Immanuel.at - Diskussionsforum: Besucher-Informationen




Kriterien und Informationen zur Beurteilung des „Toronto-Segens”. / Ausarbeitung Dr. Andrea Strübind 00, 2001-06-15

Die „Kraft zum Leben” Kampagne der amerikanischen DeMoss-Stiftung. / Analyse Pfarrer Thomas Gandow 00, 2002-03-04

Die Ausbreitung des Pfingstgeistes. / Vortrag Helmut Haasis 00, 2004-03-14

Bericht über das charismatische Lager. / Informationsdienst TOPIC 00, 2004-07-28

Ein schockierendes „Bekenntnis” der Willow Creek Community Church. / Artikel Bob Burney, 2005-05-13

Leben mit Vision? - Gott ist nicht pragmatisch! Rick Warren und die Saddleback-Gemeinde / Buch Wilfried Plock, 2005-05-13

Der geheime Reichtum der katholischen Kirche. / SPIEGEL-Report von Anna Catherin Loll und Peter Wensierski, 2010-06-14

Die Amerikaner wollen keine Kriege! / Interview mit Vidal Gore, dem Bruder von Al Gore, ehemaliger Vizepräsident der USA.

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Kriterien und Informationen zur Beurteilung des „Toronto-Segens”. / Analyse Dr. Andrea Strübind, 2001-06-15

Dr. theol. Andrea Strübind 33, ist Pastorin in einer ev.- freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) in München. Bis 1995 war sie Referentin für den Bereich der Freikirchen im Ökumenisch-Missionarischen Institut Berlin, einer Einrichtung des Ökumenischen Rates Berlin, der Berliner ACK. Der vorliegende Text basiert auf ihrer Ausarbeitung für die Sitzung der Bundesleitung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) BEFG im Februar 1995. Diese Ausarbeitung ist im Diskussionsforum - Diskurs 33 veröffentlicht.




Die „Kraft zum Leben” Kampagne der amerikanischen DeMoss-Stiftung. / Analyse Thomas Gandow, 2002-03-04

Die bisher unter diesem Link verfügbare Aussendung von Pfarrer Thomas Gandow, (Landeskirchliches Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen, Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, Heimat 27 D-14165 Berlin-Zehlendorf), über die „Kraft zum Leben” Kampagne der amerikanischen DeMoss-Stiftung ist nunmehr im Diskussionsforum — Diskurs 43 veröffentlicht.




Die Ausbreitung des Pfingstgeistes. / Vortrag Helmut Haasis, 2004-03-14

Die leicht überarbeitete Fassung eines Referats, welches Helmut Haasis, Pädagoge im Bremen, auf der Frühjahrstagung der „Arbeitsgemeinschaft Bekennende Gemeinde” in Verbindung mit der 85. Bünder Konferenz (12.-14. März 2004) in Bünde-Hüffen gehalten hat, ist mit freundlicher Erlaubnis des Autors hier bei Immanuel.at im Diskussionsforum - Diskurs 70 veröffentlicht.





Bericht über das charismatische Lager. / Informationsdienst TOPIC 00, 2004-07-28

Ex-Charismatiker berichten: Wie wir im charismatischen Lager verführt wurden.

Was sie persönlich erlebt haben, würden sie vor jedem Gericht dieser Welt mit Eid bezeugen. Auch wären sie bereit, für ihre Aussagen innerhalb dieses Artikels ihre volle Identität anzugeben. Doch davon riet TOPIC ihnen aus Gründen des Personenschutzes ab. Deshalb nennen wir sie schlicht Elisabeth und Joachim. Was die 58-Jährige und der 32-Jährige im charismatischen Lager erlebten, schrieben sie auf vielen DIN-A4-Seiten nieder, von denen TOPIC versucht hat, eine Zusammenfassung zu erstellen.

Elisabeth ist diejenige, die nach ihrer Bekehrung in acht Jahren Charismatik fast alles erlebt hat. Sie war dreimal in der berühmten Vineyard-Gemeinde „Airport Vineyard Fellowship” in Toronto. Von dort ging Anfang der 90er Jahre der „Toronto-Segen” aus, der weltweit - angeblich durch Einwirkung des Heiligen Geistes - Menschen schreiend, lachend oder wie Hühner gackernd zu Boden stürzen ließ. Elisabeth besuchte acht Mal ein charismatisch geprägtes Laubhüttenfest in Jerusalem und erlebte zahlreiche Veranstaltungen mit Walter Heidenreich, Christoph Häselbarth, Benny Hinn, Garry und Lilo Keller oder Mahesh Chavda.

Besonders Bücher machten Elisabeth neugierig auf die Charismatik, und sie wollte die „vielen schimmernden Sterne am grossen weiten Pfingsthimmel” dann auch einmal persönlich kennen lernen: „Unsere Gemeinde wurde mir einfach zu klein.”

Deshalb fing Elisabeth an, charismatische Großveranstaltungen zu besuchen, beispielsweise die „Get ready-Großtreffen” der Freien Christlichen Jugend­gemeinschaft Lüdenscheid (FCJG) unter Leitung des bekannten Charismatikers Walter Heidenreich. In der Lüdenscheider Schützenhalle veranstaltete Heidenreich in den neunziger Jahren (jetzt besitzt die FCJG eine eigene Halle) für Tausende Besucher charismatische Happenings, in denen stets angesagte internationale Propheten, Heiler und Star-Charismatiker auftraten.

Nach einem FCJG-Abend mit ohrenbetäubender Rock­musik erinnert sich Elisabeth: „In der folgenden Nacht hatte ich schreckliche Träume über Jesus, sah ihn mal als Fratze, dann sexuell-pervers. Ich ging in meinem Hotelzimmer auf die Knie und tat weinend Buße. Ich wollte das ja nicht.” Trotz dieses Erlebnisses fährt Elisabeth noch weitere Male in das sauerländer Kleinstädtchen und beschreibt den Abschluss eines Heidenreich-Auftrittes so: „Am letzten Abend standen wir alle auf den Stühlen und Tischen voll betrunken vom Heiligen Geist und sangen auf Anleitung von Walter Heidenreich ,Trink, trink, Brüderlein trink ...' und ,Ei­ner geht noch, einer geht noch rein ...' Es ging zu wie auf einem Münchner Bierfest.”

In Lüdenscheid trifft Elisabeth auf eine Frau, die ihr vorschwärmt, wie toll eine Geistestaufe beim jüdischen Laubhüttenfest der Organisation Internationale Christliche Botschaft Jerusalem ist. Dort treffe man auf die „Nabelschnur vom Himmel und die ganze Fülle des Segens”. Elisabeth fährt nach Israel und erlebt tatsächlich in einem Heilungsgottesdienst mit dem Inder Mahesh Chavda die charismatische Geistestaufe: „Chavda schrie: ,Wer hat die Geistestaufe noch nicht?' Jemand gab mir von hinten einen Stups. Jetzt oder nie! So ging ich mit vielen nach vorne.

Jeder bekam persönlich die Hände aufgelegt und fiel er nicht um, wurde er noch angeblasen. Was ich dann am Boden liegend erlebte, übertraf alles, was ich bisher kannte: Liebesgefühle ohne Ende. Ich wollte und konnte gar nicht mehr aufstehen. Ich war ein anderer Mensch. Jetzt kannte ich Jesus noch als Liebhaber. Von nun an konnte auch ich in Zungen (Glossolalie/ekstatisches Reden) reden, anderen die Hände auflegen oder sie anhauchen, und sie fielen auf den Rücken. Auch hei­len war keine Seltenheit mehr. Nun war ich ,Jemand', hochgestiegen auf dieser Leiter der Hierarchie.”

Nicht immer gehen solche Geistestaufen oder Begegnungen mit okkultbegabten Menschen scheinbar so „glimpflich” ab wie bei Elisabeths Geistestaufe in Jerusalem. Nach einem Heilungsgottesdienst mit dem Charismatiker Christoph Häselbarth in Friedrichshafen am Bodensee erlebte Elisabeth etwas, was sie in Angst und Schrecken versetzte. Nachdem Häselbarth und sein Heilungsteam versuchten, bei einer Kollegin von Elisabeth per Geistheilung ein Bein zu verlängern, kam diese Frau völlig verändert zurück: „Meine Kollegin war längere Zeit wie weg. Sie redete wirr durcheinander, schlug mit ihrem Kopf auf die Tischplatte, heulte, lachte, und das nach einem Heilungsgottesdienst von Häselbarth. Ja, sie wusste nicht mehr, wo sie überhaupt war. Am Ende wollte sie über den Bodensee laufen, wie Petrus.”

Dass solche Kontaktaufnahmen mit einer übersinnlichen Welt schwerwiegende Folgen für Nichtchristen wie auch Christen nach sich ziehen können, erlebte auch Joachim während eines Aufenthaltes in der Jugendgemeinschaft von Walter Heidenreich in Lüdenscheid. Bevor Joachim 2001 Christ wurde, war er sieben Jahre in der Esoterik aktiv gewesen. Als Reiki-Jünger ließ er sich in die ersten Geheimnisse dieser übersinnlichen japanischen Heilweise einweihen. Im Prinzip geht es im Reiki darum, dass ein Reiki-Meister eine okkulte Kraft auf Menschen überträgt.

Ein Woche lang verbrachte Joachim in Lüdenscheid, weil er zunächst nur die Arbeit der Jugendgemeinschaft unter Rauschgiftsüchtigen gründlich kennenlernen wollte. Ein spannendes Buch darüber hatte seine Neugier geweckt. Natürlich besuchte er auch andere FCJG-Veranstaltungen und war beeindruckt von den Heilungswundern, die dort stattfanden. Joachim: „Ich hatte vor meinen Augen erlebt, wie Menschen durch Gebet von körperlichen Gebrechen geheilt wurden.”

Obwohl ihn Glaubensgeschwister aus seiner heimischen Baptistengemeinde gewarnt hatten, sich auf keinen Fall in Lüdenscheid die Hände auflegen zu las­sen, fielen bei Joachim nach und nach diesbezüglich alle Barrieren: „Durch meine Erfahrungen und Erleb­nisse in Lüdenscheid konnte ich die Warnungen von zu Hause nicht mehr annehmen.”

Bei einer FCJG-Veranstaltung mit dem Charismatiker Olli (Reiner) Ewers war Joachim dann bereit, die Geistestaufe zu empfangen. Ewers ging durch die Reihen der Zuhörer und übertrug per Handauflegung übersinnliche Kraftwirkungen, die Menschen zu Boden warfen. „Je näher Olli sich auf mich zubewegte, desto größer wurde meine Anspannung. Ich hörte, wie er beim Händeauflegen immer wieder kurz in Zungen betete und häufig dabei sagte:. ,Der Verstand muss weg!' Auch schnippte er dabei regelmäßig wie selbstverständlich mit den Fingern ... Auch bei mir betete Olli kurz etwas in Zungen. Er legte mir seine Hand auf den oberen Stirnbereich und befahl auch mir, dass der Verstand weg muss ... plötzlich spürte ich, wie ich in einer Art Schwerelosigkeit nach hinten kippte, in meinem Geiste nahm ich alles wahr, was geschah. Ich realisierte, dass ich fiel und dass ich aufgefangen und zu Boden gelegt wurde. Allerdings hatte ich während des Moments des Fallens das Empfinden der Körperlichkeit völlig verloren. Es fühlte sich schwebend an.”

Zwei Tage nach diesem Erleben besucht Joachim eine weitere FCJG-Veranstaltung, bei der die Versammelten aufgefordert wurden, ein Lied „in Zungen” zu singen: „Als das Singen begann, erlebte ich nun, dass sich in mir eine Regung im Kehlkopfbereich äußerte, die ich zuvor nie erlebt hatte. Ich spürte, wie ich regelrecht dazu gedrängt wurde, meine Stimme ebenfalls zu erheben. Ich tat meinen Mund auf, formte einen Laut und dann ging es wie von selbst los. Ohne weiter nachzudenken, erlebte ich, wie der Geist meine Stimmbänder benutzte, um irgendwelche Laute zu formen, die mir völlig fremd waren ... Und obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich da aussprach, begriff ich in jenem Moment doch, was sich gerade ereignet hatte: Die Gabe der Zungenrede war in mir geweckt worden. Nun hatte ich also die Gewissheit, dass ich eine Geistestaufe, wie sie in pfingstcharismatischen Kreisen gelehrt wird, empfangen hatte.”

Doch bei diesen Erfahrungen blieb es nicht. Wieder zu Hause, erlebte Joachim zu seinem Entsetzen, dass während seiner Gebetszeit Phänomene auftauchten, die er aus seiner Esoterik-Zeit kannte: „An einem Morgen, während meiner Stillen Zeit, erlebte ich, dass das leichte Wippen meines Körpers, das ich regelmäßig während des Zungenredens erlebte, plötzlich in ein starkes Schütteln überging. Meine Arme, die ich im Gebet seitlich nach oben gestreckt hatte, begannen sich dabei sehr stark hin und her zu bewegen und mein ganzer Oberkörper wurde plötzlich heftig durchgeschüttelt ... Zum ersten Mal erlebte ich derartige Schüttelerlebnisse bei einer Einweihungszeremonie in den ersten Reiki-Grad. Als ich mich von der Meisterin für diese Energie hatte öffnen lassen, spürte ich regelrecht, wie eine fremde Kraft in meinen Körper kam und meinen ganzen Körper heftig durchschüttelte.” Dieses immer wiederkehrende Reiki-Schütteln hörte erst auf, als sich Joachim nach seiner Bekehrung in einem Gebet davon lossagte. Jetzt war es wieder da und der junge Christ fragte sich, „ob sich der Heilige Geist genau so manifestieren sollte wie dieser Reiki-Geist?”

Nach und nach erkannte Joachim, was er sich durch die Geistestaufe eingehandelt hatte. Gebete um Klarheit und Studien von Bibelstellen wie Jesaja 28 Vers 13, in der das rücklings Umfallen negativ dargestellt wird, bringen Joachim dazu, noch einmal ein Lossagegebet zu sprechen - dieses Mal in Bezug auf seine Geistestaufe. „Schon am Tag darauf bemerkte ich, wie sich diese übersinnlichen Phänomene, die gerade während meiner Gebetszeit regelmäßig auftraten, nicht mehr manifestieren konnten. Das Wippen kam nicht wieder und ich wurde auch nicht mehr zur Zungenrede gedrängt. Zu meiner Freude durfte ich so erleben, dass der falsche Geist seinen Einfluss auf mein Leben wieder verloren hatte ...”

Auch Elisabeth durfte den Ausgang aus dem charismatischen Irrgarten finden. Dabei halfen ihr einige bekannte Evangelisten und charismatisch-kritische Literatur. Heute sieht Elisabeth ihre Zeit als Charismatikerin so: „Ich schäme mich so vor Jesus Christus für alle Gotteslästerungen. Schritt für Schritt tat uns Gott die Augen auf. Ich ging immer wieder auf die Knie, auch mit meiner Kollegin. Wir weinten und baten Gott und unseren Herrn Jesus Christus um Vergebung. Ihm sei's gedankt, dass er uns aus diesem Sumpf der Verirrung herausgezogen hat.”

Vieles ist in den Geschichten der beiden Ex-Charismatiker identisch. Besonders auffällig ist dabei das geradezu fiebrige Bestreben im pfingstcharismatischen Lager, die Gläubigen möglichst schnell mit einem neuen Geist zu impfen. Dieser Geist scheint wie ein Virus per Handauflegung oder auch nur durch Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen überzuspringen. Dass dieser pfingstcharismatische Geist nicht der Heilige Geist ist, zeigen nicht nur Berichte aus der gesamten Kirchengeschichte, sondern auch immer wieder solche Zeugnisse wie diese von Elisabeth und Joachim.

Jesus selbst warnt in seiner Endzeit-Rede (Matth. 24) vor falschen Heilsbringern, die mit Zeichen und Wundern versuchen, die „Auserwählten” zu verführen. Diese falschen Christusse und Propheten sind längst mitten unter uns und treiben ihr Unwesen.

Informationsdienst TOPIC / Herausgeber: Ulrich Skambraks (Kreuztal bei Siegen). Postfach 1544.0-57206 Kreuztal
(Abo-Verwaltung: RZS, Walbergraben 1, D-35614 Asslar. Telefon: 06441/804326, Telefax: 06441/804501)




Ein schockierendes „Bekenntnis” der Willow Creek Community Church / Bob Burney, 2007-10-30

COLUMBUS, Ohio (BP) - Wenn Sie älter als 40 Jahre sind, ist Ihnen der Name Benjamin Spock mehr als vertraut. Es war Spock, der einer ganzen Generation von Eltern sagte, sie sollten sich nicht aufregen und ihre Kinder nicht bestrafen und ihnen erlauben, sich selbst auszudrücken. Disziplin, so sagte er uns, würde das zerbrechliche Ego eines Kindes nachteilig beeinflussen. Millionen folgten diesem Guru der Kindesentwicklung und er blieb unter professionellen Kindererziehungsexperten unwidersprochen. Jedoch machte Dr. Spock vor seinem Tod eine verblüffende Entdeckung. Er hatte Unrecht. Tatsächlich sagte er:

„Wir haben eine Generation von Gören aufgezogen. Eltern sind nicht bestimmt genug mit ihren Kindern, aus Furcht, ihre Liebe zu verlieren oder ihren Unmut auf sich zu ziehen. Das ist ein grausamer Entzug, den wir Profis Müttern und Vätern aufgebürdet haben. Natürlich machten wir das mit den besten Absichten. Wir erkannten nicht, bis es zu spät war, wie unsere ,Wir wissen alles' Haltung die Selbstsicherheit von Eltern untergraben hat.”


Uups.

Etwas genauso Bedeutungsschweres ist gerade meiner Meinung nach in der evangelikalen Gemeinschaft passiert. Für den größten Teil einer Generation sind Evangelikale mit der „sucherfreundlichen” Bewegung ins Schwärmen geraten, die von der Willow Creek Community Church in Chikago ausgebrütet wurde. Der Guru dieser Bewegung ist Bill Hybels. Er und andere hatten uns Jahrzehntelang geraten, alles über Bord zu werfen, was wir vorher über Gemeindewachstum gedacht haben und was uns gelehrt wurde, und es durch ein neues Paradigma zu ersetzen, eine neue Weise, den geistlichen Dienst zu tun.

Mit dieser „neuen Welle” des geistlichen Dienstes kam vielleicht unabsichtlich ein geringerer Nachdruck, persönliche Verantwortung für Bibelstudien zu übernehmen, verbunden mit einer Betonung von „Programmen” und Hochglanzmarketing, die auf gefühlten Bedürfnissen beruhten.

Die Größe der Menschenmenge anstatt die Intensität des Herzens bestimmten den Erfolg. Wenn die Menge groß war, dann dachten sie segnete Gott gewiss den geistlichen Dienst. Gemeinden wurden aufgrund von demographischen Studien, professionellen Strategen, Marketingforschung, Erfüllung „gefühlter Bedürfnisse” und Predigten gebaut, die im Einklang mit diesen Techniken stehen. Uns wurde gesagt, Predigen sei out und Relevanz in. Lehre war bei weitem nicht so wichtig wie Innovation. Wenn sie nicht „innovativ” und verbraucherfreundlich war, wurde sie verdammt. Die Erwähnung von Sünde, Errettung und Heiligung waren tabu und wurden durch Starbucks (Kaffeekränzchen), Strategie und Empfindsamkeit ersetzt.

Tausende von Pastoren hingen an jedem Wort, das von den Lippen der Experten der Kirchenwachstumsbewegung ausging. Satellitenseminare waren mit wissensdurstigen Kirchenführern voll gepackt, die den neuesten Weg lernten, „Gemeinde zu machen”. Das Versprechen war eindeutig: Tausende von Leuten und Millionen von Dollar konnten nicht unrecht haben. Vergiss, was Leute benötigen, gib ihnen, was sie wollen. Wie kann man gegen die Zahlen argumentieren? Wenn man es wagte, die „Experten” herauszufordern, wurde man sofort als „Traditionalist” abgestempelt, eine Rückkehrer zu den 50er Jahren, ein starrköpfiger Dinosaurier, der unwillig war, sich den Zeiten anzupassen.

All das hat sich kürzlich geändert.

Willow Creek hat das Ergebnis einer mehrjährigen Studie über die Wirksamkeit ihrer Programme und der Philosophie ihres geistlichen Dienstes herausgegeben. Die Erkenntnisse der Studie findet man in einem neuen Buch mit dem Titel „Reveal: Where Are You? — Zeig her: Wo stehst Du?”, mitverfasst von Cally Parkinson und Greg Hawkins, Exekutivpastoren der Willow Creek Community Church. Hybels selbst bezeichnete die Ergebnisse als „das Fundament aufbrechend”, „die Erde erschütternd” und „die Sinne erweiternd”. Und das ist kein Wunder: Es scheint, dass die „Experten” unrecht hatten.

Der Bericht enthüllt, dass das meiste von dem, was sie in diesen vielen Jahren getan haben und was sie Millionen anderen gelehrt haben, keine soliden Jünger Christi produziert. Zahlen ja, aber keine Jünger. Es wird schlimmer. Hybels lamentiert:

„Als die Ergebnisse tatsächlich zurückkamen, stellte sich heraus, einiges von dem Zeug, in das wir Millionen von Dollars gesteckt haben, weil wir dachten, es würde wirklich unseren Leuten helfen, geistlich zu wachsen und sich zu entwickeln, half den Leuten nicht so sehr. Nach anderen Sachen, in welche wir nicht so viel Geld hineinsteckten und wofür wir nicht so viel Personal einsetzten, schreien die Leute.”


Wenn man einfach nur eine Menge von Leuten will, liefert das „sucherfreundliche” Modell Ergebnisse. Wenn man gut fundierte, echte, reife Nachfolger Christi will, ist es eine Pleite: In einem schockierenden Bekenntnis stellt Hybels fest:

„Wir machten einen Fehler. Was wir hätten tun sollen, als Leute zum Glauben kamen und Christen wurden, hätten wir anfangen sollen ihnen zu sagen und sie zu lehren, dass sie Verantwortung übernehmen müssten, und sich verantwortlich ‘selbst ernähren’ müssten. Wir sollten Leute gewonnen und ihnen gelehrt haben, wie sie ihre Bibel zwischen den Gottesdiensten lesen sollten, wie sie die geistlichen Praktiken viel aggressiver selbständig hätten tun sollen.”


Es ist unglaublich, der Guru des Kirchenwachstums sagt uns nun, dass Leute ihre Bibeln lesen und Verantwortung für ihr geistliches Wachstum übernehmen müssen.

Genauso wie Spocks „Fehler” kein unbedeutender Irrtum war, so ist der Irrtum der sucherfreundlichen Bewegung in seiner Reichweite gewaltig. Man entdeckt jetzt, dass das Fundament von Tausenden Gemeinden in Amerika bloßer Sand ist. Das Individuum, das vielleicht den größten Einfluss auf die amerikanischen Gemeinden in unserer Generation hatte, hat nun eingestanden, die Philosophie seines geistlichen Dienstes wäre in großen Teilen ein „Fehler”. Das Ausmaß dieses Irrtums ist gar nicht zu ermessen.

Die vielleicht am meisten schockierende Sache bei all diesen Enthüllungen, die aus Willow Creek kommen, findet man in der Zusammenfassung von Greg Hawkins:

„Unser Traum ist, dass wir grundlegend die Weise verändern, wie wir Gemeinde machen. Dass wir ein unbeschriebenes Blatt Papier herausnehmen und alle unsere alten Annahmen überdenken. Sie durch neue Einsichten ersetzten. Einsichten, die aus Nachforschungen stammen und in der Schrift verwurzelt sind. Unser Traum ist wirklich zu entdecken, was Gott bewirkt und wie er uns bittet, diesen Planeten zu verändern.”


Ist es nicht das, was uns gesagt wurde, als diese ganze sucherfreundliche Sache begann? Die Kirchenwachstumsgurus wollen wieder ihre alten Annahmen über Bord werfen und „ein unbeschriebenes Blatt Papier herausnehmen”, und wahrscheinlich wieder mit einem neuen Paradigma für den geistlichen Dienst herauskommen.

Sollte dies ermutigend sein?

Bitte beachten Sie, dass „verwurzelt in der Schrift” immer noch dem „überdenken”, „neue Einsichten” und „Nachforschungen” folgt. Jemand kapiert es anscheinend immer noch nicht. Solange man nicht zu einfachen biblischen (und relevanten) Prinzipien zurückkehrt, wird ein neues fehlerhaftes Schema das bestehende ersetzen und eine weitere Generation wird dem nachfolgen, was der neuste Pfeifer spielt.

Was wir bei diesem „Bekenntnis”, das aus den höchsten Rängen der Willow Creek Vereinigung kommt, zumindest ermutigend finden sollten ist, dass sie endlich erkennen: ihr gegenwärtiges „Modell” hilft den Leuten nicht, zu reifen Jüngern von Jesus Christus heranzuwachsen. Wenn man den massiven Einfluss sieht, den diese Organisation heute auf die Kirche in Amerika hat, so lasst uns beten, es möge Gott gefallen, Strukturen in Willow Creek einzusetzen, die nicht nur zahlenmäßiges Wachstum, sondern Wachstum in der Gnade begünstigen werden.


Bob Burney ist preisgekrönter Moderator (Salem Kommunikationspreis) des Radioprogramms Bob Burney Live, das an Werktagen nachmittags auf WRFD — AM 880 in Columbus, Ohio, zu hören ist. Diese Rubrik erschien ursprünglich in Townhall.com.

http://www.crosswalk.com/pastors/11558438/



Leben (Kirche) mit Vision? - Gott ist nicht pragmatisch! / Buch Wilfried Plock, 2005-05-13

Rick Warren und die »Saddleback-Gemeinde«

Rick Warren studierte zwar nicht wie Schwarz am Fuller Seminary, aber er beschreibt in seinem Buch »Kirche mit Vision« (in der deutschen Übersetzung: Leben mit Vision” / Anm.), wie er im Jahr 1974 zum ersten Mal auf den Namen McGavran stieß: Als ich dort saß und diesen Artikel über Donald McGavran las, hatte ich keine Ahnung davon, wie dramatisch er die Richtung meines Dienstes beeinflussen würde (…) Rick Warren begann mit seiner Frau Kay im Saddleback-Tal, südlich von Los Angeles gelegen, eine Gemeindearbeit. Heute trifft sich dort eine der größten christlichen Gemeinden der westlichen Hemisphäre. Der Gründer dieser Gemeinde ist ein Visionär. Am 30. März 1980 träumte Rick Warren in seiner ersten Predigt von einer 20.000-Seelen-Gemeinde, Hunderten von ausgesandten Missionaren und einem großen Grundstück mit vielen schönen Gebäuden. Er und seine Mitarbeiter arbeiteten über zwei Jahrzehnte an der Verwirklichung dieser Ziele. Ein Teil ihres Traumes wurde bereits Wirklichkeit. Der Schwerpunkt der Gemeindeaktivitäten liegt auf den Wochenendgottesdiensten. Zwei finden am Samstagabend statt. Am Sonntag sind es gar drei. Sie werden Woche für Woche von vielen Menschen besucht. Diese Gottesdienste sind auf Nichtchristen ausgerichtet. Der Musikstil ist modern und laut. Die Kleidung ist leger. Rick Warrens Ansprachen sind thematisch und relevant. Das bedeutet: sie haben etwas mit dem praktischen Alltagsleben der Hörer zu tun (was natürlich grundsätzlich nicht schlecht ist). Eine Predigtreihe lautete beispielsweise: »Vom Burnout zur Balance «. Die Kirche bietet mehr als 150 verschiedene Dienste an. Es existieren Hunderte von Kleingruppen und eine ausgedehnte Jugendarbeit. Saddleback hat Modellcharakter. Saddleback versteht sich als Trendsetter. Das Modell der »Purpose Driven Church« (auftragsbestimmte Gemeinde) wurde vor allem durch Rick Warrens gleichnamiges Buch bekannt. Inzwischen wurden weltweit mehr als eine Million Exemplare in mehr als 20 Sprachen verkauft.


Kirche mit Vision

Rick Warrens Buch »Kirche mit Vision« erschien 1995 und erlebte in den USA innerhalb kürzester Zeit 36 Auflagen. Das Buch wurde zum Megaseller. In Deutschland erschien es 1998 im Projektion J Verlag und es ging auch bei uns bereits zehntausende Male über die Ladentische. Zudem wurden seit Erscheinen des Originals über 500.000 Gemeindeleiter auf der ganzen Welt »mit den Prinzipien gesunden Gemeindebaus …« vertraut gemacht. Warum ist »Kirche mit Vision« so anziehend? Warum bedienen sich die Empfehlungen solcher Superlative? Hier einige Beispiele (alle dem Anhang entnommen): Dieses Buch ist ein seltener Schatz göttlicher Weisheit, völlig biblisch, inspiriert vom Heiligen Geist … Jeder Pastor muss dieses Buch lesen! (der inzwischen verstorbene Bill Bright) Rick Warren ist der Architekt für die Gemeinde des 21. Jahrhunderts und dies ist seine Blaupause! (Bruce Larson) Niemandem gelingt gesundes Gemeindewachstum besser als Rick Warren. (Jim Reeves) Kirche mit Vision ist vielleicht das Kronjuwel unter der Literatur über Gemeindewachstum. (Randy Pope) Rick Warren ist derjenige, dem wir alle zuhören und von dem wir lernen sollten. (Robert Schuller) Dieses Buch könnte einen so bedeutenden Einfluss auf die Zukunft der Christenheit ausüben wie alle anderen Bücher zusammen, die in den letzten Jahren erschienen sind. (Ronnie Floyd) Ich betrachte Rick Warren als einen der größten Denker in der heutigen Kirche. (Dwight Reighard) Rick Warren ist ein Genie … (Ed Young jr.) Diese Einschätzungen stammen von hoch angesehenen christlichen Leitern in den USA. In der Tat ist Kirche mit Vision ein lesenswertes Buch. Der bibelkundige, differenzierungsfähige Leser wird wirklich eine Fülle wertvoller Einsichten und Anregungen finden. Nach dem Geheimnis des Erfolgs befragt, antwortete der Autor selbst: Das ist das Geheimnis meines Buches: Es ist sozusagen der »Intel-Chip« des Gemeindeaufbaus! Man kommt nicht umhin, diese Aussage als vermessen zu bezeichnen. Den »Intel-Chip« (weltweit am häufigsten eingesetzter PC-Prozessor) finden wir allemal im Neuen Testament. Mit ähnlicher »Selbstgewissheit« spricht Dr. Warren von seinem jüngsten Buch »Leben mit Vision«: Aber ich vertraue auch - im Glauben - darauf, dass das Buch ein Werkzeug zur Veränderung quer durch unsere Nation und dann der Welt sein könnte. Was jedoch in den zitierten Belobigungen verschwiegen bzw. von deren Verfassern nicht erkannt wird, ist die Tatsache, dass das Buch gleichzeitig sehr umstrittene, fragwürdige und auch irreführende Passagen enthält. Unsere Untersuchung will sowohl das Positive würdigen, als auch das Negative beim Namen nennen. Dabei basieren meine Ausführungen nicht nur auf der gründlichen Lektüre von Warrens Buch, sondern auch auf eigener Beobachtung. Im Frühjahr 2000 hielt ich mich in Los Angeles auf. In jener Zeit konnte ich Saddleback mehrmals besuchen, Gespräche führen und mir selbst ein Bild über die Arbeit machen.


Rick Warrens Wertschätzung der Gemeinde

Das Buch als Ganzes bringt die Wertschätzung seines Autors gegenüber der Gemeinde Gottes zum Ausdruck. Warren ist ohne Zweifel dem Gemeindebau völlig hingegeben. Die örtliche Gemeinde betrachtet er nicht als Organisation, sondern als Familie. Diese Sichtweise ist in einer Zeit der »Gemeindefrustrationen « und »-traumata« wohltuend. Am Ende des Buches finden sich großartige Sätze: Ich liebe die Gemeinde von ganzem Herzen. Sie ist das brillanteste Konzept, das je erdacht wurde. Wenn wir wie Jesus sein wollen, dann müssen wir die Gemeinde so lieben, wie er das tut, und wir müssen auch andere lehren, die Gemeinde ebenfalls zu lieben … Diese Leidenschaft für die Gemeinde Christi nehme ich dem Autor voll und ganz ab. Sie ist vorbildlich.


Die Betonung von Gemeindegesundheit

Obwohl Warren selbst stark von der »Gemeindewachstumsbewegung « geprägt wurde, betont er in seinem Buch immer wieder die Bedeutung der »Gemeindegesundheit«. Darunter versteht man in Saddleback eine Ausgewogenheit zwischen den Elementen Kleingruppen, Jüngerschaft, Anbetung (Worship), Sonntagsschule - und insbesondere zwischen Evangelisation auf der einen und Weiterführung der Christen auf der anderen Seite. Warren sagt in diesem Zusammenhang wörtlich: »Das Geheimnis einer gesunden Gemeinde ist Ausgewogenheit«. Das angestrebte Ziel ist, Menschen nicht nur zur Bekehrung, sondern dann zur geistlichen Reife zu führen. Ein weiterer Kernsatz lautet: Gemeinden werden wärmer durch Gemeinschaft. Gemeinden werden tiefgehender durch Jüngerschaft. Gemeinden werden stärker durch Anbetung. Gemeinden werden weiter durch Dienen. Gemeinden werden größer durch Evangelisation. Diese Sichtweise halte ich für ausgezeichnet. Ich wünschte mir, dass viele Gemeinden an dieser Stelle von Saddleback lernen würden und planmäßiger arbeiteten. Nach meiner Beobachtung haben im deutschsprachigen Raum nur wenige Gemeinden gleichzeitige Angebote und Programme zur Evangelisation und zur Weiterführung der Gläubigen. Entweder Gemeinden evangelisieren und vernachlässigen dabei das Wachstum der Christen - oder umgekehrt. Hier könnten in der Tat viele Gemeindegründer von Saddlebacks Beispiel lernen. Was Rick Warren unter der Überschrift »Das Fundament einer gesunden Gemeinde« (Kap. 4) schreibt, gehört mit zum Besten in seinem Buch. Und auch darin ist ihm zuzustimmen, dass vielen Gemeinden eine klarere Sicht für den eigentlichen Auftrag gut tun würde.


Gute Zitate und jede Menge praktische Tipps

Warren versteht es, an geeigneten Stellen würzige Zitate einzubauen. Wenn er über Gewohnheiten spricht, führt er Fjodor Dostojewski an: Die zweite Lebenshälfte eines Menschen besteht aus den Gewohnheiten, die er in der ersten Hälfte erworben hat. Wenn er von Überzeugungen redet, zitiert er Howard Hendricks: Ein Glaube ist etwas, über das man streiten wird. Eine Überzeugung ist etwas, für das man sterben würde. Im gesamten Buch findet der Leser eine Fülle von nützlichen Ideen, Anregungen und praktischen Tipps. Eine wahre Fundgrube erstreckt sich z. B. von Seite 241-261. Dass diese Prinzipien in Saddleback praktiziert werden, kann ich aufgrund meines Besuchs im Jahr 2000 bestätigen.


Sicht für Evangelisation, Tochtergemeinden und Weltmission

Die Saddleback-Gemeinde möchte in den nächsten 20 Jahren 200 Berufsmissionare aussenden. Im Großraum Los Angeles wurden mehr als 30 Tochtergemeinden gegründet. Die missionarische Leidenschaft und das Anliegen, Menschen für Christus zu gewinnen, sind echt, ja, sogar vorbildlich. Es ist ein enormer Fortschritt, wenn in einer Gemeindearbeit nicht nur gelegentlich eine Evangelisation durchgeführt wird (so segensreich diese auch sein kann), sondern auch ein permanentes missionarisches Anliegen zu finden ist. Evangelisation und konsequente Einführung in Jüngerschaft, das Bemühen um Lehre usw., sind in Saddleback feste Bestandteile des Gemeindelebens.


Die Betonung der Dienstbereitschaft

Saddleback duldet kein Konsumentenchristentum. Warren und seine Mitarbeiter streben an, möglichst viele Gläubige zu aktiven Dienern in der Gemeinde zu machen. Die Ausführungen dazu auf den Seiten 344-346 sind lesenswert. Darüber hinaus veranstaltet die Gemeinde Pastorenkonferenzen. Mehr als 180.000 Pastoren und Leiter aus Denominationen besuchten bereits die »Purpose-Driven-Schulungen«. Die Multiplikation des Angebots via Internet tut ein Übriges. Saddleback versteht sich selbst als Gemeinde der Zukunft. Rick Warren ist - laut des von Billy Graham gegründeten Magazins »Christianity Today« - der Pastor mit dem inzwischen wahrscheinlich größten Einfluss auf die Christen in Amerika. Er spricht nicht nur von Gemeindewachstum. Er betont Gemeindegesundheit. Darunter versteht er die Balance zwischen Evangelisation nach außen und Wachstum der Gläubigen. Zuerst sollen Menschen in den Gästegottesdiensten für Christus gewonnen werden. Dann will man diese in vier verschiedenen Kursen zur Reife führen. Diesen Prozess versteht Warren als Kern einer »auftragsorientierten Gemeinde«. In diesem Bemühen um Ausgewogenheit liegt ohne Zweifel die Stärke der Saddleback-Gemeinde. Aus dieser Aufzählung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, geht hervor, warum ich »Kirche mit Vision« durchaus zur Lektüre empfehle, wenn der Leser mit einem am Wort Gottes geschulten Unterscheidungsvermögen herangeht.


Das Negative wird in der Bibel nicht verschwiegen

»Weissagungen verachtet nicht, prüft aber alles, das Gute haltet fest! Von aller Art des Bösen haltet euch fern«! (1Thess 5,20-22) Nachdem ich einmal öffentlich eine kritische Anmerkung zu einem anderen Gemeindebaukonzept gemacht hatte, schrieb mir ein junger Theologe. Er meinte, Paulus hätte die Thessalonicher lediglich aufgefordert, alles zu prüfen und das Gute zu behalten. Er hätte nicht verlangt, auch das Negative zu erwähnen. Diese Sicht scheint mir symptomatisch für die heutige Zeit zu sein. Die Philosophie der Toleranz möchte alles stehen lassen und grundsätzliche Kritik möglichst vermeiden. Vor allem auf Abgrenzung soll verzichtet werden. Wer hingegen das Neue Testament aufmerksam liest, der stellt fest, dass sowohl Jesus Christus als auch die Apostel sehr oft Kritik und Abgrenzung geübt haben (Mt 16,11-12; Mt 23; 1Kor 15,12; 2Kor 11,1-4; 3Joh. 9-10; etc.). Paulus wies Petrus sogar öffentlich zurecht, als es um »die Wahrheit des Evangeliums« ging (Gal 2,14).


Kein Gefallen am Aufdecken der Fehler

Noch etwas sei an dieser Stelle betont. Ich habe kein Gefallen am Aufdecken der Fehler und Schwächen anderer. Mir wäre es lieber, ich könnte hier schließen. Aber gerade weil Saddleback einen solchen Einfluss auf viele Gemeinden in aller Welt ausübt, wie vielleicht kaum eine einzelne Gemeinde je zuvor in der Geschichte, darum muss sich Rick Warren erst recht mit seinem Konzept an den Maßstäben der Heiligen Schrift messen lassen. Es geht letztlich um die Wahrheit des Evangeliums und des neutestamentlichen Gemeindebaus. Man würde natürlich ebenso Fehler und Mängel finden, wenn man beispielsweise die Gemeinde, zu der ich gehöre, genau unter die Lupe nähme. Meine Gemeinde hat zwar keinen weltweit prägenden Einfluss; dennoch freue ich mich, wenn uns jemand in aufrichtiger Haltung auf ungute Dinge in unserer Gemeinde aufmerksam macht. Aufrichtige Ermahnung hilft letztlich mehr als Schmeichelei. Unsere Verantwortung liegt darin, die Wahrheit in einer demütigen Haltung und mit dem Ziel der Hilfe zu sagen. Wahrheit zu unterdrücken, hilft letztlich niemandem. Wahrheit muss Wahrheit bleiben, selbst wenn sie gegen uns spricht oder wenn wir uns mit ihrer Weitergabe angreifbar machen. Ich nehme Warren ab, dass er Gott gefallen möchte und bin auch bereit, von ihm zu lernen. Ich habe viele Passagen seines Buches positiv angestrichen. Aber ich kann nicht schweigen, wenn sein Modell als das neue Heilmittel für die Gemeinden weltweit angepriesen wird. Sein »Medikament « hat zu starke »Nebenwirkungen«.


Die offensichtliche Geringschätzung biblischer Lehre

Rick Warren ist ein Meister des Pragmatismus. Pragmatismus ist - wie wir im ersten Teil gesehen haben - die Einstellung, Dinge nicht nach übergeordneten Prinzipien zu beurteilen, sondern vor allem nach ihrer Funktionalität. Pragmatismus ist Zweckmäßigkeitsdenken. Genau hier liegt meine Hauptkritik an Warrens Konzept. In Saddleback ist Pragmatismus der alles beherrschende Faktor. Wir Europäer haben den Hang zum Theoretisieren. Rick Warren erliegt, was Amerikanern gelegentlich (und manchmal zu recht) nachgesagt wird, dem anderen Extrem. Er denkt und arbeitet ungehemmt pragmatisch. Pragmatismus ist nicht zu verwechseln mit Praxisorientierung. Pragmatismus ist Zweckmäßigkeitsdenken. Auch wenn Rick Warren wiederholt erwähnt, dass er Bibelstudium für wichtig hält, so schwächt er diese Aussage gleich wieder mit der Feststellung ab, dass Lehre ohne Praxis fruchtleer bleibt. In einem Abschnitt über verschiedene »Mythen« des Gemeindebaus, die Warren für unzutreffend hält, kritisiert er auch die These, man brauche nur Bibelstudium, um geistlich zu wachsen (»Reifemythos Nr. 6«). Wörtlich schreibt er: Das Letzte, was viele Christen nötig haben, ist, einen weiteren Bibelkurs zu besuchen. Sie wissen bereits mehr, als sie in die Praxis umsetzen. Nach dieser Philosophie müsste man Bibellehre fast völlig sein lassen, denn nahezu alle Christen auf der Welt wissen bereits mehr als sie in ihrem praktischen Alltagsleben umsetzen können. Außerdem vergisst Warren, dass es auch »informative Lehre« gibt, die dazu dient, verstehen und erklären zu können, warum beispielsweise die Hauptlehre der römisch-katholischen Kirche falsch ist. Ich halte es für einen Fehler, anzunehmen, dass alleine die Beschäftigung mit der Bibel Reife hervorbringen wird. Hier schießt Warren meines Erachtens einen »Strohmann« ab. Mir ist auch in Amerika noch nie ein Christ begegnet, der das behauptet hätte. Vielmehr offenbaren solche Aussagen in »Kirche mit Vision« unfreiwillig die zugrunde liegende Philosophie des Pragmatismus.


Die viel zu schwach ausgeprägte »Lehre von der Gemeinde« (Ekklesiologie)

Warren baut seine »Ekklesiologie« letztlich auf zwei Bibelstellen: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen …« (Mt 22,37-40) und »Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; … « (Mt 28,19-20). Daraus leitet der Autor fünf Aufträge für eine »auftragsbestimmte « Gemeinde ab (»The Purpose-driven Church« ist der amerikanische Originaltitel des Buches). Diese fünf Aufträge sind als solche zwar keineswegs falsch, aber sie sind teilweise falsch definiert und lediglich ein kleiner Ausschnitt aus der gesamten neutestamentlichen Lehre über die Gemeinde. Hier handelt es sich um eine unzulässige Verkürzung. In »Kirche mit Vision« fehlt leider eine biblisch begründete Begriffs- und Auftragsbestimmung der Gemeinde. Das ist für ein solches Buch ein unverzeihlicher Mangel.


Das Fehlen einer heilsgeschichtlichen Gesamtschau

Dieser Punkt berührt ein hermeneutisches Problem. »Hermeneutik « ist die Lehre vom Verstehen und Auslegen der Heiligen Schrift. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Bibel heilsgeschichtlich verstanden werden will. Rick Warren scheint dieses Auslegungsprinzip fremd zu sein. In Kapitel 12 - über das ich ausgesprochen unglücklich bin - führt er aus, wie Christus Menschenmassen anzog. Dabei erwähnt er mit keiner Silbe, dass der Dienst Jesu von zwei ganz verschiedenen Phasen gekennzeichnet war. Im ersten Teil proklamierte der Heiland den Anbruch des Reiches Gottes (Mt 4-11). Dann wurde er von der Führung Israels definitiv als Messias abgelehnt (Mt 12). Daraufhin begann die zweite Phase seines Dienstes mit dem Schwerpunkt der Jüngerbelehrung (ab Mt 13). Warum erwähnt Warren nicht, dass Christus die Mengen hauptsächlich in der »Reich-Gottes-Phase« anzog? Als der Sohn Gottes vom Kreuz und vom Preis der Nachfolge predigte, blieben von der großen Masse nur noch wenige übrig (Joh 6,66-69). Wo zog Paulus, unser besonderes Vorbild im Gemeindebau, die Massen an? Und wo taten es nach der anfänglichen Phase großen Zulaufs (Apg 2-6) die anderen Apostel? Den Korinthern musste Paulus schreiben: Mir scheint, dass Gott uns als die Letzten hingestellt hat, wie zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als Menschen (1Kor 4,9). Menschlich gesprochen ist es ist in Nordamerika für einen begabten Evangelisten nicht sonderlich schwer, eine größere Zahl von Menschen anzuziehen; vor allem dann, wenn das Programm so auf die Zielgruppe maßgeschneidert wird wie in Saddleback oder Willow Creek. Aber wenn Warren dem Leser in dem besagten 12. Kapitel in Aussicht stellt, dass doch eigentlich alle Gemeindegründer zu großen Mengen predigen könnten, wenn sie es denn nur richtig anpacken würden, dann hat er den Boden der Bibel verlassen.


»Gottesdienste« für suchende Menschen

Warren empfiehlt »Gottesdienste für Suchende« als das geniale Konzept der Evangelisation. Als Pragmatiker hat er mit diesem Stilmittel keine Probleme. Er rechtfertigt seinen Ansatz mit den Aussprüchen Jesu »Kommt und seht!« (Joh 1,39) und »Kommt alle zu mir …« (Mt 11,28). Allerdings übersieht er dabei, dass Christus die Ungläubigen zu sich eingeladen hat, und nicht in die Zusammenkünfte der neutestamentlichen Gemeinde! Das ist ein großer Unterschied. Wer sich hingegen strikt an die Weisungen des Neuen Testaments halten möchte, wird zurückhaltender sein. Wo steht in den Lehrbriefen des Neuen Testaments geschrieben, dass wir Ungläubige in unsere »Gottesdienste« einladen sollen? Das Gegenteil ist der Fall: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung (Mk 16,15). Das Zusammenkommen der örtlichen Gemeinde hat nach der Schrift den Zweck der Anbetung Gottes, der Erbauung der Gläubigen sowie deren Zurüstung zum Dienst. Wenn dennoch Nichtchristen unseren Predigten zuhören wollen, sind sie selbstverständlich herzlich willkommen - und schon mancher wurde auf diesem Wege von Gott angesprochen. Wir werden jedoch nirgendwo aufgefordert, den »Gottesdienst« zu einer Evangelisationsveranstaltung umzufunktionieren. In 1. Korinther 14,23 und Jakobus 2,2ff wird beispielhaft ausgeführt, was passieren könnte, wenn ausnahmsweise doch ein Ungläubiger kommt. Ebenso werden wir durch diese Stellen nicht angehalten, das Programm und die Verkündigung auf Suchende auszurichten. Uns bieten sich außerhalb der Gemeindezusammenkunft ungezählte gute Möglichkeiten zum Evangelisieren. Warum sollten wir es gegen den neutestamentlichen Grundsatz im »Gottesdienst « praktizieren? Wenn wir es dennoch tun, treibt uns nicht die Heilige Schrift, sondern Pragmatismus. Wir machen quasi aus dem »Heiligtum« einen »Vorhof«.Wir tauschen sozusagen unser Tafelsilber gegen Plastikbesteck ein. Denn wer »A« sagt, muss auch »B« sagen. Wer seine Veranstaltungen nach dem Geschmack der Nichtchristen ausrichtet, der muss zwangsläufig Rockmusik, Theaterstücke, thematische Predigten etc. einsetzen. Das Motto lautet ja: »Hauptsache, ich bekomme Besucher meiner Zielgruppe in meine Veranstaltung«. Der bekannte Bibelausleger John MacArthur weist darauf hin, dass nach dem Tod von Ananias und Saphira große Furcht über alle kam, die es hörten (Apg 5,11). Er fährt fort: Nach Vers 13 wagten die Ungläubigen nicht, sich ihnen anzuschließen. Das steht in diametralem Gegensatz zu der heute so beliebten Philosophie der Benutzerfreundlichkeit. Anstatt die Leute zu ködern, indem man ihnen das Gefühl gibt, willkommen und sicher zu sein, benutzte Gott die Angst, um sie draußen zu halten. Erwin Lutzer, Hirten-Lehrer in der Moody Bible Church in Chicago, beschreibt ebenfalls die Spannung zwischen Liebe und Heiligkeit der Gemeinde: Die Liebe innerhalb der Gemeinde zieht die Welt an; die Heiligkeit innerhalb der Gemeinde verurteilt die Welt. Zur Zeit der frühen Gemeinde befiel die Außenstehenden große Angst, wenn sie erlebten, wie sich die Gemeinde der Disziplin und dem heiligen Leben verschrieb. Nun argumentieren die Vertreter dieses Modells, der Sucher- Gottesdienst sei nur eine evangelistische Veranstaltung unter anderem Namen. Der Gemeindegottesdienst fände ja in der Wochenmitte statt. Tatsächlich versammeln sich die Gläubigen in Saddleback am Mittwochabend. Dieser Sicht kann ich trotzdem nicht zustimmen. Einerseits wäre es immer noch eine Aushöhlung des biblischen »Gottesdienstbegriffs«. Das Neue Testament beschreibt das Zusammenkommen der Christen als eine Versammlung für Gläubige. In einer solchen Zusammenkunft wird Gott angebetet, die Christen werden auferbaut und zugerüstet. Andererseits fürchte ich, dass die meisten Gemeinden in unserem Land, die »besucherfreundliche Gottesdienste« anbieten, lediglich sonntags evangelisieren, ohne mit gleicher Intensität für den vollen, erforderlichen Ersatz an Lehre, Auferbauung und Zurüstung zu sorgen. Wiederum trägt der Pragmatismus zu einer Verflachung des biblischen Gemeindelebens bei. Eine Gemeinde braucht »gesunde Lehre« zur Festigung des Glaubens und zur Verwurzelung im Herrn (Apg 2,42; 11,26; etc.). Dass Rick Warren für solche Anfragen wenig Verständnis hat, zeigt sich daran, dass er auf den Seiten 224-225 die Kritiker des besucherfreundlichen Ansatzes ganz pauschal als »Pharisäer « und »Pfeilschießer« bezeichnet. Damit immunisiert er sich selbst gegenüber biblisch begründeter Korrektur.


Der anthropozentrische Ansatz

In der Bibel steht Gott im Zentrum (theozentrisch) und nicht der Mensch (anthropozentrisch). Ebenso soll es in der neutestamentlichen Gemeinde sein (Eph 3,21). Diese Sicht war Jahrhunderte lang unbestritten. Erst im 20. Jahrhundert, dem Zeitalter des »Existenzialismus«, wagten es christliche Leiter, den Menschen mit seinen Bedürfnissen derartig in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen. Wo dies geschieht, steht die Gemeinde Christi in der Gefahr, die Ehre Gottes aus dem Blick zu verlieren und zu einer psychologisierten »Bedürfnis-Befriedigungs-Anstalt« zu degenerieren.


Warren macht keinen Hehl aus seiner »Marktstrategie«

In »Kirche mit Vision« verrät er dem Leser seine zugrunde liegende Philosophie: Ein guter Verkäufer weiß, dass man immer bei den Bedürfnissen des Kunden beginnt und nicht mit dem Produkt. Zwei Seiten weiter schreibt er: Es wird ihnen dabei helfen, Gottes Willen für die Predigt zu erkennen, wenn sie sich einfach die Bedürfnisse der Zuhörer überlegen. Diese Sätze könnten ebenso aus der Feder von Marketing-Spezialist Barna stammen. Dass Warren wirklich nach dieser Devise handelt, konnte ich mit meinen Begleitern in seinem Ostergottesdienst 2000 miterleben. Er brachte es fertig, selbst eine der »großen Taten Gottes« völlig anthropozentrisch auszulegen (nach dem Motto: Was bringt uns die Auferstehung für unser Alltagsleben?). Aber solche Predigtinhalte passen genau zur Grundeinstellung des Predigers. In einem Abschnitt, in dem es um die Bedürfnisse der Menschen geht, schreibt er: Es ist meine tiefe Überzeugung, dass jeder Mensch für Christus gewonnen werden kann, wenn Sie den Schlüssel zu seinem Herzen finden … Aber der wahrscheinlichste Punkt, an dem man ansetzen sollte, sind die Nöte der Person, die man herausspüren konnte. Mich würde interessieren, wie Pastor Warren diese Aussage mit der biblischen Lehre von der Erwählung in Einklang bringen will (Joh 6,44; Röm 8,29-30; Eph 1,4-6; etc.). Nach meiner Einschätzung steht Rick Warren mit vielen anderen Verkündigern in der Gefahr, eine Botschaft zu verkündigen, die in erster Linie die Glückssehnsucht des Menschen stillen möchte. Nach mehr als 20 Jahren Erfahrungen im Dienst der Evangelisation weiß ich um das schwierige Ringen, wie viel Wahrheiten der Nachfolge man einem noch nicht gläubigen Menschen zumuten soll. Eines ist jedoch klar. Wer auch immer eine »Komm-zu-Jesus-und-du-bist-glücklich-Botschaft« predigt, der gibt ein verkürztes Evangelium weiter. Wenn ein Zuhörer nur solche Verkündigung hört, wird er schwerlich zum echten Leben aus Gott gelangen.




Der geheime Reichtum der katholischen Kirche / SPIEGEL-Report, 2010-06-14,

von Anna Catherin Loll und Peter Wensierski

Die katholische Kirche Deutschlands, welche bereits ringt, um mit dem sexuellen Mißbrauchsskandal fertig zu werden, wurde nun durch die Enthüllung von Diebstahl, undurchsichtigen Kassen und Prunksucht in ihren Reihen erneut schwer getroffen. Während an der Basis gespart werden muss, bleibt manchen Bischöfen durch den beachtlichen geheimen Reichtum der katholischen Kirche kaum ein Wunsch unerfüllt.


Kurz vor Pfingsten kam nicht der Heilige Geist, sondern die Polizei frühmorgens in die Wohnung von Pfarrer S.

Wer da suchet, der findet: Über 131 000 Euro waren in den Räumen des katholischen Seelsorgers versteckt, mal waren die Scheine zwischen der Wäsche, mal unter Schubladen befestigt. Auf der Stelle wurde Hochwürden verhaftet. Nach mehreren Wochen Untersuchungshaft wartet Hans S., 76, jetzt im Kloster auf seinen Prozess.

Und siehe da, die Geldvermehrung war womöglich sogar noch wundersamer als angenommen. Die Staatsanwaltschaft Würzburg spricht inzwischen von bis zu 1,5 Millionen Euro, die S. aus Kollekten und anderen Kirchengeldern unterschlagen haben könnte. Seine Schäflein in einem fränkischen Weinort sind fassungslos. Sie hatten ihrem Hirten, der demütig und bescheiden auftrat, blind vertraut.

Gleich mehrere Finanzaffären erschüttern zurzeit die katholische Kirche, nicht nur im Fränkischen oder in Augsburg, wo der Griff von Bischof Walter Mixa in die Kasse einer Kinderheimstiftung kürzlich Wirbel machte.

Mixa

Bistum Augsburg: Obwohl er nach Misshandlungsvorwürfen von seinem Bischofsamt zurücktrat - auf "Druck" von außen hin, wie er selbst sagt, residiert Walter Mixa weiterhin im Bischofssitz.


Allein im Bistum Magdeburg sollen über 40 Millionen Euro verlorengegangen sein, in Limburg verschwanden 5 Millionen, in der Diözese Münster flogen 30 Schwarzkonten eines leitenden Geistlichen auf. Und während Pfarreien in ganz Deutschland Stellen und Mittel für die Gemeindearbeit gestrichen werden, bleibt vielen Bischöfen kaum ein Wunsch unerfüllt. Eine nagelneue Residenz? Ein pompöser Alterssitz? Frischer Glanz für eine Mariensäule für 120 000 Euro? So etwas ist von Trier bis Passau kein Problem, die Kassen der Exzellenzen sind prall gefüllt.

Missmanagement, Veruntreuung und Prunksucht bringen darum vielerorts die Gläubigen gegen die Obrigkeit auf. Ihr Vorwurf: Wie beim Missbrauchsskandal setzen viele Bischöfe auf Verschleiern. Möglichst niemand soll Einblick bekommen in ihre Parallelwelt aus prallen Konten und geheimen Vermögenswerten, die teils seit Jahrhunderten ihre Macht stützen. Nur der aus Kirchensteuern finanzierte Bistumshaushalt ist öffentlich - das eigentliche Vermögen bleibt im Schatten.

Immer mehr Fragen über die Kirchenfinanzen

Jetzt aber wird dieser Reichtum zum Politikum. Arbeitslose, Wohngeldempfänger, Familien, Kommunen, Unternehmen, Bundeswehr - ihnen allen will die Bundesregierung in den nächsten Jahren Milliardenbeträge wegnehmen. Aber ausgerechnet die katholische Kirche bleibt verschont, ihre großzügige Alimentierung durch den Staat wird kaum in Frage gestellt.

Dabei sind Deutschlands Bistümer finanziell bestens ausgestattet. "Die katholische Kirche sagt, sie sei arm, tatsächlich aber versteckt sie ihren Reichtum", sagt der Berliner Politikwissenschaftler Carsten Frerk, der nach jahrelangen Recherchen im Herbst ein "Violettbuch Kirchenfinanzen" herausbringt. Auf rund 50 Milliarden Euro veranschlagt Frerk das Barvermögen der kirchlichen Rechtsträger. Eigene Zahlen legen die Katholiken dazu nicht vor. Frerk werfen sie vor, ein voreingenommener, atheistischer Kirchenkritiker zu sein.

Das über Jahrhunderte angehäufte Vermögen ist vielseitig angelegt, etwa in Immobilien, kirchlichen Banken, Akademien, Brauereien, Weingütern, Medienkonzernen oder Kliniken; hinzu kommen Erträge aus Aktienbesitz, Stiftungen, Erbschaften. All das fließt in der Regel im Topf des sogenannten Bischöflichen Stuhls zusammen. Nur der Bischof und seine engsten Vertrauten kennen diesen Schattenhaushalt, kein Finanzamt muss Einblick nehmen. Die öffentlichen Bistumshaushalte umfassen bei weitem nicht alle Finanzen der jeweiligen Diözesen.

Das komplizierte Geflecht wird so geheimnisvoll gehandhabt, dass nicht einmal die Finanzdezernenten aller Bistümer offen untereinander darüber informieren. Barock anmutende Strukturen erschweren den Überblick, mal sitzen die Verwalter des Geldes im Kirchensteuerrat, mal in einem Diözesansteuerausschuss, einer Finanzkammer oder einer Verwaltungskammer. Manchmal wird Vermögen auch noch in Stiftungen ausgegliedert.

Auf eine SPIEGEL-Umfrage nach ihrem Vermögenshaushalt verweigerten 25 von 27 katholischen Bistümern die Auskunft, ("wird nicht veröffentlicht"), nur Magdeburg und die vor wenigen Jahren insolvenzreife Erzdiözese Berlin zeigten sich etwas offener. Anscheinend gibt es dort ohnehin kaum Vermögen, das zu verbergen wäre.

Geheimes Vermögen

Der Generalvikar eines gutausgestatteten Bistums dagegen erklärt auf Nachfrage: "Ja, das Vermögen im Bischöflichen Stuhl ist geheim. Aber schreiben Sie besser: vertraulich." Um einen Grund für solche Verschwiegenheit gebeten, sagt die Sprecherin des Bistums Limburg: "Das ist einfach so." Und ein Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz teilt mit: "Ich habe keine Lust, darüber mit Ihnen zu sprechen."

Gewählten Laienvertretern an der Basis ergeht es kaum besser, sie stehen vor einer Schweigemauer, selbst wenn sie in ihrem Bistum für die Finanzaufsicht verantwortlich sind. Wie zum Beispiel Herbert Steffen, den seine Gemeinde in den Diözesanrat nach Trier delegiert hatte. Ein notorischer Kritiker ist Steffen, 75, nicht, er war Möbelfabrikant, entstammt einer erzkatholischen Unternehmerfamilie an der Mosel. Sein Anliegen war so einfach wie konservativ: Er wollte, dass sein Bistum in Gelddingen solide aufgestellt ist.

Was er im Diözesanrat erlebte, hat den Geschäftsmann irritiert. "Ich wunderte mich über die niedrige Höhe des Haushaltes. Wir sollten das ja kontrollieren", sagt er. Auf einer Sitzung fragte er einen Vertrauten des Bischofs, ob das alles sei. "Es gibt noch den Haushalt des Bischöflichen Stuhls. Aber der ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt", hieß es darauf. Steffen fragte nach: "Wie, den bekommen auch wir nicht zu sehen?" Antwort: "Nein!"

Trier, Deutschlands ältestes Bistum, ist ein gutes Beispiel für die katholische Kluft zwischen Arm und Reich. Ortsbischof Stephan Ackermann, der auch Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist, kann in finanziellen Dingen durchaus großzügig sein. Vor allem, wenn es um Prestigeprojekte gleich bei seinem Bischofspalais geht. So sollen aktuell allein für den Platz hinter dem Dom rund eine Million Euro bereitstehen. Die Fläche soll in neuem Glanz erscheinen, falls 2012 der Papst persönlich die Wallfahrt zum "Heiligen Rock" anführen und mit den Gläubigen jenen Leibrock anbeten sollte, der angeblich Fetzen von Jesu Gewand enthält.

Ackermann

Bistum Trier: 120.000 Euro fließen aus dem Haushalt des Bischöflichen Stuhls von Stephan Ackermann für den frischen Glanz einer Mariensäule.


Gestrichen oder radikal gekürzt werden sollen dagegen die Zuschüsse für Jugendverbände und Begegnungsstätten. Gleich mehrere Einrichtungen sollen nach einem Sparentwurf des Bistums komplett geschlossen werden, darunter die Fachstellen für Katholische Erwachsenenbildung, die Katholische Akademie Trier und die Katholischen Hochschulgemeinden in Saarbrücken, Koblenz und Trier.

Die Betroffenen sind entsetzt. "Es geht uns doch darum, dass wir Kirche erlebbar machen", sagt Hochschulseelsorger Guido Groß, "aber jetzt soll gleich der ganze Arbeitsbereich weg." Lukas Rölli vom Dachverband der katholischen Hochschulgemeinden ergänzt: "Ich falle vom Glauben ab, wenn der Bischof das unterschreibt." Es entstehe der Eindruck, dass "die katholische Kirche sich immer mehr von der Gesellschaft entfernen will - zurück in die Sakristei".

Auch in Köln, einer der reichsten Diözesen weltweit, klaffen Schein und Wirklichkeit weit auseinander. Die Katholiken an der Basis mussten schon um ihre finanzielle Handlungsfähigkeit ringen, Kirchen wurden geschlossen, immer weniger Geistliche müssen immer größere Gemeinden betreuen. Sparpläne setzten dafür strenge Vorgaben. Dabei hat Köln nicht nur einen 863 Millionen Euro schweren Bistumshaushalt. Auch das Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls soll mehrere Milliarden Euro betragen, allein die Beteiligung an den Aachener Gesellschaften mit rund 26 000 Wohn- und Gewerbeeinheiten war nach Berechnungen des Kirchenkritikers Frerk im Jahr 2003 über eine Milliarde Euro wert.

Von dieser frohen Botschaft lässt der Finanzchef des Erzbischofs allerdings wenig verlauten. Würden die Gläubigen sonst brav alle Einschnitte mittragen und munter für ein neues Kirchenfenster von Gerhard Richter im Dom spenden? Für das Erzbistum ist es allemal besser, die andern zahlen - das gilt sogar für die Entlohnung des erzkonservativen Kardinals Joachim Meisner. Seine Bezüge, rund 11.300 Euro pro Monat, werden aufgrund eines jahrhundertealten Abkommens vom Staat ans Bistum überwiesen, was Meisner übrigens nicht davon abhält, immer wieder über die Gottlosigkeit und diversen "Fehler" seiner Geldgeber herzufallen.

Meisner

Das Erzbistum Köln ist mit seinem Milliardenvermögen eine der reichsten Diözesen. Die Bezüge des Kardinals Joachim Meisner, rund 11.300 Euro pro Monat, kommen vom Staat.

Steuergelder für deutsche Kirchen

Öffentliche Alimente werden nicht allein Meisner und vielen seiner Amtsbrüder gewährt. Jahr für Jahr werden katholische wie evangelische Kirche von Bund, Ländern und Gemeinden reichlich beschenkt. Zur Kirchensteuer (knapp 10 Milliarden Euro) kommen, was weniger bekannt ist, alljährlich weitere direkte und indirekte Subventionen hinzu. Im Jahr 2000 waren es nach Schätzungen 17 Milliarden Euro.

So zahlt der Staat reichlich für den Unterhalt und die Dauer-Renovierung von Kathedralen und anderen kirchlichen Gebäuden. Er übernimmt die Personalkosten für Religionslehrer ebenso wie die Rechnung für den Messwein bei Soldatengottesdiensten. Leistungen wie die jährlichen Holzlieferungen einiger süddeutscher Kommunen an ihren Bischof beruhen teils auf 200 Jahre alten Ansprüchen, die von der Politik nie wieder überprüft wurden.

Trotz weitgehender Trennung von Kirche und Staat fließen erhebliche Zuschüsse für Kirchentage, Kirchenbüchereien, Polizei-, Anstalts- und Militärseelsorge, selbst für Zivildienstleistende und den Erhalt von Opferstöcken und Wegkreuzen wird aus der Staatskasse gezahlt.

Gern nimmt die Kirche für sich in Anspruch, viel für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, für die Armen und Schwachen zu tun, und damit hat sie recht. Doch die Rechnung auch dafür übernimmt größtenteils der Staat. Von den geschätzten jährlichen 45 Milliarden Euro Ausgaben der Caritas zahlt das meiste der Staat, die katholische Kirche nur einen Bruchteil.

Die Bischöfliche Finanzkammer Regensburg, die das Vermögen des Bischöflichen Stuhls verwaltet, hält in einer Richtlinie vom 15. März sogar ausdrücklich fest, unter welchen Bedingungen sie sich am Bau oder der Sanierung von kirchlichen Kindergärten und Horten beteiligt. Nämlich nur, wenn die jeweilige Kommune zwei Drittel der Gesamtherstellungskosten "vertraglich zugesichert hat" und außerdem für "wenigstens 25 Jahre" mindestens 80 Prozent eines eventuellen Betriebskostendefizits garantiert.

Im Bistum will man kirchliche Kindergärten offenbar nur, wenn der Staat größtenteils die Kosten übernimmt. Ist es mit der barmherzigen Fürsorge für die Kinder Gottes schnell vorbei, falls die öffentlichen Gelder versiegen? Anderswo werden katholische Krankenhäuser, Schulen und Altersheime häufig sogar bis zu 100 Prozent staatlich finanziert.

Die Kirche zahlt keine Steuern und wird nicht kontrolliert

Im Gegenzug muss die Kirche nicht einmal Steuern zahlen: keine Grundsteuer, keine Körperschaftsteuer, keine Kapitalertragsteuer. Alles, was sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts in Deutschland macht, gilt als gemeinnützig, mildtätig und steuerfrei. Anders als andere Körperschaften öffentlichen Rechts wie Universitäten unterliegen sie zudem keinerlei staatlicher Kontrolle.

"Die katholische Kirche hat das angeborene Recht, unabhängig von der weltlichen Gewalt, Vermögen zur Verwirklichung der ihr eigenen Zwecke zu erwerben, zu besitzen, zu verwalten und zu veräußern", so steht es im Kirchenrecht. Dieses "angeborene Recht" und die dahinterliegenden Milliarden zu verteidigen ist eine der zentralen Aufgaben der Bischöfe.

Komplizierte Finanzstrukturen und Geheimschatullen werden normalerweise nur öffentlich etwas sichtbarer, wenn treulose Verwalter sie missbrauchen.

Besonders groß ist der Ãrger zurzeit im Bistum Limburg. Dort wurde der Leiter einer kirchlichen Finanzverwaltung, der knapp fünf Millionen Euro veruntreute, vor wenigen Wochen zu über sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann, der auch Geschäftsführer der katholischen Gemeinde in Limburg war, hatte ungehinderten Zugriff auf Kirchengelder.

"Die Veruntreuung war frappierend einfach", meinte der Richter. Die Sache kam erst heraus, als das Bistum vor kurzem begann, ein neues kaufmännisches Rechnungswesen einzuführen. Bis dahin verfügten die Limburger Bischöfe und ihre Vertrauten offenkundig nach Gutdünken über ihre Kassen. Der heutige Ortsbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst musste Fehler bei der Finanzkontrolle eingestehen.

Ein Palast für einen Fürsten

Solch sorglosen Umgang konnte man sich problemlos leisten, Geld scheint im Bischöflichen Stuhl reichlich vorhanden. Zum Beispiel für eine neue Bischofsresidenz, die gerade für viele Millionen Euro auch aus Geldern des Bischöflichen Stuhls geplant wird. Der Hügel über Limburg, auf dem er hinter den hohen Bruchsteinmauern eines ehemaligen Adelshofs wohnen will, wird im Städtchen "Akropolis" genannt.

"Unser Bischof will wohl wieder ein Fürst sein", spotten Einheimische. Der Vorgänger, Bischof Franz Kamphaus, lebte dagegen bescheiden in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Priesterseminar statt im alten Bischofshaus. Dort ließ er lieber für mehrere Jahre eine äthiopische Flüchtlingsfamilie einziehen.

Für Tebartz-van Elst haben Architekten auf der Akropolis nicht nur eine großzügige Wohnung mit Hauskapelle entworfen. Auch anliegende Gebäude müssen umfassend renoviert und umgebaut werden. Ein Schwesternorden zieht ein, um die Versorgung seiner Exzellenz zu sichern, das Dommuseum braucht ein neues Sicherheitssystem, für angeblich allein 1,5 Millionen soll deshalb ein Notausgang des Museums verlegt werden. Nebeneffekt: Der Bischof wird in seinem zukünftigen Refugium nicht mehr so leicht belästigt werden.

Tebartz

Bistum Limburg: Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst lässt sich für mehrere Millionen Euro eine neue Residenz auf dem Limburger Domberg errichten.


Seinen Schäflein hat er derweil das Motto "Sparen und Erneuern" verordnet. Auch in Limburg wird nun die Zahl von Gemeinden, Messen und Seelsorgern zusammengestrichen. In den Dörfern sammeln die Gläubigen mühsam Spenden für die nötigsten Instandhaltungsarbeiten ihrer Kirchen. "Gespart wird an der Basis, erneuert wird woanders", sagt Henny Toepfer von der Reformbewegung "Wir sind Kirche" im Bistum. Warum Millionen Euro für eine neue Residenz da sind, aber nicht für Busse, um alte Katholiken aus den Dörfern zum Gottesdienst zu bringen, versteht sie nicht.

Die Verlockung des Finanzmarktes

Zu den altmodischen Lastern der Prunksucht und Verschwendung gesellt sich seit einiger Zeit auch eine sehr moderne Versuchung für die Geldverwalter der Bischöflichen Stühle: die Renditeversprechen der globalen Kapitalmärkte.

Beispiel Magdeburg: In seiner Not hatte das verarmte, mitgliederschwache Bistum eigens eine Aktiengesellschaft namens Gero AG gegründet. Um Zins und Zinseszins zu mehren, setzten die Vertrauensleute von Bischof Leo Nowak unter anderem auf Immobiliengeschäfte, Schiffsbeteiligungen, Biogasanlagen und selbst auf die fragwürdige Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Ein Priester der Bistumsleitung segnete gar ein für Gentechnik gedachtes Gewächshaus, auf das die fromme Investition gedeihe.

Heute steht der Bischof vor einem Scherbenhaufen. Seine Diözese spricht von mehr als 40 Millionen Euro Verlust, die Presse sogar von knapp 100 Millionen. Jetzt will der neue Vorstand der Gero das marode Firmen- und Beteiligungsgeflecht neu strukturieren. Den einstigen Geschäftsführer hat das Unternehmen auf Schadensersatz verklagt.

Warum geben die Kirchenfürsten keine Rechenschaft gegenüber ihren Gläubigen ab? Wieso halten sie den Staat, der sie so großzügig unterstützt, so sorgsam aus ihren Finanzangelegenheiten heraus?

Ein ehemaliger Bistumssprecher hat lange über diese Fragen nachgedacht. Er hält die vormoderne, höfisch geprägte Welt der bischöflichen Ordinariate und Residenzen dafür verantwortlich. "Die mit Titeln bunt geschmückten Bischöfe und Prälate sehen sich der weltlichen Gesellschaft überlegen und schirmen sich gegen sie ab", sagt er. "Der Beichtstuhl steht in der Kirche - nicht im Finanzamt."

SPIEGEL ONLINE PANORAMA http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,700545,00.html




Die Amerikaner wollen keine Kriege

Interview mit Vidal Gore, dem Cousin von Al Gore, ehemaliger Vizepräsident der USA.

„Die amerikanische Bevölkerung will keine Kriege. Die Führung der Vereinigten Staaten, die Eigentümer dieses Landes, müssen jedoch Kriege führen, sonst bekommen sie nicht das nötige Geld für das Pentagon, Summen, die dann an Boeing und Lockheed weitergereicht werden. Es ist also sehr wichtig, dass wir Feinde haben. Deshalb erschaffen wir immer wieder neue.

Das amerikanische Volk weiß dagegen nicht einmal, wo die entsprechenden Länder auf der Landkarte liegen. Wir haben ja kein öffentliches Bildungssystem, der Durchschnittsamerikaner hat fast überhaupt keine Bildung. Wir haben in Amerika eine Viertelmilliarde Menschen, von denen mehr als die Hälfte funktionale Analphabeten sind. Nur ein Prozent der Amerikaner liest überhaupt Bücher.

Die Vereinigten Staaten neigen dazu, ausländische Individuen zu dämonisieren: Sie sind angeblich drogenabhängig, betrügen ihre Frauen, tragen Frauenkleider und so weiter. Seit Pearl Harbor hat uns kein Staat überfallen. Wir haben gegen andere Länder immer als erste losgeschlagen. Und wir hatten immer eine Entschuldigung dafür parat. Diese Länder beherbergten Terroristen oder sie schickten sich an, die freie Welt zu verlassen und kommunistisch zu werden.

Wir haben ein Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln, einer nennt sich Republikaner, der andere Demokraten. Aber beide werden von den großen Unternehmen finanziert. Die Republikaner stehen viel weiter rechts, sind reicher und vertreten die Kriegsinteressen wahrscheinlich etwas stärker als die Demokraten. Aber das ist der einzige feine Unterschied, den man ausmachen kann.”

(Aus: Gespräch mit Vidal Gore, der Cousin des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore „Amerika braucht Feinde” FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung)



Die Berliner Erklärung.

Die Berliner-Erklärung, ein von über 50 deutschen Gemeindevertretern unterzeichnetes Dokument erklärte, dass die Pfingstbewegung von „unten” sei. Die klaren Warnungen wurden jedoch von den führenden Pfingstlern ignoriert. Leider sind unter den vielen, von Pfingstlern und Charismatikern verfassten Schriften gegen die Berliner Erklärung keine zu finden, die auf die in der Erklärung gemachten Aussagen eingehen, geschweige denn solche, die biblisch fundiert Stellung dazu nehmen. Ein Abdruck der Berliner Erklärung ist in der Pfingst- und Charismatischen Literatur ebenso schwer zu finden. Wir meinen, auch dieses Dokument hat nichts von seiner Aktualität eingebüsst:




BERLINER ERKLÄRUNG


Die unterzeichnenden Brüder erheben warnend ihre Stimme gegen die sogenannte Pfingstbewegung.


1. Wir sind nach ernster gemeinsamer Prüfung eines umfangreichen und zuverlässigen Materials vor dem Herrn zu folgendem Ergebnis gekommen:

a) Die Bewegung steht im untrennbarem Zusammenhang mit der Bewegung von Los Angeles, Christiana, Hamburg, Kassel, Grossalmerode. Die Versuche, diesen Zusammenhang zu leugnen, scheitern an den vorliegenden Tatsachen.

b) Die sogenannt Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten; sie hat viele Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. Es wirken in ihr Dämonen, welche, vom Satan mit List geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder Gottes zu verführen. In vielen Fällen haben sich die sogen. „Geistbegabten” nachträglich als besessen erwiesen.

c) An der Überzeugung, dass diese Bewegung von unten her ist, kann uns die persönliche Treue und Hingebung einzelner führender Geschwister nicht irre machen, auch nicht die Heilungen, Zungen, Weissagungen usw., von denen die Bewegung begleitet ist. Schon oft sind solche Zeichen mit ähnlichen Bewegungen verbunden gewesen, z.B. mit dem Irvingianismus, ja selbst mit der "christlichen Wissenschaft" (Christian Science)und dem Spiritismus.

d) Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor, dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als solcher entlarvt. Die hässlichen Erscheinungen wie Hinstürzen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches, lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wieviel davon dämonisch, wieviel hysterisch oder seelisch ist, gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht.

e) Der Geist dieser Bewegung führt sich durch das Wort Gottes ein, drängt es aber in den Hintergrund durch sogen. „Weissagungen”. Vgl. 2. Chron. 18,18-22. Überhaupt liegt in diesen Weissagungen eine grosse Gefahr, nicht nur haben sich in ihnen handgreifliche Widersprüche herausgestellt, sondern sie bringen da und dort Brüder und ihre ganze Arbeit in sklavische Abhängigkeit von diesen „Botschaften”. In der Art ihrer Übermittlung gleichen die letzteren den Botschaften spiritistischer Medien. Die Übermittler sind meist Frauen. Das hat an verschiedenen Punkten der Bewegung dahin geführt, dass gegen die klaren Weissagungen der Schrift Frauen, sogar junge Mädchen, leitend im Mittelpunkt stehen.

2. Eine derartige Bewegung als von Gott geschenkt anzuerkennen, ist uns unmöglich. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass in den Versammlungen die Verkündigung des Wortes Gottes durch die demselben innewohnende Kraft Früchte bringt. Unerfahrene Geschwister lassen sich durch solche Segnungen des Wortes Gottes täuschen. Diese ändern aber an dem Lügencharakter der ganzen Bewegung nichts, vgl. 2. Kor. 11, 3.4.14.

3. Die Gemeinde Gottes in Deutschland hat Grund, sich tief zu beugen darüber, dass diese Bewegung Aufnahme finden konnte. Wir alle stellen uns wegen unserer Mängel und Versäumnisse, besonders auch in der Fürbitte, mit unter diese Schuld. Der Mangel an biblischer Erkenntnis und Gründung, an heiligem Ernste und Wachsamkeit, eine oberflächliche Auffassung von Sünde und Gnade, von Bekehrung und Wiedergeburt, eine willkürliche Auslegung der Bibel, die Lust an neuen aufregenden Erscheinungen, die Neigung zu Übertreibungen, vor allem aber auch Selbstüberhebung, - das alles hat dieser Bewegung die Wege geebnet.

4. Insonderheit aber ist die unbiblische Lehre vom sogen. „reinen Herzen” für viele Kreise verhängnisvoll und für die sogen. Pfingstbewegung förderlich geworden. Es handelt sich dabei um den Irrtum, als sei die „innewohnende Sünde” in einem begnadigten und geheiligten Christen ausgerottet. Wir halten fest an der Wahrheit, dass der Herr die Seinigen vor jedem Straucheln und Fallen bewahren will und kann (1. Thess. 5,23; Jud. 24.25; Hebr. 13,21) und dass dieselben Macht haben, durch den Heiligen Geist über die Sünde zu herrschen. Aber ein „reines Herz”, das darüber hinausgeht, auch bei gottgeschenkter, dauernder Bewahrung mit Paulus demütig sprechen zu müssen: „Ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt”, empfängt der Mensch überhaupt auf Erden nicht. Auch der gefördertste Christ hat sich zu beugen vor Gott, der allein Richter ist über den wahren Zustand der Herzen, vgl. 1. Kor. 4,4. „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns”, 1. Joh. 1,8.

In Wahrheit empfängt der Gläubige in Christo ein fleckenlos gereinigtes Herz, aber die Irrlehre, dass das Herz in sich einen Zustand der Sündlosigkeit erreichen könne, hat schon viele Kinder Gottes unter den Fluch der Unaufrichtigkeit gegenüber der Sünde gebracht, hat sie getäuscht über Sünden, die noch in ihrer Gedankenwelt, in ihren Versäumnissen oder in ihrem Zurückbleiben hinter den hohen Geboten Gottes in ihrem Leben liegen. Es kann nicht genug ermahnt werden, für die Sünde ein Auge sich zu bewahren, welches nicht getrübt ist durch eine menschlich gemachte Heiligung oder durch eine eingebildete Lehre von der Hinwegnahme der Sündennatur.

Mangelnde Beugung über eigene Sünde verschliesst den Weg zu neuen Segnungen und bringt unter den Einfluss des Feindes. Traurige Erfahrungen in der Gegenwart zeigen, dass da, wo man einen Zustand von Sündlosigkeit erreicht zu haben behauptet, der Gläubige dahin kommen kann, dass er nicht mehr fähig ist, einen Irrtum zuzugeben, geschweige denn zu bekennen. Eine weitere traurige Folge falscher Heiligungslehre ist die mit ihr verbundene Herabsetzung des biblischen, gottgewollten ehelichen Lebens, indem man mancherorts den ehelichen Verkehr zwischen Mann und Frau als unvereinbar mit wahrer Heiligung hinstellt, vgl. 1. Mos. 1,28 und Eph. 5,31.

5. In der sogenannten „Pfingstbewegung” steht in Deutschland P. Paul als Führer vor der Öffentlichkeit. Er ist zugleich der Hauptvertreter der vorstehend abgewiesenen unbiblischen Lehren. Wir lieben ihn als Bruder und wünschen ihm und der Schar seiner Anhänger in Wahrheit zu dienen. Es ist uns ein Schmerz, gegen ihn Stellung nehmen zu müssen. An Aussprachen mit ihm und an Ermahnungen im engeren und weiteren Brüderkreis hat es nicht gefehlt. Nachdem alles vergeblich war, müssen wir nun um seinet- und der Sache Gottes willen hiermit aussprechen: Wir, die unterzeichnenden Brüder, können ihn als Führer und Lehrer in der Gemeinde Jesu nicht mehr anerkennen. Wir befehlen ihn in Liebe, Glaube und Hoffnung der zurechtbringenden Gnade des Herrn.

6. Wir glauben, dass es nur ein Pfingsten gegeben hat, Apgsch. 2. Wir glauben an den Heiligen Geist, welcher in der Gemeinde Jesu bleiben wird in Ewigkeit, vgl. Joh. 14,16. Wir sind darüber klar, dass die Gemeinde Gottes immer wieder erneute Gnadenheimsuchungen des Heiligen Geistes erhalten hat und bedarf. Jedem einzelnen gilt die Mahnung des Apostels: „Werdet voll Geistes!” Eph. 5,18. Der Weg dazu ist und bleibt völlige Gemeinschaft mit dem gekreuzigten, auferstandenen und erhöhten Herrn. In ihm wohnt die Fülle des Geistes leibhaftig, aus der wir nehmen Gnade um Gnade. Wir erwarten nicht ein neues Pfingsten; wir warten auf den wiederkommenden Herrn.

Wir bitten hiermit alle unsere Geschwister um des Herrn und seiner Sache willen, welche Satan verderben will: Haltet euch von dieser Bewegung fern! Wer aber von euch unter die Macht dieses Geistes geraten ist, der sage sich los und bitte Gott um Vergebung und Befreiung. Verzaget nicht in den Kämpfen, durch welche dann vielleicht mancher hindurchgehen wird. Satan wird seine Herrschaft nicht leichten Kaufes aufgeben. Aber seid gewiss: Der Herr trägt hindurch! Er hat schon manchen frei gemacht und will euch die wahre Geistesausrüstung geben.

Unsere feste Zuversicht in dieser schweren Zeit ist diese: Gottes Volk wird aus diesen Kämpfen gesegnet hervorgehen! Das dürft auch ihr, liebe Geschwister euch sagen, die ihr erschüttert vor den Tatsachen steht, vor welche unsere Worte euch stellen. Der Herr wird den Einfältigen und Demütigen Licht geben und sie stärken und bewahren.

Wir verlassen uns auf Jesum, den Erzhirten. Wenn jeder dem Herrn und seinem Worte den Platz einräumt, der ihm gebührt, so wird er das Werk seines Geistes, das er in Deutschland so gnadenreich angefangen hat, zu seinem herrlichen, gottgewollten Ziele durchführen. Wir verlassen uns auf ihn, der da spricht: „Meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir anbefohlen sein!” Jes. 45,11.



Berlin, den 15. September 1909



Unterschrieben haben: Bähren, Hannover; Bartsch, Charlottenburg; Blecher, Friedrichshagen; Broda, Gelsenkirchen; A. Dallmeyer, Leipzig; Dolmann, Wandsbek; Engel, Neurode; Evers, Rixdorf; Frank, Hamburg; Grote, Oberfischbach; Hermann, Berlin; Heydorn, Frankfurt a. Oder; Huhn, Freienwalde a. Oder; Ihloff, Neumünster; Jörn, Berlin; Kmitta, Preuss.-Bahnau; Knippel, Duisburg; Köhler, Berlin; Graf Korff, Hannover; Kühn, Gr. Lichterfelde; Lammert, Berlin; Lohe, Breslau; K. Mascher, Steglitz; Fr. Mascher, Lehe i. Hannover; Meister, Waldenburg i. Schlesien; Merten, Elberfeld; Michaelis, Bielefeld; Freiherr v. Patow, Zinnitz; Rohrbach, Charlottenburg; von Rot(h)kirch, Berlin; Rudersdorf, Düsseldorf; Ruprecht, Herischdorf; Sartorius, Sterbfritz; Scharwächter, Leipzig; Schiefer, Neukirchen; Schopf,Witten a. d. Ruhr; Schrenk, Barmen; Schütz, Berlin; Schütz, Rawitsch; Seitz, Teichwolframsdorf; Simoleit, Berlin; Stockmayer, Hauptweil; Freiherr von Thiele-Winckler, Rothenmoor; Thiemann, Marklissa; von Tres(c)kow, Camenz i. Schlesien; Freiherr von Thümmler, Selka; M. Urban, Kattowitz; Urbschat, Hela; Vasel, Königsberg; von Viebahn, Stettin; Wächter, Frankfurt a. Main; Wallraff, Berlin; Warns, Berlin; Wittekindt, Wernigerode a. Harz; Wüsten, Görlitz; von Zastrow, Gr. Breesen; Zustimmungen wurden erbeten an Wittekindt in Wernigerode.



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Testen Sie Ihre logische Intelligenz.


Mit diesem Denksporttest können Sie Ihre logische Intelligenz bzw. die Ausprägung Ihres analytischen Denkvermögens testen.

Wenn Sie den Test wirklich ernsthaft durchführen wollen, bemühen Sie sich, nicht so zu agieren, wie viele unserer Zeitgenossen bei der Konsumation diverser Film- bzw. Fernsehprodukte oder die junge Generation bei Open-Air-Events und manche Christen bei den Auftritten von berühmten Predigern. Gehen Sie prinzipiell davon aus, dass die Dinge nicht so einfach sind wie sie dargestellt werden. Obwohl für diesen Test normalerweise ein Zeitlimit von etwa einer Stunde vorgegeben ist, lassen Sie sich dadurch nicht zu schnellen Antworten verleiten, sondern scheuen Sie nicht die Mühe und denken Sie nach. Das ist der größte und am weitesten verbreitete Fehler, den Menschen in derartigen Situationen machen können, wenn sie die Darstellungen völlig unkritisch übernehmen, nicht das eigene Denkvermögen aktivieren und sich dann wundern, dass sie in die Irre geführt wurden. Beantworten Sie zuerst jene Fragen, welche Ihnen leicht fallen und überspringen Sie die schwierigeren. Erst wenn Sie durch sind, gehen Sie noch einmal zurück und befassen sich mit den noch offenen Fragen.

Viel Spaß und viel Erfolg - vielleicht auch fürs tägliche Leben?



PS: Besuchen Sie auch die 250 anderen Dokumente von Immanuel.at - Auch dort ist Ihre Intelligenz gefragt.




DENKSPORTTEST

Frage 1:

Eine Schnecke kriecht auf eine 2,5 m hohe Mauer. Sie legt am Tag einen Meter zurück und rutscht in der Nacht, weil sie schläft, wieder einen halben Meter zurück. Wie viele Tage benötigt die Schnecke um den oberen Rand der Mauer zu erreichen?

a) 3 Tage        b) 4 Tage        c) 5 Tage        d) 6 Tage        e) 7 Tage




Frage 2:

Wenn 3 Männer in 6 Tagen 9 Gruben ausheben, wie lange brauchen 30 Männer für 90 derartige Gruben?

a) 1 Tag        b) 3 Tage        c) 6 Tage        d) 10 Tage        e) 60 Tage




Frage 3:

Ein Wanderer, der von Adorf kommt, trifft einen Jäger mit Hund. Der Jäger trägt drei Hasen, der Hund hat eine Schnepfe im Maul. Wie viele Beine sind in Richtung Adorf unterwegs?

a) 2 Beine        b) 6 Beine        c) 18 Beine        d) 20 Beine        e) 22 Beine




Frage 4:

Es soll ein Turm aus Dominosteinen gebaut werden. Die Basis sind 10 Steine. Jede zweite aufgesetzte Lage hat einen Stein weniger. Wie viele Steine sind es insgesamt?

a) 55 Stk.        b) 75 Stk.        c) 9o Stk.        d) 100 Stk.        e) 110 Stk.




Frage 5:

Wie viel Geld in ATS verliert man, wenn man ATS 100 zum Kurs von ATS 7,14 in DM umwechselt und um ATS 7,00 wieder rückkauft (beides ohne Bankspesen)?

a) 1,40        b) 2,00        c) 5,80        d) 10,90        e) 14,00




Frage 6:

Ein Modellbauer möchte sein Klavier in Miniaturform nachbauen. Das Klavier hat eine Höhe von 1 m und wiegt genau 150 kg. Das Modell soll 1/20 der Originalgröße haben. Da zur Herstellung des Modells jedoch ein anderes Material verwendet wird — sowohl Holz- als auch Metallteile wiegen nur 1/3 der Originalmaterialien — entsteht eine relative Gewichtsdifferenz. Wie schwer ist das fertige Modell?

a) 2,5 kg        b) 7,5 kg        c) 10,5 kg        d) 12,5 kg        e) 15,0 kg




Frage 7:

In einem Gartenteich blüht eine Seerose. Ihre Blüten verdoppeln sich jeden Tag. Am 5. Tag hat sie bereits die halbe Teichoberfläche bedeckt. Wie viele Tage benötigt die Rose, um die restliche Teichoberfläche zu bedecken?

a) ½ Tag        b) 1Tag        c) 2 Tage        d) 5 Tage        e) 10 Tage




Frage 8:

Wie oft kann man von der Zahl 25 die Zahl 1 abziehen?

a) gar nicht        b) 25 Mal        c) 24 Mal        d) beliebig oft        e) einmal




Frage 9:

In einem geschlossenen Behälter mit den Maßen 6x3x3 Meter befindet sich auf der einen 3x3 m Wand eine Schnecke, horizontal genau in der Mitte und vertikal 1 m vom Boden entfernt. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ebenfalls eine Schnecke, und zwar gleichfalls in horizontaler Mittelposition, aber dafür 2 m vom Boden entfernt. Welche Strecke müssen die beiden Tiere mindestens zurücklegen, um zusammenzutreffen?

a) 3,5 m        b) 4,5 m        c) 6 m        d) 8,5 m        e) 9 m




Frage 10:

Sie haben eine unbegrenzte Anzahl von Briefmarken in den Werten € 1,50 und € 2,--. Sie sollen ein Paket mit € 12,50 frankieren. Wie viele Marken müssen Sie mindestens verwenden.

a) 5 Stk.        b) 6 Stk.        c) 7 Stk.        d) 8 Stk.        e) 9 Stk.




Frage 11:

In der Bewässerungsanlage einer Plantage soll ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 8.000 Litern mit Wasser gefüllt werden. Die Wasserzuteilung erfolgt jeden Tag zwischen 0.00 und 5.00 Uhr und beträgt genau 2.000 l. Nach wie vielen Tagen ist der Behälter voll, wenn man berücksichtigt, dass davon täglich 1250 l Wasser für die Plantagenbewässerung abgepumpt werden?

a) 7 Tage        b) 8 Tage        c) 9 Tage        d) 10 Tage        e) 11 Tage




Frage 12:

Ein Vagabund kommt gerade aus einem Bahnhofswartesaal. Er hat dort Zigarettenstummel eingesammelt — 70 an der Zahl. Nachdem er aus Erfahrung weiß, dass man aus 3 Stummel 1 Zigarette drehen kann, will er sich nun ausrechnen, wie viele Zigaretten er davon rauchen kann. Er kommt auf 23 — und Sie?

a) 23 Zig.        b) 31 Zig.        c) 32 Zig.        d) 33 Zig.        e) 34 Zig.




Frage 13:

Karl sagt: „Heuer fällt der 29 Februar auf einen Montag”. Paul sagt: „Wir hatten schon 6 Jahre kein Schaltjahr”. Hans sagt: „Die heurige Jahreszahl ist das Produkt des heutigen Monatstages mal 119”. Wer hat gelogen?
a) Karl        b) Paul        c) Hans        d) Alle        e) Keiner


Die Antwort auf diese Frage enthielt seit der Veröffentlichung einen Fehler und wurde am 19. 12. 2006 von olpespam@gmx.de, einem deutschen Besucher von Immanuel.at, korrigiert. - Herzlichen Dank!

Frage 14:

Ein Anfänger unter den Jägern benötigt 90 Schuss um 30 Hasen zu treffen. Ein Fortgeschrittener braucht 60 Schuss und ein Berufsjäger 30 Schuss. Wenn nun alle drei in dieser Reihenfolge einen Schuss abgeben, nach wie vielen Schüssen jedes einzelnen haben sie auf jeden Fall 110 Hasen erlegt?

a) 30 Schuss        b) 40 Schuss        c) 50 Schuss        d) 60 Schuss        e) 70 Schuss




Frage 15:

Bei einer Wettlaufveranstaltung laufen immer 4 Sprinter gleichzeitig gegeneinander. Wie viele Läufe müssen bei 16 Läufern ausgetragen werden, damit jeder gegen jeden mindestens einmal gelaufen ist?

a) 16 Läufe        b) 20 Läufe        c) 59 Läufe        d) 117 Läufe        e) 59 Läufe

Die Antwort auf diese Frage enthielt seit der Veröffentlichung einen Fehler und wurde am 2. 9. 2006 von Frau Yvonne Poelz, einer österreichischen Besucherin von Immanuel.at, korrigiert. - Herzlichen Dank!

Frage 16:

Ein neu erbautes Schwimmbecken mit den Seitenmaßen 4 mal 4 Metern, soll mit einem Sonnen- und Regenschutz überdacht werden. Dazu soll das Gestell des alten, kleineren Beckens verwendet werden. Dieses Gestell ist mobil, aus Holz und besteht aus einem Dach und vier damit verbundenen Holzträgern. Nachdem seine Seitenlängen 3,5 mal 3,5 Meter betragen, ist es für die 4 Meter langen Seiten des neuen Bades zu kurz. Wie kann diese Überdachung — ohne sie zu verändern und ohne die das Dach tragenden Holzpfosten ins Wasser zu stellen - über dem neuen Schwimmbecken aufgestellt werden?




ANTWORTEN: Um die Antworten einzublenden, klicken Sie auf Antworten und dann

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