Kriterien und Informationen zur
Beurteilung des „Toronto-Segens”. / Ausarbeitung Dr. Andrea Strübind 00, 2001-06-15
Die „Kraft zum Leben” Kampagne der
amerikanischen DeMoss-Stiftung. / Analyse Pfarrer Thomas Gandow 00, 2002-03-04
Die Ausbreitung des Pfingstgeistes. /
Vortrag Helmut Haasis 00, 2004-03-14
Bericht über das charismatische Lager.
/ Informationsdienst TOPIC 00, 2004-07-28
Ein schockierendes „Bekenntnis”
der Willow Creek Community Church. / Artikel Bob Burney, 2005-05-13
Leben mit Vision? - Gott ist nicht pragmatisch!
Rick Warren und die Saddleback-Gemeinde / Buch Wilfried Plock, 2005-05-13
Der geheime Reichtum der katholischen Kirche.
/ SPIEGEL-Report von Anna Catherin Loll und Peter Wensierski, 2010-06-14
Die Amerikaner wollen keine Kriege!
/ Interview mit Vidal Gore, dem Bruder von Al Gore, ehemaliger Vizepräsident der USA.
Dr. theol. Andrea Strübind 33, ist Pastorin in einer ev.- freikirchlichen
Gemeinde (Baptisten) in München. Bis 1995 war sie Referentin für den Bereich der Freikirchen
im Ökumenisch-Missionarischen Institut Berlin, einer Einrichtung des Ökumenischen Rates
Berlin, der Berliner ACK. Der vorliegende Text basiert auf ihrer Ausarbeitung für die Sitzung
der Bundesleitung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) BEFG im Februar
1995. Diese Ausarbeitung ist im Diskussionsforum - Diskurs 33
veröffentlicht.
Die bisher unter diesem Link verfügbare Aussendung von Pfarrer Thomas Gandow,
(Landeskirchliches Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen, Evangelische Kirche in
Berlin-Brandenburg, Heimat 27 D-14165 Berlin-Zehlendorf), über die „Kraft zum Leben”
Kampagne der amerikanischen DeMoss-Stiftung ist nunmehr im Diskussionsforum
— Diskurs 43 veröffentlicht.
Die leicht überarbeitete Fassung eines Referats, welches Helmut Haasis,
Pädagoge im Bremen, auf der Frühjahrstagung der „Arbeitsgemeinschaft Bekennende Gemeinde”
in Verbindung mit der 85. Bünder Konferenz (12.-14. März 2004) in Bünde-Hüffen gehalten hat,
ist mit freundlicher Erlaubnis des Autors hier bei Immanuel.at im Diskussionsforum
- Diskurs 70 veröffentlicht.
Ex-Charismatiker berichten: Wie wir im charismatischen Lager verführt wurden.
Was sie persönlich erlebt haben, würden sie vor jedem Gericht dieser Welt mit Eid bezeugen. Auch
wären sie bereit, für ihre Aussagen innerhalb dieses Artikels ihre volle Identität anzugeben.
Doch davon riet TOPIC ihnen aus Gründen des Personenschutzes ab. Deshalb nennen wir sie schlicht
Elisabeth und Joachim. Was die 58-Jährige und der 32-Jährige im charismatischen Lager erlebten,
schrieben sie auf vielen DIN-A4-Seiten nieder, von denen TOPIC versucht hat, eine Zusammenfassung zu
erstellen.
Elisabeth ist diejenige, die nach ihrer Bekehrung in acht Jahren Charismatik fast alles erlebt hat.
Sie war dreimal in der berühmten Vineyard-Gemeinde „Airport Vineyard Fellowship” in
Toronto. Von dort ging Anfang der 90er Jahre der „Toronto-Segen” aus, der weltweit -
angeblich durch Einwirkung des Heiligen Geistes - Menschen schreiend, lachend oder wie Hühner
gackernd zu Boden stürzen ließ. Elisabeth besuchte acht Mal ein charismatisch geprägtes
Laubhüttenfest in Jerusalem und erlebte zahlreiche Veranstaltungen mit Walter Heidenreich,
Christoph Häselbarth, Benny Hinn, Garry und Lilo
Keller oder Mahesh Chavda.
Besonders Bücher machten Elisabeth neugierig auf die Charismatik, und sie wollte die „vielen
schimmernden Sterne am grossen weiten Pfingsthimmel” dann auch einmal persönlich kennen lernen:
„Unsere Gemeinde wurde mir einfach zu klein.”
Deshalb fing Elisabeth an, charismatische Großveranstaltungen zu besuchen, beispielsweise die „Get
ready-Großtreffen” der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft Lüdenscheid (FCJG) unter
Leitung des bekannten Charismatikers Walter Heidenreich. In der Lüdenscheider Schützenhalle
veranstaltete Heidenreich in den neunziger Jahren (jetzt besitzt die FCJG eine eigene Halle) für
Tausende Besucher charismatische Happenings, in denen stets angesagte internationale Propheten,
Heiler und Star-Charismatiker auftraten.
Nach einem FCJG-Abend mit ohrenbetäubender Rockmusik erinnert sich Elisabeth: „In der folgenden
Nacht hatte ich schreckliche Träume über Jesus, sah ihn mal als Fratze, dann sexuell-pervers. Ich
ging in meinem Hotelzimmer auf die Knie und tat weinend Buße. Ich wollte das ja nicht.” Trotz
dieses Erlebnisses fährt Elisabeth noch weitere Male in das sauerländer Kleinstädtchen und
beschreibt den Abschluss eines Heidenreich-Auftrittes so: „Am letzten Abend standen wir alle auf
den Stühlen und Tischen voll betrunken vom Heiligen Geist und sangen auf Anleitung von Walter
Heidenreich ,Trink, trink, Brüderlein trink ...' und ,Einer geht noch, einer geht noch rein ...'
Es ging zu wie auf einem Münchner Bierfest.”
In Lüdenscheid trifft Elisabeth auf eine Frau, die ihr vorschwärmt, wie toll eine Geistestaufe
beim jüdischen Laubhüttenfest der Organisation Internationale Christliche Botschaft Jerusalem
ist. Dort treffe man auf die „Nabelschnur vom Himmel und die ganze Fülle des Segens”. Elisabeth
fährt nach Israel und erlebt tatsächlich in einem Heilungsgottesdienst mit dem Inder Mahesh Chavda
die charismatische Geistestaufe: „Chavda schrie: ,Wer hat die Geistestaufe noch nicht?' Jemand gab
mir von hinten einen Stups. Jetzt oder nie! So ging ich mit vielen nach vorne.
Jeder bekam persönlich die Hände aufgelegt und fiel er nicht um, wurde er noch angeblasen. Was ich
dann am Boden liegend erlebte, übertraf alles, was ich bisher kannte: Liebesgefühle ohne Ende. Ich
wollte und konnte gar nicht mehr aufstehen. Ich war ein anderer Mensch. Jetzt kannte ich Jesus noch
als Liebhaber. Von nun an konnte auch ich in Zungen (Glossolalie/ekstatisches Reden) reden, anderen
die Hände auflegen oder sie anhauchen, und sie fielen auf den Rücken. Auch heilen war keine
Seltenheit mehr. Nun war ich ,Jemand', hochgestiegen auf dieser Leiter der Hierarchie.”
Nicht immer gehen solche Geistestaufen oder Begegnungen mit okkultbegabten Menschen scheinbar so „glimpflich”
ab wie bei Elisabeths Geistestaufe in Jerusalem. Nach einem Heilungsgottesdienst mit dem
Charismatiker Christoph Häselbarth in Friedrichshafen am Bodensee erlebte Elisabeth etwas, was sie
in Angst und Schrecken versetzte. Nachdem Häselbarth und sein Heilungsteam versuchten, bei einer
Kollegin von Elisabeth per Geistheilung ein Bein zu verlängern, kam diese Frau völlig verändert
zurück: „Meine Kollegin war längere Zeit wie weg. Sie redete wirr durcheinander, schlug mit
ihrem Kopf auf die Tischplatte, heulte, lachte, und das nach einem Heilungsgottesdienst von
Häselbarth. Ja, sie wusste nicht mehr, wo sie überhaupt war. Am Ende wollte sie über den Bodensee
laufen, wie Petrus.”
Dass solche Kontaktaufnahmen mit einer übersinnlichen Welt schwerwiegende Folgen für Nichtchristen
wie auch Christen nach sich ziehen können, erlebte auch Joachim während eines Aufenthaltes in der
Jugendgemeinschaft von Walter Heidenreich in Lüdenscheid. Bevor Joachim 2001 Christ wurde, war er
sieben Jahre in der Esoterik aktiv gewesen. Als Reiki-Jünger ließ er sich in die ersten
Geheimnisse dieser übersinnlichen japanischen Heilweise einweihen. Im Prinzip geht es im Reiki
darum, dass ein Reiki-Meister eine okkulte Kraft auf Menschen überträgt.
Ein Woche lang verbrachte Joachim in Lüdenscheid, weil er zunächst nur die Arbeit der
Jugendgemeinschaft unter Rauschgiftsüchtigen gründlich kennenlernen wollte. Ein spannendes Buch
darüber hatte seine Neugier geweckt. Natürlich besuchte er auch andere FCJG-Veranstaltungen und
war beeindruckt von den Heilungswundern, die dort stattfanden. Joachim: „Ich hatte vor meinen
Augen erlebt, wie Menschen durch Gebet von körperlichen Gebrechen geheilt wurden.”
Obwohl ihn Glaubensgeschwister aus seiner heimischen Baptistengemeinde gewarnt hatten, sich auf
keinen Fall in Lüdenscheid die Hände auflegen zu lassen, fielen bei Joachim nach und nach
diesbezüglich alle Barrieren: „Durch meine Erfahrungen und Erlebnisse in Lüdenscheid konnte
ich die Warnungen von zu Hause nicht mehr annehmen.”
Bei einer FCJG-Veranstaltung mit dem Charismatiker Olli (Reiner) Ewers war Joachim
dann bereit, die Geistestaufe zu empfangen. Ewers ging durch die Reihen der Zuhörer und übertrug
per Handauflegung übersinnliche Kraftwirkungen, die Menschen zu Boden warfen. „Je näher Olli
sich auf mich zubewegte, desto größer wurde meine Anspannung. Ich hörte, wie er beim
Händeauflegen immer wieder kurz in Zungen betete und häufig dabei sagte:. ,Der Verstand muss weg!'
Auch schnippte er dabei regelmäßig wie selbstverständlich mit den Fingern ... Auch bei mir betete
Olli kurz etwas in Zungen. Er legte mir seine Hand auf den oberen Stirnbereich und befahl auch mir,
dass der Verstand weg muss ... plötzlich spürte ich, wie ich in einer Art Schwerelosigkeit nach
hinten kippte, in meinem Geiste nahm ich alles wahr, was geschah. Ich realisierte, dass ich fiel und
dass ich aufgefangen und zu Boden gelegt wurde. Allerdings hatte ich während des Moments des
Fallens das Empfinden der Körperlichkeit völlig verloren. Es fühlte sich schwebend an.”
Zwei Tage nach diesem Erleben besucht Joachim eine weitere FCJG-Veranstaltung, bei der die
Versammelten aufgefordert wurden, ein Lied „in Zungen” zu singen: „Als das Singen begann,
erlebte ich nun, dass sich in mir eine Regung im Kehlkopfbereich äußerte, die ich zuvor nie erlebt
hatte. Ich spürte, wie ich regelrecht dazu gedrängt wurde, meine Stimme ebenfalls zu erheben. Ich
tat meinen Mund auf, formte einen Laut und dann ging es wie von selbst los. Ohne weiter
nachzudenken, erlebte ich, wie der Geist meine Stimmbänder benutzte, um irgendwelche Laute zu
formen, die mir völlig fremd waren ... Und obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich da aussprach,
begriff ich in jenem Moment doch, was sich gerade ereignet hatte: Die Gabe der Zungenrede war in mir
geweckt worden. Nun hatte ich also die Gewissheit, dass ich eine Geistestaufe, wie sie in
pfingstcharismatischen Kreisen gelehrt wird, empfangen hatte.”
Doch bei diesen Erfahrungen blieb es nicht. Wieder zu Hause, erlebte Joachim zu seinem Entsetzen,
dass während seiner Gebetszeit Phänomene auftauchten, die er aus seiner Esoterik-Zeit kannte: „An
einem Morgen, während meiner Stillen Zeit, erlebte ich, dass das leichte Wippen meines Körpers,
das ich regelmäßig während des Zungenredens erlebte, plötzlich in ein starkes Schütteln
überging. Meine Arme, die ich im Gebet seitlich nach oben gestreckt hatte, begannen sich dabei sehr
stark hin und her zu bewegen und mein ganzer Oberkörper wurde plötzlich heftig durchgeschüttelt
... Zum ersten Mal erlebte ich derartige Schüttelerlebnisse bei einer Einweihungszeremonie in den
ersten Reiki-Grad. Als ich mich von der Meisterin für diese Energie hatte öffnen lassen, spürte
ich regelrecht, wie eine fremde Kraft in meinen Körper kam und meinen ganzen Körper heftig
durchschüttelte.” Dieses immer wiederkehrende Reiki-Schütteln hörte erst auf, als sich Joachim
nach seiner Bekehrung in einem Gebet davon lossagte. Jetzt war es wieder da und der junge Christ
fragte sich, „ob sich der Heilige Geist genau so manifestieren sollte wie dieser Reiki-Geist?”
Nach und nach erkannte Joachim, was er sich durch die Geistestaufe eingehandelt hatte. Gebete um
Klarheit und Studien von Bibelstellen wie Jesaja 28 Vers 13, in der das rücklings Umfallen negativ
dargestellt wird, bringen Joachim dazu, noch einmal ein Lossagegebet zu sprechen - dieses Mal in
Bezug auf seine Geistestaufe. „Schon am Tag darauf bemerkte ich, wie sich diese übersinnlichen
Phänomene, die gerade während meiner Gebetszeit regelmäßig auftraten, nicht mehr manifestieren
konnten. Das Wippen kam nicht wieder und ich wurde auch nicht mehr zur Zungenrede gedrängt. Zu
meiner Freude durfte ich so erleben, dass der falsche Geist seinen Einfluss auf mein Leben wieder
verloren hatte ...”
Auch Elisabeth durfte den Ausgang aus dem charismatischen Irrgarten finden. Dabei halfen ihr einige
bekannte Evangelisten und charismatisch-kritische Literatur. Heute sieht Elisabeth ihre Zeit als
Charismatikerin so: „Ich schäme mich so vor Jesus Christus für alle Gotteslästerungen. Schritt
für Schritt tat uns Gott die Augen auf. Ich ging immer wieder auf die Knie, auch mit meiner
Kollegin. Wir weinten und baten Gott und unseren Herrn Jesus Christus um Vergebung. Ihm sei's
gedankt, dass er uns aus diesem Sumpf der Verirrung herausgezogen hat.”
Vieles ist in den Geschichten der beiden Ex-Charismatiker identisch. Besonders auffällig ist dabei
das geradezu fiebrige Bestreben im pfingstcharismatischen Lager, die Gläubigen möglichst schnell
mit einem neuen Geist zu impfen. Dieser Geist scheint wie ein Virus per Handauflegung oder auch nur
durch Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen überzuspringen. Dass dieser pfingstcharismatische
Geist nicht der Heilige Geist ist, zeigen nicht nur Berichte aus der gesamten Kirchengeschichte,
sondern auch immer wieder solche Zeugnisse wie diese von Elisabeth und Joachim.
Jesus selbst warnt in seiner Endzeit-Rede (Matth. 24) vor falschen Heilsbringern, die mit Zeichen
und Wundern versuchen, die „Auserwählten” zu verführen. Diese falschen Christusse und
Propheten sind längst mitten unter uns und treiben ihr Unwesen.
Informationsdienst TOPIC / Herausgeber: Ulrich Skambraks (Kreuztal bei Siegen). Postfach
1544.0-57206 Kreuztal
(Abo-Verwaltung: RZS, Walbergraben 1, D-35614 Asslar. Telefon: 06441/804326, Telefax: 06441/804501)
COLUMBUS, Ohio (BP) - Wenn Sie älter als 40 Jahre sind, ist Ihnen der Name Benjamin
Spock mehr als vertraut. Es war Spock, der einer ganzen Generation von Eltern sagte, sie sollten
sich nicht aufregen und ihre Kinder nicht bestrafen und ihnen erlauben, sich selbst auszudrücken.
Disziplin, so sagte er uns, würde das zerbrechliche Ego eines Kindes nachteilig beeinflussen.
Millionen folgten diesem Guru der Kindesentwicklung und er blieb unter professionellen
Kindererziehungsexperten unwidersprochen. Jedoch machte Dr. Spock vor seinem Tod eine verblüffende
Entdeckung. Er hatte Unrecht. Tatsächlich sagte er:
„Wir haben eine Generation von Gören aufgezogen. Eltern sind nicht bestimmt
genug mit ihren Kindern, aus Furcht, ihre Liebe zu verlieren oder ihren Unmut auf sich zu ziehen.
Das ist ein grausamer Entzug, den wir Profis Müttern und Vätern aufgebürdet haben. Natürlich
machten wir das mit den besten Absichten. Wir erkannten nicht, bis es zu spät war, wie unsere ,Wir
wissen alles' Haltung die Selbstsicherheit von Eltern untergraben hat.”
Uups.
Etwas genauso Bedeutungsschweres ist gerade meiner Meinung nach in der evangelikalen Gemeinschaft
passiert. Für den größten Teil einer Generation sind Evangelikale mit der „sucherfreundlichen”
Bewegung ins Schwärmen geraten, die von der Willow Creek Community Church in Chikago ausgebrütet
wurde. Der Guru dieser Bewegung ist Bill Hybels. Er und andere hatten uns Jahrzehntelang geraten,
alles über Bord zu werfen, was wir vorher über Gemeindewachstum gedacht haben und was uns gelehrt
wurde, und es durch ein neues Paradigma zu ersetzen, eine neue Weise, den geistlichen Dienst zu tun.
Mit dieser „neuen Welle” des geistlichen Dienstes kam vielleicht unabsichtlich ein geringerer
Nachdruck, persönliche Verantwortung für Bibelstudien zu übernehmen, verbunden mit einer Betonung
von „Programmen” und Hochglanzmarketing, die auf gefühlten Bedürfnissen beruhten.
Die Größe der Menschenmenge anstatt die Intensität des Herzens bestimmten den Erfolg. Wenn die
Menge groß war, dann dachten sie segnete Gott gewiss den geistlichen Dienst. Gemeinden wurden
aufgrund von demographischen Studien, professionellen Strategen, Marketingforschung, Erfüllung „gefühlter
Bedürfnisse” und Predigten gebaut, die im Einklang mit diesen Techniken stehen. Uns wurde gesagt,
Predigen sei out und Relevanz in. Lehre war bei weitem nicht so wichtig wie Innovation. Wenn sie
nicht „innovativ” und verbraucherfreundlich war, wurde sie verdammt. Die Erwähnung von Sünde,
Errettung und Heiligung waren tabu und wurden durch Starbucks (Kaffeekränzchen), Strategie und
Empfindsamkeit ersetzt.
Tausende von Pastoren hingen an jedem Wort, das von den Lippen der Experten der
Kirchenwachstumsbewegung ausging. Satellitenseminare waren mit wissensdurstigen Kirchenführern voll
gepackt, die den neuesten Weg lernten, „Gemeinde zu machen”. Das Versprechen war eindeutig:
Tausende von Leuten und Millionen von Dollar konnten nicht unrecht haben. Vergiss, was Leute
benötigen, gib ihnen, was sie wollen. Wie kann man gegen die Zahlen argumentieren? Wenn man es
wagte, die „Experten” herauszufordern, wurde man sofort als „Traditionalist” abgestempelt,
eine Rückkehrer zu den 50er Jahren, ein starrköpfiger Dinosaurier, der unwillig war, sich den
Zeiten anzupassen.
All das hat sich kürzlich geändert.
Willow Creek hat das Ergebnis einer mehrjährigen Studie über die Wirksamkeit ihrer Programme und
der Philosophie ihres geistlichen Dienstes herausgegeben. Die Erkenntnisse der Studie findet man in
einem neuen Buch mit dem Titel „Reveal: Where Are You? — Zeig her: Wo stehst Du?”, mitverfasst
von Cally Parkinson und Greg Hawkins, Exekutivpastoren der Willow Creek Community Church. Hybels
selbst bezeichnete die Ergebnisse als „das Fundament aufbrechend”, „die Erde erschütternd”
und „die Sinne erweiternd”. Und das ist kein Wunder: Es scheint, dass die „Experten” unrecht
hatten.
Der Bericht enthüllt, dass das meiste von dem, was sie in diesen vielen Jahren getan haben und was
sie Millionen anderen gelehrt haben, keine soliden Jünger Christi produziert. Zahlen ja, aber keine
Jünger. Es wird schlimmer. Hybels lamentiert:
„Als die Ergebnisse tatsächlich zurückkamen, stellte sich heraus, einiges
von dem Zeug, in das wir Millionen von Dollars gesteckt haben, weil wir dachten, es würde wirklich
unseren Leuten helfen, geistlich zu wachsen und sich zu entwickeln, half den Leuten nicht so sehr.
Nach anderen Sachen, in welche wir nicht so viel Geld hineinsteckten und wofür wir nicht so viel
Personal einsetzten, schreien die Leute.”
Wenn man einfach nur eine Menge von Leuten will, liefert das „sucherfreundliche”
Modell Ergebnisse. Wenn man gut fundierte, echte, reife Nachfolger Christi will, ist es eine Pleite:
In einem schockierenden Bekenntnis stellt Hybels fest:
„Wir machten einen Fehler. Was wir hätten tun sollen, als Leute zum Glauben
kamen und Christen wurden, hätten wir anfangen sollen ihnen zu sagen und sie zu lehren, dass sie
Verantwortung übernehmen müssten, und sich verantwortlich ‘selbst ernähren’ müssten. Wir
sollten Leute gewonnen und ihnen gelehrt haben, wie sie ihre Bibel zwischen den Gottesdiensten lesen
sollten, wie sie die geistlichen Praktiken viel aggressiver selbständig hätten tun sollen.”
Es ist unglaublich, der Guru des Kirchenwachstums sagt uns nun, dass Leute ihre
Bibeln lesen und Verantwortung für ihr geistliches Wachstum übernehmen müssen.
Genauso wie Spocks „Fehler” kein unbedeutender Irrtum war, so ist der Irrtum der
sucherfreundlichen Bewegung in seiner Reichweite gewaltig. Man entdeckt jetzt, dass das Fundament
von Tausenden Gemeinden in Amerika bloßer Sand ist. Das Individuum, das vielleicht den größten
Einfluss auf die amerikanischen Gemeinden in unserer Generation hatte, hat nun eingestanden, die
Philosophie seines geistlichen Dienstes wäre in großen Teilen ein „Fehler”. Das Ausmaß dieses
Irrtums ist gar nicht zu ermessen.
Die vielleicht am meisten schockierende Sache bei all diesen Enthüllungen, die aus Willow Creek
kommen, findet man in der Zusammenfassung von Greg Hawkins:
„Unser Traum ist, dass wir grundlegend die Weise verändern, wie wir
Gemeinde machen. Dass wir ein unbeschriebenes Blatt Papier herausnehmen und alle unsere alten
Annahmen überdenken. Sie durch neue Einsichten ersetzten. Einsichten, die aus Nachforschungen
stammen und in der Schrift verwurzelt sind. Unser Traum ist wirklich zu entdecken, was Gott bewirkt
und wie er uns bittet, diesen Planeten zu verändern.”
Ist es nicht das, was uns gesagt wurde, als diese ganze sucherfreundliche Sache
begann? Die Kirchenwachstumsgurus wollen wieder ihre alten Annahmen über Bord werfen und „ein
unbeschriebenes Blatt Papier herausnehmen”, und wahrscheinlich wieder mit einem neuen Paradigma
für den geistlichen Dienst herauskommen.
Sollte dies ermutigend sein?
Bitte beachten Sie, dass „verwurzelt in der Schrift” immer noch dem „überdenken”, „neue
Einsichten” und „Nachforschungen” folgt. Jemand kapiert es anscheinend immer noch nicht.
Solange man nicht zu einfachen biblischen (und relevanten) Prinzipien zurückkehrt, wird ein neues
fehlerhaftes Schema das bestehende ersetzen und eine weitere Generation wird dem nachfolgen, was der
neuste Pfeifer spielt.
Was wir bei diesem „Bekenntnis”, das aus den höchsten Rängen der Willow Creek Vereinigung
kommt, zumindest ermutigend finden sollten ist, dass sie endlich erkennen: ihr gegenwärtiges „Modell”
hilft den Leuten nicht, zu reifen Jüngern von Jesus Christus heranzuwachsen. Wenn man den massiven
Einfluss sieht, den diese Organisation heute auf die Kirche in Amerika hat, so lasst uns beten, es
möge Gott gefallen, Strukturen in Willow Creek einzusetzen, die nicht nur zahlenmäßiges Wachstum,
sondern Wachstum in der Gnade begünstigen werden.
Bob Burney ist preisgekrönter Moderator (Salem Kommunikationspreis) des Radioprogramms „Bob
Burney Live”, das an Werktagen nachmittags auf WRFD — AM 880 in Columbus, Ohio, zu hören
ist. Diese Rubrik erschien ursprünglich in Townhall.com.
http://www.crosswalk.com/pastors/11558438/
Rick Warren und die »Saddleback-Gemeinde«
Rick Warren studierte zwar nicht wie Schwarz am Fuller Seminary, aber er beschreibt in seinem Buch
»Kirche mit Vision« (in der deutschen Übersetzung: „Leben mit Vision” / Anm.),
wie er im Jahr 1974 zum ersten Mal auf den Namen McGavran stieß: Als ich dort saß und diesen
Artikel über Donald McGavran las, hatte ich keine Ahnung davon, wie dramatisch er die Richtung
meines Dienstes beeinflussen würde (…) Rick Warren begann mit seiner Frau Kay im Saddleback-Tal,
südlich von Los Angeles gelegen, eine Gemeindearbeit. Heute trifft sich dort eine der größten
christlichen Gemeinden der westlichen Hemisphäre. Der Gründer dieser Gemeinde ist ein Visionär.
Am 30. März 1980 träumte Rick Warren in seiner ersten Predigt von einer 20.000-Seelen-Gemeinde,
Hunderten von ausgesandten Missionaren und einem großen Grundstück mit vielen schönen Gebäuden.
Er und seine Mitarbeiter arbeiteten über zwei Jahrzehnte an der Verwirklichung dieser Ziele. Ein
Teil ihres Traumes wurde bereits Wirklichkeit. Der Schwerpunkt der Gemeindeaktivitäten liegt auf
den Wochenendgottesdiensten. Zwei finden am Samstagabend statt. Am Sonntag sind es gar drei. Sie
werden Woche für Woche von vielen Menschen besucht. Diese Gottesdienste sind auf Nichtchristen
ausgerichtet. Der Musikstil ist modern und laut. Die Kleidung ist leger. Rick Warrens Ansprachen
sind thematisch und relevant. Das bedeutet: sie haben etwas mit dem praktischen Alltagsleben der
Hörer zu tun (was natürlich grundsätzlich nicht schlecht ist). Eine Predigtreihe lautete
beispielsweise: »Vom Burnout zur Balance «. Die Kirche bietet mehr als 150 verschiedene Dienste
an. Es existieren Hunderte von Kleingruppen und eine ausgedehnte Jugendarbeit. Saddleback hat
Modellcharakter. Saddleback versteht sich als Trendsetter. Das Modell der »Purpose Driven Church«
(auftragsbestimmte Gemeinde) wurde vor allem durch Rick Warrens gleichnamiges Buch bekannt.
Inzwischen wurden weltweit mehr als eine Million Exemplare in mehr als 20 Sprachen verkauft.
Kirche mit Vision
Rick Warrens Buch »Kirche mit Vision« erschien 1995 und erlebte in den USA innerhalb kürzester
Zeit 36 Auflagen. Das Buch wurde zum Megaseller. In Deutschland erschien es 1998 im Projektion J
Verlag und es ging auch bei uns bereits zehntausende Male über die Ladentische. Zudem wurden seit
Erscheinen des Originals über 500.000 Gemeindeleiter auf der ganzen Welt »mit den Prinzipien
gesunden Gemeindebaus …« vertraut gemacht. Warum ist »Kirche mit Vision« so anziehend? Warum
bedienen sich die Empfehlungen solcher Superlative? Hier einige Beispiele (alle dem Anhang
entnommen): Dieses Buch ist ein seltener Schatz göttlicher Weisheit, völlig biblisch, inspiriert
vom Heiligen Geist … Jeder Pastor muss dieses Buch lesen! (der inzwischen verstorbene Bill Bright)
Rick Warren ist der Architekt für die Gemeinde des 21. Jahrhunderts und dies ist seine Blaupause!
(Bruce Larson) Niemandem gelingt gesundes Gemeindewachstum besser als Rick Warren. (Jim Reeves)
Kirche mit Vision ist vielleicht das Kronjuwel unter der Literatur über Gemeindewachstum. (Randy
Pope) Rick Warren ist derjenige, dem wir alle zuhören und von dem wir lernen sollten. (Robert
Schuller) Dieses Buch könnte einen so bedeutenden Einfluss auf die Zukunft der Christenheit
ausüben wie alle anderen Bücher zusammen, die in den letzten Jahren erschienen sind. (Ronnie
Floyd) Ich betrachte Rick Warren als einen der größten Denker in der heutigen Kirche. (Dwight
Reighard) Rick Warren ist ein Genie … (Ed Young jr.) Diese Einschätzungen stammen von hoch
angesehenen christlichen Leitern in den USA. In der Tat ist Kirche mit Vision ein lesenswertes Buch.
Der bibelkundige, differenzierungsfähige Leser wird wirklich eine Fülle wertvoller Einsichten und
Anregungen finden. Nach dem Geheimnis des Erfolgs befragt, antwortete der Autor selbst: Das ist das
Geheimnis meines Buches: Es ist sozusagen der »Intel-Chip« des Gemeindeaufbaus! Man kommt nicht
umhin, diese Aussage als vermessen zu bezeichnen. Den »Intel-Chip« (weltweit am häufigsten
eingesetzter PC-Prozessor) finden wir allemal im Neuen Testament. Mit ähnlicher
»Selbstgewissheit« spricht Dr. Warren von seinem jüngsten Buch »Leben mit Vision«: Aber ich
vertraue auch - im Glauben - darauf, dass das Buch ein Werkzeug zur Veränderung quer durch unsere
Nation und dann der Welt sein könnte. Was jedoch in den zitierten Belobigungen verschwiegen bzw.
von deren Verfassern nicht erkannt wird, ist die Tatsache, dass das Buch gleichzeitig sehr
umstrittene, fragwürdige und auch irreführende Passagen enthält. Unsere Untersuchung will sowohl
das Positive würdigen, als auch das Negative beim Namen nennen. Dabei basieren meine Ausführungen
nicht nur auf der gründlichen Lektüre von Warrens Buch, sondern auch auf eigener Beobachtung. Im
Frühjahr 2000 hielt ich mich in Los Angeles auf. In jener Zeit konnte ich Saddleback mehrmals
besuchen, Gespräche führen und mir selbst ein Bild über die Arbeit machen.
Rick Warrens Wertschätzung der Gemeinde
Das Buch als Ganzes bringt die Wertschätzung seines Autors gegenüber der Gemeinde Gottes zum
Ausdruck. Warren ist ohne Zweifel dem Gemeindebau völlig hingegeben. Die örtliche Gemeinde
betrachtet er nicht als Organisation, sondern als Familie. Diese Sichtweise ist in einer Zeit der
»Gemeindefrustrationen « und »-traumata« wohltuend. Am Ende des Buches finden sich großartige
Sätze: Ich liebe die Gemeinde von ganzem Herzen. Sie ist das brillanteste Konzept, das je erdacht
wurde. Wenn wir wie Jesus sein wollen, dann müssen wir die Gemeinde so lieben, wie er das tut, und
wir müssen auch andere lehren, die Gemeinde ebenfalls zu lieben … Diese Leidenschaft für die
Gemeinde Christi nehme ich dem Autor voll und ganz ab. Sie ist vorbildlich.
Die Betonung von Gemeindegesundheit
Obwohl Warren selbst stark von der »Gemeindewachstumsbewegung « geprägt wurde, betont er in
seinem Buch immer wieder die Bedeutung der »Gemeindegesundheit«. Darunter versteht man in
Saddleback eine Ausgewogenheit zwischen den Elementen Kleingruppen, Jüngerschaft, Anbetung
(Worship), Sonntagsschule - und insbesondere zwischen Evangelisation auf der einen und
Weiterführung der Christen auf der anderen Seite. Warren sagt in diesem Zusammenhang wörtlich:
»Das Geheimnis einer gesunden Gemeinde ist Ausgewogenheit«. Das angestrebte Ziel ist, Menschen
nicht nur zur Bekehrung, sondern dann zur geistlichen Reife zu führen. Ein weiterer Kernsatz
lautet: Gemeinden werden wärmer durch Gemeinschaft. Gemeinden werden tiefgehender durch
Jüngerschaft. Gemeinden werden stärker durch Anbetung. Gemeinden werden weiter durch Dienen.
Gemeinden werden größer durch Evangelisation. Diese Sichtweise halte ich für ausgezeichnet. Ich
wünschte mir, dass viele Gemeinden an dieser Stelle von Saddleback lernen würden und planmäßiger
arbeiteten. Nach meiner Beobachtung haben im deutschsprachigen Raum nur wenige Gemeinden
gleichzeitige Angebote und Programme zur Evangelisation und zur Weiterführung der Gläubigen.
Entweder Gemeinden evangelisieren und vernachlässigen dabei das Wachstum der Christen - oder
umgekehrt. Hier könnten in der Tat viele Gemeindegründer von Saddlebacks Beispiel lernen. Was Rick
Warren unter der Überschrift »Das Fundament einer gesunden Gemeinde« (Kap. 4) schreibt, gehört
mit zum Besten in seinem Buch. Und auch darin ist ihm zuzustimmen, dass vielen Gemeinden eine
klarere Sicht für den eigentlichen Auftrag gut tun würde.
Gute Zitate und jede Menge praktische Tipps
Warren versteht es, an geeigneten Stellen würzige Zitate einzubauen. Wenn er über Gewohnheiten
spricht, führt er Fjodor Dostojewski an: Die zweite Lebenshälfte eines Menschen besteht aus den
Gewohnheiten, die er in der ersten Hälfte erworben hat. Wenn er von Überzeugungen redet, zitiert
er Howard Hendricks: Ein Glaube ist etwas, über das man streiten wird. Eine Überzeugung ist etwas,
für das man sterben würde. Im gesamten Buch findet der Leser eine Fülle von nützlichen Ideen,
Anregungen und praktischen Tipps. Eine wahre Fundgrube erstreckt sich z. B. von Seite 241-261. Dass
diese Prinzipien in Saddleback praktiziert werden, kann ich aufgrund meines Besuchs im Jahr 2000
bestätigen.
Sicht für Evangelisation, Tochtergemeinden und Weltmission
Die Saddleback-Gemeinde möchte in den nächsten 20 Jahren 200 Berufsmissionare aussenden. Im
Großraum Los Angeles wurden mehr als 30 Tochtergemeinden gegründet. Die missionarische
Leidenschaft und das Anliegen, Menschen für Christus zu gewinnen, sind echt, ja, sogar vorbildlich.
Es ist ein enormer Fortschritt, wenn in einer Gemeindearbeit nicht nur gelegentlich eine
Evangelisation durchgeführt wird (so segensreich diese auch sein kann), sondern auch ein
permanentes missionarisches Anliegen zu finden ist. Evangelisation und konsequente Einführung in
Jüngerschaft, das Bemühen um Lehre usw., sind in Saddleback feste Bestandteile des Gemeindelebens.
Die Betonung der Dienstbereitschaft
Saddleback duldet kein Konsumentenchristentum. Warren und seine Mitarbeiter streben an, möglichst
viele Gläubige zu aktiven Dienern in der Gemeinde zu machen. Die Ausführungen dazu auf den Seiten
344-346 sind lesenswert. Darüber hinaus veranstaltet die Gemeinde Pastorenkonferenzen. Mehr als
180.000 Pastoren und Leiter aus Denominationen besuchten bereits die »Purpose-Driven-Schulungen«.
Die Multiplikation des Angebots via Internet tut ein Übriges. Saddleback versteht sich selbst als
Gemeinde der Zukunft. Rick Warren ist - laut des von Billy Graham gegründeten Magazins
»Christianity Today« - der Pastor mit dem inzwischen wahrscheinlich größten Einfluss auf die
Christen in Amerika. Er spricht nicht nur von Gemeindewachstum. Er betont Gemeindegesundheit.
Darunter versteht er die Balance zwischen Evangelisation nach außen und Wachstum der Gläubigen.
Zuerst sollen Menschen in den Gästegottesdiensten für Christus gewonnen werden. Dann will man
diese in vier verschiedenen Kursen zur Reife führen. Diesen Prozess versteht Warren als Kern einer
»auftragsorientierten Gemeinde«. In diesem Bemühen um Ausgewogenheit liegt ohne Zweifel die
Stärke der Saddleback-Gemeinde. Aus dieser Aufzählung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit
erhebt, geht hervor, warum ich »Kirche mit Vision« durchaus zur Lektüre empfehle, wenn der Leser
mit einem am Wort Gottes geschulten Unterscheidungsvermögen herangeht.
Das Negative wird in der Bibel nicht verschwiegen
»Weissagungen verachtet nicht, prüft aber alles, das Gute haltet fest! Von aller Art des Bösen
haltet euch fern«! (1Thess 5,20-22) Nachdem ich einmal öffentlich eine kritische Anmerkung zu
einem anderen Gemeindebaukonzept gemacht hatte, schrieb mir ein junger Theologe. Er meinte, Paulus
hätte die Thessalonicher lediglich aufgefordert, alles zu prüfen und das Gute zu behalten. Er
hätte nicht verlangt, auch das Negative zu erwähnen. Diese Sicht scheint mir symptomatisch für
die heutige Zeit zu sein. Die Philosophie der Toleranz möchte alles stehen lassen und
grundsätzliche Kritik möglichst vermeiden. Vor allem auf Abgrenzung soll verzichtet werden. Wer
hingegen das Neue Testament aufmerksam liest, der stellt fest, dass sowohl Jesus Christus als auch
die Apostel sehr oft Kritik und Abgrenzung geübt haben (Mt 16,11-12; Mt 23; 1Kor 15,12; 2Kor
11,1-4; 3Joh. 9-10; etc.). Paulus wies Petrus sogar öffentlich zurecht, als es um »die Wahrheit
des Evangeliums« ging (Gal 2,14).
Kein Gefallen am Aufdecken der Fehler
Noch etwas sei an dieser Stelle betont. Ich habe kein Gefallen am Aufdecken der Fehler und
Schwächen anderer. Mir wäre es lieber, ich könnte hier schließen. Aber gerade weil Saddleback
einen solchen Einfluss auf viele Gemeinden in aller Welt ausübt, wie vielleicht kaum eine einzelne
Gemeinde je zuvor in der Geschichte, darum muss sich Rick Warren erst recht mit seinem Konzept an
den Maßstäben der Heiligen Schrift messen lassen. Es geht letztlich um die Wahrheit des
Evangeliums und des neutestamentlichen Gemeindebaus. Man würde natürlich ebenso Fehler und Mängel
finden, wenn man beispielsweise die Gemeinde, zu der ich gehöre, genau unter die Lupe nähme. Meine
Gemeinde hat zwar keinen weltweit prägenden Einfluss; dennoch freue ich mich, wenn uns jemand in
aufrichtiger Haltung auf ungute Dinge in unserer Gemeinde aufmerksam macht. Aufrichtige Ermahnung
hilft letztlich mehr als Schmeichelei. Unsere Verantwortung liegt darin, die Wahrheit in einer
demütigen Haltung und mit dem Ziel der Hilfe zu sagen. Wahrheit zu unterdrücken, hilft letztlich
niemandem. Wahrheit muss Wahrheit bleiben, selbst wenn sie gegen uns spricht oder wenn wir uns mit
ihrer Weitergabe angreifbar machen. Ich nehme Warren ab, dass er Gott gefallen möchte und bin auch
bereit, von ihm zu lernen. Ich habe viele Passagen seines Buches positiv angestrichen. Aber ich kann
nicht schweigen, wenn sein Modell als das neue Heilmittel für die Gemeinden weltweit angepriesen
wird. Sein »Medikament « hat zu starke »Nebenwirkungen«.
Die offensichtliche Geringschätzung biblischer Lehre
Rick Warren ist ein Meister des Pragmatismus. Pragmatismus ist - wie wir im ersten Teil gesehen
haben - die Einstellung, Dinge nicht nach übergeordneten Prinzipien zu beurteilen, sondern vor
allem nach ihrer Funktionalität. Pragmatismus ist Zweckmäßigkeitsdenken. Genau hier liegt meine
Hauptkritik an Warrens Konzept. In Saddleback ist Pragmatismus der alles beherrschende Faktor. Wir
Europäer haben den Hang zum Theoretisieren. Rick Warren erliegt, was Amerikanern gelegentlich (und
manchmal zu recht) nachgesagt wird, dem anderen Extrem. Er denkt und arbeitet ungehemmt pragmatisch.
Pragmatismus ist nicht zu verwechseln mit Praxisorientierung. Pragmatismus ist
Zweckmäßigkeitsdenken. Auch wenn Rick Warren wiederholt erwähnt, dass er Bibelstudium für
wichtig hält, so schwächt er diese Aussage gleich wieder mit der Feststellung ab, dass Lehre ohne
Praxis fruchtleer bleibt. In einem Abschnitt über verschiedene »Mythen« des Gemeindebaus, die
Warren für unzutreffend hält, kritisiert er auch die These, man brauche nur Bibelstudium, um
geistlich zu wachsen (»Reifemythos Nr. 6«). Wörtlich schreibt er: Das Letzte, was viele Christen
nötig haben, ist, einen weiteren Bibelkurs zu besuchen. Sie wissen bereits mehr, als sie in die
Praxis umsetzen. Nach dieser Philosophie müsste man Bibellehre fast völlig sein lassen, denn
nahezu alle Christen auf der Welt wissen bereits mehr als sie in ihrem praktischen Alltagsleben
umsetzen können. Außerdem vergisst Warren, dass es auch »informative Lehre« gibt, die dazu
dient, verstehen und erklären zu können, warum beispielsweise die Hauptlehre der
römisch-katholischen Kirche falsch ist. Ich halte es für einen Fehler, anzunehmen, dass alleine
die Beschäftigung mit der Bibel Reife hervorbringen wird. Hier schießt Warren meines Erachtens
einen »Strohmann« ab. Mir ist auch in Amerika noch nie ein Christ begegnet, der das behauptet
hätte. Vielmehr offenbaren solche Aussagen in »Kirche mit Vision« unfreiwillig die zugrunde
liegende Philosophie des Pragmatismus.
Die viel zu schwach ausgeprägte »Lehre von der Gemeinde« (Ekklesiologie)
Warren baut seine »Ekklesiologie« letztlich auf zwei Bibelstellen: »Du sollst den Herrn, deinen
Gott, lieben mit ganzem Herzen …« (Mt 22,37-40) und »Darum geht zu allen Völkern, und macht
alle Menschen zu meinen Jüngern; … « (Mt 28,19-20). Daraus leitet der Autor fünf Aufträge für
eine »auftragsbestimmte « Gemeinde ab (»The Purpose-driven Church« ist der amerikanische
Originaltitel des Buches). Diese fünf Aufträge sind als solche zwar keineswegs falsch, aber sie
sind teilweise falsch definiert und lediglich ein kleiner Ausschnitt aus der gesamten
neutestamentlichen Lehre über die Gemeinde. Hier handelt es sich um eine unzulässige Verkürzung.
In »Kirche mit Vision« fehlt leider eine biblisch begründete Begriffs- und Auftragsbestimmung der
Gemeinde. Das ist für ein solches Buch ein unverzeihlicher Mangel.
Das Fehlen einer heilsgeschichtlichen Gesamtschau
Dieser Punkt berührt ein hermeneutisches Problem. »Hermeneutik « ist die Lehre vom Verstehen und
Auslegen der Heiligen Schrift. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Bibel
heilsgeschichtlich verstanden werden will. Rick Warren scheint dieses Auslegungsprinzip fremd zu
sein. In Kapitel 12 - über das ich ausgesprochen unglücklich bin - führt er aus, wie Christus
Menschenmassen anzog. Dabei erwähnt er mit keiner Silbe, dass der Dienst Jesu von zwei ganz
verschiedenen Phasen gekennzeichnet war. Im ersten Teil proklamierte der Heiland den Anbruch des
Reiches Gottes (Mt 4-11). Dann wurde er von der Führung Israels definitiv als Messias abgelehnt (Mt
12). Daraufhin begann die zweite Phase seines Dienstes mit dem Schwerpunkt der Jüngerbelehrung (ab
Mt 13). Warum erwähnt Warren nicht, dass Christus die Mengen hauptsächlich in der
»Reich-Gottes-Phase« anzog? Als der Sohn Gottes vom Kreuz und vom Preis der Nachfolge predigte,
blieben von der großen Masse nur noch wenige übrig (Joh 6,66-69). Wo zog Paulus, unser besonderes
Vorbild im Gemeindebau, die Massen an? Und wo taten es nach der anfänglichen Phase großen Zulaufs
(Apg 2-6) die anderen Apostel? Den Korinthern musste Paulus schreiben: Mir scheint, dass Gott uns
als die Letzten hingestellt hat, wie zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel
geworden, sowohl Engeln als Menschen (1Kor 4,9). Menschlich gesprochen ist es ist in Nordamerika
für einen begabten Evangelisten nicht sonderlich schwer, eine größere Zahl von Menschen
anzuziehen; vor allem dann, wenn das Programm so auf die Zielgruppe maßgeschneidert wird wie in
Saddleback oder Willow Creek. Aber wenn Warren dem Leser in dem besagten 12. Kapitel in Aussicht
stellt, dass doch eigentlich alle Gemeindegründer zu großen Mengen predigen könnten, wenn sie es
denn nur richtig anpacken würden, dann hat er den Boden der Bibel verlassen.
»Gottesdienste« für suchende Menschen
Warren empfiehlt »Gottesdienste für Suchende« als das geniale Konzept der Evangelisation. Als
Pragmatiker hat er mit diesem Stilmittel keine Probleme. Er rechtfertigt seinen Ansatz mit den
Aussprüchen Jesu »Kommt und seht!« (Joh 1,39) und »Kommt alle zu mir …« (Mt 11,28).
Allerdings übersieht er dabei, dass Christus die Ungläubigen zu sich eingeladen hat, und nicht in
die Zusammenkünfte der neutestamentlichen Gemeinde! Das ist ein großer Unterschied. Wer sich
hingegen strikt an die Weisungen des Neuen Testaments halten möchte, wird zurückhaltender sein. Wo
steht in den Lehrbriefen des Neuen Testaments geschrieben, dass wir Ungläubige in unsere
»Gottesdienste« einladen sollen? Das Gegenteil ist der Fall: Geht hin in die ganze Welt und
predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung (Mk 16,15). Das Zusammenkommen der örtlichen Gemeinde
hat nach der Schrift den Zweck der Anbetung Gottes, der Erbauung der Gläubigen sowie deren
Zurüstung zum Dienst. Wenn dennoch Nichtchristen unseren Predigten zuhören wollen, sind sie
selbstverständlich herzlich willkommen - und schon mancher wurde auf diesem Wege von Gott
angesprochen. Wir werden jedoch nirgendwo aufgefordert, den »Gottesdienst« zu einer
Evangelisationsveranstaltung umzufunktionieren. In 1. Korinther 14,23 und Jakobus 2,2ff wird
beispielhaft ausgeführt, was passieren könnte, wenn ausnahmsweise doch ein Ungläubiger kommt.
Ebenso werden wir durch diese Stellen nicht angehalten, das Programm und die Verkündigung auf
Suchende auszurichten. Uns bieten sich außerhalb der Gemeindezusammenkunft ungezählte gute
Möglichkeiten zum Evangelisieren. Warum sollten wir es gegen den neutestamentlichen Grundsatz im
»Gottesdienst « praktizieren? Wenn wir es dennoch tun, treibt uns nicht die Heilige Schrift,
sondern Pragmatismus. Wir machen quasi aus dem »Heiligtum« einen »Vorhof«.Wir tauschen sozusagen
unser Tafelsilber gegen Plastikbesteck ein. Denn wer »A« sagt, muss auch »B« sagen. Wer seine
Veranstaltungen nach dem Geschmack der Nichtchristen ausrichtet, der muss zwangsläufig Rockmusik,
Theaterstücke, thematische Predigten etc. einsetzen. Das Motto lautet ja: »Hauptsache, ich bekomme
Besucher meiner Zielgruppe in meine Veranstaltung«. Der bekannte Bibelausleger John MacArthur weist
darauf hin, dass nach dem Tod von Ananias und Saphira große Furcht über alle kam, die es hörten
(Apg 5,11). Er fährt fort: Nach Vers 13 wagten die Ungläubigen nicht, sich ihnen anzuschließen.
Das steht in diametralem Gegensatz zu der heute so beliebten Philosophie der Benutzerfreundlichkeit.
Anstatt die Leute zu ködern, indem man ihnen das Gefühl gibt, willkommen und sicher zu sein,
benutzte Gott die Angst, um sie draußen zu halten. Erwin Lutzer, Hirten-Lehrer in der Moody Bible
Church in Chicago, beschreibt ebenfalls die Spannung zwischen Liebe und Heiligkeit der Gemeinde: Die
Liebe innerhalb der Gemeinde zieht die Welt an; die Heiligkeit innerhalb der Gemeinde verurteilt die
Welt. Zur Zeit der frühen Gemeinde befiel die Außenstehenden große Angst, wenn sie erlebten, wie
sich die Gemeinde der Disziplin und dem heiligen Leben verschrieb. Nun argumentieren die Vertreter
dieses Modells, der Sucher- Gottesdienst sei nur eine evangelistische Veranstaltung unter anderem
Namen. Der Gemeindegottesdienst fände ja in der Wochenmitte statt. Tatsächlich versammeln sich die
Gläubigen in Saddleback am Mittwochabend. Dieser Sicht kann ich trotzdem nicht zustimmen.
Einerseits wäre es immer noch eine Aushöhlung des biblischen »Gottesdienstbegriffs«. Das Neue
Testament beschreibt das Zusammenkommen der Christen als eine Versammlung für Gläubige. In einer
solchen Zusammenkunft wird Gott angebetet, die Christen werden auferbaut und zugerüstet.
Andererseits fürchte ich, dass die meisten Gemeinden in unserem Land, die »besucherfreundliche
Gottesdienste« anbieten, lediglich sonntags evangelisieren, ohne mit gleicher Intensität für den
vollen, erforderlichen Ersatz an Lehre, Auferbauung und Zurüstung zu sorgen. Wiederum trägt der
Pragmatismus zu einer Verflachung des biblischen Gemeindelebens bei. Eine Gemeinde braucht »gesunde
Lehre« zur Festigung des Glaubens und zur Verwurzelung im Herrn (Apg 2,42; 11,26; etc.). Dass Rick
Warren für solche Anfragen wenig Verständnis hat, zeigt sich daran, dass er auf den Seiten 224-225
die Kritiker des besucherfreundlichen Ansatzes ganz pauschal als »Pharisäer « und
»Pfeilschießer« bezeichnet. Damit immunisiert er sich selbst gegenüber biblisch begründeter
Korrektur.
Der anthropozentrische Ansatz
In der Bibel steht Gott im Zentrum (theozentrisch) und nicht der Mensch (anthropozentrisch). Ebenso
soll es in der neutestamentlichen Gemeinde sein (Eph 3,21). Diese Sicht war Jahrhunderte lang
unbestritten. Erst im 20. Jahrhundert, dem Zeitalter des »Existenzialismus«, wagten es christliche
Leiter, den Menschen mit seinen Bedürfnissen derartig in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen.
Wo dies geschieht, steht die Gemeinde Christi in der Gefahr, die Ehre Gottes aus dem Blick zu
verlieren und zu einer psychologisierten »Bedürfnis-Befriedigungs-Anstalt« zu degenerieren.
Warren macht keinen Hehl aus seiner »Marktstrategie«
In »Kirche mit Vision« verrät er dem Leser seine zugrunde liegende Philosophie: Ein guter
Verkäufer weiß, dass man immer bei den Bedürfnissen des Kunden beginnt und nicht mit dem Produkt.
Zwei Seiten weiter schreibt er: Es wird ihnen dabei helfen, Gottes Willen für die Predigt zu
erkennen, wenn sie sich einfach die Bedürfnisse der Zuhörer überlegen. Diese Sätze könnten
ebenso aus der Feder von Marketing-Spezialist Barna stammen. Dass Warren wirklich nach dieser Devise
handelt, konnte ich mit meinen Begleitern in seinem Ostergottesdienst 2000 miterleben. Er brachte es
fertig, selbst eine der »großen Taten Gottes« völlig anthropozentrisch auszulegen (nach dem
Motto: Was bringt uns die Auferstehung für unser Alltagsleben?). Aber solche Predigtinhalte passen
genau zur Grundeinstellung des Predigers. In einem Abschnitt, in dem es um die Bedürfnisse der
Menschen geht, schreibt er: Es ist meine tiefe Überzeugung, dass jeder Mensch für Christus
gewonnen werden kann, wenn Sie den Schlüssel zu seinem Herzen finden … Aber der wahrscheinlichste
Punkt, an dem man ansetzen sollte, sind die Nöte der Person, die man herausspüren konnte. Mich
würde interessieren, wie Pastor Warren diese Aussage mit der biblischen Lehre von der Erwählung in
Einklang bringen will (Joh 6,44; Röm 8,29-30; Eph 1,4-6; etc.). Nach meiner Einschätzung steht
Rick Warren mit vielen anderen Verkündigern in der Gefahr, eine Botschaft zu verkündigen, die in
erster Linie die Glückssehnsucht des Menschen stillen möchte. Nach mehr als 20 Jahren Erfahrungen
im Dienst der Evangelisation weiß ich um das schwierige Ringen, wie viel Wahrheiten der Nachfolge
man einem noch nicht gläubigen Menschen zumuten soll. Eines ist jedoch klar. Wer auch immer eine
»Komm-zu-Jesus-und-du-bist-glücklich-Botschaft« predigt, der gibt ein verkürztes Evangelium
weiter. Wenn ein Zuhörer nur solche Verkündigung hört, wird er schwerlich zum echten Leben aus
Gott gelangen.
von Anna Catherin Loll und Peter Wensierski
Die katholische Kirche Deutschlands, welche bereits ringt, um mit dem sexuellen Mißbrauchsskandal
fertig zu werden, wurde nun durch die Enthüllung von Diebstahl, undurchsichtigen Kassen und
Prunksucht in ihren Reihen erneut schwer getroffen. Während an der Basis gespart werden muss,
bleibt manchen Bischöfen durch den beachtlichen geheimen Reichtum der katholischen Kirche kaum ein
Wunsch unerfüllt.
Kurz vor Pfingsten kam nicht der Heilige Geist, sondern die Polizei frühmorgens in die Wohnung von
Pfarrer S.
Wer da suchet, der findet: Über 131 000 Euro waren in den Räumen des katholischen Seelsorgers
versteckt, mal waren die Scheine zwischen der Wäsche, mal unter Schubladen befestigt. Auf der
Stelle wurde Hochwürden verhaftet. Nach mehreren Wochen Untersuchungshaft wartet Hans S., 76, jetzt
im Kloster auf seinen Prozess.
Und siehe da, die Geldvermehrung war womöglich sogar noch wundersamer als angenommen. Die
Staatsanwaltschaft Würzburg spricht inzwischen von bis zu 1,5 Millionen Euro, die S. aus Kollekten
und anderen Kirchengeldern unterschlagen haben könnte. Seine Schäflein in einem fränkischen
Weinort sind fassungslos. Sie hatten ihrem Hirten, der demütig und bescheiden auftrat, blind
vertraut.
Gleich mehrere Finanzaffären erschüttern zurzeit die katholische Kirche, nicht nur im Fränkischen
oder in Augsburg, wo der Griff von Bischof Walter Mixa in die Kasse einer Kinderheimstiftung
kürzlich Wirbel machte.
Bistum Augsburg: Obwohl er nach Misshandlungsvorwürfen von seinem
Bischofsamt zurücktrat - auf "Druck" von außen hin, wie er selbst sagt, residiert Walter
Mixa weiterhin im Bischofssitz.
Allein im Bistum Magdeburg sollen über 40 Millionen Euro verlorengegangen sein, in
Limburg verschwanden 5 Millionen, in der Diözese Münster flogen 30 Schwarzkonten eines leitenden
Geistlichen auf. Und während Pfarreien in ganz Deutschland Stellen und Mittel für die
Gemeindearbeit gestrichen werden, bleibt vielen Bischöfen kaum ein Wunsch unerfüllt. Eine
nagelneue Residenz? Ein pompöser Alterssitz? Frischer Glanz für eine Mariensäule für 120 000
Euro? So etwas ist von Trier bis Passau kein Problem, die Kassen der Exzellenzen sind prall
gefüllt.
Missmanagement, Veruntreuung und Prunksucht bringen darum vielerorts die Gläubigen gegen die
Obrigkeit auf. Ihr Vorwurf: Wie beim Missbrauchsskandal setzen viele Bischöfe auf Verschleiern.
Möglichst niemand soll Einblick bekommen in ihre Parallelwelt aus prallen Konten und geheimen
Vermögenswerten, die teils seit Jahrhunderten ihre Macht stützen. Nur der aus Kirchensteuern
finanzierte Bistumshaushalt ist öffentlich - das eigentliche Vermögen bleibt im Schatten.
Immer mehr Fragen über die Kirchenfinanzen
Jetzt aber wird dieser Reichtum zum Politikum. Arbeitslose, Wohngeldempfänger, Familien, Kommunen,
Unternehmen, Bundeswehr - ihnen allen will die Bundesregierung in den nächsten Jahren
Milliardenbeträge wegnehmen. Aber ausgerechnet die katholische Kirche bleibt verschont, ihre
großzügige Alimentierung durch den Staat wird kaum in Frage gestellt.
Dabei sind Deutschlands Bistümer finanziell bestens ausgestattet. "Die katholische Kirche
sagt, sie sei arm, tatsächlich aber versteckt sie ihren Reichtum", sagt der Berliner
Politikwissenschaftler Carsten Frerk, der nach jahrelangen Recherchen im Herbst ein
"Violettbuch Kirchenfinanzen" herausbringt. Auf rund 50 Milliarden Euro veranschlagt Frerk
das Barvermögen der kirchlichen Rechtsträger. Eigene Zahlen legen die Katholiken dazu nicht vor.
Frerk werfen sie vor, ein voreingenommener, atheistischer Kirchenkritiker zu sein.
Das über Jahrhunderte angehäufte Vermögen ist vielseitig angelegt, etwa in Immobilien,
kirchlichen Banken, Akademien, Brauereien, Weingütern, Medienkonzernen oder Kliniken; hinzu kommen
Erträge aus Aktienbesitz, Stiftungen, Erbschaften. All das fließt in der Regel im Topf des
sogenannten Bischöflichen Stuhls zusammen. Nur der Bischof und seine engsten Vertrauten kennen
diesen Schattenhaushalt, kein Finanzamt muss Einblick nehmen. Die öffentlichen Bistumshaushalte
umfassen bei weitem nicht alle Finanzen der jeweiligen Diözesen.
Das komplizierte Geflecht wird so geheimnisvoll gehandhabt, dass nicht einmal die Finanzdezernenten
aller Bistümer offen untereinander darüber informieren. Barock anmutende Strukturen erschweren den
Überblick, mal sitzen die Verwalter des Geldes im Kirchensteuerrat, mal in einem
Diözesansteuerausschuss, einer Finanzkammer oder einer Verwaltungskammer. Manchmal wird Vermögen
auch noch in Stiftungen ausgegliedert.
Auf eine SPIEGEL-Umfrage nach ihrem Vermögenshaushalt verweigerten 25 von 27 katholischen
Bistümern die Auskunft, ("wird nicht veröffentlicht"), nur Magdeburg und die vor wenigen
Jahren insolvenzreife Erzdiözese Berlin zeigten sich etwas offener. Anscheinend gibt es dort
ohnehin kaum Vermögen, das zu verbergen wäre.
Geheimes Vermögen
Der Generalvikar eines gutausgestatteten Bistums dagegen erklärt auf Nachfrage: "Ja, das
Vermögen im Bischöflichen Stuhl ist geheim. Aber schreiben Sie besser: vertraulich." Um einen
Grund für solche Verschwiegenheit gebeten, sagt die Sprecherin des Bistums Limburg: "Das ist
einfach so." Und ein Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz teilt mit: "Ich habe keine
Lust, darüber mit Ihnen zu sprechen."
Gewählten Laienvertretern an der Basis ergeht es kaum besser, sie stehen vor einer Schweigemauer,
selbst wenn sie in ihrem Bistum für die Finanzaufsicht verantwortlich sind. Wie zum Beispiel
Herbert Steffen, den seine Gemeinde in den Diözesanrat nach Trier delegiert hatte. Ein notorischer
Kritiker ist Steffen, 75, nicht, er war Möbelfabrikant, entstammt einer erzkatholischen
Unternehmerfamilie an der Mosel. Sein Anliegen war so einfach wie konservativ: Er wollte, dass sein
Bistum in Gelddingen solide aufgestellt ist.
Was er im Diözesanrat erlebte, hat den Geschäftsmann irritiert. "Ich wunderte mich über die
niedrige Höhe des Haushaltes. Wir sollten das ja kontrollieren", sagt er. Auf einer Sitzung
fragte er einen Vertrauten des Bischofs, ob das alles sei. "Es gibt noch den Haushalt des
Bischöflichen Stuhls. Aber der ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt", hieß es darauf.
Steffen fragte nach: "Wie, den bekommen auch wir nicht zu sehen?" Antwort:
"Nein!"
Trier, Deutschlands ältestes Bistum, ist ein gutes Beispiel für die katholische Kluft zwischen Arm
und Reich. Ortsbischof Stephan Ackermann, der auch Missbrauchsbeauftragter der Deutschen
Bischofskonferenz ist, kann in finanziellen Dingen durchaus großzügig sein. Vor allem, wenn es um
Prestigeprojekte gleich bei seinem Bischofspalais geht. So sollen aktuell allein für den Platz
hinter dem Dom rund eine Million Euro bereitstehen. Die Fläche soll in neuem Glanz erscheinen,
falls 2012 der Papst persönlich die Wallfahrt zum "Heiligen Rock" anführen und mit den
Gläubigen jenen Leibrock anbeten sollte, der angeblich Fetzen von Jesu Gewand enthält.
Bistum Trier: 120.000 Euro fließen aus dem Haushalt des
Bischöflichen Stuhls von Stephan Ackermann für den frischen Glanz einer Mariensäule.
Gestrichen oder radikal gekürzt werden sollen dagegen die Zuschüsse für
Jugendverbände und Begegnungsstätten. Gleich mehrere Einrichtungen sollen nach einem Sparentwurf
des Bistums komplett geschlossen werden, darunter die Fachstellen für Katholische
Erwachsenenbildung, die Katholische Akademie Trier und die Katholischen Hochschulgemeinden in
Saarbrücken, Koblenz und Trier.
Die Betroffenen sind entsetzt. "Es geht uns doch darum, dass wir Kirche erlebbar machen",
sagt Hochschulseelsorger Guido Groß, "aber jetzt soll gleich der ganze Arbeitsbereich
weg." Lukas Rölli vom Dachverband der katholischen Hochschulgemeinden ergänzt: "Ich
falle vom Glauben ab, wenn der Bischof das unterschreibt." Es entstehe der Eindruck, dass
"die katholische Kirche sich immer mehr von der Gesellschaft entfernen will - zurück in die
Sakristei".
Auch in Köln, einer der reichsten Diözesen weltweit, klaffen Schein und Wirklichkeit weit
auseinander. Die Katholiken an der Basis mussten schon um ihre finanzielle Handlungsfähigkeit
ringen, Kirchen wurden geschlossen, immer weniger Geistliche müssen immer größere Gemeinden
betreuen. Sparpläne setzten dafür strenge Vorgaben. Dabei hat Köln nicht nur einen 863 Millionen
Euro schweren Bistumshaushalt. Auch das Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls soll mehrere
Milliarden Euro betragen, allein die Beteiligung an den Aachener Gesellschaften mit rund 26 000
Wohn- und Gewerbeeinheiten war nach Berechnungen des Kirchenkritikers Frerk im Jahr 2003 über eine
Milliarde Euro wert.
Von dieser frohen Botschaft lässt der Finanzchef des Erzbischofs allerdings wenig verlauten.
Würden die Gläubigen sonst brav alle Einschnitte mittragen und munter für ein neues
Kirchenfenster von Gerhard Richter im Dom spenden? Für das Erzbistum ist es allemal besser, die
andern zahlen - das gilt sogar für die Entlohnung des erzkonservativen Kardinals Joachim Meisner.
Seine Bezüge, rund 11.300 Euro pro Monat, werden aufgrund eines jahrhundertealten Abkommens vom
Staat ans Bistum überwiesen, was Meisner übrigens nicht davon abhält, immer wieder über die
Gottlosigkeit und diversen "Fehler" seiner Geldgeber herzufallen.
Das Erzbistum Köln ist mit seinem Milliardenvermögen eine der
reichsten Diözesen. Die Bezüge des Kardinals Joachim Meisner, rund 11.300 Euro pro Monat, kommen
vom Staat.
Steuergelder für deutsche Kirchen
Öffentliche Alimente werden nicht allein Meisner und vielen seiner Amtsbrüder gewährt. Jahr für
Jahr werden katholische wie evangelische Kirche von Bund, Ländern und Gemeinden reichlich
beschenkt. Zur Kirchensteuer (knapp 10 Milliarden Euro) kommen, was weniger bekannt ist,
alljährlich weitere direkte und indirekte Subventionen hinzu. Im Jahr 2000 waren es nach
Schätzungen 17 Milliarden Euro.
So zahlt der Staat reichlich für den Unterhalt und die Dauer-Renovierung von Kathedralen und
anderen kirchlichen Gebäuden. Er übernimmt die Personalkosten für Religionslehrer ebenso wie die
Rechnung für den Messwein bei Soldatengottesdiensten. Leistungen wie die jährlichen
Holzlieferungen einiger süddeutscher Kommunen an ihren Bischof beruhen teils auf 200 Jahre alten
Ansprüchen, die von der Politik nie wieder überprüft wurden.
Trotz weitgehender Trennung von Kirche und Staat fließen erhebliche Zuschüsse für Kirchentage,
Kirchenbüchereien, Polizei-, Anstalts- und Militärseelsorge, selbst für Zivildienstleistende und
den Erhalt von Opferstöcken und Wegkreuzen wird aus der Staatskasse gezahlt.
Gern nimmt die Kirche für sich in Anspruch, viel für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, für
die Armen und Schwachen zu tun, und damit hat sie recht. Doch die Rechnung auch dafür übernimmt
größtenteils der Staat. Von den geschätzten jährlichen 45 Milliarden Euro Ausgaben der Caritas
zahlt das meiste der Staat, die katholische Kirche nur einen Bruchteil.
Die Bischöfliche Finanzkammer Regensburg, die das Vermögen des Bischöflichen Stuhls verwaltet,
hält in einer Richtlinie vom 15. März sogar ausdrücklich fest, unter welchen Bedingungen sie sich
am Bau oder der Sanierung von kirchlichen Kindergärten und Horten beteiligt. Nämlich nur, wenn die
jeweilige Kommune zwei Drittel der Gesamtherstellungskosten "vertraglich zugesichert hat"
und außerdem für "wenigstens 25 Jahre" mindestens 80 Prozent eines eventuellen
Betriebskostendefizits garantiert.
Im Bistum will man kirchliche Kindergärten offenbar nur, wenn der Staat größtenteils die Kosten
übernimmt. Ist es mit der barmherzigen Fürsorge für die Kinder Gottes schnell vorbei, falls die
öffentlichen Gelder versiegen? Anderswo werden katholische Krankenhäuser, Schulen und Altersheime
häufig sogar bis zu 100 Prozent staatlich finanziert.
Die Kirche zahlt keine Steuern und wird nicht kontrolliert
Im Gegenzug muss die Kirche nicht einmal Steuern zahlen: keine Grundsteuer, keine
Körperschaftsteuer, keine Kapitalertragsteuer. Alles, was sie als Körperschaft des öffentlichen
Rechts in Deutschland macht, gilt als gemeinnützig, mildtätig und steuerfrei. Anders als andere
Körperschaften öffentlichen Rechts wie Universitäten unterliegen sie zudem keinerlei staatlicher
Kontrolle.
"Die katholische Kirche hat das angeborene Recht, unabhängig von der weltlichen Gewalt,
Vermögen zur Verwirklichung der ihr eigenen Zwecke zu erwerben, zu besitzen, zu verwalten und zu
veräußern", so steht es im Kirchenrecht. Dieses "angeborene Recht" und die
dahinterliegenden Milliarden zu verteidigen ist eine der zentralen Aufgaben der Bischöfe.
Komplizierte Finanzstrukturen und Geheimschatullen werden normalerweise nur öffentlich etwas
sichtbarer, wenn treulose Verwalter sie missbrauchen.
Besonders groß ist der Ãrger zurzeit im Bistum Limburg. Dort wurde der Leiter einer kirchlichen
Finanzverwaltung, der knapp fünf Millionen Euro veruntreute, vor wenigen Wochen zu über sechs
Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann, der auch Geschäftsführer der katholischen Gemeinde in
Limburg war, hatte ungehinderten Zugriff auf Kirchengelder.
"Die Veruntreuung war frappierend einfach", meinte der Richter. Die Sache kam erst heraus,
als das Bistum vor kurzem begann, ein neues kaufmännisches Rechnungswesen einzuführen. Bis dahin
verfügten die Limburger Bischöfe und ihre Vertrauten offenkundig nach Gutdünken über ihre
Kassen. Der heutige Ortsbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst musste Fehler bei der Finanzkontrolle
eingestehen.
Ein Palast für einen Fürsten
Solch sorglosen Umgang konnte man sich problemlos leisten, Geld scheint im Bischöflichen Stuhl
reichlich vorhanden. Zum Beispiel für eine neue Bischofsresidenz, die gerade für viele Millionen
Euro auch aus Geldern des Bischöflichen Stuhls geplant wird. Der Hügel über Limburg, auf dem er
hinter den hohen Bruchsteinmauern eines ehemaligen Adelshofs wohnen will, wird im Städtchen
"Akropolis" genannt.
"Unser Bischof will wohl wieder ein Fürst sein", spotten Einheimische. Der Vorgänger,
Bischof Franz Kamphaus, lebte dagegen bescheiden in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Priesterseminar
statt im alten Bischofshaus. Dort ließ er lieber für mehrere Jahre eine äthiopische
Flüchtlingsfamilie einziehen.
Für Tebartz-van Elst haben Architekten auf der Akropolis nicht nur eine großzügige Wohnung mit
Hauskapelle entworfen. Auch anliegende Gebäude müssen umfassend renoviert und umgebaut werden. Ein
Schwesternorden zieht ein, um die Versorgung seiner Exzellenz zu sichern, das Dommuseum braucht ein
neues Sicherheitssystem, für angeblich allein 1,5 Millionen soll deshalb ein Notausgang des Museums
verlegt werden. Nebeneffekt: Der Bischof wird in seinem zukünftigen Refugium nicht mehr so leicht
belästigt werden.
Bistum Limburg: Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst lässt sich für
mehrere Millionen Euro eine neue Residenz auf dem Limburger Domberg errichten.
Seinen Schäflein hat er derweil das Motto "Sparen und Erneuern"
verordnet. Auch in Limburg wird nun die Zahl von Gemeinden, Messen und Seelsorgern
zusammengestrichen. In den Dörfern sammeln die Gläubigen mühsam Spenden für die nötigsten
Instandhaltungsarbeiten ihrer Kirchen. "Gespart wird an der Basis, erneuert wird
woanders", sagt Henny Toepfer von der Reformbewegung "Wir sind Kirche" im Bistum.
Warum Millionen Euro für eine neue Residenz da sind, aber nicht für Busse, um alte Katholiken aus
den Dörfern zum Gottesdienst zu bringen, versteht sie nicht.
Die Verlockung des Finanzmarktes
Zu den altmodischen Lastern der Prunksucht und Verschwendung gesellt sich seit einiger Zeit auch
eine sehr moderne Versuchung für die Geldverwalter der Bischöflichen Stühle: die
Renditeversprechen der globalen Kapitalmärkte.
Beispiel Magdeburg: In seiner Not hatte das verarmte, mitgliederschwache Bistum eigens eine
Aktiengesellschaft namens Gero AG gegründet. Um Zins und Zinseszins zu mehren, setzten die
Vertrauensleute von Bischof Leo Nowak unter anderem auf Immobiliengeschäfte, Schiffsbeteiligungen,
Biogasanlagen und selbst auf die fragwürdige Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Ein
Priester der Bistumsleitung segnete gar ein für Gentechnik gedachtes Gewächshaus, auf das die
fromme Investition gedeihe.
Heute steht der Bischof vor einem Scherbenhaufen. Seine Diözese spricht von mehr als 40 Millionen
Euro Verlust, die Presse sogar von knapp 100 Millionen. Jetzt will der neue Vorstand der Gero das
marode Firmen- und Beteiligungsgeflecht neu strukturieren. Den einstigen Geschäftsführer hat das
Unternehmen auf Schadensersatz verklagt.
Warum geben die Kirchenfürsten keine Rechenschaft gegenüber ihren Gläubigen ab? Wieso halten sie
den Staat, der sie so großzügig unterstützt, so sorgsam aus ihren Finanzangelegenheiten heraus?
Ein ehemaliger Bistumssprecher hat lange über diese Fragen nachgedacht. Er hält die vormoderne,
höfisch geprägte Welt der bischöflichen Ordinariate und Residenzen dafür verantwortlich.
"Die mit Titeln bunt geschmückten Bischöfe und Prälate sehen sich der weltlichen
Gesellschaft überlegen und schirmen sich gegen sie ab", sagt er. "Der Beichtstuhl steht
in der Kirche - nicht im Finanzamt."
SPIEGEL ONLINE PANORAMA http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,700545,00.html
Interview mit Vidal Gore, dem Cousin von Al Gore, ehemaliger
Vizepräsident der USA.
„Die amerikanische Bevölkerung will keine Kriege. Die Führung der Vereinigten Staaten, die
Eigentümer dieses Landes, müssen jedoch Kriege führen, sonst bekommen sie nicht das nötige Geld
für das Pentagon, Summen, die dann an Boeing und Lockheed weitergereicht werden. Es ist also sehr
wichtig, dass wir Feinde haben. Deshalb erschaffen wir immer wieder neue.
Das amerikanische Volk weiß dagegen nicht einmal, wo die entsprechenden Länder auf der Landkarte
liegen. Wir haben ja kein öffentliches Bildungssystem, der Durchschnittsamerikaner hat fast
überhaupt keine Bildung. Wir haben in Amerika eine Viertelmilliarde Menschen, von denen mehr als
die Hälfte funktionale Analphabeten sind. Nur ein Prozent der Amerikaner liest überhaupt Bücher.
Die Vereinigten Staaten neigen dazu, ausländische Individuen zu dämonisieren: Sie sind angeblich
drogenabhängig, betrügen ihre Frauen, tragen Frauenkleider und so weiter. Seit Pearl Harbor hat
uns kein Staat überfallen. Wir haben gegen andere Länder immer als erste losgeschlagen. Und wir
hatten immer eine Entschuldigung dafür parat. Diese Länder beherbergten Terroristen oder sie
schickten sich an, die freie Welt zu verlassen und kommunistisch zu werden.
Wir haben ein Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln, einer nennt sich Republikaner, der andere
Demokraten. Aber beide werden von den großen Unternehmen finanziert. Die Republikaner stehen viel
weiter rechts, sind reicher und vertreten die Kriegsinteressen wahrscheinlich etwas stärker als die
Demokraten. Aber das ist der einzige feine Unterschied, den man ausmachen kann.”
(Aus: Gespräch mit Vidal Gore, der Cousin des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore „Amerika
braucht Feinde” FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Die Berliner-Erklärung, ein von über 50 deutschen Gemeindevertretern
unterzeichnetes Dokument erklärte, dass die Pfingstbewegung von „unten” sei. Die klaren
Warnungen wurden jedoch von den führenden Pfingstlern ignoriert. Leider sind unter den vielen, von
Pfingstlern und Charismatikern verfassten Schriften gegen die Berliner Erklärung keine zu finden,
die auf die in der Erklärung gemachten Aussagen eingehen, geschweige denn solche, die biblisch
fundiert Stellung dazu nehmen. Ein Abdruck der Berliner Erklärung ist in der Pfingst- und
Charismatischen Literatur ebenso schwer zu finden. Wir meinen, auch dieses Dokument hat nichts von
seiner Aktualität eingebüsst:
BERLINER ERKLÄRUNG
Die unterzeichnenden Brüder erheben warnend ihre Stimme gegen die sogenannte
Pfingstbewegung.
1. Wir sind nach ernster gemeinsamer Prüfung eines umfangreichen und
zuverlässigen Materials vor dem Herrn zu folgendem Ergebnis gekommen:
a) Die Bewegung steht im untrennbarem Zusammenhang mit der Bewegung von Los Angeles, Christiana,
Hamburg, Kassel, Grossalmerode. Die Versuche, diesen Zusammenhang zu leugnen, scheitern an den
vorliegenden Tatsachen.
b) Die sogenannt Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten; sie hat viele
Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. Es wirken in ihr Dämonen, welche, vom Satan mit List
geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder Gottes zu verführen. In vielen Fällen
haben sich die sogen. „Geistbegabten” nachträglich als besessen erwiesen.
c) An der Überzeugung, dass diese Bewegung von unten her ist, kann uns die persönliche Treue
und Hingebung einzelner führender Geschwister nicht irre machen, auch nicht die Heilungen,
Zungen, Weissagungen usw., von denen die Bewegung begleitet ist. Schon oft sind solche Zeichen
mit ähnlichen Bewegungen verbunden gewesen, z.B. mit dem Irvingianismus, ja selbst mit der
"christlichen Wissenschaft" (Christian Science)und dem Spiritismus.
d) Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor, dennoch
ist es ein falscher Geist. Er hat sich als solcher entlarvt. Die hässlichen Erscheinungen wie
Hinstürzen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches, lautes Lachen usw. treten auch
diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wieviel davon dämonisch, wieviel
hysterisch oder seelisch ist, gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht.
e) Der Geist dieser Bewegung führt sich durch das Wort Gottes ein, drängt es aber in den
Hintergrund durch sogen. „Weissagungen”. Vgl. 2. Chron. 18,18-22. Überhaupt liegt in diesen
Weissagungen eine grosse Gefahr, nicht nur haben sich in ihnen handgreifliche Widersprüche
herausgestellt, sondern sie bringen da und dort Brüder und ihre ganze Arbeit in sklavische
Abhängigkeit von diesen „Botschaften”. In der Art ihrer Übermittlung gleichen die
letzteren den Botschaften spiritistischer Medien. Die Übermittler sind meist Frauen. Das hat an
verschiedenen Punkten der Bewegung dahin geführt, dass gegen die klaren Weissagungen der
Schrift Frauen, sogar junge Mädchen, leitend im Mittelpunkt stehen.
2. Eine derartige Bewegung als von Gott geschenkt anzuerkennen, ist uns
unmöglich. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass in den Versammlungen die Verkündigung
des Wortes Gottes durch die demselben innewohnende Kraft Früchte bringt. Unerfahrene
Geschwister lassen sich durch solche Segnungen des Wortes Gottes täuschen. Diese ändern aber
an dem Lügencharakter der ganzen Bewegung nichts, vgl. 2. Kor. 11, 3.4.14.
3. Die Gemeinde Gottes in Deutschland hat Grund, sich tief zu beugen
darüber, dass diese Bewegung Aufnahme finden konnte. Wir alle stellen uns wegen unserer Mängel
und Versäumnisse, besonders auch in der Fürbitte, mit unter diese Schuld. Der Mangel an
biblischer Erkenntnis und Gründung, an heiligem Ernste und Wachsamkeit, eine oberflächliche
Auffassung von Sünde und Gnade, von Bekehrung und Wiedergeburt, eine willkürliche Auslegung
der Bibel, die Lust an neuen aufregenden Erscheinungen, die Neigung zu Übertreibungen, vor
allem aber auch Selbstüberhebung, - das alles hat dieser Bewegung die Wege geebnet.
4. Insonderheit aber ist die unbiblische Lehre vom sogen. „reinen Herzen”
für viele Kreise verhängnisvoll und für die sogen. Pfingstbewegung förderlich geworden. Es
handelt sich dabei um den Irrtum, als sei die „innewohnende Sünde” in einem begnadigten und
geheiligten Christen ausgerottet. Wir halten fest an der Wahrheit, dass der Herr die Seinigen
vor jedem Straucheln und Fallen bewahren will und kann (1. Thess. 5,23; Jud. 24.25; Hebr. 13,21)
und dass dieselben Macht haben, durch den Heiligen Geist über die Sünde zu herrschen. Aber ein
„reines Herz”, das darüber hinausgeht, auch bei gottgeschenkter, dauernder Bewahrung mit
Paulus demütig sprechen zu müssen: „Ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich
nicht gerechtfertigt”, empfängt der Mensch überhaupt auf Erden nicht. Auch der gefördertste
Christ hat sich zu beugen vor Gott, der allein Richter ist über den wahren Zustand der Herzen,
vgl. 1. Kor. 4,4. „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst,
und die Wahrheit ist nicht in uns”, 1. Joh. 1,8.
In Wahrheit empfängt der Gläubige in Christo ein fleckenlos gereinigtes Herz, aber die
Irrlehre, dass das Herz in sich einen Zustand der Sündlosigkeit erreichen könne, hat schon
viele Kinder Gottes unter den Fluch der Unaufrichtigkeit gegenüber der Sünde gebracht, hat sie
getäuscht über Sünden, die noch in ihrer Gedankenwelt, in ihren Versäumnissen oder in ihrem
Zurückbleiben hinter den hohen Geboten Gottes in ihrem Leben liegen. Es kann nicht genug
ermahnt werden, für die Sünde ein Auge sich zu bewahren, welches nicht getrübt ist durch eine
menschlich gemachte Heiligung oder durch eine eingebildete Lehre von der Hinwegnahme der
Sündennatur.
Mangelnde Beugung über eigene Sünde verschliesst den Weg zu neuen Segnungen und bringt unter
den Einfluss des Feindes. Traurige Erfahrungen in der Gegenwart zeigen, dass da, wo man einen
Zustand von Sündlosigkeit erreicht zu haben behauptet, der Gläubige dahin kommen kann, dass er
nicht mehr fähig ist, einen Irrtum zuzugeben, geschweige denn zu bekennen. Eine weitere
traurige Folge falscher Heiligungslehre ist die mit ihr verbundene Herabsetzung des biblischen,
gottgewollten ehelichen Lebens, indem man mancherorts den ehelichen Verkehr zwischen Mann und
Frau als unvereinbar mit wahrer Heiligung hinstellt, vgl. 1. Mos. 1,28 und Eph. 5,31.
5. In der sogenannten „Pfingstbewegung” steht in Deutschland P. Paul als
Führer vor der Öffentlichkeit. Er ist zugleich der Hauptvertreter der vorstehend abgewiesenen
unbiblischen Lehren. Wir lieben ihn als Bruder und wünschen ihm und der Schar seiner Anhänger
in Wahrheit zu dienen. Es ist uns ein Schmerz, gegen ihn Stellung nehmen zu müssen. An
Aussprachen mit ihm und an Ermahnungen im engeren und weiteren Brüderkreis hat es nicht
gefehlt. Nachdem alles vergeblich war, müssen wir nun um seinet- und der Sache Gottes willen
hiermit aussprechen: Wir, die unterzeichnenden Brüder, können ihn als Führer und Lehrer in
der Gemeinde Jesu nicht mehr anerkennen. Wir befehlen ihn in Liebe, Glaube und Hoffnung der
zurechtbringenden Gnade des Herrn.
6. Wir glauben, dass es nur ein Pfingsten gegeben hat, Apgsch. 2. Wir glauben
an den Heiligen Geist, welcher in der Gemeinde Jesu bleiben wird in Ewigkeit, vgl. Joh. 14,16.
Wir sind darüber klar, dass die Gemeinde Gottes immer wieder erneute Gnadenheimsuchungen des
Heiligen Geistes erhalten hat und bedarf. Jedem einzelnen gilt die Mahnung des Apostels: „Werdet
voll Geistes!” Eph. 5,18. Der Weg dazu ist und bleibt völlige Gemeinschaft mit dem
gekreuzigten, auferstandenen und erhöhten Herrn. In ihm wohnt die Fülle des Geistes
leibhaftig, aus der wir nehmen Gnade um Gnade. Wir erwarten nicht ein neues Pfingsten; wir
warten auf den wiederkommenden Herrn.
Wir bitten hiermit alle unsere Geschwister um des Herrn und seiner Sache willen, welche Satan
verderben will: Haltet euch von dieser Bewegung fern! Wer aber von euch unter die Macht dieses
Geistes geraten ist, der sage sich los und bitte Gott um Vergebung und Befreiung. Verzaget nicht
in den Kämpfen, durch welche dann vielleicht mancher hindurchgehen wird. Satan wird seine
Herrschaft nicht leichten Kaufes aufgeben. Aber seid gewiss: Der Herr trägt hindurch! Er hat
schon manchen frei gemacht und will euch die wahre Geistesausrüstung geben.
Unsere feste Zuversicht in dieser schweren Zeit ist diese: Gottes Volk wird aus diesen Kämpfen
gesegnet hervorgehen! Das dürft auch ihr, liebe Geschwister euch sagen, die ihr erschüttert
vor den Tatsachen steht, vor welche unsere Worte euch stellen. Der Herr wird den Einfältigen
und Demütigen Licht geben und sie stärken und bewahren.
Wir verlassen uns auf Jesum, den Erzhirten. Wenn jeder dem Herrn und seinem Worte den Platz
einräumt, der ihm gebührt, so wird er das Werk seines Geistes, das er in Deutschland so
gnadenreich angefangen hat, zu seinem herrlichen, gottgewollten Ziele durchführen. Wir
verlassen uns auf ihn, der da spricht: „Meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir
anbefohlen sein!” Jes. 45,11.
Berlin, den 15. September 1909
Unterschrieben haben: Bähren, Hannover; Bartsch, Charlottenburg; Blecher,
Friedrichshagen; Broda, Gelsenkirchen; A. Dallmeyer, Leipzig; Dolmann, Wandsbek; Engel, Neurode;
Evers, Rixdorf; Frank, Hamburg; Grote, Oberfischbach; Hermann, Berlin; Heydorn, Frankfurt a. Oder;
Huhn, Freienwalde a. Oder; Ihloff, Neumünster; Jörn, Berlin; Kmitta, Preuss.-Bahnau; Knippel,
Duisburg; Köhler, Berlin; Graf Korff, Hannover; Kühn, Gr. Lichterfelde; Lammert, Berlin; Lohe,
Breslau; K. Mascher, Steglitz; Fr. Mascher, Lehe i. Hannover; Meister, Waldenburg i. Schlesien;
Merten, Elberfeld; Michaelis, Bielefeld; Freiherr v. Patow, Zinnitz; Rohrbach, Charlottenburg; von
Rot(h)kirch, Berlin; Rudersdorf, Düsseldorf; Ruprecht, Herischdorf; Sartorius, Sterbfritz;
Scharwächter, Leipzig; Schiefer, Neukirchen; Schopf,Witten a. d. Ruhr; Schrenk, Barmen; Schütz,
Berlin; Schütz, Rawitsch; Seitz, Teichwolframsdorf; Simoleit, Berlin; Stockmayer, Hauptweil;
Freiherr von Thiele-Winckler, Rothenmoor; Thiemann, Marklissa; von Tres(c)kow, Camenz i. Schlesien;
Freiherr von Thümmler, Selka; M. Urban, Kattowitz; Urbschat, Hela; Vasel, Königsberg; von Viebahn,
Stettin; Wächter, Frankfurt a. Main; Wallraff, Berlin; Warns, Berlin; Wittekindt, Wernigerode a.
Harz; Wüsten, Görlitz; von Zastrow, Gr. Breesen; Zustimmungen wurden erbeten an Wittekindt in
Wernigerode.
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Layout/Ausrichten) von Hochformat auf Querformat umstellen.
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(offline), NORMAL neues Dokument (online)
Mit diesem Denksporttest können Sie Ihre logische Intelligenz bzw. die Ausprägung
Ihres analytischen Denkvermögens testen.
Wenn Sie den Test wirklich ernsthaft durchführen wollen, bemühen Sie sich, nicht so zu agieren,
wie viele unserer Zeitgenossen bei der Konsumation diverser Film- bzw. Fernsehprodukte oder die
junge Generation bei Open-Air-Events und manche Christen bei den Auftritten von berühmten
Predigern. Gehen Sie prinzipiell davon aus, dass die Dinge nicht so einfach sind wie sie dargestellt
werden. Obwohl für diesen Test normalerweise ein Zeitlimit von etwa einer Stunde vorgegeben ist,
lassen Sie sich dadurch nicht zu schnellen Antworten verleiten, sondern scheuen Sie nicht die Mühe
und denken Sie nach. Das ist der größte und am weitesten verbreitete Fehler, den Menschen
in derartigen Situationen machen können, wenn sie die Darstellungen völlig unkritisch übernehmen,
nicht das eigene Denkvermögen aktivieren und sich dann wundern, dass sie in die Irre geführt
wurden. Beantworten Sie zuerst jene Fragen, welche Ihnen leicht fallen und überspringen Sie die
schwierigeren. Erst wenn Sie durch sind, gehen Sie noch einmal zurück und befassen sich mit den
noch offenen Fragen.
Viel Spaß und viel Erfolg - vielleicht auch fürs tägliche Leben?
PS: Besuchen Sie auch die 250 anderen Dokumente von Immanuel.at - Auch dort ist Ihre Intelligenz
gefragt.
DENKSPORTTEST
Frage 1:
Eine Schnecke kriecht auf eine 2,5 m hohe Mauer. Sie legt am Tag einen Meter zurück und rutscht in
der Nacht, weil sie schläft, wieder einen halben Meter zurück. Wie viele Tage benötigt die
Schnecke um den oberen Rand der Mauer zu erreichen?
a) 3 Tage b) 4 Tage
c) 5 Tage d) 6
Tage e) 7 Tage
Frage 2:
Wenn 3 Männer in 6 Tagen 9 Gruben ausheben, wie lange brauchen 30 Männer für 90 derartige Gruben?
a) 1 Tag b) 3 Tage
c) 6 Tage d) 10
Tage e) 60 Tage
Frage 3:
Ein Wanderer, der von Adorf kommt, trifft einen Jäger mit Hund. Der Jäger trägt drei Hasen, der
Hund hat eine Schnepfe im Maul. Wie viele Beine sind in Richtung Adorf unterwegs?
a) 2 Beine b) 6 Beine
c) 18 Beine d)
20 Beine e) 22 Beine
Frage 4:
Es soll ein Turm aus Dominosteinen gebaut werden. Die Basis sind 10 Steine. Jede zweite aufgesetzte
Lage hat einen Stein weniger. Wie viele Steine sind es insgesamt?
a) 55 Stk. b) 75 Stk.
c) 9o Stk. d)
100 Stk. e) 110 Stk.
Frage 5:
Wie viel Geld in ATS verliert man, wenn man ATS 100 zum Kurs von ATS 7,14 in DM umwechselt und
um ATS 7,00 wieder rückkauft (beides ohne Bankspesen)?
a) 1,40 b) 2,00
c) 5,80 d) 10,90
e) 14,00
Frage 6:
Ein Modellbauer möchte sein Klavier in Miniaturform nachbauen. Das Klavier hat eine Höhe von 1 m
und wiegt genau 150 kg. Das Modell soll 1/20 der Originalgröße haben. Da zur Herstellung des
Modells jedoch ein anderes Material verwendet wird — sowohl Holz- als auch Metallteile wiegen nur
1/3 der Originalmaterialien — entsteht eine relative Gewichtsdifferenz. Wie schwer ist das fertige
Modell?
a) 2,5 kg b) 7,5 kg
c) 10,5 kg d)
12,5 kg e) 15,0 kg
Frage 7:
In einem Gartenteich blüht eine Seerose. Ihre Blüten verdoppeln sich jeden Tag. Am 5. Tag hat sie
bereits die halbe Teichoberfläche bedeckt. Wie viele Tage benötigt die Rose, um die restliche
Teichoberfläche zu bedecken?
a) ½ Tag b) 1Tag
c) 2 Tage d) 5
Tage e) 10 Tage
Frage 8:
Wie oft kann man von der Zahl 25 die Zahl 1 abziehen?
a) gar nicht b) 25 Mal
c) 24 Mal d)
beliebig oft e) einmal
Frage 9:
In einem geschlossenen Behälter mit den Maßen 6x3x3 Meter befindet sich auf der einen 3x3 m Wand
eine Schnecke, horizontal genau in der Mitte und vertikal 1 m vom Boden entfernt. Auf der
gegenüberliegenden Seite befindet sich ebenfalls eine Schnecke, und zwar gleichfalls in
horizontaler Mittelposition, aber dafür 2 m vom Boden entfernt. Welche Strecke müssen die beiden
Tiere mindestens zurücklegen, um zusammenzutreffen?
a) 3,5 m b) 4,5 m
c) 6 m d) 8,5 m
e) 9 m
Frage 10:
Sie haben eine unbegrenzte Anzahl von Briefmarken in den Werten € 1,50 und € 2,--. Sie sollen
ein Paket mit € 12,50 frankieren. Wie viele Marken müssen Sie mindestens verwenden.
a) 5 Stk. b) 6 Stk.
c) 7 Stk. d) 8
Stk. e) 9 Stk.
Frage 11:
In der Bewässerungsanlage einer Plantage soll ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 8.000
Litern mit Wasser gefüllt werden. Die Wasserzuteilung erfolgt jeden Tag zwischen 0.00 und 5.00 Uhr
und beträgt genau 2.000 l. Nach wie vielen Tagen ist der Behälter voll, wenn man berücksichtigt,
dass davon täglich 1250 l Wasser für die Plantagenbewässerung abgepumpt werden?
a) 7 Tage b) 8 Tage
c) 9 Tage d) 10
Tage e) 11 Tage
Frage 12:
Ein Vagabund kommt gerade aus einem Bahnhofswartesaal. Er hat dort Zigarettenstummel eingesammelt
— 70 an der Zahl. Nachdem er aus Erfahrung weiß, dass man aus 3 Stummel 1 Zigarette drehen kann,
will er sich nun ausrechnen, wie viele Zigaretten er davon rauchen kann. Er kommt auf 23 — und
Sie?
a) 23 Zig. b) 31 Zig.
c) 32 Zig. d) 33
Zig. e) 34 Zig.
Frage 13:
Karl sagt: „Heuer fällt der 29 Februar auf einen Montag”. Paul sagt: „Wir hatten schon 6
Jahre kein Schaltjahr”. Hans sagt: „Die heurige Jahreszahl ist das Produkt des heutigen
Monatstages mal 119”. Wer hat gelogen?
a) Karl b) Paul
c) Hans d) Alle
e) Keiner
Die Antwort auf diese Frage enthielt seit der Veröffentlichung
einen Fehler und wurde am 19. 12. 2006 von olpespam@gmx.de,
einem deutschen Besucher von Immanuel.at, korrigiert. - Herzlichen Dank!
Frage 14:
Ein Anfänger unter den Jägern benötigt 90 Schuss um 30 Hasen zu treffen. Ein Fortgeschrittener
braucht 60 Schuss und ein Berufsjäger 30 Schuss. Wenn nun alle drei in dieser Reihenfolge einen
Schuss abgeben, nach wie vielen Schüssen jedes einzelnen haben sie auf jeden Fall 110 Hasen erlegt?
a) 30 Schuss b) 40 Schuss
c) 50 Schuss d)
60 Schuss e) 70 Schuss
Frage 15:
Bei einer Wettlaufveranstaltung laufen immer 4 Sprinter gleichzeitig gegeneinander. Wie viele Läufe
müssen bei 16 Läufern ausgetragen werden, damit jeder gegen jeden mindestens einmal gelaufen ist?
a) 16 Läufe b) 20 Läufe
c) 59 Läufe d)
117 Läufe e) 59 Läufe
Die Antwort auf diese Frage enthielt seit der Veröffentlichung
einen Fehler und wurde am 2. 9. 2006 von Frau Yvonne Poelz,
einer österreichischen Besucherin von Immanuel.at, korrigiert. - Herzlichen Dank!
Frage 16:
Ein neu erbautes Schwimmbecken mit den Seitenmaßen 4 mal 4 Metern, soll mit einem Sonnen- und
Regenschutz überdacht werden. Dazu soll das Gestell des alten, kleineren Beckens verwendet werden.
Dieses Gestell ist mobil, aus Holz und besteht aus einem Dach und vier damit verbundenen
Holzträgern. Nachdem seine Seitenlängen 3,5 mal 3,5 Meter betragen, ist es für die 4 Meter langen
Seiten des neuen Bades zu kurz. Wie kann diese Überdachung — ohne sie zu verändern und ohne die
das Dach tragenden Holzpfosten ins Wasser zu stellen - über dem neuen Schwimmbecken aufgestellt
werden?
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