Verlust des geliebten Herrn, aber auch ängstlich und zögernd. Petrus hingegen zornig darüber,
dass der Leichnam des Herrn scheinbar gestohlen wurde und bereit, das Problem zu erforschen.
Auch der Bericht oben, in Jh 20,11-18, über das Zusammentreffen der Maria aus Magdala mit dem Herrn, enthält
so viele, psychologisch eindeutig einer tatsächlichen Begebenheit zuordenbare Details, dass man diese Quelle
für diesen Bericht wohl als die authentischste von allen vier Evangelien betrachten kann.
Die Schilderung dieser Begegnung der Maria aus Magdala mit dem Herrn an seinem Grab enthält
eine interessante Aussage. Die Maria hatte den Herrn ja nicht gleich erkannt. Erst als er sie mit ihrem Namen
ansprach, wusste sie wer da vor ihr stand. Man kann sich ihre Freude und Erleichterung gut vorstellen und
auch, dass sie vielleicht zu seinen Füßen niederfiel und ihn umarmen wollte.
Doch wie wir in Vers Jh 20,17 lesen, hat der Herr dies nicht zugelassen. Er sprach: „Rühre mich nicht an!
denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater” - also eine beinahe erschrockene Reaktion, die ihren
besonderen Grund haben musste. Als der Herr nämlich dann später den Jüngern erschien, hatte er keine
Bedenken mehr, sich von Thomas berühren zu lassen.
Man hat also den Eindruck, dass der Herr hier bei seiner Begegnung mit der Maria aus Magdala, seine
Auferstehung sozusagen noch nicht „beendet” hatte und noch nicht „lebendig” war. Er war noch nicht
beim Vater und daher durfte ihn die Maria auch noch nicht berühren.
Dieser Umstand ist deshalb hier von besonderem Interesse, weil uns Paulus in 1Kor 15,49 sagt, dass diese
Auferstehung des Herrn mit der unseren direkt vergleichbar ist.
Wie das Bild des Irdischen, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.
1Kor 15,45 So steht auch geschrieben: «Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer
lebendigen Seele», der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist. 15,46 Aber das Geistliche ist nicht
zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der
zweite Mensch vom Himmel. 15,48 Wie der Irdische, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische, so
sind auch die Himmlischen. 15,49 Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch
das Bild des Himmlischen tragen. 1Kor 15,45-49;
Sehen wir uns nun daher zum Vergleich die Beschreibung in Off 20,4-5 über die Erste
Auferstehung der Toten an:
Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig. Dies ist die Erste Auferstehung.
Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde
ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer , die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes
Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das
Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und
herrschten mit dem Christus tausend Jahre.
20,5 Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist
die Erste Auferstehung (Elb). Off 20, 4- 5;
Hier heißt es in Off 20,4: „und ich sah die Seelen derer, die (...) enthauptet
worden waren (...) und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre”. Hier ist
überraschenderweise nicht von Toten, sondern von „Seelen” die Rede.
Auch in Off 6,9-11 spricht Johannes von solchen „Seelen”. Diese Seelen sind aber nicht im Totenreich,
sondern sichtlich schon im Himmel, „unten am Altar”. Und sie schlafen auch nicht, wie es von Toten zu
erwarten wäre, sondern sie „riefen mit lauter Stimme” zu Gott, um die Verurteilung ihrer Mörder auf
Erden zu reklamieren. Sie nehmen also am Geschehen im Himmel voll Anteil.
Und auch die Märtyrer aus der antichristlichen Herrschaft, „die den Sieg behalten hatten über das Tier und
sein Bild und die Zahl seines Namens”, finden wir in Off 15,2-3 bereits im Himmel, „an dem gläsernen Meer”,
vor dem Thron Gottes. Und so haben wir insgesamt zwölf Aussagen in der Offenbarung über Gruppen von
Gläubigen, welche sich bereits im Himmel befinden . Dies sind: Off 6,9-11; 7,9-17; 12,10-11; 14,2; 14,1.3-5;
15,1-4; 17,12-14; 19,6; 19,7; 19,8-9; 19,11-14; und schließlich 20,4-6.
Doch in Off 20,4 lesen wir auch: „Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre
vollendet waren”.
Diese Erste Auferstehung in Off 20,4-6 erfolgt offensichtlich nach der Schlacht von Harmagedon: Antichrist und
falscher Prophet sind im Feuersee und der Satan für tausend Jahre gebunden im Abgrund. Und wenn es am Ende
von Off 20,4 heißt: „und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre”, können wir
daraus entnehmen, dass dieses Ereignis am Beginn dieser tausend Jahre, also am Beginn des Millenniums
stattfindet.
Wenn also – wie oft behauptet wird - diese Erste Auferstehung der enthaupteten gläubigen Toten, der
Märtyrer (Off 20,4-6), gleichzeitig die Auferweckung der Toten „in Christus” aus dem Totenreich und ihre
Auffahrt in den Himmel meinen sollte (1The 4,15-17), und aber gemäß Off 20,5 „die übrigen Toten nicht
lebendig wurden”, wer sind dann all diese Gruppen von Gläubigen im Himmel? Nach Off 20,4-6 sind diese –
zumindest jene, die keine Märtyrer sind - ja noch nicht auferstanden. Was machen sie dann aber im Himmel?
Wenn wir uns nun den Text aus Off 20,4-5 wieder ansehen, so steht hier, dass diese Seelen „lebendig”
wurden. Das heißt aber sichtlich nicht, dass sie vorher tot – also „schlafend” im Totenreich – waren,
denn Johannes hatte sie ja unmittelbar davor als „Seelen” vor den Thronen des Gerichts gesehen. Also auch
sie waren vorher, bevor sie „lebendig” wurden, nicht im Totenreich, sondern bereits im Himmel.
Daraus können wir aber schließen, dass diese „Erste Auferstehung”, dieses „lebendig” werden von
Seelen aus dem Himmel, nicht ident ist mit der Auferweckung der Gläubigen „in Christus” aus dem
Totenreich bei der Wiederkunft des Herrn und die anschließende Entrückung, gemeinsam mit den lebenden
Gläubigen, in den Himmel, sondern dass hier vielmehr bereits auferweckte Tote, die als Seelen schon im Himmel
weilen, wieder „lebendig” werden. Sie bekommen also einen physischen Leib, um wieder auf die Erde
zurückkehren und dort mit Christus tausend Jahre herrschen zu können.
Die Auferstehung generell hat somit das Ziel, die Toten wieder lebendig, also körperlich werden zu lassen.
Während dieser Vorgang bei der Auferstehung aller Toten zum Weltgericht ohne Unterbrechung abläuft, gliedert
er sich hier, bei der Auferweckung und Entrückung und der Ersten Auferstehung in zwei Phasen.
1. Die Auferweckung der Toten im Totenreich bei der Wiederkunft
des Herrn.
Die Toten befinden sich im Totenreich in einem schlafähnlichen Zustand. In dieser ersten Phase der
Auferstehung werden die Toten auferweckt, das Verwesliche wird verwandelt in Unverweslichkeit (1Kor 15,53),
sie erhalten einen unstofflichen Leib (1Kor 15,44), steigen aus ihren Gräbern (Mt 27,52; Jh
20,11-14) und machen auf der Erde kurz „Zwischenstation” (Mt 27,53; Jh 20,15).
Von der Erde werden sie dann gemeinsam mit den auserwählten lebenden Gläubigen in den Himmel entrückt (1Kor
15,52; 1The 4,17), wo sie vor das Gericht kommen und ihr Urteil bzw. ihren Lohn erhalten (Off 20,4). Als
Kennzeichen ihrer Gerechtigkeit dürfen sie nun reine, weiße Kleider anziehen (Off 6,11; 7,9.14; 19,8.14) und
werden als Seelen am weiteren himmlischen Geschehen teilhaben (Off 6,9; 20,4).
Diese erste Phase beschreibt Paulus in 1Kor 15,51-53 und 1The 4,15-17:
Die Toten werden auferweckt unverweslich, und wir werden verwandelt werden.
1Kor 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle
entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; 15,52 und das plötzlich, in einem Augenblick, zur
Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferweckt werden
unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dies Verwesliche muss anziehen die
Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. 1Kor 15,51-53;
Bei der Auferweckung werden also die schlafenden Toten im Totenreich geweckt. Bei der
Entrückung vor dem Millennium werden sie anschließend in den Himmel entrückt, wo sie als „Seelen” ihre
Existenz fortsetzen.
2. Die Erste Auferstehung der Seelen der Märtyrer im Himmel am
Beginn des Millenniums.
Jene auferweckten Seelen im Himmel, welche an der anschließenden Ersten Auferstehung zum Regieren mit
Christus im Millennium teilnehmen sollen - also die Märtyrer - erhalten bei dieser Ersten Auferstehung einen
neuen geistlich-physischen Körper – einen Auferstehungsleib - (Jh 20,27) und werden – vom Himmel
herab auf die Erde - wieder lebendig (Off 20,4).
Die anderen Seelen aus Auferweckung und Entrückung, welche hier nicht lebendig werden, also nicht
körperlich auferstehen werden, bleiben in diesem Status im Himmel bis zur Allgemeinen Auferstehung
Bei der Allgemeinen Auferstehung entfällt dieser Zwischenschritt und die Toten bekommen
sofort nach ihrer Auferweckung aus dem Totenreich einen neuen physischen Leib.
Wenn man sich nun den Ablauf so in etwa vorstellen kann, dann ergeben manche bisher unverständlichen Aussagen
wieder einen Sinn. Vor allen Dingen aber wäre dann geklärt, dass die „Auferstehung” der Toten bei der
Entrückung in 1The 4,16 und 1Kor 15,52 erst einmal eine „Auferweckung” ist – also die erste Phase –
und mit der Ersten Auferstehung in Off 20,4-5 keinesfalls ident ist.
Es würde sich auch die Frage beantworten, wieso Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther (1Kor
15,20.43.44.52) immer von „auferwecken” schreibt (was leider bei Luther fälschlich immer als „auferstehen”
übersetzt wird). Und schließlich könnte man endlich verstehen, warum Johannes in Off 20,5 von der „ersten”
Auferstehung sprechen kann, obwohl wir sowohl bei Matthäus (Mt 27,52-53) und eben auch bei Paulus (1Kor 15
und 1The 4,15-17) bereits vorher „Auferstehungen” haben, welche aber nun, unter diesem neuen Aspekt, nicht
Auferstehungen sondern nur Auferweckungen wären und damit das von Johannes in Off 20,5 berichtete Ereignis
tatsächlich als „erste” Auferstehung zu erkennen ist.
Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und wir haben mit ihm gegessen, nachdem er auferstanden war.
Apg 10,38 Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft
gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war
mit ihm. 10,39 Und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Lande der Juden als auch in Jerusalem getan
hat; den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz hängten. 10,40 Diesen hat Gott am dritten
Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, 10,41 nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott
zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden
war. Apg 10,38-41;
Wir werden daher in der weiteren Folge von dieser Arbeitshypothese ausgehen und die
Auferweckung und Entrückung im Kapitel „Die Wiederkunft des Herrn” und die Erste Auferstehung in diesem
Kapitel hier behandeln.
(Siehe auch den Diskurs 97: „Auferweckung und Auferstehung -
die Realitäten einer anderen Dimension.”)
Johannes sieht in Off 20,4-6 das Geschehen der Ersten Auferstehung im Himmel, wenn die Seelen
vor den Gerichtsthronen stehen und anschließend die Märtyrer lebendig werden.
Alle Märtyrer werden in der Ersten Auferstehung lebendig.
Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde
ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes
willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und
das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und
herrschten mit dem Christus tausend Jahre.
20,5 Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die
erste Auferstehung. 20,6 Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über
diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm
herrschen die tausend Jahre. (Elb) Off 20, 4- 6;
Gemäß Off 20,4 gibt es also zwei Gruppen von Gläubigen, welche bei der Ersten Auferstehung
lebendig werden:
1. Die Enthaupteten – also Getöteten - um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes
willen.
Dies sind jene Märtyrer aus Altem und Neuem Bund, welche bereits im Himmel, „unten am Altar”
sind und in Off 6,9-11 erwähnt werden. Dort wird ihnen gesagt, dass sie noch auf ihre Brüder (aus der
antichristlichen Herrschaft) warten müssten, die ebenso wie sie getötet werden sollten.
Die Geschlachteten um des Wortes Gottes und des Zeugnisses willen.
Off 6,9 Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die
Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses
willen, das sie hatten. 6,10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und
wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? 6,11 Und
es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze
Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie
getötet werden sollten. Off 6, 9-11;
Und eben jene Brüder, „die ebenso wie sie getötet werden sollen”, also diese andere
Gruppe in der Ersten Auferstehung, sind jene, welche in der antichristlichen Herrschaft das Tier und sein Bild
nicht angebetet haben.
2. Die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre
Stirn und an ihre Hand angenommen hatten.
Diese sind nach Off 13,15 ebenfalls getötet worden, gerade weil sie das Bild des Tieres nicht
angebetet hatten.
Alle wurden getötet, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.
Off 13,13 Und es tut große Zeichen, dass es selbst Feuer vom Himmel vor den
Menschen auf die Erde herabkommen lässt; 13,14 und es verführt die, welche auf der Erde wohnen, wegen der
Zeichen, die vor dem Tier zu tun ihm gegeben wurde, und es sagt denen, die auf der Erde wohnen, dem Tier, das
die Wunde des Schwertes hat und wieder lebendig geworden ist, ein Bild zu machen.
13,15 Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres Odem zu geben, so dass das Bild des Tieres sogar redete und
bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 13,16 Und es bringt alle
dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, dass man
ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; 13,17 und dass niemand kaufen oder verkaufen
kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 13,18 Hier
ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und
seine Zahl ist 666. Off 13,13-18;
Und in Off 15,2-3 finden wir sie auch im Himmel, an dem „gläsernen Meer” vor dem Thron
Gottes (Off 4,6), und sie singen das Lied des Mose.
Die den Sieg behalten hatten über das Tier, sein Bild und über die Zahl seines Namens.
Off 15,2 Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt;
und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an
dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen 15,3 und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und
das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig
sind deine Wege, du König der Völker. Off 15, 2- 3;
Beiden Gruppen ist gemein, dass sie für den Glauben an ihren Gott ihr Leben gelassen haben
und sich damit sichtlich das Recht erworben haben, sowohl an der Auferweckung aus den Toten als auch an der
Ersten Auferstehung teilzunehmen und mit dem Herrn im Millennium zu regieren. Der Hinweis: „Über diese hat
der zweite Tod keine Macht” in Off 20,6 bestätigt uns, dass bei dieser Ersten Auferstehung nur Gläubige -
aber eben nicht alle Gläubigen, sondern nur die getöteten Märtyrer - auferstehen werden.
Und hier lässt sich auch wieder sehr gut der Unterschied zwischen „Auferweckung” aus den Toten mit
Auffahrt in den Himmel und „Auferstehung”, nämlich die Herabkunft vom Himmel, lebendig, mit einem
Auferstehungsleib, erkennen: Während weiter oben, in Off 20,4 diese Märtyrer aus der antichristlichen
Herrschaft mit den anderen Märtyrern zum Regieren mit Christus im Millennium in der Ersten Auferstehung
vom Himmel herab lebendig werden, erkennen wir sie hier oben, in Off 15,2-3, nach ihrer Auferweckung
aus den Toten, noch im Himmel an dem gläsernen Meer - welches ja nach Off 4,6 vor dem Thron ist -, wie sie
dort das Lied des Mose singen und Gott loben. Wenn Erste Auferstehung und Auferweckung/Entrückung ein identes
Ereignis wären, könnten diese Märtyrer aus der antichristlichen Herrschaft nicht schon in Off 15,2-4 im
Himmel sein, wenn sie erst in Off 20,4 aus den Toten auferweckt und entrückt werden.
Die Auffassung, dass zur (ersten) Auferstehung nur jene gelangen, welche dem Tod des Herrn gleichgestaltet
werden – also auch den Märtyrertod sterben – bestätigt uns auch Paulus in mehrfacher Weise.
Indem ich seinem Tod gleichgestaltet werde und gelange zur Ausauferstehung.
Phil 3,7 Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für
Verlust gehalten; 3,8 ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der
Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck
halte, damit ich Christus gewinne 3,9 und in ihm gefunden werde - indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe,
die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des
Glaubens - 3,10 um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen,
indem ich seinem Tod gleichgestaltet werde, 3,11 ob ich irgendwie hingelangen möge zur Auferstehung
aus den Toten. Phil 3, 7-11;
Wir sehen, dass Paulus hier ganz konkret die Bedingung nennt, unter welcher er hofft zur
Ausauferstehung von den Toten – also zur Ersten Auferstehung – zu gelangen: indem er Christus in der
Gemeinschaft seiner Leiden erkennt und seinem Tod gleichgestaltet werde. Auch in seinem zweiten Brief an
Timotheus spricht er dieses Thema ganz klar an:
Wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben.
2Tim 2,10 Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie
die Rettung, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit erlangen. 2,11 Das Wort ist gewiss . Denn
wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben; 2,12 wenn wir ausharren, werden wir auch
mitherrschen; wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen. 2Tim 2,10-12;
Aus diesen Aussagen des Paulus’ geht sehr deutlich hervor, dass die Hoffnung, an der Ersten
Auferstehung teilhaben zu können, nur möglich ist, wenn wir mitgestorben sind, wenn wir die Leiden Christi
erkannt, seinem Tod gleichgestaltet und als Märtyrer getötet wurden. Für Paulus hat sich dieser leidvolle
Weg dann auch erfüllt. Er wurde als Märtyrer in Rom hingerichtet
Die Möglichkeit, dass Paulus hier oben, in Phil 3,7-11 von einer anderen, dritten Auferstehung spricht, als
in 1Kor 15,50-55 bzw. 1The 4,15-17 ist undenkbar. War doch damals die Lehre von der Auferstehung am Ende der
Welt, am „Jüngsten/Letzten Tag” - wie sie auch die Marta nach dem Tod ihres Bruders Lazarus, dem Herrn in
Jh 11,23-24 bekannte – allgemeines Gedankengut in der Gemeinde. Schon die Annahme einer zweiten, nämlich
der „Ausauferstehung” bedurfte der Beweiskraft einer Offenbarung des Herrn. Durch eine weitere „außertourliche”
Auferstehung wäre wahrscheinlich die ganze Auferstehungslehre in Frage gestellt worden. Paulus spricht also
in diesen Schriftstellen mit Sicherheit immer von derselben Auferstehung, nämlich von der Auferstehung „aus”
den Toten, wie sie ihn der Herr geoffenbart hatte.
Aus Off 20,4-6 lässt sich somit der Schluss ableiten, dass an der Ersten Auferstehung nicht die ganze
Gemeinde, sondern nur jene Gläubigen teilhaben werden, welche wegen ihres Glaubens getötet wurden – also
die Märtyrer.
Und damit erfüllen sich hier auch die Verheißungen des Herrn aus den Evangelien, welche von vielen
Vertretern eine Ersten Auferstehung zum Leben „aller Geschwister” scheinbar nicht gelesen oder nicht
verstanden werden, und in welchen er den Seinen, die ihr Leben um seinetwillen verloren haben, ein neues Leben
verspricht. Es ist damit natürlich auch das ewige Leben in der Neuen Schöpfung gemeint, zuvor jedoch
erhalten jene, die dem Herrn auch im Leid nachgefolgt sind, ein verdientes zweites, irdisches Leben in
Gemeinschaft mit ihrem Herrn.
Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.
Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert;
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. 10,38 Und wer nicht sein Kreuz
auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. 10,39 Wer sein Leben findet, der wird`s
verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Mt 10,37-39;
Mt 16,24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und
nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 16,25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer
aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Mt 16,24-25;
Mk 8,34 Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will,
der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 8,35 Denn wer sein Leben erhalten
will, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der
wird es erhalten. Mk 8,34-35;
Lk 9,23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein
Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 9,24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer
aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erhalten. Lk 9,23-24;
Jh 12,25 Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst,
der wird es erhalten zum ewigen Leben. 12,26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin,
da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Jh 12,25-26;
Neben dieser Gemeinsamkeit des Martyriums, gibt es aber auch einen Unterschied zwischen diesen
Seelen im Himmel. Es gibt drei verschiedene Gründe, weshalb diese Seelen auferweckt und als erste auch
auferstehen - also lebendig werden. Und wie wir gleich sehen werden, lassen sich diese Gründe auch eindeutig
zeitlich zuordnen.
1. Jene, die getötet wurden „um des Wortes Gottes willen”.
Die Märtyrer des Alten Bundes.
Dazu zählen alle, wegen ihres Glaubens an den einen und einzigen Gott getöteten Menschen der vorchristlichen
Zeit, beginnend bei Abel, über die Propheten des Alten Bundes, welche das Wort Gottes in Israel verkündet
haben und von den Herrschern ihrer Zeit als unbequem und politisch gefährlich befunden und daher hingerichtet
wurden, bis hin zu Johannes dem Täufer, welcher der Letzte von ihnen war.
Allerdings lassen sich bei den Märtyrern des Alten Bundes die wiedererweckten Israeliten
nicht ausschließlich auf die Propheten beschränken. Es scheint vielmehr so zu sein, dass sich die Auswahl
danach richtet, inwieweit diese Israeliten als „Knechte Gottes” gelebt und gehandelt haben. So wissen wir
z. B. aus Hes 34,23-24, dass auch David von Gott wiedererweckt wird, um im Millennium Fürst in Israel zu
sein, obwohl David weder Prophet war, noch eines gewaltsamen Todes gestorben wäre und somit als Märtyrer
gelten könnte.
Es sind – wie wir aus Dan 12,1 entnehmen können – „alle (aus Israel), die im Buch geschrieben
stehen”, welche zum Leben im Millennium und als Volk Gottes in Israel auferstehen werden.
Die verdorrten Gebeine werden wieder lebendig werden.
Hes 37,1 Des HERRN Hand kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des
HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine.
37,2 Und er führte mich überall hindurch. Und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und
siehe, sie waren ganz verdorrt. 37,3 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, dass diese
Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: HERR, mein Gott, du weißt es. 37,4 Und er sprach zu mir:
Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des HERRN Wort! 37,5 So
spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig
werdet. 37,6 Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut
und will euch Odem geben, dass ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR
bin. Hes 37, 1- 6;
Israels Getötete werden wieder lebendig, ein überaus großes Heer.
Hes 37,7 Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als
ich weissagte, und siehe, es regte sich, und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein. 37,8 Und ich
sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf, und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch
kein Odem in ihnen.
37,9 Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott
der HERR: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase diese Getöteten an, dass sie wieder lebendig
werden! 37,10 Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder
lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer. Hes 37, 7-10;
Die von manchen vertretene Auffassung, diese Prophezeiungen würden das ganze israelitische
Volk aller Zeiten mit einschließen, übersieht ein kleines Detail dieses Textes. Es heißt hier, in Hes 37,9:
„... blase diese Getöteten an ...” („Erwürgten” nach Buber). Es sind also nicht die
Verstorbenen des Volkes Israel insgesamt, sondern nur jene Israeliten gemeint, welche eines gewaltsamen Todes
gestorben sind und daher Märtyrer sind und im „Buch” stehen, wie wir weiter unten, in Dan 12,1 lesen. Es
sind gläubige Israeliten (Haus Israel), welche wegen ihres Glaubens oder im Auftrag ihres Gottes sonst wie
ihr Leben lassen mussten. Sie sind ebenso Märtyrer und „Volk Gottes”, wie die Propheten und anderen
Knechte Gottes – eben das ganze Haus Israel - welche hier, bei der Ersten Auferstehung, wieder lebendig
werden.
Der Herr öffnet ihre Gräber und holt sein Volk herauf und lässt sie wieder leben.
Hes 37,11 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze
Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren,
und es ist aus mit uns. 37,12 Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR : Siehe,
ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land
Israels.
37,13 Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus
euren Gräbern heraufhole. 37,14 Und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt,
und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich rede es und tue es
auch, spricht der HERR. Hes 37,11-14;
Der Umstrand, dass man hier diese Einschränkung in Vers Hes 37,9 immer wieder übersieht,
weil man nicht zwischen „Toten” und „Getöteten” unterscheidet, führt dann oft dazu, dass man
überhaupt vor einer konkreten Erfüllung dieser Prophezeiung, nämlich einer leibhaftigen Auferstehung der
Israeliten, zurückschreckt. Die Folge davon ist dann, dass man in die Symbolik ausweicht und diese
Auferstehung des Hauses Israel als die Staatsgründung Israels im Jahre 1948 zu interpretieren versucht. Zum
Vergleich wird dann meistens der „Feigenbaum” aus Mt 21,18-22 angeführt und argumentiert, der Feigenbaum
stehe hier als Symbol für Israel. Es ist jedoch relativ einfach zu erkennen, dass das Symbol für Israel
nicht der Feigenbaum, sondern der Olivenbaum ist, wie wir Röm 11,17.24 entnehmen können. Außerdem wird dem
Feigenbaum verheißen: „Nie mehr komme Frucht von dir in Ewigkeit”, wohingegen Israel in Hes 37 ja gerade
wieder zum Leben kommt. Die Geschichte mit dem Feigenbaum in Mt 21 u. par. ist daher nichts anderes als eine
Demonstration des Herrn für die Jünger, um zu beweisen, was wahrer Glaube bewirken kann. Der Feigenbaum ist
dort ganz einfach ein Feigenbaum und nichts anderes. Dass die Prophezeiung aus Hes 37,9-14 nicht symbolisch zu
verstehen ist, bestätigen uns noch weitere Schriftstellen ziemlich konkret.
Er macht uns lebendig und wird uns aufrichten, dass wir vor ihm leben werden.
Hos 6,1 »Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns zerrissen, er wird
uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 6,2 Er macht uns lebendig nach zwei
Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. 6,3 Lasst uns darauf Acht
haben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und
wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet. Hos 6, 1- 3;
Deine Toten werden leben, meine Leichname werden auferstehen.
Jes 26,19 Aber deine Toten werden leben, meine Leichname werden auferstehen.
Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird
die Toten herausgeben. Jes 26,19;
Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen.
Dan 12,1 Und in jener Zeit wird Michael auftreten, der große Fürst, der für
die Söhne deines Volkes eintritt. Und es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie sie noch nie gewesen ist,
seitdem irgend eine Nation entstand bis zu jener Zeit. Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden, jeder,
den man im Buch aufgeschrieben findet.12,2 Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden
aufwachen, die einen zum Leben in Weltdauer (Buber), die andern zu Schmach und Schande in
Weltdauer (Buber). 12,3 Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur
Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne in Weltdauer und Ewigkeit (Buber). Dan 12, 1- 3;
Der Herr hört das Seufzen der Gefangenen und macht los die Kinder des Todes.
Ps 102,13 Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Name für und für. 102,14 Du
wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seiest, und die Stunde
ist gekommen 102,15 - denn deine Knechte wollten gerne, dass es gebaut würde, und es jammert sie, dass es in
Trümmern liegt -, 102,16 dass die Heiden den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden deine
Herrlichkeit. 102,17 Ja, der HERR baut Zion wieder und erscheint in seiner Herrlichkeit. 102,18 Er
wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht. 102,19 Das werde geschrieben für
die Nachkommen; und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben. 102,20 Denn er schaut von seiner
heiligen Höhe, der HERR sieht vom Himmel auf die Erde, 102,21 dass er das Seufzen der Gefangenen höre und
losmache die Kinder des Todes, 102,22 dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN und sein Lob in
Jerusalem, 102,23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu dienen. Ps 102,13-23;
Es sind also die getöteten Israeliten, die Märtyrer Israels, welche gemeinsam mit den
Märtyrern aus den Heidenchristen wieder zum Leben erwachen werden. Sie werden dann zu Beginn des Millenniums
mit den, in alle Welt zerstreuten noch lebenden Israeliten in ihr Land zurückkehren und auch von den noch
lebenden und übriggebliebenen Heiden zurückgebracht werden, um dort während der tausend Jahre des
Friedensreiches des Messias, das „Haupt unter den Völkern” zu sein. Dies ist die Verheißung ihres Gottes
und sie haben Jahrtausende darauf gewartet. Beim ersten Auftreten unseres Herrn, ihres Messias, vor nahezu
zweitausend Jahren, hat es das verstockte Volk in Israel vergeblich erhofft und hat ihn deshalb verworfen. Nun
ist es soweit: Zion hat wieder die frühere Herrschaft. Sie sind also das neue Volk Gottes auf dieser Erde im
Millennium. Sie werden „das Erdreich besitzen” .
(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium”.)
Die einen werden Gott schauen, die Sanftmütigen aber werden das Erdreich besitzen.
Mt 5,1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und
seine Jünger traten zu ihm. 5,2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
5,3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
5,4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5,5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
5,6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
5,7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
5,8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
5,9 Selig sind die Friedfertigen; sie werden Gottes Kinder heißen.
5,10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
5,11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles
gegen euch, wenn sie damit lügen. 5,12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel
reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. Mt 5, 1-12;
In den Seligpreisungen des Herrn, oben in Mt 5,1-12, sind in den insgesamt 9 Aussagen fünf
Hinweise auf das „Himmelreich” und vier Hinweise die eher auf das „Erdreich” zu deuten sind.
So haben wir in den Versen 3, 8, 9,10 und 11-12 Aussagen, die Verheißungen für das „Himmelreich”
beinhalten:
- denn ihrer ist das Himmelreich
- denn sie werden Gott schauen
- denn sie werden Gottes Kinder heißen
- denn ihrer ist das Himmelreich
- es wird ihnen im Himmel reichlich belohnt werden
Die Verse 4, 5, 6 und 7 hingegen deuten eher auf das „Erdreich”:
- denn sie sollen getröstet werden
- denn sie werden das Erdreich besitzen
- denn sie sollen satt werden
- denn sie werden Barmherzigkeit erlangen
Nach der Verheißung in Mt 5,3: „ihrer ist das Himmelreich”, ergibt der Vers Mt 5,5 „sie
werden das Erdreich besitzen” nur dann einen Sinn, wenn man davon ausgeht, dass zur selben Zeit, in der die
einen im Himmel, bei Gott sind, die anderen hier auf Erden in Frieden und Gerechtigkeit leben und herrschen
werden.
Die Frommen werden vom Tode erlöst um zu herrschen.
Ps 49,14 Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind, und das Ende aller,
denen ihr Gerede so wohl gefällt. SELA. 49,15 Sie liegen bei den Toten wie Schafe, der Tod weidet sie;
aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muss vergehen; bei den Toten
müssen sie bleiben. 49,16 Aber Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf.
SELA. Ps 49,14-16;
Ihre Nachkommen werden die Völker beerben, die verwüsteten Städte neu bewohnen.
Jes 54,1 Rühme, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast! Freue dich mit
Rühmen und jauchze, die du nicht schwanger warst! Denn die Einsame hat mehr Kinder, als die den Mann hat,
spricht der HERR. 54,2 Mache den Raum deines Zeltes weit und breite aus die Decken deiner Wohnstatt; spare
nicht! Spann deine Seile lang und stecke deine Pflöcke fest! 54,3 Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten
und zur Linken, und deine Nachkommen werden Völker beerben und verwüstete Städte neu bewohnen. Jes
54, 1- 3;
In Zion ist der Herr und der Rest Israels ist das Haupt unter den Völkern.
Jer 31,6 Denn es wird die Zeit kommen, dass die Wächter auf dem Gebirge Ephraim
rufen: Wohlauf, lasst uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserm Gott! 31,7 Denn so spricht der HERR:
Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet über das Haupt unter den Völkern. Ruft laut, rühmt und
sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen, dem Rest Israels! Jer 31, 6- 7;
Der HERR, dein Gott, wird dich zum höchsten über alle Völker auf Erden machen.
5Mo 28,1 Wenn du nun der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen wirst, dass
du hältst und tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, so wird dich der HERR, dein Gott, zum
höchsten über alle Völker auf Erden machen, 28,2 und weil du der Stimme des HERRN, deines Gottes,
gehorsam gewesen bist, werden über dich kommen und dir zuteil werden alle diese Segnungen. 5Mo 28, 1-
2;
Zion hat wieder die frühere Herrschaft, das Königtum der Tochter Jerusalem.
Mi 4,8 Und du, Turm der Herde, du Feste der Tochter Zion, zu dir wird kommen und wiederkehren
die frühere Herrschaft, das Königtum der Tochter Jerusalem. Mi 4, 8;
In den obigen Texten erkennen wir sehr deutlich, dass die Verheißung, im Millennium das „Haupt
unter den Völkern” zu sein, ausschließlich dem Volk Israel gilt, wohingegen die Christen keine irdische
Verheißung haben.
Damit kommen wir zur nächsten Gruppe der, bei der Ersten Auferstehung von den Toten
Auferweckten.
2. Jene, welche getötet wurden „wegen ihres Zeugnisses von Jesus”.
Die Märtyrer des Neuen Bundes.
Der allererste dieser großen Schar von Märtyrern war Stephanus. Ihm folgten Hunderttausende in der
Christenverfolgung des Römischen Reiches und während der Inquisition und der Gegenreformation der Römischen
Kirche bis hin zu jenen Christusgläubigen, welche dann in der großen Trübsal getötet werden.
Wie wir wissen, waren auch Paulus und andere Jünger des Herrn Opfer der damaligen
Verfolgungen und Hinrichtungen im Römischen Reich.
Schließlich weist uns der Text aus Off 20,4 noch auf jene Gruppe von „Enthaupteten”, also
Getöteten hin, welche unter der antichristlichen Herrschaft ihren Märtyrertod gefunden haben.
3. Jene, die „nicht angebetet hatten das Tier”.
Die Überwinder aus der antichristlichen Zeit.
Das sind alle jene Gläubigen, welche in der Zeit des Antichrists „nicht angebetet hatten das Tier und sein
Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand”. Sie wurden verfolgt,
verurteilt und hingerichtet.
Das sind auch jene Brüder, von welchen in Off 6,9-11 die Rede ist. Johannes sieht dort eine
Situation im Himmel, wo die bereits verstorbenen Märtyrer der ersten beiden Gruppen (Alter Bund und Neuer
Bund) ungeduldig zum Herrn nach Rache rufen. Und sie werden vertröstet, „bis noch dazukämen ihre
Mitknechte, die (während der Herrschaft des Antichrists) auch noch getötet werden sollten”.
Sie warten auf ihre Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie.
Off 6,9 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die
Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen. 6,10 Und
sie schrien mit lauter Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst
nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
6,11 Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten
noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet
werden sollten wie sie. Off 6, 9-11;
Diese Mitknechte und Brüder, von welchen hier die Rede ist, sind die Überwinder aus der
antichristlichen Herrschaftszeit, welche dem Gebot, das Bild des Tieres anzubeten widerstanden haben und
deshalb getötet wurden (Off 13,13-18).
Diese drei Gruppen sind also jene Menschen, die bei der Entrückung von den Toten auferweckt und bei der
Ersten Auferstehung auferstehen werden. Diese Auferstandenen werden wieder lebendig und herrschen mit dem
Herrn im Millennium (Off 20,6).
Die vierte in der Schrift erwähnte Auferstehung ist zugleich die letzte, nämlich die
Auferstehung aller Menschen am Ende der Welt.
Nun ist die Ansicht weit verbreitet, dass bei der Ersten Auferstehung vor dem Millennium alle
Gläubigen auferstehen und nachdem dieser Ansicht zufolge im Tausendjährigen Reich nur Verfluchte sterben
werden, würde es bei der Allgemeinen Auferstehung, nach dem Tausendjährigen Reich, unter den Toten keine
Gläubigen mehr geben und es würden daher nur die Gottlosen und Unbußfertigen auferstehen und gerichtet.
Die folgenden Schriftstellen zeigen nicht nur deutlich, dass bei der Allgemeinen Auferstehung, am Ende der
Welt, auch Gläubige auferstehen werden, und zwar auferstehen zum ewigen Leben, im Gegensatz zu den Gottlosen,
die dann zum „zweiten Tod”, der ewigen Verdammnis, auferstehen werden.
Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.
Mt 13,24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich
gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 13,25 Als aber die Leute schliefen, kam sein
Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 13,26 Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte,
da fand sich auch das Unkraut. 13,27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht
guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 13,28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein
Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten?
13,29 Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.
13,30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern
sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt
mir in meine Scheune. Mt 13,24-30;
Speziell Mt 13,29 zeigt uns auch, dass gerade diese fälschlicherweise propagierte Trennung
der Auferstehung – einmal die Gerechten bzw. der „Weizen” und ein anderes Mal die Bösen bzw. das „Unkraut”
- eben nicht durchgeführt werden soll. Es soll beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Und die Ernte ist
das Ende der Welt.
Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.
Mt 13,36 Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu
ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 13,37 Er antwortete und sprach zu ihnen:
Der Menschensohn ist es, der den guten Samen sät.
13,38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des
Bösen. 13,39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter
sind die Engel. 13,40 Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am
Ende der Welt gehen.
13,41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich
alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 13,42 und werden sie in den Feuerofen
werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne
in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,36-43;
Am Ende der Welt werden die Engel die Bösen von den Gerechten scheiden.
Mt 13,47 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist
und Fische aller Art fängt. 13,48 Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und
lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg.
13,49 So wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und
die Bösen von den Gerechten scheiden 13,50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird
Heulen und Zähneklappern sein. 13,51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. 13,52 Da sprach er:
Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus
seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. Mt 13,47-52;
Die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.
Off 14,14 Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß
einer, der gleich war einem Menschensohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner
Hand eine scharfe Sichel. 14,15 Und ein andrer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß,
mit großer Stimme zu: Setze deine Sichel an und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die
Ernte der Erde ist reif geworden. 14,16 Und der auf der Wolke saß, setzte seine Sichel an die Erde,
und die Erde wurde abgeerntet.
14,17 Und ein andrer Engel kam aus dem Tempel im Himmel, der hatte ein scharfes Winzermesser. 14,18 Und ein
andrer Engel kam vom Altar, der hatte Macht über das Feuer und rief dem, der das scharfe Messer hatte,
mit großer Stimme zu: Setze dein scharfes Winzermesser an und schneide die Trauben am Weinstock der Erde,
denn seine Beeren sind reif! 14,19 Und der Engel setzte sein Winzermesser an die Erde und schnitt die Trauben
am Weinstock der Erde und warf sie in die große Kelter des Zornes Gottes. 14,20 Und die Kelter wurde
draußen vor der Stadt getreten, und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde,
tausendsechshundert Stadien weit. Off 14,14-20;
Danach das Ende, wenn er das Reich dem Vater übergeben wird.
1Kor 15,24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird,
nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 1Kor 15,24;
Und es geht auch aus diesen Texten sehr klar hervor, was manche Ausleger nicht sehen wollen,
nämlich dass dieses Ereignis am Ende des Millenniums – also am Ende der Welt - stattfindet und nicht vor
dem Tausendjährigen Reich. Oben, in Mt 13,39 heißt es ausdrücklich: „Die Ernte ist das Ende der Welt. Die
Schnitter sind die Engel.” Auch sind die beiden vorangehenden Gleichnisse – vom Acker und vom Fischfang
– weitgehend selbsterklärend und weisen auf ein einziges Ereignis und nicht auf zwei verschiedene „Ernten”
oder „Fischfänge” hin.
Weiters heißt es in Mt 13,41: „Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus
seinem Reich, alles was zum Abfall verführt”. Dieses Reich ist das Tausendjährige Reich und der
Herrscher in diesem Reich wird der Herr Jesus sein. Darum sagt der Herr hier „aus seinem Reich”,
während zwei Verse später, wenn er von den übriggebliebenen Gerechten spricht, welche dann in das ewige
Reich auf der neuen Erde, ins neue Jerusalem eingehen, von „ihres Vaters Reich” spricht. Mt 13,43:
Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich.
Und um nun auch jenes Argument zu entkräften, welches meint, bei der Ersten Auferstehung vor dem Millennium
würden nicht nur die Märtyrer, sondern alle Gerechten auferstehen und am Ende der Welt, bei der Allgemeinen
Auferstehung nur mehr die Ungerechten, haben wir in Mt 13,49 die eindeutige Aussage: „So wird es auch am
Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden”. Wenn es
also zu diesem Zeitpunkt keine Gerechten mehr geben würde, bräuchte auch keine „Scheidung” mehr
vorgenommen zu werden.
(Siehe auch die Tabelle 13: „Das Gericht über die
auferstandenen Völker ...”.)
Auch die nachfolgenden Aussagen bestätigen diese Auffassung:
Du Daniel, geh hin, bis du auferstehst am Ende der Tage.
Dan 12,13 Du aber, Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis
du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage! Dan 12,13;
Am Ende der Welt werden die Engel die Bösen von den Gerechten scheiden.
Mt 13,49 So wird es auch am Ende der Welt gehen: die
Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden 13,50 und werden sie in den
Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. Mt 13,49-50;
Es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens.
Jh 5,26 Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn
gegeben, das Leben zu haben in sich selber; 5,27 und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten,
weil er der Menschensohn ist. 5,28 Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die
in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 5,29 und werden hervorgehen, die Gutes getan haben,
zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Jh 5,26-29;
Es wird eine Auferstehung der Gerechten und der Ungerechten geben.
Apg 24,14 Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte
nennen, dem Gott meiner Väter so diene, dass ich allem glaube, was geschrieben steht im Gesetz und in den
Propheten. 24,15 Ich habe die Hoffnung zu Gott, die auch sie selbst haben, nämlich dass es eine Auferstehung
der Gerechten wie der Ungerechten geben wird. Apg 24,14-15;
Hier ist von der Allgemeinen Auferstehung die Rede, bei der alle auferstehen werden die in den
Gräbern sind (Jh 5,28), am Ende der Tage (Dan 12,13), am Ende der Welt (Mt 13,49), zum Gericht (Jh 5,27), bei
der sowohl Gerechte als auch Ungerechte auferstehen werden (Dan 12,2; Jh 5,29; Apg 24,15). Sodann werden die
Bösen von den Gerechten ausgeschieden und in den Feuerofen geworfen. (Mt 13,49-50).
Dies bringt natürlich die Vertreter von zwei qualitativ getrennten Auferstehungen - die eine für „Gute”,
vor dem Millennium, die andere für „Böse”, nach dem Millennium - in Schwierigkeiten. Wenn man nun die
Argumentation dieser Auslegungsrichtung analysiert, so wird offenbar, dass der Fehler in der Auslegung nicht
hier, bei der Allgemeinen Auferstehung passiert ist, sondern bereits bei der Interpretation der Ersten
Auferstehung. Man geht fälschlicherweise davon aus, dass bei diesem Ereignis alle Gläubigen - also
alle „Guten” - auferstehen werden.
Man erkennt diesen Fehler sehr deutlich in der Argumentation („Das Buch der Offenbarung” von W. J.
Ouweneel, Seite 477), welche sich auf Off 20 bezieht:
„Aus dem Zusammenhang (von Off 20) geht unzweideutig hervor, dass ‘die
übrigen Toten’ nur die ungläubig Gestorbenen sein können, denn in Vers 4 sind schließlich alle
Gläubigen von Abel an aus den Toten auferweckt. Diese Toten ‘aus’ deren Mitte sie auferweckt sind, sind
also notwendigerweise die Ungläubigen.”
Diese Auffassung übersieht, dass in Vers 4 – wie bereits weiter oben erwähnt - von den „Enthaupteten”
die Rede ist.
Die Seelen derer, die enthauptet waren, wurden lebendig.
Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das
Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und
um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht
angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend
Jahre. 20,5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden.
Dies ist die Erste Auferstehung. Off 20, 4- 5;
Also nicht „alle Gläubigen” werden bei der Ersten Auferstehung lebendig, sondern nur jene
unter ihnen, welche für ihren Glauben getötet worden sind. Abel, der erste Mensch, der wegen seines Glaubens
getötet worden ist, gehört hier sicher dazu. Aber alle anderen Gläubigen, welche nicht um ihres Glaubens
willen ihr Leben lassen mussten, werden erst bei der Allgemeinen Auferstehung, am Ende der Welt, und nicht
hier, bei der Wiederkunft des Herrn vor dem Millennium auferweckt werden.
Selig ist der und heilig, der teilhat an der Ersten Auferstehung.
Off 20,6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der Ersten Auferstehung.
Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit
ihm regieren tausend Jahre. Off 20, 6;
Auch diese Aussage von Vers 6 wird vom Autor des oben zitierten Buches sehr frei
interpretiert. Da heißt es:
„aus Vers 6 ergibt sich, dass diejenigen, die bei der zweiten Auferstehung (die
Allgemeine Auferstehung) auferstehen werden, nicht „glückselig und heilig”, sondern dem „zweiten
Tod” verfallen sind.”
Nun ist der Umkehrschluss schon ein ausgezeichnetes Instrument der Analyse. Allerdings ist
diese Methode nur dann angebracht, wenn es sich um dezidierte Aussagen handelt, was hier nur der Fall wäre,
wenn nach dem „Selig ist” ein „nur” stehen würde. Aus der Aussage: „Selig ist der und heilig, der
teilhat an der Ersten Auferstehung.” kann aber keineswegs geschlossen werden, dass alle Menschen, welche an
der Ersten Auferstehung nicht teilnehmen, automatisch Verfluchte seien. Sonst müssten jene Heiligen, welche
beim Tod des Herrn auferstanden sind (Mt 27,52-53) ja auch im Feuersee gelandet sein.
Ebenso wenig sind diejenigen, die bei der Allgemeinen Auferstehung auferstehen werden, alle dem zweiten Tod
verfallen. Es wird dann – wie weiter oben dargelegt - Gerechte und Ungerechte geben. Die Ungerechten werden
in den Feuersee geworfen, die Gerechten aber gehen ein in ihres Vaters Reich.
Dies ist auch durch Schriftstellen belegbar.
Sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, die Gerechten in das ewige Leben.
Mt 25,45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr
nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 25,46 Und sie werden
hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben. Mt 25,45-46;
Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich.
Mt 13,41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus
seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 13,42 und werden sie in den Feuerofen
werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die
Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,41-43;
Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben und wird auferweckt am Letzten Tag.
Jh 6,39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts
verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am Letzten Tage. 6,40
Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe;
und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tage. Jh 6,39-40;
Jh 6,44 Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich
gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tage. Jh 6,44;
Jh 6,54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und
ich werde ihn am Letzten Tage auferwecken. Jh 6,54;
Hier, in Jh 6,39.44.54 ist eindeutig die Rede vom „Letzten Tag” (bei Luther fälschlich
immer als „Jüngster” Tag übersetzt). Es ist also vom Ende der Welt die Rede und somit von der
Allgemeinen Auferstehung und vom Jüngsten (Letzten) Gericht. Und hier sagt uns der Herr Jesus selbst, dass
der, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat. Also hat der zweite Tod keine Macht über ihn. Und der Herr wird
ihn zwar nicht vor dem Millennium, bei der Entrückung, aber am Letzten Tag, bei der Allgemeinen Auferstehung,
am Ende der Welt, auferwecken.
Im übrigen lässt sich auch aus den diesbezüglichen Gleichnissen des Herrn erkennen, dass die Auferstehung
auch und gerade der Gläubigen bei der Allgemeinen Auferstehung, am Ende der Welt, zusammen mit den
Ungerechten, absolut beabsichtigt und auch schriftkonform ist.
Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte.
Mt 13,24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich
gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 13,25 Als aber die Leute schliefen, kam sein
Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 13,26 Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte,
da fand sich auch das Unkraut. 13,27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht
guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 13,28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein
Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten?
13,29 Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.
13,30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern
sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt
mir in meine Scheune. Mt 13,24-30;
Wie wir oben, in Mt 13,24-30 sehen, will der Herr ausdrücklich, dass „Weizen” und „Unkraut”
– also Gläubige und Ungläubige - miteinander bis zur „Ernte”, also bis zum Ende der Welt, wachsen,
damit nicht etwa beim „Ausjäten” der Weizen mit dem Unkraut ausgerauft würde.
Eine der konkretesten Aussagen über dieses Thema finden wir in Off 20,11-15:.
Wer nicht in dem Buch des Lebens gefunden wurde, wurde in den Pfuhl geworfen.
Off 20,11 Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; vor
seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden.
20,12 Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und
ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was
in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken.
20,13 Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten heraus,
die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken.
20,14 Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige
Pfuhl.
20,15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den
feurigen Pfuhl. Off 20,11-15;
Hier wird die Allgemeine Auferstehung der Toten am Ende der Welt beschrieben. Der Tod und das
Totenreich - ja sogar das Meer - , sie geben die Toten heraus, die darin sind, alle, groß und klein. Und dann
werden die Bücher – nämlich die „Werksbücher” - aufgetan und Gericht gehalten. Auch das Buch des
Lebens wird aufgetan, in welchem die Namen jener verzeichnet sind, die in das ewige Leben eingehen dürfen.
Und jeder Auferstandene wird geprüft, und wenn jemand nicht gefunden wurde im Buch des Lebens, der wird in
den feurigen Pfuhl geworfen.
Eine ganz klare und eindeutige Aussage würde man meinen. Doch der Autor des obigen Buches will es anders
sehen. Er schreibt:
„in den Versen 11-15, beim Gericht vor dem großen weißen Thron, ist denn auch
kein einziger Gläubiger mehr zu sehen; es gibt da nur ‘Tote’, und es ist nur vom Feuersee die Rede.”
Zum einen ist die letzte Aussage falsch, dass „nur vom Feuersee die Rede” ist. In den
Versen 12 und 15 ist die Rede vom Buch des Lebens, in welchem eben alle jene eingetragen sind, die das ewige
Leben ererben und über welche der zweite Tod keine Macht hat.
Zum anderen aber wird der erste Teil von Vers 15 übergangen. Hier heißt es: „Und wenn jemand nicht
gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl”. Wenn hier kein
„einziger Gläubiger” mehr darunter sein würde, bedürfte es nicht dieser gewissenhaften „Kontrolle”.
Sie könnten alle direkt in den Feuersee geworfen werden. Und es müsste dann folgerichtig auch heißen „Da
niemand gefunden wurde ...”. Aber die Formulierung „Und wenn jemand nicht gefunden wurde..”
impliziert doch eben, dass es auch solche geben wird, die „gefunden werden”, und dass also auch und gerade
Gläubige an dieser Allgemeinen Auferstehung und am Weltgericht am Ende der Welt teilnehmen und ins ewige
Leben eingehen werden.
Doch ist die eigenartige Argumentation ja nicht verwunderlich. Die Vertreter dieser Auslegungsrichtung haben
nämlich das Problem, dass ihnen für das Endgericht die Gerechten abhanden gekommen sind. Sie „lassen” ja
alle Gläubigen bereits bei der Ersten Auferstehung lebendig werden.
Ein ähnliches Problem ergibt sich mit jenen Gerechten, die im Millennium sterben werden. Wie
wir nachstehend, in Jes 65,20-22 sehen, werden die Gläubigen im tausendjährigen Reich sehr alt werden.
Als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt.
Jes 65,20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder
Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die
hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 65,21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden
Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 65,22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht
pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und
ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. Jes 65,20-22;
Aus der Aussage in Jes 65,20 kann man schließen, dass sich das Alter der Menschen –
gegenüber den heutigen Verhältnissen - etwa verzehnfachen wird. Als „Knabe” gilt heute ein Junge mit
etwa zehn Jahren und wird dann, im Millennium, ein Alter von etwa hundert Jahren haben. Die Gerechten werden
so alt werden wie ein Baum, der heute – wenn er unbeeinflusst von menschlicher „Pflege” aufwachsen kann
- ein Alter von tausend Jahren und mehr erreichen kann.
Unbeschadet dieser phantastischen Voraussetzungen heißt es aber auch in Vers Jes 65,20, dass es keine Alten
geben wird, die ihre Jahre nicht erfüllen. Mit diesem „erfüllen” ist gemeint, dass sie das, ihnen
von Gott zugedachte Alter erreichen und dann sterben. Ebenso heißt es dort: „als Knabe gilt, wer hundert
Jahre alt stirbt”. Und das ist kein „Verfluchter”, denn wie der Text sagt, werden diese nicht
einmal die hundert Jahre erreichen. Es sind also Gerechte, welche auch im Millennium sterben und daher
zwangsläufig erst bei der Allgemeinen Auferstehung, nach dem Millennium, am Ende der Welt, auferstehen
werden.
Die Auffassung, dass im Millennium kein einziger Mensch mehr sterben wird, negiert alle diese Aussagen, nur um
eben die andere falsche Theorie, nämlich jene, nach der beim Endgericht keine Gläubigen mehr erscheinen
werden, aufrecht erhalten zu können. Doch wie man leicht erkennen kann, ist diese ganze falsche
Hilfskonstruktion ja nur die Folge eines anderen Auslegungsfehlers, nämlich der Vorstellung, dass bei der
Ersten Auferstehung alle Gläubigen, die „ganze universale Gemeinde”, auferstehen wird.
Wie bereits weiter oben dargelegt, ist es so, dass Johannes in Off 20,4-5, von Enthaupteten spricht -
also Märtyrern - die bei der Ersten Auferstehung lebendig werden. Ein Teil dieser Märtyrer kommt bereits in
Off 6,9 zu Wort, wo sie als die Seelen derer bezeichnet werden, „die umgebracht worden waren um des
Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen”. Bei der von Paulus in 1The 4,16, bzw. 1Kor 15,52 prophezeiten
Entrückung hingegen, werden wohl alle bis dahin verstorbenen Gläubigen auferweckt und mit den lebenden
Gläubigen gemeinsam in den Himmel entrückt, aber sie werden nicht auferstehen, d. h. im Sinne von Off 20,4
„lebendig” werden, sondern sie werden als Seelen im Himmel bei Gott sein. Sie alle werden dann gemeinsam
mit den im Millennium verstorbenen Gläubigen am Ende der Welt, bei der Allgemeinen Auferstehung lebendig
werden.
Nun aber weiter zu der Allgemeinen Auferstehung:
Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören.
Jh 5,26 Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn
gegeben, das Leben zu haben in sich selber; 5,27 und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten,
weil er der Menschensohn ist. 5,28 Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in
der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 5,29 und werden hervorgehen, die Gutes
getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des
Gerichts. Jh 5,26-29;
Aus der obigen Schriftstelle gehen sehr deutlich vier Aussagen hervor:
1. Der Sohn hat vom Vater die Vollmacht erhalten, das Gericht zu halten.
2. Es kommt die Stunde - und diese Stunde lässt sich aufgrund dieses Textes gewißlich
nicht teilen, wie etwa in eine halbe Stunde vor dem Millennium für die Guten und eine halbe Stunde nach dem
Millennium für die Bösen wie manche meinen, sondern diese ganz bestimmte Stunde, in der
3. alle - nicht das eine Mal Gute und das andere Mal Böse, sondern wirklich alle - die
dann noch in den Gräbern sind, seine Stimme - zur gleichen Zeit - hören werden. Und
4. werden hervorgehen, die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens,
also zur Wiedergeburt für das ewige Leben,
- die aber Böses getan haben zur Auferstehung des Gerichts,
also zur Wiedergeburt für den zweiten, den Wiedertod.
Daher noch einmal: In dieser letzten Stunde werden a l l e Toten auferstehen. Es
ist die Stunde der Wiedergeburt (Mt 19,28;). Die einen, um in das ewige Leben einzugehen, die anderen um den
„zweiten Tod” zu sterben und in den feurigen Pfuhl geworfen zu werden.
Das bestätigt uns auch Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther.
Wie sie in Adam alle sterben, werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.
1Kor 15,21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch
einen Menschen die Auferstehung der Toten. 15,22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden
sie in Christus alle lebendig gemacht werden. 1Kor 15,21-22;
Und mit jenen, welche hier „lebendig gemacht werden” sind nicht nur die Gläubigen
gemeint, sondern wie Jh 5,28-29 bestätigt, sind es alle Toten, die bei der Allgemeinen Auferstehung
den Ruf des Herrn hören und aus ihren Gräbern auferstehen werden.
Es darf nicht verwundern, wenn auch die Gottlosen und Unbußfertigen wiedergeboren werden. Wie bereits
eingangs dargelegt, ist die Auferstehung der Menschen kein außerordentliches Ereignis, sondern - ebenso wie
der biologische Tod - eine systemimmanente Notwendigkeit, da der Mensch von Gott für eine ewiges Existenz
geschaffen wurde. Das besagt nicht, dass auch die Gottlosen gerettet sind, sondern nur, dass sie wieder
körperhaft lebendig werden. Dies geht auch aus dem logischen Schluß hervor, dass die Gottlosen, wenn sie
nicht wieder geboren werden würden, auch nicht den „zweiten Tod” wieder sterben könnten.
Nicht nur für den gläubigen Menschen, aber speziell für ihn ist die Auferstehung eine
Wiedergeburt. Ebenso wie wir für unser irdisches Leben körperlich geboren werden mussten, müssen wir für
unser ewiges Leben aus dem Geist geboren werden. Dies hat der Herr schon dem Nikodemus zu erklären versucht.
In seinem Gespräch mit Nikodemus, in Jh 3,3-8, hatte der Herr sichtlich Schwierigkeiten, den Zusammenhang
zwischen Auferstehung und Wiedergeburt zu verdeutlichen.
Ihr müsst von neuem geboren werden, nur dann könnt ihr das Reich Gottes sehen.
Jh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es
sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 3,4 Nikodemus
spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib
gehen und geboren werden? 3,5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand
geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 3,6 Was vom Fleisch
geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 3,7 Wundere dich nicht,
dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 3,8 Der Wind bläst, wo er will, und du
hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der
aus dem Geist geboren ist. Jh 3, 3- 8;
Nikodemus kannte nur die biologische, körperliche Geburt und fragte daher den Herrn, ob wir
denn in den Schoß unserer Mutter zurück müssten, um von neuem geboren zu werden. Und der Herr erklärte
ihm, dass wir beides benötigen: unsere biologische Geburt – die aus Wasser – und unsere Wiedergeburt,
nämlich die aus Geist, um in das Reich Gottes einzugehen.
Und auch der Herr selbst hat in seiner eigenen Auferstehung diese Wiedergeburt gesehen. Das wird uns von
Johannes in der Offenbarung bezeugt, der den Herrn als den „Erstgeborenen von den Toten” bezeichnet
Der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden!
Off 1,4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch
und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem
Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und
Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem
Blut 1,6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von
Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Off 1, 4- 6;
Auch als der Herr vom Endgericht gesprochen hat, welches der Allgemeinen Auferstehung folgen
wird, bezeichnet er diese Auferstehung als „Wiedergeburt”.
Bei der Wiedergeburt sitzt der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit.
Mt 19,28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir
nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron
seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Mt 19,28;
Bei dieser Wiedergeburt wird der Menschensohn ins Totenreich hineinrufen, und alle, die in den
Gräbern sind werden seine Stimme hören.
Es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens.
Jh 5,26 Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn
gegeben, das Leben zu haben in sich selber; 5,27 und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten,
weil er der Menschensohn ist. 5,28 Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die
in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 5,29 und werden hervorgehen, die Gutes getan haben,
zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Jh 5,26-29;
Für die Ungerechten wird es eine Wiedergeburt zum Gericht und zur ewigen Verdammnis, dem „zweiten
Tod”. Für die Gerechten hingegen ist dies die Wiedergeburt zum Beginn ihres neuen, ewigen Lebens.
Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
Jh 6,39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts
verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am Jüngsten Tage. 6,40 Denn das ist
der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich
werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. Jh 6,39-40;
Jh 6,44 Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat,
und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tage. Jh 6,44;
Jh 6,54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn
am Letzten Tage auferwecken. Jh 6,54;
Wie wir sehen, geht aus den obigen drei Stellen des Johannesevangeliums besonders deutlich
hervor, dass die Auferstehung am Jüngsten/Letzten Tag, also am Ende der Welt, auch
und gerade Gläubige betrifft.
Aber speziell in Jh 6,44 erkennen wir einen ganz eigenartigen Zusammenhang. Der Herr Jesus wird uns am
Jüngsten/Letzten Tag auferwecken, weil wir seinem Wort geglaubt haben und uns zu ihm gehalten haben. Doch wie
es scheint, war dieser unser Glaube an ihn nicht unser persönlicher Verdienst. Es war der Vater, der uns zum
Sohn hingezogen hat.
Wie müssen wir unserem Gott dankbar sein, dass wir ihm nicht zu gering sind, dass er sich um jeden von uns
bemüht und uns zu seinem Sohn führt.
Sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind.
Lk 20,34 Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen
sich heiraten; 20,35 welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den
Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. 20,36 Denn sie können hinfort auch nicht
sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind. Lk
20,34-36;
Nach der Allgemeinen Auferstehung am Ende der Welt, bei der „Wiedergeburt”, erhalten die
Gläubigen ihren Lohn. Sie werden als unsterbliche Wesen den Engeln gleich sein, und als Gottes Kinder in das
ewige Leben im Reich Gottes in die zweite, die Neue Schöpfung eingehen.
(Siehe auch Kapitel 14: „Die Neue Schöpfung”.)
Obwohl nun das Gericht dem Sohn übergeben ist, wird der Herr - gemäß seinen eigenen Worten
- selbst nicht richten am Jüngsten Tag. Seine Tätigkeit als Richter war sein Erscheinen auf dieser Erde und
sein Wort, das er zu uns gesprochen hat. Alles das, was der Vater ihm befohlen hatte, hatte er getan. Und er
hat damals ein für alle Mal den Menschen den Weg gezeigt, wie sie gerettet werden können.
Und damit bedarf es bei der Auferstehung am letzten Tag keines Richters mehr. Anders als vor dem Tod Jesu
(siehe weiter oben) ist seither, nach Golgatha, mit dem Tod jedes Menschen gleichzeitig auch sein Urteil
gesprochen. Je nachdem, ob er das Wort des Herrn angenommen hat oder nicht, hat er das ewige Leben oder er hat
es nicht.
Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tag.
Jh 12,44 Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern
an den, der mich gesandt hat. 12,45 Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. 12,46 Ich bin in
die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. 12,47 Und wer
meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, dass ich
die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.
12,48 Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich
geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage. 12,49 Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet,
sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll. 12,50 Und
ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben. Darum: was ich rede, das rede ich so, wie es mir der Vater gesagt
hat. Jh 12,44-50;
Daher bedarf es bei diesem letzten Gericht auch keiner „Beweisaufnahme” mehr. Nur die
Bücher werden aufgetan. Es sind, wie wir weiter unten in Off 20,11-15 sehen werden, zweierlei Bücher. Zum
einen die „Werksbücher”, in welchen die Werke der Menschen verzeichnet sind. Zum andern das „Buch des
Lebens”. In diesem „Buch des Lammes” wie es auch genannt wird, sind alle jene eingetragen, die in ihrem
Leben den Glauben angenommen und sich zu ihrem Herrn gehalten haben. Und wer nicht in jenem Buch des Lebens
eingetragen ist, ist verurteilt, auch wenn er riesige Berge von Werken aufzuweisen hätte.
Die Feigen und Ungläubigen, deren Teil ist in dem Pfuhl, das ist der zweite Tod.
Off 21,7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott
sein, und er wird mein Sohn sein. 21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und
Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit
Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod. Off 21, 7- 8;
Zum Unterschied von der Entrückung vor dem Millennium, wo von den Engeln unter den
Lebenden die Auserwählten gesammelt wurden und die Gottlosen und Unbußfertigen für das anschließende
Katastrophengericht - den Tag des Herrn - aufbewahrt wurden, ist hier, am Ende der Welt, eine umgekehrte
Vorgangsweise erkennbar. Die Engel werden zuerst jene sammeln, die da Unrecht tun, und in den Feuerofen
werfen. Sodann werden die verbleibenden Gerechten in ihres Vaters Reich, in das ewige Leben eingehen.
(Siehe auch Kapitel 05: „Der Tag des Herrn”.)
Die Engel werden die Ungerechten sammeln und sie in den Feuerofen werfen.
Mt 13,36 Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu
ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 13,37 Er antwortete und sprach zu ihnen:
Der Menschensohn ist es, der den guten Samen sät.
13,38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des
Bösen. 13,39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die
Engel. 13,40 Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am Ende der Welt
gehen.
13,41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich
alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 13,42 und werden sie in den Feuerofen
werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne
in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,36-43;
Am Ende der Welt werden die Engel die Bösen von den Gerechten scheiden.
Mt 13,47 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist
und Fische aller Art fängt. 13,48 Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und
lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg.
13,49 So wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den
Gerechten scheiden 13,50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und
Zähneklappern sein. 13,51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. 13,52 Da sprach er: Darum
gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem
Schatz Neues und Altes hervorholt. Mt 13,47-52;
Nachdem nun beide, Gerechte und Ungerechte bei der Allgemeinen Auferstehung zur Wiedergeburt
gelangt sind, ist nunmehr auch die Trennung erfolgt. Den Gottlosen wird diese Erkenntnis schlagartig bei ihrer
Auferstehung bewusst werden. Sie werden sich selbst - ebenso wie die Gläubigen - mit einem unsterblichen Leib
verwandelt sehen. Und sie werden sehen, dass die Gläubigen tatsächlich mit dieser ihrer Unsterblichkeit in
der Ewigkeit, im Reich Gottes in Frieden und Freude weiterleben dürfen.
Sie selbst jedoch werden nun, nachdem sie ein zweites Leben erhalten haben, auch schon den „zweiten Tod”
sterben müssen und in den Feuersee geworfen. Sie werden in alle Ewigkeit Heulen und Zähneknirschen.
(Siehe auch den Exkurs 08: „Der erste und der zweite Tod”.
Wer nicht im Buch des Lebens steht, muss den zweiten Tod sterben.
Off 20,11 Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; vor
seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden.
20,12 Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und ein
andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was
in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken.
20,13 Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten
heraus, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. 20,14 Und der Tod und
sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl.
20,15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in
den feurigen Pfuhl. Off 20,11-15;
(Siehe auch Kapitel 13: „Das Weltgericht”.)
Ebenso, wie einige Ausleger meinen, durch eine etwas leserfreundlichere Interpretation auch
uns andere Gläubige, die nicht den Märtyrertod gestorben sind bzw. sterben werden, in der Ersten
Auferstehung „unterbringen” zu müssen, will man in manchen Kreisen auch den Gottlosen und Unbußfertigen
nicht eine ewige Verdammnis zumuten. Obwohl diese Auffassung in der Schrift keinerlei Grundlage hat, meint
man, dass dieses „ewig” eigentlich nicht ewig ist, sondern dass diese Menschen nach ihrer Verurteilung
ganz einfach aufhören zu existieren.
Damit geben diese Interpreten einerseits zu erkennen, dass ihnen die Tragweite der Entscheidung des Menschen
in seinem Leben gegen Gott, und auch die absolute Konsequenz der Gerechtigkeit Gottes noch nicht im vollem
Umfang bewusst geworden ist. Und nachdem andererseits in den diesbezüglichen Schriftstellen der Terminus „ewig”
in vollkommen identer Schreibweise – und damit auch im identen Wortsinn - immer sowohl für das ewige Leben,
als auch für die ewige Verdammnis verwendet wird, würde das im Umkehrschluss heißen, dass auch das ewige
Leben der Gläubigen nicht ewig sein könnte. Auch sie müssten also nach dieser Auffassung damit rechnen,
dass sie bald aufhören zu existieren.
Wenn aber das uns von unserem Herrn verheißene Leben nach der Wiedergeburt in der Neuen Schöpfung
tatsächlich ewig ist – und es gibt nach der Schrift überhaupt keinen Grund daran zu zweifeln – dann ist
– so hart das auch klingen mag – auch die Verdammnis ewig, also nie endend!
Diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Mt 25,41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte,
in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 25,42 Denn mich hungerte, und ihr gabt
mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir nicht zu trinken; 25,43 ich war Fremdling, und ihr nahmt
mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht.
25,44 Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als
Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 25,45 Dann wird er ihnen
antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch
mir nicht getan. 25,46 Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Mt 25,41-46;
Nun endlich ist jenes Ziel erreicht, welches sich durch die ganze Bibel, von 1. Mose bis hin
zur Offenbarung des Johannes wie ein roter Faden zieht: Alle Feinde Gottes sind besiegt.
Im Namen Jesu beugen sich aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle
Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.
Ps 110,1 EIN PSALM DAVIDS. Der HERR sprach zu meinem Herrn: »Setze dich zu
meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache«. Ps 110, 1;
Mt 22,41 Als nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus: 22,42 Was denkt ihr von dem
Christus? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten: Davids. 22,43 Da fragte er sie: Wie kann ihn dann David durch
den Geist Herr nennen, wenn er sagt (Psalm 110,1):
22,44 »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine
Füße lege«? 22,45 Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn? 22,46 Und niemand konnte
ihm ein Wort antworten, auch wagte niemand von dem Tage an, ihn hinfort zu fragen. Mt 22,41-46;
Apg 2,29 Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist
gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag.
2,30 Da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme
von ihm auf seinem Thron sitzen sollte, 2,31 hat er es vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus
gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen. 2,32 Diesen Jesus hat
Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen.
2,33 Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom
Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört.
2,34 Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu
meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 2,35 bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße
mache.« 2,36 So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt,
zum Herrn und Christus gemacht hat. Apg 2,29-36;
Hbr 1,10 Und (Psalm 102,26-28): »Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind
deiner Hände Werk. 1,11 Sie werden vergehen, du aber bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; 1,12
und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist
derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.«
1,13 Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Psalm 110,1): »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich
deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache«? 1,14 Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister,
ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen? Hbr 1,10-14;
Hbr 10,11 Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die
gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können.
10,12 Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes
10,13 und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht werden. Hbr 10,11-13;
Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre des Vaters.
Phil 2,5 Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus
Jesus entspricht: 2,6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,
2,7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung
nach als Mensch erkannt. 2,8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
2,9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 2,10 dass in
dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
2,11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Phil 2, 5-11;
Auch diese Texte oben, speziell in Phil 2,9-11, werden oft - insbesondere im Rahmen der Lehre
der „Allversöhnung” - dazu verwendet, um eine Bestrafung der Gottlosen und Unbußfertigen zu leugnen. Ja
man geht sogar so weit zu behaupten, dass sich selbst Satan letztendlich bekehren wird und damit die ganze
Schöpfung wieder in der Ewigkeit vereint sein wird.
Ob den Vertretern dieser Ansicht wohl bewusst ist, dass sie damit das Opfer unseres Herrn am Kreuz ad absurdum
führen? Auch eine Entscheidung des Menschen wäre nicht mehr erforderlich – es werden sich ohnehin alle
bekehren. Ohne diesen Leuten nahe treten zu wollen, erinnert diese Denkart doch sehr an jene, welche den
ersten Menschen einzureden versuchte: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben”.
Dann wird auch der Sohn selbst untertan sein, damit Gott sei alles in allem.
1Kor 15,25 Denn er (der Menschensohn) muss
herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt« (Psalm 110,1). 15,26 Der letzte Feind,
der vernichtet wird, ist der Tod.
15,27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm
unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.
15,28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm
alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem. 1Kor 15,25-28;
Nach allen anderen Feinden – den Gottlosen und Unbußfertigen – wird nun auch der letzte
Feind, der Tod vernichtet. Und um es noch einmal klar zum Ausdruck zu bringen: „vernichtet” meint hier
nicht die Auflösung der Existenz! Ähnlich wie der erste Tod den ersten physischen Körper zerstört, wird
der zweite Tod den zweiten Leib, welchen wir bei der Auferstehung, also bei der Wiedergeburt erhalten,
vernichten. Doch ebenso wie der Mensch nach seinem ersten Tod mit seinem Bewusstsein nur in eine geistliche
Dimension übergetreten ist, wird er auch dann, nach dem zweiten Tod - dem Feuersee –, geistlich
weiterexistieren. Allerdings getrennt von Gott und dem Lamm. Und dies wird das „Heulen und Zähneknirschen”
verursachen.
Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl.
Off 20,14 Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl.
Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl. Off 20,14;
Und wenn dann der verbleibende Rest der Menschen – aber auch der Engel - dem Sohn untertan
sein wird, wird auch der Sohn dem Vater untertan sein, der ihm alles unterworfen hat. Damit ist das Ziel der
ersten Schöpfung erreicht.
(Siehe auch die Tabelle 08: „Der Heilsweg”.)
Die zweite, ewige, die Neue Schöpfung, wird wohl auch ihre eigenen Ziele haben. Wenn wir uns
zum Herrn halten, werden wir sie sicherlich auch kennen lernen.