Ein neuer Himmel, eine neue Erde.
Das neue, himmlische Jerusalem.
Die „Neue Schöpfung” ist jene Zeitperiode, welche an das „Ende der Welt”,
der letzten Zeitperiode der ersten Schöpfung anschließt.
(Siehe auch den Exkurs 12: „Die Schöpfung”.)
Dabei kann man aber bei der „Neuen Schöpfung” offensichtlich nicht mehr von „Zeitperiode”
sprechen. Es ist dies die zweite Schöpfung Gottes und unterscheidet sich von der ersten Erde und
dem ersten Himmel, wie diese sich von jenem Zustand unterscheiden, bevor Gott sprach „es werde”.
In dem Blick, welcher uns in diese neue Welt gewährt wird, sehen wir die heilige Stadt, das neue
Jerusalem, wie eine geschmückte Braut von Gott aus dem Himmel herabkommen. Die Gerechten werden in
diese Stadt eingehen und Gott und das Lamm wird bei ihnen wohnen und werden ihre Sonne sein auf
ewig.
Ein neuer Himmel, eine neue Erde, der erste Himmel und die erste Erde sind nicht mehr.
Off 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der
erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 21,2 Und ich sah
die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für
ihren Mann geschmückte Braut.
21,3 Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen!
Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein,
ihr Gott.
21,4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch
Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das Erste ist vergangen. Off 21, 1-
4;
Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!
Off 21,5 Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich
mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig. 21,6 Und
er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich
will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst. Off 21, 5- 6;
Der obige Text aus Off 21,1 ist der Auftakt zu einer Neuen Schöpfung. Gott
erschafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. Daraus kann man nun mit einiger Wahrscheinlichkeit
schließen, dass es nicht nur eine neue Art von Planet sein wird, welcher neu entstehen wird,
sondern es wird sichtlich auch ein neuer „Himmel”, also ein neues Universum sein, welchen Gott
für die Ewigkeit erschaffen wird.
Und wir erkennen noch ein Zweites aus diesem Text. Es heißt darin: „der erste Himmel und
die erste Erde sind vergangen”. Das bedeutet, dass diese unsere heutige Welt mit dem
gesamten, sie umgebenden Kosmos, tatsächlich die erste Schöpfung unseres Gottes ist. Dies
bestätigt auch die nochmalige Aussage in Vers 4: „...denn das Erste ist vergangen”. Es
gibt also keine „multiplen” Schöpfungen, wie sie manche Interpreten in Bezug auf 1Mo 2,5 ff
sehen wollen.
Im Prinzip wird uns aber hier, in Off 21,1 nur noch einmal bestätigt, was wir in Off 20,11, beim
Weltgericht, schon erfahren haben:
Vor seinem Angesicht flohen Erde und Himmel, es wurde keine Stätte für sie gefunden.
Off 20,11 Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf
saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie
gefunden. Off 20,11;
Die Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, denn ihre Leuchte ist das Lamm.
Off 21,23 Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes,
damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm.
21,24 Und die Nationen werden in ihrem Licht wandeln und die Könige der Erde bringen ihre
Herrlichkeit zu ihr. 21,25 Und ihre Tore werden bei Tag nicht geschlossen werden, denn Nacht wird
dort nicht sein Off 21,23-25;
Es wird keine Nacht mehr sein und keine Sonne, Gott der Herr wird sie erleuchten.
Off 22,5 Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des
Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten,
und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. 22,6 Und er sprach zu mir: Diese Worte sind
gewiss und wahrhaftig, und der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat seinen Engel gesandt,
seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss.
22,7 Und siehe, ich komme bald. Glückselig, der die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt!
22,8 Und ich, Johannes, bin der, welcher diese Dinge hörte und sah; und als ich sie hörte und sah,
fiel ich nieder, um anzubeten vor den Füßen des Engels, der mir diese Dinge zeigte. 22,9 Und er
spricht zu mir: Siehe zu, tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, der Propheten,
und derer, welche die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an! 22,10 Und er spricht zu mir:
Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches! Denn die Zeit ist nahe. Off 22, 5-10;
Aus den obigen Texten erkennen wir nun eine – besonders für unser begrenztes
menschliches Verständnis – besondere Eigenart dieser Neuen Schöpfung: Es wird keine Sonne mehr
geben. Aus der Formulierung „die Stadt bedarf keiner Sonne ...” schließen zu wollen,
dass dennoch eine Sonne bzw. Mond vorhanden wäre, scheitert an den Aussagen in den Psalmen, wo in
Ps 72,1-5 ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass Sonne und Mond solange scheinen werden, als
der „gerechte König”, herrschen wird. Das heißt, dass es in den tausend Jahren des Millenniums
noch Sonne und Mond geben wird, weil es ja noch die alte, die erste Schöpfung ist. Aber mit dem
Ende der ersten Schöpfung werden auch Sonne und Mond vergehen.
Es ist übrigens bemerkenswert, dass in der Schrift, bei all diesen Prophezeiungen über Sonne und
Mond – und es gibt deren noch einige mehr als hier angeführt – immer beide Gestirne gemeinsam
erwähnt werden. Es heißt beispielsweise nirgendwo: „Die Sonne verlor ihren Schein und nur der
Mond war das Licht der Menschen”. In der damaligen Zeit, wo man ja nicht wusste, dass der Mond nur
deshalb leuchtet, weil er das ihn bescheinende Sonnenlicht auf die Erde reflektiert, hätten
Prophezeiungen, welche der menschliche Geist hervorgebracht hätte, keine Notwendigkeit gesehen,
immer beide Gestirne gemeinsam zu nennen. Es ist dies daher – wenn man so will – auch eine
Bestätigung für die göttliche Inspiration dieser Prophezeiungen.
(Siehe auch Kapitel 04: „Die große Finsternis”.)
Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt.
Ps 72,1 VON SALOMO. Gott, gib dein Gericht dem König und deine
Gerechtigkeit dem Königssohn, 72,2 dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden
rette. 72,3 Lass die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit. 72,4 Er soll
den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen. 72,5 Er
soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht.
Ps 72, 1- 5;
Die Sonne ist nicht mehr Licht am Tage, der Mond leuchtet nicht mehr in der Nacht.
Jes 60,19 Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der
Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR wird dein ewiges Licht und dein
Gott wird dein Glanz sein. 60,20 Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den
Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein
Ende haben.
60,21 Und dein Volk sollen lauter Gerechte sein. Sie werden das Land ewiglich besitzen als der
Spross meiner Pflanzung und als ein Werk meiner Hände mir zum Preise. 60,22 Aus dem Kleinsten
sollen tausend werden und aus dem Geringsten ein mächtiges Volk. Ich, der HERR, will es zu seiner
Zeit eilends ausrichten. Jes 60,19-22;
Wiewohl sich der obige Text in Jes 60,19-22 primär auf das Millennium und auf Zion
bezieht, erkennt man doch sehr deutlich die Antizipation des himmlischen Jerusalems. Der Unterschied
liegt darin, dass die Verheißung „Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der
Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten”, im Millennium - wie auch manche andere
Prophezeiung (Ausgießung des Heiligen Geistes, Fruchtbarkeit des Bodens, Lebensalter der Menschen
etc.) - ausschließlich für Zion und Israel gilt, wo auch der Herr in seinem Tempel, mit seiner
Herrlichkeit das Land erleuchten wird, wogegen für den Rest der Welt Sonne und Mond weiterhin die
Lichtquellen sein werden. Im himmlischen Jerusalem hingegen, in der Neuen Schöpfung, wird die
Herrlichkeit des Herrn den gesamten Planeten erleuchten, so dass eine Sonne überhaupt nicht mehr
erforderlich sein wird.
(Siehe auch die Tabelle 12: „Das irdische und das
himmlische Jerusalem”.)
Das neue Jerusalem, die Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt.
Off 3,10 Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch
ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die
zu versuchen, die auf der Erde wohnen. 3,11 Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand
deinen Siegeskranz nehme!
3,12 Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie
mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt
meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen
neuen Namen. Off 3,10-12;
Das neue Jerusalem kommt vom Himmel herab, bereitet wie eine geschmückte Braut.
Off 21,2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem
Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.
21,3 Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen!
Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein,
ihr Gott. 21,4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das Erste ist vergangen. Off 21, 2- 4;
Die heilige Stadt Jerusalem ist die Braut des Lammes.
Off 21,9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben
Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will
dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen
21,10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die
heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam, 21,11 und sie hatte die
Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz war gleich einem sehr kostbaren Edelstein, wie ein
kristallheller Jaspisstein; 21,12 und sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und
an den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der
Söhne Israels sind: 21,13 Nach Osten drei Tore und nach Norden drei Tore und nach Süden drei Tore
und nach Westen drei Tore. Off 21, 9-13;
Der Geist und die Braut sagen: Komm!
Off 22,16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für
die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern.
22,17 Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen
dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst! Off 22,16-17;
Das himmlische Jerusalem, die heilige Stadt, wird in den obigen Texten als die „Braut
des Lammes” bezeichnet.
Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich: 12.000 Stadien.
Off 21,14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf
ihnen zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 21,15 Und der mit mir redete, hatte ein Maß, ein
goldenes Rohr, um die Stadt und ihre Tore und ihre Mauer zu messen.
21,16 Und die Stadt ist viereckig angelegt, und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er
maß die Stadt mit dem Rohr auf 12000 Stadien; ihre Länge und Breite und Höhe sind gleich. Off
21,14-16;
Ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes.
Hbr 12,22 Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der
Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln, und zu
der Versammlung 12,23 und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu
Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten 12,24 und zu dem Mittler
des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abels Blut. Hbr
12,22-24;
Das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, das ist unsere Mutter.
Gal 4,26 Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das
ist unsre Mutter. 4,27 Denn es steht geschrieben (Jesaja 54,1): »Sei fröhlich, du
Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist.
Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.« 4,28 Ihr aber, liebe Brüder, seid
wie Isaak Kinder der Verheißung. Gal 4,26-28;
Der Stein wurde zu einem großen Berg, der die ganze Welt füllte.
Dan 2,32 Das Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und
seine Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer, 2,33 seine Schenkel waren
von Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und teils von Ton. 2,34 Das sahst du, bis ein Stein
herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und
Ton waren, und zermalmte sie.
2,35 Sogleich wurden miteinander zermalmt Eisen, Ton, Kupfer, Silber und Gold und wurden wie Spreu
auf der Sommertenne, und der Wind verwehte sie, dass man sie nirgends mehr finden konnte. Der
Stein aber, der das Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg, so dass er die ganze Welt füllte.
Dan 2,32-35;
Auch hier oben, in Dan 2,32-35, haben wir einen Text, welcher sich in erster Linie
auf die alte Welt bezieht. Es ist der „Stein” aus dem Traum des Nebukadnezar, welcher zu einem
großen Berg wurde, „so dass er die ganze Welt füllte”. Das ist natürlich eine Prophezeiung
auf die Herrschaft des Messias, auf das Millennium, das letzte Reich auf dieser Erde, welches alle
menschlichen Reiche zermalmen und vernichten wird.
Doch wenn wir es genau betrachten, können wir auch hier Anklänge auf die Neue Schöpfung finden.
Auch das neue Jerusalem kommt „ohne Zutun von Menschenhänden”, sondern „von Gott, aus dem
Himmel” herab. Auch das neue Jerusalem ist ein großer Berg, wie wir gleich weiter unten sehen
werden. Und auch das neue Jerusalem „füllt” mit seinen Dimensionen eine ganze Welt.
Die im folgenden angestellten Vergleiche dienen ausschließlich der Darstellung der
gewaltigen Dimensionen dieses himmlischen Jerusalems und sollen die Größenordnungen zwischen der
ersten und der zweiten, der Neuen Schöpfung veranschaulichen.
Die Fläche.
Das neue Jerusalem ist ein pyramidenförmiger Berg mit der Länge, Breite und Höhe
von 12.000 Stadien, d. s. ca. 2.220 km. Die Seiten des neuen Jerusalem sind damit genau
tausendmal so lang, wie die Seiten des im Millennium gebauten, irdischen Jerusalems von 2.220 Metern
oder 4500 Ellen. (Hes 48,16).
Das himmlische Jerusalem hat somit eine Grundfläche von rd. 5 Millionen Quadratkilometern und eine
„bewohnbare” Fläche auf allen vier Seiten bis zur Bergspitze von insgesamt 8,5 Millionen
Quadratkilometern.
Vergleicht man diese Fläche mit der Europas, so beläuft sich die reine Landfläche (im himmlischen
Jerusalem gibt es kein Meer) von ganz Europa (inkl. GUS Staaten), auf rd. 10 Mio. Quadratkilometern,
sodass das himmlische Jerusalem etwa 85 % der Landfläche Europas aufweisen würde.
Die theoretische „Einwohnerdichte”.
Nachdem Europa rd. 700 Mio. Einwohner hat, würden 85 % davon nur etwa 600 Mio.
möglicher Bewohner im himmlischen Jerusalem ergeben. Man muss jedoch korrekterweise
berücksichtigen, dass bei den irdischen Werten der Anteil der bewohnbaren Landfläche durch sehr
große, unbewohnbare Gebirgsflächen, infolge von Industrieanlagen, land- und forstwirtschaftlich
genutzten Gebieten sowie durch ein riesiges Netz an Verkehrswegen wesentlich reduziert ist. Nimmt
man daher sehr flache Länder Europas zum Vergleich, wie beispielsweise Belgien und die Niederlande,
mit einer Fläche von 30.000 bzw. 36.000, also insgesamt 66.000 Quadratkilometern und einer
Einwohnerzahl von 10 Mio. bzw. 13 Mio., insgesamt also 23 Mio. Einwohnern, so kommt man in diesen
Ländern auf eine Einwohnerdichte von etwa 350 Einwohner je Quadratkilometer. Umgelegt auf die
Fläche des himmlischen Jerusalems von 8,5 Mio. Quadratkilometern und unter der Annahme, dass für
die Menschen dann ähnliche räumliche Voraussetzungen gelten, käme man damit auf eine Obergrenze
von rd. 3 Milliarden möglicher Bewohner!
Die Höhe der Stadt.
Die Höhe des neuen Berges Zion ist für gegenwärtige Verhältnisse schwer
vorstellbar. Bedenkt man, dass heute Satelliten und Weltraumstationen in einer Höhe von etwa 400 km
die Erde umkreisen, so würde heute die Spitze des neuen Jerusalems, mit 2.220 km, weit in den
Weltraum hineinragen.
Allerdings kann man daraus nicht automatisch den Schluss ziehen, dass daher die neue Erde auch ein
unvergleichlich größerer Planet, mit einer Atmosphäre bis in eine Höhe von etwa 3000 km sein
müsste. Dies wäre nur dann erforderlich, wenn die Lebewesen, welche sich in diesen Regionen
aufhalten, Sauerstoffatmer sein würden. Nachdem aber die Menschen im neuen Jerusalem alles Erlöste
mit einem Auferstehungsleib sein werden, scheint es ein derartiges Erfordernis nicht zu geben.
Die Relation der Größenordnungen.
Wie bereits erwähnt, ist das himmlische Jerusalem genau 1000 Mal größer als das
irdische Jerusalem im Millennium. Würde man nun zu Vergleichszwecken davon ausgehen, dass die neue
Erde auch ein Planet sein würde, und dass die Relation zwischen altem und neuem Jerusalem auch auf
die Erde anzuwenden wäre, würde dies ein Planet von gewaltigen Dimensionen sein. Die neue Erde
wäre dann nämlich etwa 5 Mal so groß wie unsere heutige Sonne!
Allerdings wäre dieser Planet auch in unserem heutigen Kosmos keinesfalls der größte Stern. Erst
kürzlich wurde mit dem Hubble-Teleskop der sogenannte „Pistolenstern” entdeckt. Sein
Durchmesser ist mehr als 100 Mal so groß wie der unserer Sonne. Würde man diesen Stern an die
Stelle unserer Sonne stellen, würde seine Ausdehnung von 155 Millionen Kilometern weit über die
Umlaufbahn des sonnennächsten Planeten (Merkur, 116 Mio. km), hinausgehen.
Das Maß der Mauer.
Das Maß der Mauer der Stadt wird mit 144 Ellen angegeben, d. s. ca. 73 Meter und
entspricht in etwa der Höhe eines Wohnhauses mit 24 Stockwerken. Nachdem aber hier nur vom „Maß”
die Rede ist, erhebt sich die Frage, ob damit die Höhe oder die Breite der Mauer gemeint ist.
Betrachtet man die Angaben in Hes 40,5 für den Bau der Mauer im Jerusalem des Millenniums, so
heißt es dort „Und er maß die Breite des Baues (der Mauer): eine Rute, und die Höhe: eine Rute”.
Es haben also dort sowohl Höhe als auch Breite der Mauer das gleiche Maß. Ebenso könnte es auch
hier im Jerusalem der Neuen Schöpfung sein und damit wäre diese Mauer sowohl 73 m breit, als auch
hoch. Und dies könnte dann auch der Grund sein, warum Johannes hier keine Unterscheidung trifft.
Und das Maß der Mauer ist hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß.
Off 21,17 Und er maß ihre Mauer, 144 Ellen, eines Menschen Maß,
das ist eines Engels Maß 21,18 Und der Baustoff ihrer Mauer war Jaspis und die Stadt reines
Gold, gleich reinem Glas.
21,19 Die Grundsteine der Mauer der Stadt waren mit jeder Art Edelstein geschmückt: der erste
Grundstein ein Jaspis; der zweite ein Saphir; der dritte ein Chalzedon; der vierte ein Smaragd;
21,20 der fünfte ein Sardonyx; der sechste ein Sarder; der siebente ein Chrysolith; der achte ein
Beryll; der neunte ein Topas; der zehnte ein Chrysopras; der elfte ein Hyazinth; der zwölfte ein
Amethyst.
21,21 Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, je eines der Tore war aus einer Perle, und die
Straße der Stadt reines Gold, wie durchsichtiges Glas. Off 21,17-21;
Siehe, ich will deine Mauern auf Edelsteine stellen.
Jes 54,11 Du Elende, über die alle Wetter gehen, die keinen Trost fand!
Siehe, ich will deine Mauern auf Edelsteine stellen und will deinen Grund mit Saphiren legen
54,12 und deine Zinnen aus Kristallen machen und deine Tore von Rubinen und alle deine Grenzen von
erlesenen Steinen. 54,13 Und alle deine Söhne sind Jünger des HERRN, und großen Frieden haben
deine Söhne. 54,14 Du sollst auf Gerechtigkeit gegründet sein. Du wirst ferne sein von
Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und von Schrecken, denn er soll dir nicht
nahen. 54,15 Siehe, wenn man kämpft, dann kommt es nicht von mir; wer gegen dich streitet, wird
im Kampf gegen dich fallen. Jes 54,11-15;
Auch der obige Text aus Jes 54,11-15 bezieht sich primär auf das Millennium. Das
bestätigen die Verse 15 ff, denn in der Neuen Schöpfung wird man nicht mehr kämpfen noch siegen.
In den Versen 11-14 ist jedoch eine auffallende Parallelität zu Off 21 festzustellen. Dies
bestätigt einmal mehr die Erkenntnis, dass das Millennium als eine Vorerfüllung der Neuen
Schöpfung – mit allen irdischen Beschränkungen – aufgefasst werden muss.
Kein Tempel mehr, der allmächtige Gott und das Lamm sind ihr Tempel.
Off 21,22 Und ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott,
der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. Off 21,22;
Man wird die Pracht und den Reichtum der Völker in sie bringen.
Off 21,26 Und man wird die Pracht und den Reichtum der Völker in
sie bringen. Off 21,26;
Wie wir oben, in Off 21,22 erfahren, wird im himmlischen Jerusalem kein Tempel
stehen. Gott und das Lamm sind ja leibhaftig gegenwärtig und daher ist auch kein „Sinnbild” in
Form eines Tempels erforderlich.
Diese Konkretisierung erleichtert wesentlich die Unterscheidung der Aussagen - speziell im AT –
von Prophezeiungen, welche für das Millennium gelten - wo es ja einen neu erbauten Tempel geben
wird - und jenen über die Neue Schöpfung, ohne Tempel.
Der Strom lebendigen Wassers und die Bäume des Lebens.
Off 22,1 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar
wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; 22,2 mitten auf dem Platz und auf
beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat
bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. 22,3 Und es
wird nichts Verfluchtes mehr sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und
seine Knechte werden ihm dienen 22,4 und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen
sein. Off 22, 1- 4;
Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens.
Off 22,11 Wer unrecht tut, tue noch unrecht, und der Unreine
verunreinige sich noch, und der Gerechte übe noch Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich noch!
22,12 Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist.
22,13 Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. 22,14 Glückselig,
die ihre Kleider waschen, damit sie ein Anrecht am Baum des Lebens haben und durch die Tore in die
Stadt hineingehen! Off 22,11-14;
Wer überwindet, dessen Name wird nicht ausgetilgt aus dem Buch des Lebens.
Off 3,5 Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan
werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will
seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Off 3, 5;
Wer überwindet, der wird es alles ererben.
Off 21,7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde
sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und
Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird im See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das
ist der zweite Tod. Off 21, 7- 8;
Die ihre Kleider waschen werden hineingehen in die Stadt.
Off 22,13 Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte,
der Anfang und das Ende. 22,14 Glückselig, die ihre Kleider waschen, damit sie ein Anrecht am
Baum des Lebens haben und durch die Tore in die Stadt hineingehen! Off 22,13-14;
Nur die geschrieben stehen im Lebensbuch des Lammes werden hineinkommen.
Off 21,27 Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel
tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes. Off
21,27;
Wie aus Off 20,15 hervorgeht, wird beim Weltgericht jeder, der „nicht gefunden
wurde geschrieben in dem Buch des Lebens”, in den feurigen Pfuhl geworfen. Das heißt, alle außer
jenen, die im Lebensbuch stehen, erleiden den zweiten Tod und werden außerhalb der Stadt im
feurigen Pfuhl heulen und zähneknirschen.
Draußen sind die Hunde, Zauberer, Unzüchtigen, Mörder, Götzendiener und alle Lügner.
Off 22,15 Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die
Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und alle, welche die Lüge lieben und tun Off
22,15;
Die Feigen, Ungläubigen, Frevler und Mörder, ihr Teil ist im feurigen Pfuhl.
Off 21,7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein
Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und
Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird im See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das
ist der zweite Tod. Off 21, 7- 8;
Der Herr sandte diese Offenbarung durch seinen Engel den Gemeinden zum Zeugnis.
Off 22,16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für
die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern.
22,17 Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet,
der komme! er da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!
22,18 Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen
Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind;
22,19 und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil
wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben
ist.
22,20 Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen, komm, Herr Jesus! 22,21 Die Gnade
des Herrn Jesus sei mit allen! Off 22,16-21;
Dies ist also die neue Schöpfung: der Mensch lebt in Gemeinschaft mit Gott, er hat
eine neue Lebensform, er lebt in einem neuen Jerusalem, auf einer neuen Erde, ja sogar in einem
neuen Universum. Viele Gelehrte und Wissenschafter, ja sogar Theologen behaupten, dies seien
Legenden und Mythen und die Annahme, es könnten auch nur Teile davon Realität werden, sei völlig
aus der Luft gegriffen und unwissenschaftlich.
Einer der genialsten wissenschaftlichen Köpfe unserer Zeit, der Physiker Stephen Hawking, meint in
seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit – Die Suche nach der Urkraft des Universums” (S
156):
„Die ganze Geschichte der Wissenschaft ist von der allmählichen
Erkenntnis geprägt, dass die Ereignisse nicht auf beliebige Weise ablaufen, sondern dass ihnen eine
bestimmte Ordnung zugrunde liegt, die göttlichen Ursprungs sein mag oder auch nicht. (...) Diese
Gesetze können ursprünglich von Gott erlassen worden sein. Aber es scheint so, dass er seitdem das
Universum sich gemäß diesen Gesetzen hat entwickeln lassen und nun nicht mehr eingreift.”
Diese Aussage kennzeichnet ein wenig das Dilemma, in welches die Wissenschaft seit
einigen Jahren geraten ist. Seitdem die Quantenphysik in immer größere Bereiche der herkömmlichen
Physik eindringt, erleben wir so etwas wie eine zweite „kopernikanische Wende”. Nichts ist mehr
so wie es früher war. Und nachdem die Wissenschaft erkennen muss, dass immer mehr Dinge, die nach
den herkömmlichen physikalischen Gesetzen unmöglich schienen, plötzlich möglich werden, keimt
zumindest in den Realisten unter den Wissenschaftern der Verdacht auf, dass es hier möglicherweise
doch eine steuernde Kraft, einen Gott gibt.
Dass dieser Gott „das ganze Universum sich gemäß diesen Gesetzen entwickeln” lässt, sollte
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit dem Anbeginn der Schöpfung bereits auch ihr Ende
festgeschrieben ist. Der selbe Gott, der dieses Universum geschaffen hat, wird es durch ein neues
ersetzen, in welchem jeder Mensch gemäß der Entscheidung, die er während seines irdischen Lebens
getroffen hat, seine ewige Existenz verbringen wird.
Die gerechten, friedfertigen und gläubigen Menschen wird die Gerechtigkeit und der Friede ihres
Gottes umgeben. Die Gottlosen, verbrecherischen und selbstsüchtigen Menschen wird das ewige Feuer
nicht zuletzt deshalb quälen, weil sie in ihrer ganzen weiteren ewigen Existenz keine Möglichkeit
mehr haben werden, an dieser ihrer qualvollen Situation etwas zu ändern.